Samstag, 30. Dezember 2017

Jahresrückblick 2017

Wie die Kalenderaktion ist auch der Rückblick auf das vergangene Jahr schon beinahe so etwas wie eine Tradition auf diesem blog.
Deshalb werde ich damit auch in diesem Jahr nicht brechen und noch einmal auf die vergangenen Monate zurückblicken.
2017 war in vielerlei Hinsicht besonders. Es gab so viele bemerkenswerte Momente und wunderbare Begegnungen, dass ich Angst habe, irgendetwas zu vergessen.
Angefangen hat das Jahr leider mit einem wirklich unangenehmen Krankenhausaufenthalt. Ich hätte nicht gedacht, wie schnell man sich in einem Krankenbett wiederfindet. Zum Glück ist alles gutgegangen. 
Da ich aber grundsätzlich ein positiver Mensch bin,  fange ich mit den Augenblicken an, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind und die mich geprägt und gestärkt haben.

Die Leipziger Buchmesse im März gehört ganz unzweifelhaft dazu. Obwohl ich in diesem Jahr kein neues Verlagsbuch hatte, was mich wirklich ziemlich unglücklich gemacht hat, so hatte ich doch eine wunderbare Zeit auf der Messe. Ich habe mich mit meiner Mitbewohnerin Cat T. Mad absolut wohlgefühlt. Unsere spätnächtlichen Treffen in der Küche mit Tee und Schokolade waren unvergleichlich. Aber auch die Tage auf der Messe haben mir sehr gefallen. Diesmal hatte ich den, vermutlich perfekten Mix zwischen privat und Autorin. Ich war in sämtlichen Hallen, hatte eine kleine Lesung,  habe tolle Gespräche geführt und eine überaus lustige Zeit mit MS Kelts, Susanne Scholz und Susann Julieva verbracht. Nicht zu vergessen, das traditionelle Cursed-Essen, bei dem es so lustig zuging, dass ich von Glückshormonen überschwemmt wurde. Leipzig war einfach großartig und ich freue mich schon so auf die nächste Messe (diesmal hoffentlich mit Buch).

Ein weiteres großes Highlight war meine Wohnzimmerlesung. Ich hatte wirklich Angst vor meiner eigenen Courage, als ich die Versteigerung einer Wohnzimmerlesung zugunsten einer Spendenaktion für die Lesben und Schwulen von Tschetschenien ins Netz gestellt habe. Umso glücklicher war ich, dass tatsächlich Gebote abgegeben wurden. Am Ende hat es mich quasi ans andere Ende von Deutschland verschlagen, aber ich hatte eine großartigen Tag und so viel Spaß, dass die lange Reise vollkommen in den Hintergrund trat.

Apropos Lesungen: Ich habe in diesem Jahr so oft gelesen, wie noch nie. Dabei ist mir einmal mehr bewusst geworden, wie sehr ich es liebe. Quedlinburger Bücherfrühling, die Wohnzimmerlesung, zum CSD in Rostock, eine Lesung zum 20-jährigen Bestehen des Dachvereins Reichenstraße e.V., im Rahmen des Weltaidstages in Kassel, am Gymnasium und zum Abschluss noch für die Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V. in Magdeburg. Wahnsinn!

Ein weiteres großes Ereignis war zweifellos die Buch Berlin. Der eigene Stand mit Caro Sodar, Mia Grieg und Sitala Helki war ein spannendes Abenteuer. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, gemeinsam alles vorbereitet und viele Ideen umgesetzt. Ich finde, wir waren durchaus erfolgreich und hatten eine wunderbare Zeit. Ich liebe die besondere Atmosphäre in Berlin und die vielen Autoren und Leser mit denen ich Zeit verbringen konnte.

Ich durfte zwei wunderbare Konzerte genießen, war beim Picknick der Schwestern der perpetuellen Indulgenz in Berlin, war bei der Premiere der queeren Kinoreihe in Goslar, bei der Aidsgala im Goslar und beim CSD in Magdeburg. Gerade letzteres hat eine ganz besondere Bedeutung für mich, denn nachdem im Jahr 2016 einiges schief gelaufen ist, waren die zwei Tage, die ich in Magdeburg verbracht habe, Balsam für meine Seele. Zuerst hatte ich viel Spaß bei der Klosterschule und dann am nächsten Tag beim Straßenfest. Mit dem bezauberndsten Einhorn habe ich die Zeit sehr genossen.und ganz nebenbei am eigenen Leib erfahren, wie schnell man in Schubladen gesteckt wird. Das war ziemlich lustig, aber vielleicht auch nur, weil ich in dieser Hinsicht die nötige Gelassenheit besitze.

