Donnerstag, 20. April 2017

Meine Lesung zum Quedlinburger Bücherfrühling

Alle guten Dinge sind drei, aber vielleicht oder hoffentlich werden es noch viel mehr.
Wie in jedem Jahr war ich furchtbar aufgeregt, wie immer habe ich meine Umwelt damit genervt, dass vielleicht überhaupt niemand kommt und (das behauptet mein Mann jedenfalls)  ich war schlecht vorbereitet. Nicht auf die Lesung ansich, aber ich habe die Bücherkiste erst kurz vor der Abfahrt gepackt und musste natürlich auch noch duschen. Beim Fönen habe ich mir eine seltsame "Delle" ins Haar gezaubert und mein Lieblingsregenbogentuch habe ich auch nicht gefunden.
Aber vermutlich muss es genau so sein, denn natürlich (und zum Glück!!!) war ich nicht allein. Ein Teil der Anspannung verflog, sobald ich auf der Bühne saß und meine Leidenschaft fürs Vorlesen durchbrach.

In diesem Jahr habe ich im Vorfeld eine kleine, vermutlich ziemlich emotionale und flammende Rede über meine Motivation und meine Liebe zur Gay Romance gehalten. Ein Teil davon war in den Dingen begründet, die mir im letzten Jahr geschehen sind, ein Teil hing aber auch mit der Diskussionsrunde auf der LBM zusammen. Aber vor allem habe ich sie deshalb "gehalten", weil dort im Publikum Leute saßen, die, vielleicht eher unbeabsichtigt, mich aufgefangen und mir gezeigt haben, dass es sich lohnt weiterzumachen, dass es so einfach sein kann, Teil einer Gruppe zu sein und es wirklich keine Rolle spielt, wen man liebt oder wie man lebt, weil man eben auch einfach miteinander Spaß haben kann.
Manchmal wurde zwischendurch geklatscht und mir wurde ganz warm ums Herz und wenn ich nicht dort oben auf der Bühne gesessen hätte, angestrahlt von grellen Scheinwerfern, dann hätte ich vermutlich vor Glück sogar ein bisschen geheult.

Aber natürlich ging es an diesem Abend nicht darum große Reden zu schwingen, sondern um Bücher. Ich muss es ja gestehen, lustige Geschichten zu lesen, macht natürlich ungeheuer viel Spaß. Deshalb und weil der diesjährige Gewinner der Valentinstagsaktion zu den Leuten gehört, die mich so lieb unterstützen, habe ich zuerst ein Stück der Kurzgeschichte "Ein Amor zum Valentinstag" gelesen. Es ist schon ziemlich cool, wenn die Zuhörer an den Stellen lachen, von denen man beim Schreiben hofft, dass sie lustig sind.

Der Hauptakt war dann aus "Unglaublich verliebt" Auch wenn es natürlich grundsätzlich weniger lustig war, hatte ich trotzdem das Gefühl, die Zuhörer gut zu unterhalten. Es war gar nicht so einfach, die richtigen Stellen zu finden. Bei diesem Buch bestand  vor allem die Schwierigkeit, dass es im Grunde zwei Handlungsverläufe gab: das Verhältnis der Brüder, aber eben auch die Liebesgeschichte zwischen Daniel und Lukas. Ich hoffe, ich konnte auf beide Seiten gleichermaßen neugierig machen.

Am Ende war die Stimme ein bisschen angeschlagen, dafür der Körper voller Glückshormone und die zwei Gläser Rotwein, die ich danach quasi in einem Zug und auf nüchternem Magen getrunken habe, haben mich noch ein bisschen taumliger werden lassen.

Ein großes Dankeschön dafür, dass ich auch in diesem Jahr lesen durfte. 
Es war mir ein ausgesprochenes Vergnügen!



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