Freitag, 14. April 2017

Fröhliche Ostern Teil 1

Heute beginnt meine kleine Osteraktion. Ich will nicht schon wieder darüber philosophieren wie schnell die Zeit und ein Jahr vergeht, aber meine Güte, es ist schon wieder Mitte April.

Osterzeit, Zeit für bunte Eier und kleine süße Geschenke.
Ich habe in den nächsten vier Tagen beides für Euch und hoffe, ihr habt Spaß auf meinem blog.

Als mir die Idee für die Ostergeschichte kam, war ich noch voller Optimismus, dass die geplanten vier Kapitel ausreichen werden. Allerdings zeichnete sich schon beim zweiten Kapitel ab, dass ich mich hoffnungslos verschätzt hatte. Einen Moment lang habe ich darüber nachgedacht, die Idee zu verwerfen und etwas anderes zu schreiben, aber ehrlich gesagt, gefällt sie mir ziemlich gut und jetzt bin ich auch neugierig, wohin die Reise gehen wird.
Deshalb wird das hier ein bisschen anders als sonst, aber ich hoffe, ihr findet es trotzdem okay. Ihr bekommt die ersten vier Kapitel als eine Art Leseprobe. Die komplette Geschichte kommt ein bisschen später als ebook heraus.
Eine Ostergeschichte nach Ostern *seufz*, aber zum Glück geht es in erster Linie um zwei Männer und nicht ausschließlich um bunte Eier.

Bis Ostermontag gibt es jeden Tag auch einen kleinen Gewinn. Ich habe in meiner Bücherkiste noch vier Bücher gefunden, die es weder mit diesen Covern, noch momentan als Print gibt. Vermutlich kennen die meisten diese Geschichten schon, aber vielleicht ist ja noch jemand dabei, der den letzten Exemplaren ein Zuhause geben möchte. Dafür müsst ihr lediglich einen kleinen Kommentar bis Mitternacht hinterlassen.
Dieses Osterei enthält: Liebesschlösser, ein Lesezeichen, ein Button, ein Magnet von "Willst du ein Eis? und eine Karte
Ich wünsch euch einen ruhigen und besinnlichen Karfreitag und viel Spaß mit dem ersten Kapitel von "Wer Ostern mit den Eiern spielt"


 (Achtung:nur grob korrigiert)

Nach einem letzten Blick in den Spiegel werfe ich die Sporttasche über die Schulter und ziehe die Wohnungstür hinter mir ins Schloss. Ich atme tief durch und laufe die Stufen zügig nach unten. Vor dem Haus hole ich den Autoschlüssel aus der Hosentasche und drücke auf den Knopf, der meinen Mini automatisch öffnet. 

Nur wenige Minuten später fädele ich mich in den Stadtverkehr ein. Im Radio läuft ein Song von Ed Sheeran, den ich mitsumme. Ich mag seine Stimme, auch wenn ich finde, das seine Lieder im Radio ein wenig überrepräsentiert sind. Meine Finger trommeln im Takt auf dem Lenkrad herum, bis ich schließlich auf der Autobahn bin. 350 Kilometer bis nach Hause. Ich seufze, werfe einen Blick auf die Uhr und trete das Gaspedal durch. Noch habe ich freie Fahrt. Der langsam einsetzende Feierabendverkehr und das lange Osterwochenende können die Lage jedoch ziemlich schnell ändern.

Nachdem Janine mit mir vor einem Monat Schluss gemacht hat, habe ich mich lange gegen den Besuch bei meinen Eltern gewehrt. Eigentlich wollte ich sie, als meine Freundin, zu Ostern offiziell der Familie vorstellen. Erst gestern habe ich es geschafft, meinen Eltern zu sagen, dass ich nicht nur allein nach Hause komme, sondern Janine auch längst kein Teil meines Lebens mehr ist. Meine Mutter fand es zum Glück lediglich bedauerlich und hat wie jedes Mal behauptet, dass ich mit Sicherheit jemanden finden werde, der besser zu mir passt. Allmählich fällt es mir schwer, daran zu glauben. Seltsamerweise tut das Ende unserer Beziehung jedoch weniger weh, als ich vermutet hatte. 