Was die Gelassenheit anbelangt, so ist sie auch im Hinblick auf Gay Romance und weibliche Autoren ein Stück angewachsen. Ich versuche, viele negative Aussagen nicht so heftig an mich heranzulassen und die vielen positiven Erfahrungen in meinem Herzen zu bewahren. Das ist nicht immer leicht, aber gerade im letzten Jahr habe ich so viele berührende Beweise dafür bekommen, dass es wirklich sträflich wäre, die Menschen, die einfach nur gemein oder mit ihrem eigenen Leben unzufrieden sind, gewinnen zu lassen. Wieso gelingt es negativen Kommentaren eigentlich immer so viel besser, sich im Gehirn festzusetzen?

Mein Schreiberfolg war in diesem Jahr jedoch nicht besonders groß. Damit meine ich nicht die Verkäufe oder Platzierungen, sondern eher die "Produktion". Ich hatte wirklich lange Durststrecken, in denen ich kaum ein Wort geschrieben habe. Manchmal war ich frustriert, manchmal hatte ich regelrecht Angst. Es gibt so viele angefangene Projekte, so viele Geschichten, die auf ein Ende warten oder darauf, überhaupt geschrieben zu werden.
Zum Jahresende hat es sich zum Glück wieder gebessert und ich hoffe,  ich nehme den Elan  mit ins neue Jahr. Immerhin habe ich gestern  noch ein großes Buch fertiggeschrieben. Außerdem stürze ich mich auf den dritten Teil meiner "Verliebt"- Reihe.
Keine Pläne, aber jede Menge Motivation und Hoffnung, dass das nächste Jahr wieder ein paar mehr Bücher und Geschichten bereithält.

Ein besonderer Moment war auch die Eheöffnung. Ich saß mit meinem kleinen Sohn vor dem Fernseher und wir haben beide gejubelt, als die Mehrheit für die Ehe für Alle gestimmt hat. 
Außerdem bin ich jetzt Mitglied in einem Verein, habe neue Freunde gefunden und festgestellt, dass es manchmal Jahre dauert, um zu erkennen, dass manche Menschen mir nicht guttun.

Mit meiner Tanzgruppe hatte ich so viele Auftritte, wie noch nie und jeder einzelne Auftritt war besonders und so voller Energie. Tanzen tut so viel für die Seele und das Wohlbefinden.


Auch privat war 2017 wirklich schön. Die Jugendweihe meines Sohnes, zwei wunderbare Urlaube und ein neues Auto. Ich liebe noch immer meinen kleinen Garten. Seit zwei Monaten machen meinen Mann und ich einen Salsatanzkurs und haben echt viel Spaß dabei.

Wenn ich all das lese, dann bekomme ich ein bisschen Angst vor dem neuen Jahr. 2017 war so vielseitig und besonders, dass ich nur hoffen kann, dass 2018 ähnliche wunderbare Erfahrungen für mich bereithält.

Zum Schluss danke ich all den Menschen, die mich im letzten Jahr begleitet haben.
Familie, Freunde, Bekannte, Autoren und Leser.
All jene, die meine Bücher gekauft haben, die mir Rezensionen geschrieben oder mir private Rückmeldungen geschickt haben.
Danke für die Mühe und eure Treue!
Danke für euer Interesse und die vielen Kommentare auf meinem blog!
Ich bedanke mich bei den Autoren, die ich im letzten Jahr kennengelernt habe, mit denen ich zusammenarbeiten durfte, die mich unterstützten, mir bei meinen Büchern halfen und mich motivierten. Danke für wunderbare Gespräche, lustige Aktionen und Events.
Ich bin dankbar für das Talent, Geschichten aufschreiben zu können und genieße diesen Job mit jeder Faser.

Ich freue mich auf das neue Jahr und hoffe, es hält ebenfalls einige wundervolle Ereignisse für mich bereit. Immerhin ist die LBM ja schon irgendwie in Sicht.

Kommt alle gut ins neue Jahr. 
Wir sehen uns 2018 wieder! 
 

