Samstag, 15. April 2017

Fröhliche Ostern Teil 2

Und schon geht es mit dem zweiten Kapitel weiter.
Ich freue mich sehr, dass euch der Anfang gefallen hat. Das motiviert mich natürlich noch mehr, fleißig weiterzutippen, damit ihr dann auch ganz zeitnah die komplette Geschichte lesen könnt.

Auch heute gibt es wieder ein Buch, das in dieser Form als Print nicht mehr erhältlich ist.
Wie immer hüpft ihr mit einem kleinen Kommentar bis Mitternacht in den Lostopf.
Dieses Osterei enthält: Schatten und Liebe, ein Button, ein Lesezeichen, ein Magnet "Willst du ein Eis?" und eine Karte

Viel Glück und einen schönen Samstag! 
***
Und hier kommt der Gewinner von gestern: 
Brigitte Böhm

Herzlichen Glückwunsch!


(Achtung: nur grob korrigiert)

2.
„Soll ich an der nächsten Ausfahrt raus und dich dort irgendwo absetzen?“, erkundige ich mich, als wir an einem der Hinweisschilder vorbeifahren.
„Wohin musst du denn?“, fragt Sev.
Ich nenne ihm den Ort und verspüre erneut dieses unangenehme Gefühl in mir. Ich will nicht zu meinen Eltern, möchte mich nur einmal der Tradition entziehen und doch bin ich auf dem Weg. Wie immer …

Sev schüttelt den Kopf und lacht kurz auf.
„Echt jetzt?“, fragt er und seiner Stimme klingt gleichermaßen frustriert und amüsiert. „Du willst da auch hin? Ich hatte gehofft, du wärst auf dem Weg zu einem coolen Osterevent und könntest mich mitnehmen.“
„Cooles Osterevent?“, frage ich verwirrt. „Wie kommst du denn auf diese Idee?“
„Keine Ahnung“, murrt er und reibt sich über die Stirn. „Langsam habe ich echt das Gefühl, ich bin zu alt für den Scheiß.“
„Welchen Scheiß?“
„Um zu begreifen, was euch Jungs bewegt und warum ihr ...“
„Ich besuche meine Familie“, unterbreche ich ihn eilig. „Wenn ich allerdings eine Alternative hätte, dann würden mich keine zehn Pferde in diese Richtung bekommen. Einmal abgesehen davon, dass ich echt nicht weiß was du mit euch Jungs meinst.“
„Okay, einen Familienbesuch kann ich einigermaßen nachvollziehen“, sagt er schließlich. „Und den Rest … vergiss einfach, was ich gesagt habe. Wenn es dir nichts ausmacht, dann würde ich mitkommen. Immerhin kann ich die Sache mit Sandro dann schneller klären.“

„Er hat dich wirklich einfach zurückgelassen?“, frage ich fassungslos.
„Sieht ganz so aus“, erwidert Sev, scheint allerdings nicht besonders betroffen zu sein. „Sandro ist ziemlich impulsiv, was durchaus auch von Vorteil ist.“ Der Klang seiner Stimme am Ende ist ziemlich zweideutig und abermals spüre ich, wie Hitze in mir aufsteigt.
„Oh, also …“, stottere ich. „Dann kriegt ihr es sicherlich wieder geregelt, also … was auch immer ihr ...“ Ich breche ab und schüttle frustriert den Kopf. Wieso stammle ich so herum und vor allem, weshalb erscheinen abermals seltsame Bilder in meinem Kopf von Sev und … oh mein Gott, das bin ich … der andere Kerl in meiner Fantasie bin ich und ich .. ich kann das auf gar keinen Fall … „Fuck“, murmle ich leise und umklammere das Lenkrad dabei so fest, dass meine Knöchel weiß hervortreten.
„Mal schauen“, sagt Sev schließlich und reißt mich aus meiner Starre. „Sandro ist eine echte Diva. Am Anfang war es noch irgendwie sexy und … Shit, sorry, dass ich dich hier mit meinem Beziehungsmüll zutexte.“
„Schon in Ordnung“, nuschle ich und versuche mich daran zu erinnern, dass wir beide uns auf der Autobahn befinden, meine kleine Kiste mit 175 km/h deutlich an ihre Grenze stößt und es für meine Konzentrationsfähigkeit besser wäre, ich würde den Fuß ein wenig vom Gas nehmen. Trotzdem tauchen immer wieder fragmentartige Fetzen in meinem Gehirn auf, die eine Mischung aus Sev und dem Porno sind, über den ich vor ein paar Tagen gestolpert bin. Ein schwuler Porno … Eigentlich war ich nur auf der Suche nach ein bisschen Ablenkung und … eine seltsame Faszination hat mich dazu gebracht, einige Minuten dabei zuzuschauen. Sogar mein Schwanz … Fuck, ich fange an zu schwitzen. 