Im Moment fürchte mich viel mehr vor den Kommentaren meiner Familie, denn ich weiß, dass ich in den nächsten Tagen einiges auszustehen haben werde. Trotzdem habe ich keine Ausrede gefunden, die mich davor bewahrt, Ostern mit ihnen zu verbringen. Einfach zu behaupten, dass ich keine Lust habe, mir der Aufwand zu groß ist, dafür fehlt mir der Arsch in der Hose. Genau deshalb sitze ich nun im Auto. Grimmig verziehe ich das Gesicht und ärgere mich darüber, dass ich es einfach nicht schaffe, mich gegen den Familienirrsinn aufzulehnen. Selbst die Tatsache, dass ich mir einen Job so viele Kilometer entfernt gesucht habe, hat letztendlich nichts geändert. Vielleicht hätte ich mir eine Beschäftigung für das Wochenende suchen sollen. Irgendein Aushilfsjob oder so. Allerdings bin ich mit meiner Arbeit gut versorgt, sodass ich ein paar Tage zur Erholung wirklich gebrauchen kann. Erholung? Ich lache bitter auf, denn nach Hause zu fahren, wird alles andere als entspannend. Am Ende werde ich vermutlich Wochen brauchen, um mich zu erholen. 

Wütend umklammere ich das Lenkrad. Ich verstehe nicht weshalb ich es nicht schaffe, auszubrechen. Das ist es doch, was ich immer wollte: Ein eigenes, unabhängiges Leben führen, mich nicht in den Trott der anderen Familienmitglieder einreihen. Natürlich bedeutet das nicht, dass ich einsam und allein sein will, nur ein bisschen frei.

Abermals schweifen meine Gedanken zu Janine. Als wir uns kennenlernten war ich voller Hoffnung, dass sie die richtige Frau für mich ist. Mittlerweile frage ich mich, ob ich nicht die ganze Zeit nur darauf gehofft habe, dass sie die richtige für meine Familie ist. Ich muss mir wohl eingestehen, dass genau das der Antrieb dafür war, die Sache mit Janine voranzutreiben. Meine Familie ist sehr anstrengend, einnehmend und vor allem anmaßend. Würde es sich nur um meine Eltern handeln, wäre mir kein Weg zu weit. Ich liebe sie und manchmal fehlen sie mir sogar. Aber in solchen Augenblicken muss ich mir nur meine Onkel und Tanten, meine Cousins und Cousinen und meine Großmutter vor Augen halten. Letztere führt, gleich einem Befehlshaber, ein strenges Regime. 
Wir sind tatsächlich ein echter Familienverbund. Alle leben im gleichen Ort, an jedem Geburtstag und zu jedem Feiertag kommen wir zusammen. Als Kind fand ich es großartig, als Jugendlicher war es irgendwie okay, auch wenn ich immer gefühlt habe, dass ich etwas anderes machen will. Mein Weggang kam quasi einem Verrat gleich und wird bei jedem Besuch zum Thema gemacht. Ich bin das schwarze Schaf der Familie, nicht nur, weil ich tatsächlich nicht vorhabe, irgendwann zurückzukommen, sondern weil ich mit Mitte zwanzig immer noch solo bin. Janine wäre wirklich so etwas wie ein bedeutender Aufstieg in der Familienhierarchie gewesen. Frustriert wird mir zum ersten Mal bewusst, dass sie gar nicht in das Leben gepasst hat, das ich mir für mich wünsche. Selbst wenn ich kaum mehr als eine verschwommene Vorstellung davon habe, ist es nicht sie, die ich an meiner Seite sehe. 