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Gewinnauslosung Heiligabend

Ich hoffe, ihr seid gut durch die Weihnachtstage gekommen und konntet die Zeit ein wenig genießen.
In diesem Jahr hatte ich ein wirklich entspanntes Weihnachtsfest mit der Familie und den Verwandten. Ich habe die Zeit sehr genossen, obwohl ich trotzdem jeden Tag ein bisschen geschrieben habe.

Hier kommen nun die letzten Gewinner des Adventskalenders.
Im Vorfeld danke ich euch für die lieben Wünsche und Kommentare.
Es hat mir wieder viel Spaß gemacht, diesen Kalender zu füllen, auch wenn ich am Anfang ziemlich ratlos war. Umso mehr freue ich mich, dass er so gut bei euch angekommen ist.

Die Gewinner der Schwängelbells- Sets sind: 

Zauberfee
Manuela Furtmeier
Selma

Herzlichen Glückwunsch! 
(bitte schickt eure Adressen an kath74@gmx.de) 


Sonntag, 24. Dezember 2017

Das 24. Türchen - Heiligabend

Geschafft!
Das letzte Türchen öffnet sich heute für euch.

An dieser Stelle bedanke ich mich für die zahlreichen Kommentare und hoffe, ich konnte euch die Vorweihnachtzeit ein wenig versüßen, ganz ohne Plätzchen und weihnachtliche Naschereien.
Ein ganz besonderer Dank geht an Sitala Helki, Mia Grieg und Caro Sodar, die mir mit ihren Gastbeiträgen geholfen haben. Es war mir ein besonderes Vergnügen mit euch.

Während ihr diese Zeilen lest, bin ich vermutlich dabei, mit meinen Männern den Baum zu schmücken und die letzten Vorbereitungen für ein paar gemütliche Stunden zu treffen.

Eigentlich hatte ich es ein bisschen anders geplant, aber ich werde jetzt nicht über meine Pläne stöhnen, sondern darauf hoffen, dass ihr trotzdem Spaß an der letzten Weihnachtsaktion habt.
Wie gestern bereits angekündigt, hat mir Schwängelbells eine Kleinigkeit für euch dagelassen.
Diesmal haben drei die Chance auf einen weihnachtlichen Gewinn (der dann leider erst nach Weihnachten kommt ... ich denke, spätestens jetzt erkennt man mein Dilemma *gg*)

dieses Set besteht aus einer Tasse, einem Magnetkalender und einer Karte und wird dreimal verlost.


Schreibt einen Kommentar unter den Post, wenn ihr in den Lostopf wandern möchtet.
Ihr habt bis zum 27. Dezember dafür Zeit.
Wenn wir uns alle beeilen, bringt der Postbote den Gewinn dann zumindest noch in diesem Jahr.

Ich wünsche euch schöne Weihnachtstage 
und eine gemütliche und besinnliche Zeit unter dem Tannenbaum. 
Egal ob allein oder mit euren Lieben, 
genießt die Tage und die besondere Stimmung.



Samstag, 23. Dezember 2017

Das 23. Türchen

Endlich ist es soweit. Mein Lieblingsinternetshop läutet den Endspurt beim Blogadventskalender ein. Ich bin so aufgeregt *lach*
In diesem Jahr hatte ich schon befürchtet, dass es nicht klappt. Das lag natürlich überwiegend an mir und an meiner Planlosigkeit. Ich vergesse manchmal, dass meine spontanen Ideen von anderen Menschen nicht ebenso spontan umgesetzt werden können. Ehrlich gesagt, hat mich das ziemlich frustriert.
Also nicht, weil meine Anfrage abgelehnt wurde, sondern einfach, weil ich es eben nicht allein kann. Dafür habe ich mir vorgenommen, ganz zeitig für das nächste Jahr nach einem Illustrator zu suchen, der mir dabei hilft, mein Idee umzusetzen. Sollte jemand von euch jemanden kennen, der digital zeichnet und Lust auf einen kleinen Unsinn hat, dann sagt mir gern Bescheid.
Natürlich öffnet Schwängelbells seine Türen nicht, ohne eine kleine Überraschung für euch dabei zu haben. Caro hat mir "ein bisschen" dabei geholfen.
Schon irgendwie verrückt, dass es diesen Shop nun schon seit sechs Jahren gibt und er einfach nicht in Vergessenheit gerät. Ich weiß, dass es einige Autoren gibt, deren Protagonisten auch bereits bei Schwängelbells bestellt haben. Das finde ich wirklich witzig und es macht mich auch ein bisschen stolz.

