Montag, 10. April 2017

Quedlinburger Bücherfrühling

In knapp 1 1/2 Wochen findet meine Lesung aus "Unglaublich verliebt" im Rahmen des Quedlinburger Bücherfrühlings statt.
Genau genommen am Mittwoch, den 19. April 2017 im 19.30 Uhr im KUZ Reichenstraßen.
Ich freue mich riesig, dass ich auch in diesem Jahr wieder dabei sein darf. In verschiedenen regionalen Zeitungen wurden bereits auf die Lesung hingewiesen, was immer wieder ein seltsames Gefühl für mich ist. Aber es macht mich natürlich auch ein bisschen stolz, dass ich mit meinen Geschichten nun schon seit drei Jahren Teil des Quedlinburger Bücherfrühlings bin.

In diesem Zusammenhang fällt mir noch etwas ein, was mich in der letzten Woche zum Nachdenken gebracht hat.
Ich habe nach langer Zeit eine Freundin getroffen, die zwar wusste, dass ich schreibe, aber nicht genau was, bis sie mich in der Zeitung entdeckt hat. Sie sagte ungefähr zu mir, dass es ja auch für schwule Männer Liebesgeschichten geben muss. Darauf habe ich ihr geantwortet, dass ziemlich viele Frauen diese Geschichten lesen und sie war sichtlich erstaunt.
Als ich am Abend noch einmal über das Gespräch nachgedacht habe, musste ich auch an diese seltsame Diskussionsrunde auf der LBM (und im Vorfeld) denken. Gay Romance ... Geschichten, die doch nur von Frauen für Frauen geschrieben werden. Inhaltslos, platt und mit unrealistischen Happy Ends... Ich konnte direkt hören, wie die Schublade hinter mir zufällt. Wenn das alles nicht so traurig wäre ... Ach Shit, eigentlich ist es verdammt lächerlich! Und trotzdem hängt da auch eine einzelne Träne, weil trotz aller gepredigten Toleranz und Akzeptanz, die meisten Menschen ihr Schubladendenken hegen und pflegen.Warum kann man nicht einfach eine Liebesgeschichte als solche annehmen? Natürlich mag nicht jeder Lovestorys, was ja vollkommen okay ist. Ich mag ja auch nicht jedes Genre lesen. Trotzdem ist es doch nicht nötig, sich gleich so auszuschließen, wenn man grundsätzlich nichts gegen ein bisschen Romantik hat. Vielleicht mag ja ein schwuler Mann genau diese Art von Kitsch, vielleicht holt sie ihn aus dem Alltag für ein paar Stunden, denn wie seine Realität ist, weiß er doch schließlich selbst. Vielleicht findet auch eine Frau so eine Geschichte wunderschön, weil Liebe eben schön ist, vielleicht auch, weil man sich für eine kurze Zeit nicht mit gängigen Frauenbildern auseinandersetzen muss. 
Ach, ich weiß es auch  nicht, aber ich wünschte, es würden mehr Leute dagegen ankämpfen, dass alles so strikt getrennt ist, denn gerade das Miteinander macht das Leben doch erst schön und bunt.
 
Wie in jedem Jahr hoffe ich, dass ich nicht ganz allein mit den lieben Veranstaltern dort sitze (was bisher zum Glück noch nicht vorgekommen ist) und freue mich auf jeden, der einen gemütlichen Abend mit mir verbringen möchte. Ich gebe mir auf jeden Fall Mühe, dass er schön wird :)


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