Ich knurre genervt, setze den Blinker und schere nach links aus. Mein Tacho zeigt 150. Ein bisschen Spielraum habe ich noch, auch wenn die kleine Kiste nicht wirklich für den Geschwindigkeitsrausch gemacht ist. Für gewöhnlich stehe ich nicht besonders auf Gefahr oder Adrenalin, aber vielleicht wird der Druck in meiner Brust weniger, wenn ich ein bisschen mehr aufs Gas trete. 

Ich suche blind nach der Wasserflasche, die ich in die Mittelkonsole geklemmt habe und trinke einen Schluck. Mein Bauch beginnt missmutig zu grummeln. Wann habe ich das letzte Mal etwas Vernünftiges gegessen? Jede Fahrt nach Hause stresst mich, dazu noch Janines Abgang und ihre Worte, die ich seit Tagen nicht mehr aus meinem Kopf bekomme. Ich bin kein Mann, der seine Gefühle auf der Zunge trägt. Irgendwie finde ich es sogar albern, darüber zu reden was man empfindet. Wir haben uns doch gut verstanden. Der Sex war auch in Ordnung. Ich mochte Janine und habe gern in einem gewissen Rahmen Zeit mit ihr verbracht. Diese großen und überschwänglichen Gefühle sind doch lediglich eine Ausgeburt von Liebesromanautoren und der Filmindustrie. Niemand mit Verstand kann an diesen Overflow mitsamt Schmetterlingen glauben. Wieso kann man sich nicht einfach nett und sexuell anziehend finden? Ich dachte wirklich, wir hätten eine gute Zeit miteinander, etwas worauf sich aufbauen lässt. Immerhin wollte ich sie mit zu meiner Familie nehmen und vermutlich hätte ich sogar … Ach verdammt, wem mache ich hier eigentlich etwas vor? Ich will weder heiraten noch über Kinder nachdenken. 

Mein Magen zieht sich mit einem lautstarken Brummen schmerzhaft zusammen. Gedankenverloren reibe ich darüber. Ich brauche dringend etwas zu essen. Kurzentschlossen wechsle ich die Spuren und fahre am nächsten Rastplatz raus. 

Der Parkplatz ist ziemlich voll, sodass ich erst ein ganzes Stück entfernt von der Raststätte in eine freie Lücke manövriere. Gerade als ich die Tür öffnen möchte, schießt neben mir ein weißer Audi heran. Erschrocken reiße ich die Hände zurück und starre den Wagen wütend an. Laute Schlagermusik dringt zu mir herüber. Gleichzeitig gehen Fahrer-und Beifahrertür auf, zwei Männer springen heraus und liefern sich ein heftiges Wortgefecht. Fasziniert beobachte ich die beiden, denen es offenbar vollkommen egal ist, dass sie sich in der Öffentlichkeit befinden. Vor allem der Fahrer scheint richtig angepisst zu sein. Er ist kaum älter als ich, dafür aber so perfekt gestylt, dass er mich an die Ken-Puppe meiner fünfjährigen Nichte erinnert. Er scheint direkt einem Magazin für stylische Männermode entsprungen zu sein. Der Typ, der quasi direkt vor mir steht, sieht dagegen ziemlich normal aus. Allerdings ist er deutlich älter als der andere. 

Eine Weile überlege ich, was ich machen soll. Es ist nicht besonders angenehm, dem Streit fremder Menschen beizuwohnen, außerdem knurrt mein Magen mittlerweile so heftig, dass mir schon ein bisschen schlecht ist. Möglichst leise öffne ich meine Tür.

„Du unterstützt mich doch überhaupt nicht“, schallt es mir grimmig entgegen.
„Genau, Sandro“, knurrt der ältere Mann und lacht bitter auf. „Deshalb fahre ich auch mit dir zu diesem Auftritt irgendwo am Arsch der Welt, anstatt die freien Tage auf angenehme Art und Weise zu verbringen.“
„Du glaubst nicht an meinen Erfolg“, behauptet der perfekt gestylte Typ mit schriller Stimme. Ich dränge mich an dem anderen vorbei, der gerade beide Arme in die Luft wirft und ein ziemlich frustriertes Geräusch von sich gibt. 