„Janine“, sage ich viel zu laut und möchte am liebsten mit den Kopf gegen das Lenkrad schlagen.
„Was?“
„Meine Freundin … Janine … sie hat vor ein paar Wochen mit mir Schluss gemacht.“
„Okay“, erwidert er mit einem merkwürdigen Grinsen. „Damit hätten wir wohl die Fronten geklärt.“
„Wie bitte?“
„Schon gut“, sagt er. „Ist echt cool, dass du mich trotzdem mitnimmst.“
„Trotzdem?“ Habe ich ein Stück der Unterhaltung verpasst.
„Es gibt ja Männer, die fühlen sich nicht besonders wohl, mit einem Schwulen im Auto, aber keine Sorge, ich habe meine Finger echt unter Kontrolle.“

„Hm“ Ich fühle mich ertappt und gleichzeitig hinterlassen seine Worte ein unbehagliches Gefühl. Ich werfe Sev einen kurzen Blick zu, den er prompt erwidert und damit abermals dieses verfluchte Prickeln auf der Haut verursacht. Ich bin verwirrt, was dafür sorgt, dass ich zu kichern anfange. Janine hat immer behauptet, dass ich vollkommen unterkühlt bin. Gerade jetzt habe ich allerdings den Eindruck überzukochen und das bei einem Kerl, der … Ich sehe Sev abermals an und schlucke schwer. Ich habe mich noch nie unbehaglich in der Nähe von schwulen Männern gefühlt. Ganz im Gegenteil zu einigen Frauen. Janine meinte, ich würde immer vollkommen missverständliche Signale setzen und deshalb … 

„Wenn du willst, kannst du mich auch schon vorher absetzen. Ich finde bestimmt im nächsten Ort einen Bus oder Zug...“
„Oder ein Fahrradgeschäft“ vervollständige ich seinen Satz glucksend und schüttle energisch den Kopf. „Ich habe echt kein Problem damit, dich mitzunehmen. Jetzt sind wir schließlich schon unterwegs. Weshalb sollten wir daran etwas ändern?“
„Danke“, sagt er leise. Damit scheint das Thema hoffentlich endgültig durch zu sein. Wir schweigen, während die Kilometeranzeige auf den Schildern, an denen wir vorbeirasen, beständig abnimmt. Vier Tage in denen ich mich mit meiner Familie und meinen eigenen Unzulänglichkeiten auseinandersetzen muss. Ich wünschte, es wäre längst vorbei und ich würde mich auf dem Rückweg befinden. Und irgendwie würde es mir sogar gefallen, wenn wir dann immer noch zusammen im Auto sitzen. Das ist absurd. 

