Donnerstag, 11. Mai 2017

Das leidige Zeitproblem


Es ist schon ein seltsames Phänomen mit der Zeit. Auch Disziplin und Muse passen nicht immer zusammen. Und manchmal passt leider gar nichts und das zu einem Zeitpunkt, von dem man dachte, er wäre perfekt.

Schon seit ein paar Wochen habe ich mich genau auf diese jetzige Woche gefreut. Beide Kinder auf Klassenfahrt, das bedeutet, ganz, ganz, ganz viel Schreibzeit, weil weder das Mittagessen pünktlich fertig sein muss, noch muss ich mich um schulische oder andere Angelegenheiten kümmern.
Ich habe es mir genau ausgemalt, wie ich emsig, nahezu bienchengleich am meinem Laptop sitze, Musik auf den Ohren, die Kanne Tee in Reichweite, vielleicht auch ein paar Apfelspalten ... Eben alles, was ich für ein glückliches Schreiben brauche. Dafür kein einziger Blick auf die Uhr oder auf Wortzahlen, also quasi keinerlei zeitlicher Druck. Erst wenn mein Mann von Arbeit nach Hause kommt, würde ich voller positiver Energie und Stolz über die geschaffte Leistung den Laptop herunterfahren und dann würden wir die "freie" Zeit wunderbar zweisam genießen.
Soweit der Plan!

Am Montag haben ich die Jungs also verabschiedet. Okay, dachte ich mir, der Abschiedsschmerz wiegt natürlich. Da kann man schon mal nicht so motiviert sein. Lustlos habe ich ein bisschen auf der Tastatur herumgeklimpert, mich über das Wetter geärgert, natürlich pünktlich Mittag gekocht und dann ... habe ich mich aufs Sofa gesetzt und einen Film geguckt. Nebenbei hat mein Mann eine Whatsapp bekommen, dass er doch bitte pünktlich nach Hause kommen soll.

Dienstag habe ich erst mal prompt verschlafen. Und wenn man schon viel zu lange im Bett bleibt, ist klar, dass auch der Rest des Tages nicht wirklich produktiv wird. Also habe ich mich aufs Sofa geschleppt und weitere Mädchenträume verfolgt. "Rubinrot", "Saphirblau" und "Smaradgrün" habe ich jetzt gesehen und war ganz angetan. Gelesen habe ich auch, aber in meinem Kopf herrschte dagegen absolute Stille. Kein Kerl wollte mit mir reden, nicht mal ein unpassend neues Plotbunny ist herumgehüpft. Nichts ... absolut gar nichts. Meine Datei habe ich am Dienstag gar nicht erst geöffnet. Wie gut, dass die Primebox noch ein paar Filme auf Lager hatte.
Das Wetter war auch immer noch mies, was ja nicht zur Steigerung der guten Laune beziehungsweise zur Steigerung der Aktivität führt.

Am Mittwoch aber (der Tag an dem ein Kind wieder nach Hause gekommen ist) .... Ich bin schon gut gelaunt aus dem Bett gehüpft, habe den ganzen Vormittag fleißig getippt, wichtige Dinge geklärt, Muffins gebacken, geputzt und mich quasi vor Energie überschlagen.

Heute ist Donnerstag. Ich tippe an diesem blogbeitrag, anstatt mein Skript voranzubringen. Und pünktlich um 12 Uhr ist der Sohn aus der Schule gekommen und hat Hunger und ich ärgere mich, dass ich jetzt kochen muss, obwohl ich doch NUN so schön an der Geschichte weitertippen könnte, aber NUN habe ich ja keine Zeit.
Manchmal ist es doch wirklich verrückt.

1 Kommentar:

  1. Das ist normal, wenn man sich etwas vornimmt passiert alles anders als man denkt! Besonders wenn dann die Kinder mal nicht da sind. Man vermisst sie zu sehr!

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