„Sorry“, nuschle ich, weil ich ihn kurz anremple. Sein Duft dringt in meine Nase und verursacht ein erstaunliches Kribbeln in meinem Bauch, das eindeutig nicht vom Hunger kommt. Er geht einen Schritt zur Seite, während ich mich so schnell wie möglich in Bewegung setze. Verwirrt drehe ich mich kurz um, schüttle dann den Kopf und gehe weiter. Es war einfach ein angenehmer Geruch. Ich mag es, wenn Menschen gut duften. 

Ich begreife allerdings nicht, weshalb sich einige Leute in der Öffentlichkeit dermaßen vergessen können. Streit ist etwas, was ich vollkommen überflüssig finde. Das gehörte auch zu den Dingen, die mir Janine vorgeworfen hat. Sie hat tatsächlich behauptet, unsere Beziehung wäre mir egal, bloß weil ich nicht bereit war, ständig jede Kleinigkeit auszudiskutieren. Ich muss mich nicht zoffen, bis die Fetzen fliegen, nur um danach Versöhnungssex zu haben. Meine Eltern leben auch harmonisch zusammen. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass sie sich ständig gestritten hätten. Sicherlich gab und gibt es Meinungsverschiedenheiten, aber die kann man doch auch klären, ohne gleich impulsiv zu werden oder an den Gefühlen des anderen zu zweifeln. 

Noch immer kann ich die Stimmen der beiden hören, auch wenn ich versuche die Worte nicht zu verstehen. Anscheinend sind sie ein Paar, wobei ich auf dem ersten Blick finde, dass sie nicht wirklich gut zusammenpassen. Der ältere Mann erscheint mir viel zu bodenständig für den anderen, der offenbar Ambitionen hat, ein berühmter Schlagersänger zu werden. Angewidert verziehe ich das Gesicht. Ich verstehe diesen Schlagerkult nicht. 

Endlich habe ich den Eingang erreicht. Der typische Geruch nach abgestandenem Bratfett, Kaffee und Zeitungen empfängt mich. In der Auslage an der Theke liegen einiges Sandwichs, die frisch und appetitlich aussehen. Ich entscheide mich für den Klassiker mit Salami, Käse und Ei und nehme noch zwei Schokoriegel mit. 

Bereits im Rausgehen packe ich das Sandwich aus und beiße gierig hinein. Genüsslich kaue ich und bin froh, dass es nicht nur optisch okay ist. Neugierig schaue ich zum Parkplatz, aber der weiße Audi steht nicht mehr neben meinem Mini. Offensichtlich haben die Männer ihre Differenzen geklärt.
Zufrieden schlendere ich auf meinen Wagen zu. Die Sonne scheint. Schwach und unter all den Autoabgasen kann ich den Duft der Blüten der Sträucher wahrnehmen. Ich mag den Frühling und das ist vermutlich auch der Grund, weshalb ich trotz aller Widrigkeiten immer wieder nach Hause fahre. 

Im Gegensatz zu meinem Leben in der Stadt, kann ich bei meinen Eltern die Natur genießen, mich in den Garten unter den Kirschbaum setzen und einfach die Seele baumeln lassen. Am besten mit einem guten Buch, dazu noch ein Stück Kuchen und die Welt ist wirklich in Ordnung. Bis … bis Oma erscheint und mir einen Vortrag darüber hält, dass auch Männer eine biologische Uhr haben und meine bereits tickt, dass ich der einzige Erwachsene in der Familie bin, der noch unverheiratet ist und sogar meine Cousine, mit ihren knapp zwanzig Jahren nicht nur Mann und Kind hat, sondern bereits dabei ist, ein Haus zu bauen. Natürlich ebenfalls im Ort und ...

Ich gerate gedanklich ins Stocken, als ich neben meinem Auto einen Mann sitzen sehe. Das ist doch einer der beiden aus dem weißen Audi. Von dem Wagen fehlt allerdings jede Spur. Mit zusammengezogenen Augenbrauen sehe ich ihn an. Der Typ grinst mich verschämt an und rupft ein paar Grashalme von der Rasenfläche, die sich hinter ihm befindet, ab. 