„Willst du einen Schokoriegel?“, frage ich schließlich und deute auf die Rückbank. Ich habe den Eindruck, dass ich ganz dringend ein Stück Schokolade brauche, bevor meine Gedanken noch Amok laufen.
„Schokolade? Sinnlose Kalorien?“
„Ähm, also …“ Instinktiv ziehe ich meinen Bauch ein, obwohl da wirklich nichts ist, was mir Sorgen macht.
„Scherz“, erwidert Sev feixend, greift nach hinten und hält mir kurze Zeit später einen zur Hälfte ausgepackten Riegel vor den Mund. Genüsslich beiße ich hinein und stelle irritiert fest, das er ebenfalls davon abbeißt.
„Lecker“, nuschelt er mit vollem Mund. „Sandro hasst Süßigkeiten aller Art.“
„Ich wünschte mir manchmal auch, dass ich das könnte“, gebe ich seufzend zu. „Leider ist es genau umgekehrt.“ Ich deute auf seine Hand und Sev schiebt mir den Rest in den Mund. Verstohlen schaue ich ihn abermals kurz vor der Seite an. Er ist ein echt attraktiver Mann mit kantigen Gesichtszügen, einem leichten Bartschatten und einigen grauen Strähnen an den Schläfen. Seltsam, dass mir so etwas auffällt, noch seltsamer, dass der Gedanke für ein warmes Gefühl in meinem Bauch sorgt. 

„Dein Freund“, sage ich räuspernd und und versuche mich wieder mehr auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. „Er ist Sänger, oder?“
„Ja“, erwidert Sev und klingt nicht besonders begeistert. „Er hat einen Auftritt zum Osterfeuer. Sein Exfreund ist der Chef der Gaststätte, die da irgendwie diese ganze Sache veranstaltet.“
„Zum Osterfeuer wollte ich morgen auch“, sage ich tonlos und kann kaum glauben, was Sev gesagt hat. Das würde ja bedeuten, dass Tobias schwul ist. Davon habe ich jedoch noch nichts gehört und meiner Familie bleibt doch sonst auch nichts verborgen. 

„Wird bestimmt ganz großartig“, behauptet Sev und klingt ziemlich gelangweilt.
„Ist er so schlecht?“, frage ich glucksend.
„Nein, Sandro kann gut singen, aber diese Schlagermusik ist nicht mein Fall. Ich meine, er könnte vermutlich ein echtes Teenyidol sein so wie er aussieht, aber er möchte lieber alten Omis gefallen.“
Ich fangen prustend zu lachen an. „Gibt ja viele die auf Schlager stehen. Die neue deutsche Popschlagerwelle rast doch schließlich über das gesamte Land.“
Sev zuckt mit den Schultern und seufzt. „Mag sein, aber mir ist das eindeutig zu schwul.“
„Damit widersprichst du dann aber dem Klischee, oder?“, erkundige ich mich lachend. „Worauf stehst du denn?“
„Ich mag es grundsätzlich ein bisschen rockiger“, sagt er abwehrend. „Vermutlich bin ich einfach nur frustriert, dass dieses Wochenende ganz anders verläuft, als ich es mir vorgestellt hatte. Obwohl ich es eigentlich hätte besser wissen sollen.“
„Da ist noch ein Schokoriegel, hilft gegen Frust.“
Es dauert nur wenige Augenblicke, als ich die kühle Schokolade abermals an meinen Lippen spüre und genüsslich hineinbeiße.
„Du scheinst ja auch ein paar Glückshormone zu brauchen“, sagt er. Ich spüre seinen Blick auf mir und erneut wird mir ziemlich heiß.
„Familie“, erwidere ich kauend. „Sie sind sehr anstrengend und ich hätte mir für die freien Tage auch etwas anderes gewünscht.“
„Vielleicht sollten wir zusammen abhauen“, schlägt er vor. Verwundert runzle ich die Stirn, dann schüttle ich glucksend den Kopf.
„Willst du dich denn nicht mit Sandro versöhnen?“
„Vermutlich wird er, noch ehe wir angekommen sind, bereits dank eines Blowjobs gekommen sein.“
Ich verschlucke mich und beginne hektisch zu husten.
„Shit, das waren wohl eindeutig zu viele Information“, nuschelt und reicht mir die Wasserflasche.
„Eindeutig“, erwidere ich und räuspere mich. Mein Hals brennt, meine Finger zittern und es fällt mir wirklich schwer, den Verkehr im Blick zu behalten. Die Autobahn ist nicht der richtige Ort für solche Gespräche. Genau genommen bin ich mir nicht sicher, ob es einen geeigneten Platz dafür gibt. 

