Dienstag, 28. März 2017

Von Schienen, Zahnbürsten und Büchern

Vier Tage Leipziger Buchmesse sind vorbei und ich war mehr oder weniger die ganze Zeit dabei. Damit liegt ein wunderbares Highlight hinter mit und ich kann noch immer kaum fassen, wie schön die Zeit in Leipzig war.

Eigentlich hatte ich gar keine Lust zu fahren. Das Jahr 2017 fing für mich nicht besonders gut an und ich habe quasi bis zum Tag der Abfahrt darauf gewartet, dass noch irgendwas passieren würde, das mich von der LBM fernhält. Okay, die Bahn bzw. ein Tieflader haben tatsächlich einen Versuch gestartet ... kurz vor Halle wurde die Reise gestoppt und ich musste zurück nach Magdeburg und von dort Halle noch einmal ansteuern. Eisern habe ich durchgehalten und bin schließlich nach knapp 6!!! anstatt 2 Stunden in meiner Ferienwohnung gelandet. Wie gut, dass so viele ebooks auf meinem Reader sind!

Nachdem Cat T.Mad und ich unsere Klamotten schnell in die Wohnung abgeladen haben, sind wir gleich zur Messe. Wenigstens einmal Messeluft schnuppern und "Hallo" sagen.
Den Abend habe ich in wunderbarer Runde mit Susann Julieva, Susanne Scholze, M.S. Kelts und einer Freundin von ihr beim Italiener verbracht. Es war mir ein Vergnügen mit euch zu essen, zu erzählen und zu lachen. Ganz allein habe ich mich spätabends auf den Weg zurück gemacht. Mit der Straßenbahn bis zum Messebahnhof zu kommen, war weniger gruselig, als mich danach allein im Dunkeln wieder zurück zur Wohnung zu finden. Google Maps hat mich jedoch sehr gut geführt, sodass ich kurz vor Mitternacht endlich "daheim" war und den Abend mit Cat bei Tee und Keksen in der Küche ausklingen lassen konnte.

Freitag war der erste volle Messetag. Ich habe natürlich erst mal alle für mich wichtigen Stände besucht. Den Cursed Verlag, die Kuschelgang, Dead Soft und natürlich auch den neuen Weibsbilderverlag. All die Autorenkollegen und Freunde zu treffen ist jedes Mal, als würde man nach Hause kommen. Ein unbeschreiblich gutes Gefühl.

Und natürlich auch die Leser! Ein Koffer voller Bücher zum Signieren, liebevolle Geschenke, gemeinsame Fotos ... Es ist für mich immer noch ein echtes Wunder.
Vielen Dank an Ines Heindl-Beck für das Duschgel und an Eve Klein. Deine Häkelfiguren sind echt toll!

Freitagabend gab es das alljährige Cursed Essen. Darauf freue ich mich vermutlich bei der LBM am meisten. Es macht viel Spaß und ist so lustig, dass man tatsächlich Muskelkater vom Lachen bekommt. Allerdings könnte es sein, dass ich von nun an für alle Zeit für Erotikszenen jeder Art verdorben worden bin *lach*
Abends noch einen Tee in der Küche mit Cat. Schon am zweiten Abend erschien es mir wie eine liebgewordene Tradition .... Es hat einfach so gut gepasst und war perfekt, um nach einem langen Tag runterzukommen.

Samstag auf der LBM ist Horror und Faszination gleichzeitig. Die Menschenmassen sind echt unglaublich und doch möchte ich auf den Samstag nicht verzichten.


Ein erstaunliches Highlight am Samstag war eine Diskussionrunde zum Thema "Queere Literatur und Gay Romance" an der Julia Schwenk, meine Verlegerin teilgenommen hat. Schon im Vorfeld war diese Diskussion ein heißes Eisen. Das Bild,  das sich mir dann letztendlich dort geboten hat, kann ich gar nicht in kurze Worte fassen. Dafür gehen mir so viele Gedanken im Kopf herum, aber noch immer finde ich, dass sich Julia wirklich großartig für unseren Bereich der Literatur eingesetzt hat. Letztendlich bin ich entsetzt darüber, dass die Toleranz, die gerade auch von Homosexuellen eingefordert, nur in geringem Maße auch zurückgegeben wird. Da mich das Thema nicht wirklich in Ruhe lässt, werde ich vermutlich demnächst darüber noch einmal einen ausführlicheren Blogbeitrag schreiben. An dieser Stelle möchte ich einfach die vielen positiven und wunderschönen Erlebnisse im Vordergrund stehen lassen. Die Messe ist schließlich ein Ort, wo Vielfalt wirklich gelebt wird, wo es ein Mit-und Nebeneinander gibt, das seinesgleichen sucht.

Am Sonntag hatte ich meine Lesung und war entsprechend aufgeregt. Auf der LBM zu lesen, das erscheint mir noch jetzt surreal. Und da saßen sogar Leute, die mir zugehört haben und zwar nicht nur diejenigen, die mich unterstützen wollten ... Es hat so viel Spaß gemacht.

In diesem Jahr habe ich es geschafft, mehrmals durch sämtliche Halle zu gehen. Natürlich habe ich trotzdem längst nicht alles gesehen und vermutlich sind auch viele Ereignisse an mir vorbeigezogen. Die Messe ist groß und man kann sich im Gewühl ziemlich verlieren, aber etwas geht nicht verloren: Die Lust am Schreiben und der Spaß an Büchern.

Wer sich an dieser Stelle fragt, was es mit den Zahnbürsten in der Überschrift zu tun hat, bekommt jetzt die Antwort.

Es war eine Feststellung von Cat, als sie unsere Zahnbürsten so einvernehmllich im Bad stehen sah: Wer hätte gedacht, dass wir beide mal zusammen wohnen und es so wunderbar klappt. Nicht, dass es jemals irgendwelche negativen Erlebnisse zwischen uns gab. Wir kannten uns einfach vorher nicht wirklich gut und sind trotzdem das "Risko" eingegangen, zusammen zu wohnen. Ich finde, es hat sich sehr gelohnt, denn es war entspannend, unterhaltsam und sehr angenehm.
Die Messe ist vorbei und ich  bedauere es tatsächlich. Auch wenn die Füße wehtun, der Rücken schmerzt und die Haut von der trockenen Luft spannt. Selbst das Gefühl, optisch um Jahre gealtert zu sein und am liebsten eine Woche durchzuschlafen, ändern nichts daran, dass ich mich schon jetzt auf das nächste Jahr freue.
Dann gibt es auf jeden Fall auch wieder ein Verlagsbuch!




Kommentare:

  1. Ein toller Bericht erhole dich gut und habe eine schöne sonnige Woche

    Sabrina

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  2. Sehr schöner Bericht, und sehr übersichtlich. Ich habe mir vor einigen Monaten auch eine schöne Zahnbürste gekauft und bin sehr happy damit.

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