„So was passiert“, sagt er und zuckt entschuldigend mit den Schultern. Offenbar habe ich ihn dermaßen verstört angesehen, dass er sich wohl zu dieser seltsamen Erklärung genötigt gefühlt hat. Dabei geht es mich nun wirklich nichts an. 

„Hm“, mache ich nur und versuche umständlich mit dem Sandwich und den Schokoriegeln in der Hand den Autoschlüssel aus der Hosentasche zu fummeln. Natürlich befindet er sich auf der Seite, wo ich auch das Essen halte. Deshalb verwundert es mich auch nicht, dass der Schlüssel, kaum, dass ich es geschafft habe ihn herauszuholen, auf den Boden fällt. Ehe ich die Lebensmittel auf dem Autodach platziert habe, springt der Mann nach vorn und hebt ihn auf. Dabei entgehen wir haarscharf einem Zusammenprall unserer Köpfe. 

„Sorry“, nuschelt er und hält mir den Schlüssel entgegen.
„Danke“, sage ich und fühle mich seltsam verlegen. Für einen Moment treffen sich unsere Blicke. Seine Augen mustern mich intensiv und ich fühle wie meine Wangen zu glühen beginnen. Verwirrt schüttle ich den Kopf und begreife die alberne Reaktion nicht. 

„Tja, also“, murmle ich und öffne die Fahrertür. Ich wünschte, mir würde ein cooler Spruch einfallen, aber leider ist mein Gehirn gerade total blank. Stattdessen quetsche ich mich irgendwie ungeschickt hinter das Lenkrad und verstaue den Rest meines Essens auf der Beifahrerseite. Hunger haben ich erstaunlicherweise gar nicht mehr. Stattdessen fühlt sich mein Bauch an, als hätten sich die paar Brocken des Sandwichs in Beton verwandelt. 

In dem Moment, als ich die Tür zuziehen möchte, hält der Fremde mich auf und beugt sich ein Stück nach vorn, um mich ansehen zu können.
„Kannst du mich mitnehmen?“, fragt er. „Ich schätze, Sandro wird nicht zurückkommen.“
„Sandro?“, erkundige ich mich verwirrt.
„Mein Freund … jetzt wohl eher mein Ex“, erwidert er mit einem schiefen Grinsen. Er scheint die Tatsache, dass sein Freund, Exfreund oder was auch immer, ihn hier einfach auf dem Rastplatz zurückgelassen hat, recht locker zu sehen.
„Oder kann man dort vorn vielleicht ein Fahrrad kaufen?“ Er deutet auf die Raststätte.
„Fahrrad?“, wiederhole ich verwundert und frage mich, was mit meinem Sprachzentrum passiert ist.
„Na ja, dann könnte ich auch zurückradeln.“ Er lacht und eine Reihe blitzweißer Zähne kommt zum Vorschein.
„Du willst mit einem Fahrrad auf der Autobahn fahren?“ Dieser Satz klingt selbst in meinen Ohren vollkommen absurd, ihn bringt er auf jeden Fall zum Lachen.
„Nee, das ist vermutlich keine gute Idee. Wohl eher hier hinten durch den Wald und ...“ Er deutet auf das angrenzende Gebiet und den sandigen Weg, der hinter einem niedrigen Holzzaun beginnt.
„Fahrräder habe ich nicht gesehen“, murmle ich immer noch irritiert. „Aber vielleicht kannst du dir ein Taxi rufen.“
„Puhh, ich wollte eigentlich nicht mein ganzes Monatsgehalt für diesen bescheuerten Ausflug ausgeben.“

Er richtet sich auf. Mein Blick landet automatisch auf seinem Bauch und ein seltsames Prickeln rinnt mir über die Haut. Ich begreife echt nicht, was mit mir los ist und starre den Rest meines belegten Brotes argwöhnisch an. Hoffentlich waren die Zutaten nicht doch schon über das Verfallsdatum hinaus. Es soll ja einige Tricks geben, wie man vergammeltes Essen wieder appetitlich aussehen lassen kann. 