„Und das stört dich nicht“, frage ich schließlich doch, auch wenn ich gar nicht so neugierig sein will. Mag sein, dass Janine mich für gefühlskalt gehalten hat, allerdings hätte ich mit Sicherheit nicht darüber hinwegsehen können, dass sie mit anderen Kerlen herummacht.
„Nein, wir … wir führen nicht so eine Beziehung, in der es nur um uns zwei geht. Wir sind im Grunde nicht mal wirklich zusammen. Es ist mehr … sexuell und ähm Spaß, aber ich … ich schätze, das ist auch schon wieder zu viel ...“
„Ich habe ja gefragt“, erwidere ich mit einem schiefen Grinsen. „Keine hundert Kilometer mehr bis zu unserer Ausfahrt.“ Ich deute auf das Schild, auch wenn sich keine echte Freude einstellen will.
„Oder fünf Kilometer bis zum nächsten Autobahnkreuz“, erwidert Sev.
„Und dann?“
„Ab nach Rostock und an die Ostsee.“
„Du machst Scherze?“, frage ich irritiert.
„Vermutlich“, erwidert er. 

Ostsee … ich war schon eine Ewigkeit nicht mehr am Meer. Es ist, als könnte ich die salzige Luft in diesem Moment riechen, den kühlen Wind fühlen und den Sand unter meinen Füßen spüren. Nur mit Mühe kann ich mich davon abhalten, die Augen zu schließen. Ohne darüber nachzudenken setze ich den Blinker, wechsle so schnell es geht die Spuren und fahre auf den nächsten Parkplatz. 

„Willst du mich hier rausschmeißen?“, erkundigt sich Sev verwirrt. „Das war nur ein Scherz, Justus. Ich ...“
„Unsinn“, murre ich und stelle den Motor ab. Ich drehe mich in seine Richtung und starre ihn an. Mir fehlen die Worte und gleichzeitig ist da so viel, was ich gern sagen möchte.
„Wir kennen uns gar nicht“, sage ich schließlich.
„Immerhin wissen wir, wir der andere heißt.“
„Und das reicht, um gemeinsam … also um … irgendwohin zu fahren. Spontan und ...“ Ich fahre mir nervös durch die Haare.
„Scheint, als würdest du es ernsthaft in Erwägung ziehen. Ist deine Familie so schlimm?“
„Nein, nicht schlimm … sie sind …“ Ich suche nach den richtigen Worten, aber mein Kopf erscheint mir vollkommen leer. „Es gibt Traditionen und Werte und … ich bin … Selbst meine Cousine, die erst vor ein paar Wochen zwanzig geworden ist, ist bereits verheiratet und hat ein Baby. In ein paar Wochen zieht sie mit ihrer Familie in ein eigenes Haus und werden vermutlich noch ein paar mehr Kinder machen. Ich dagegen habe es gewagt, wegzugehen, etliche Kilometer zwischen uns zu bringen und das nur für einen Job, den ich dort hätte auch ausüben können. Ich habe keine Freundin und bin ganz, ganz weit entfernt von Kindern und einem eigenen Haus.“
„Und willst du das denn alles haben?“, fragt Sev. Verunsichert schaue ich ihn an, nicke und schüttle schließlich den Kopf.
„Es gab noch keine Frau, bei der ich diesen Lebensplan auch nur in Erwägung gezogen hätte. Um ehrlich zu sein, ich bin mir nicht einmal sicher, ob das überhaupt mein Lebensplan ist.“
„Vielleicht wäre es klug, zuerst herauszufinden, was du willst. Ich verstehe ja, dass Familie wichtig ist, aber sie ist auch nicht alles. Offensichtlich macht dich diese Reise fertig und vielleicht …
„Ich würde wirklich gern an die Ostsee“, sage ich spontan und spüre, wie mein Gesicht heiß wird. Selbst meine Ohren scheinen zu glühen. Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Körper schon jemals so verrückt reagiert hat. Sev ist ein Mann und ich … Ich bekomme keine Luft mehr und stürze panisch aus dem Auto. Nervös gehe ich ein paar Schritte vorwärts, komme wieder zurück, bleibe stehen und werfe die Arme in die Luft.
„Scheiße, was mache ich hier eigentlich?“ 