„Wohin willst du denn?“, frage ich mit seltsam rauer Stimme.
„Im Moment ist mir das echt egal. Hauptsache, ich komme von diesem Parkplatz weg.“ Er beugt sich wieder nach vorn und sieht mich hoffnungsvoll an. Unsicher erwidere ich den Blick, bis ich schließlich fast unmerklich nicke. 

„Großartig, danke Mann!“, ruft er, klopft auf das Autodach und umrundet eilig das Auto. Was mache ich hier eigentlich? Mit einem unangenehmen Gefühl im Bauch sehe ich zu, wie er die Beifahrertür öffnet. Ich schaffe es gerade noch mein Essen in Sicherheit zu bringen, bevor er neben mir sitzt und mich zufrieden anstrahlt. Ein Schauer rinnt mir über den Rücken. Verwirrt schüttle ich den Kopf und überlege, ob ich das Angebot noch irgendwie zurückziehen kann. 

„Früher hatte ich auch einen Mini“, sagt er und streicht mit einer Hand über vordere Konsole.
„Aha“, erwidere ich lediglich und ziehe nun auch die Tür zu.
„Ich bin übrigens Sev.“ Kleine Fältchen bilden sich um seine Mundwinkel, als er mich anlächelt. Das lässt ihn sympathisch aussehen … hübsch und irgendwie ziemlich sexy.
„Sev?“, frage ich, um den seltsamen Gedanken zu verdrängen. Anscheinend passiert hier irgendetwas mit mir, das ich nicht begreife.
„Severin“, sagt er erklärend. Ich nicke und komme mir total bescheuert vor, weil ich immer noch nicht so recht weiß, wie dieser fremde Kerl in mein Auto gekommen ist und ob mir seine Anwesenheit gefällt.
„Ich heiße Justus“, erwidere ich schließlich und starte den Wagen.




Kommentare:

  1. schönen guten morgen liebe Karo
    dir auch ein schönes osterfest
    ich würde gern mit in den lostopf hüpfen und **willst du ein eis**ein neues zu hause geben
    viele lieb grüsse
    martina grimpe

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  2. Liebe Karo,
    guten morgen. Ich wünsch dir und deiner Familie ein schönes Osterfest. Und hüpfe mal in den Lostopf.
    GLG Manuela Furtmeier

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  3. Guten Morgen Karo, die Geschichte liest sich richtig gut, auch ich hüpfe in den Lostopf hinein

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  4. Guten Morgen Karo!

    Schöne Ostertag! :)

    Schöner Beginn der Geschichte. Ich bin gespannt wie es weitergeht und hüpfe auch mit in den Lostopf.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

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  5. Hallo und frohe Osterfeiertage!

    Na die zwei versprechen schon mal viel Spaß, kein Wunder, dass die sich nicht in 4 Kapitel quetschen wollten :-)

    Ich spring auch mal ins Lostöpfchen, Liebesschlösser ist ein tolles Buch und fehlt mir noch als Print!

    LG
    Brigitte

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  6. Ich wünsche auch allen ein schönes Osterfest.

    Die Geschichte fängt ja sehr gut an und ich bin gespannt wie es weitergeht :)

    Ich hüpfe mit in den Lostopf :)

    Liebe Grüße
    Selma

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  7. Hallo Karo
    Wünsche dir ein schönes Osterfest und einen fleißigen Osterhasen und ein paar erholsame Tage mit deinen Lieben

    Ich probiere mal mein und Suche mit ein Plätzchen in dem lostopf

    Schöne Grüße
    Sabrina

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  8. Hey
    Super Anfang 😉
    ..ich freue mich auf weitere Kapitel 😀

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  9. Oh wie immer toll . Deine Stirys sind einfach immer toll . Hüpfe natürlich auch sehr gerne mit in die Glückslosbox hinein
    Lg Ines

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