Sev steigt ebenfalls aus und bleibt dicht vor mir stehen. Ich nehme seinen Duft erneut wahr, starre auf seine Lippen und möchte … Gott, weshalb möchte ich ihn jetzt wirklich dringend küssen? Wir kennen uns doch gar nicht und ich … ich steh nicht auf Männer. Vermutlich …

„Also tun wir es?“, fragt er.
„Was?“ Mein Gesicht gleicht mit Sicherheit einem Feuermelder. Er will es mit mir machen ? Mich küssen oder gleich mehr? Ich spüre, wie meine Hände feucht werden und bin unfähig ihm eine Antwort zu geben.
„Ostsee, wir beide. Einfach ein bisschen rumfahren … gucken, wo es uns gefällt. Ich beteilige mich natürlich an sämtlichen Kosten. Vermutlich brauche ich ein paar Klamotten und eine Zahnbürste, aber das sollte kein Problem sein. Der Rest wird sich unterwegs zeigen und na ja, wenn es nicht funktioniert, dann können wir immer noch ...“
„Ja“, sage ich schlicht, auch wenn ich kaum die Hälfte von dem, was er erzählt hat, mitbekommen habe.

„Dann sollten wir wohl zuerst Bescheid geben. Du rufst deine Eltern an und ich Sandro.“
„Was soll ich ihnen denn sagen?“, frage ich und erneut überkommt mich ein Gefühl von Panik. Ich stehe meiner eigenen Courage im Weg. Nicht zum ersten Mal wird mir bewusst, dass ich es, trotz der vielen Kilometer nicht geschafft habe, mich von meiner Familie zu lösen. Entschlossen gehe ich zum Auto und hole mein Handy hervor. Das ist anscheinend der Startschuss für Sev, der ebenfalls sein Smartphone aus der Hosentasche zieht. Während wir die Nummern suchen, grinsen wir uns kurz an. Das Tuten an meinem Ohr sorgt dafür, dass mein Herz schneller zu schlagen beginnt. Instinktiv drehe ich mich von Sev weg. Ich weiß, dass ich meinen Eltern nicht die Wahrheit sagen kann, aber ich bin ein schlechter Lügner, vor allem, wenn ich dabei beobachtet werde. 

„Justus, Junge, wo bleibst du denn?“, fragt meine Mutter, noch ehe ich sie begrüßen kann.
„Mama ich ...“, fange ich an und zögere dann.
„Ist alles in Ordnung?“
„Mein Auto ist kaputt“, behaupte ich spontan.
„Ich habe dir doch schon so oft gesagt, dass du dir einen vernünftigen Wagen kaufen sollst. Ich hoffe, dir ist nichts passiert?“
„Nein, mir geht es gut, aber ich … also ich schaffe es nicht zu euch.“
„Aber Junge, du kannst doch nicht an Ostern allein zu Hause bleiben. Alle freuen sich auf dich. Oma will morgen deinen Lieblingskuchen backen. Nimm dir doch ein Leihauto oder komm mit dem Zug.“
„Nein, Mama … ehrlich, ich … Es geht einfach nicht.“
„Bist du dir sicher? Vielleicht könnte Papa dich abholen.“
„Das ist doch ein viel zu großer Aufwand. Wirklich, ich glaube, es ist besser, wenn ihr ohne mich feiert. Das nächste Mal bin ich wieder dabei.“
„Justus, das gefällt mir nicht“, sagt sie. Das schlechte Gewissen steigt in mir hoch. Wenn ich dieses Gespräch nicht beende, mache ich mit Sicherheit einen Rückzieher.
„Tut mir leid, Mama. Bestell liebe Grüße.“ Noch ehe sie antworten kann, unterbreche ich die Verbindung und stelle das Handy gleich ganz aus. Mit zittrigen Knien drehe ich mich zu Sev um, dessen Gespräch offensichtlich weniger anstrengend verlaufen ist. 

„Alles klar?“, fragt er mit einem atemberaubenden Lächeln.
„Ja“, antworte ich schlicht und komme mir ein bisschen verwegen vor. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich meine Eltern schon jemals angelogen habe. Ganz zu schweigen davon, dass der Grund dafür … Ich sehe Sev an und spüre, wie mein Herz aufgeregt pumpt. Es ist, als würde eine unglaubliche Energie durch meinen Körper fließen.
„Steig ein und lass mich ein Stück fahren. Du siehst aus, als könntest du ein bisschen Erholung gebrauchen.“

Eigentlich lasse ich niemanden mit meinem Wagen fahren, aber jetzt nicke ich und gehe freiwillig zur Beifahrerseite. Im Vorbeigehen berühren sich unsere Hände für einen winzigen Moment. Es ist wie ein Stromstoß, der mich elektrisiert. Ich fühle mich auf einmal so lebendig und hoffe auf ein echtes Abenteuer.

 


Kommentare:

  1. Ich wünsche allen ein schönes Osterfest,findet viele Eier und lasst euch Ostern nicht von dem miesen Wetter verderben :-)
    Viele Grüße Daniela K.

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  2. Hey,

    Ich muss gestehen, gestern dachte ich irgendwie es wäre der jungere der beiden, den Justus da mitgenommen hat... ich war eben etwas irritiert 🙈 Auch wenn Sev echt logischer ist :-)

    Für den Gewinn freue ich mich total! Meine Adresse hast du ja noch ;-)

    LG
    Brigitte

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  3. seuftz ... schmacht ..quietsch ...
    und nun muß ich einmal tief druch athmen um wieder ganze Sätze schreiben zu können.
    Sehr schön und einfach rosa Zuckerwattenfluff ich freu mich schon auf mehr von den beiden
    lg Zwackl

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  4. Hallo Karo, ich bin ganz begeistert und freue mich auf mehr.

    Frohe Ostern
    BriMel

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  5. Hallo Karo,
    gester habe ich den Startschuss verpasst und dafür heute beide Kapitel gelesen.
    Ich bin begeistert!!!!
    Ich wünsche dir ein frohes Osterfest!
    LG Angelika

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  6. Schön. :)

    (Ich mache heute nicht mit. Hab das als Print schon daheim. ^^)

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  7. *-*

    Tse also Nein, Mama belügen geht gar nicht ;-p

    ...bin gespannt ob er sich wirklich traut Sev zuküssen oder ob Sev das übernehmen muss. Ich wüsste zu gern ob Sev Lunte gerochen hat, was mit ihm los ist 8-D ;-)

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  8. Melanie Hellmann15. April 2017 um 14:19

    Ich habe die Osteraktion erst heute mitgekriegt, dafür aber die ersten beiden Teile jetzt am Stück gelesen. Die Geschichte fängt auf jeden Fall sehr vielversprechend an :-)

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  9. Hallo Karo,
    deine Geschichte finde ich echt klasse. Bin gespannt wie es weiter geht und wer weiß evtl. geht das Auto tatsächlich kaputt. Dann wäre es gar keine Lüge mehr. Hihi


    LG Manuela Furtmeier

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  10. Oh wie immer toll, mit viel rosa Herzchen
    Bin sehr gespannt wie es weitergeht . Danke für die tolle Unterhaltung
    Lg Ines

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  11. Hallo Karo

    Ich probiere mal mein Glück
    Wünsche dir ein paar erholsame Tage

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  12. Yeah, eine interessante Wendung. Bin sehr gespannt wie es weitergeht!!!!

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  13. Yeah, eine interessante Wendung. Bin sehr gespannt wie es weitergeht!!!!

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