Deshalb dachte ich mir, ich stelle Euch heute den Besitzer des Internetshops vor, mit dem ich ein kleines Interview geführt habe.


Karo: Erzähl uns etwas über dich.

Gregor: Was gibt es da schon groß zu erzählen? Ich heiße Gregor und bin 36 Jahre alt. Ich bin ein Teilzeitvegetarier, der bei einem guten Rindersteak jegliche Vorsätze vergisst und auch auf seine Weihnachtsgans nicht verzichten kann.
Mit meinem Hund Joshi gehe ich zweimal am Tag spazieren. Wir lieben eine ausgiebige Runde durch den Wald, mit möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen. Deshalb habe ich mir auch vor fünf Jahren ein kleines Haus auf dem Land gekauft. Bis vor sechs Jahren hatte ich einen Bürojob, der ganz wunderbar in mein langweiliges Leben gepasst hat. Jetzt fühle ich mich manchmal auf eine seltsame Weise gespalten. Mein ruhiges und durchaus spießiges Leben endet gewissermaßen jeden Tag, sobald ich den Laptop hochfahre.

Karo: Wie bist du zu dem Internetshop mit seinem doch sehr speziellen Angeboten gekommen?

Gregor: Das ist eine wirklich gute Frage. Ich hoffe, die Leser können mich an dieser Stelle laut seufzen hören. Ursprünglich dachte ich wirklich, ich würde den Rest meines Lebens hinter dem Schreibtisch einer großen Versicherungsagentur verbringen. Aber mein Bruder Jack (in Wahrheit heißt er Joachim und kann unseren Eltern den Namen bis heute nicht verzeihen) hatte irgendwann diese Idee … ich weiß auch nicht. Er war im Gegensatz zu mir, schon immer ziemlich versaut. Er hatte bereits seit einer Ewigkeit eine Dildokerze auf dem Tisch vor der Couch stehen. Im Gegensatz zu mir, konnte es ihm nicht anzüglich genug sein. Er liebt es, die Leute zu provozieren, ihnen die Schamesröte ins Gesicht zu treiben. Ich war sein bevorzugtes Opfer, denn ich … Na ja, ich konnte nicht mal einen Porno gucken, ohne dabei vor Scham zu verbrennen.

Karo: Und jetzt?

Gregor: Was glaubst du? (er lacht) Mann wächst mit seinen Aufgaben und in gewisser Weise stumpft man vermutlich sogar ab.

Karo: Aber so ganz hast du meine Frage noch nicht beantwortet. Dein Bruder ist also eher versaut, aber der Shop gehört dir, oder?

Gregor: Genau. Es ist mein kleines Geschäft. Na ja, wir haben mal so eine Doku über ungewöhnlichen Weihnachtsdekoration geschaut und dabei eindeutig zu viel Glühwein getrunken. Am Ende … und ich weiß wirklich nicht, wie das geschehen konnte, hatte ich eine Domain und ein paar ausgewählte Designs und dieses wahnsinnige Bedürfnis, meinem Bruder zu beweisen, dass eine Kerze in Form eines Schwanzes längst nicht alles ist.

Karo: Das scheint ja zu funktionieren. Was sagt Jack dazu?

Gregor: Er ist tatsächlich stolz auf mich, aber vor allem auf sich. Er wird niemals müde, zu behaupten, dass ohne ihn diese ganze Sache niemals ins Rollen gekommen wäre. Auch wenn er damit recht hat, nervt es.

Karo: Schwängelbells oder Schwaengelbells? Und woher kommt der Name?

Gregor:Woher der Name stammt? Aus den bewusstseinsverändernden Dämpfen des Glühweins. Irgendwo zwischen Jingle Bells und Schwanz ist wohl Schwängelbells zu finden. Eingetragen bin ich mit Ä, aber das Word Wide Web wollte damals keine Umlaute, deshalb ae. Inzwischen funktioniert aber beides.

Karo: Woher stammen die Ideen für die lustigen Rentiere und all die anderen Sachen?

Gregor: Es ist eben Weihnachten. Da sieht man doch überall Rentiere. Die meisten benehmen sich züchtig und angemessen, einige eher nicht. Sie poppen soviel sie nur können. (Wir lachen beide)

Karo: Es ist es ein bisschen indiskret, aber diese Rentiere sind ja ausschließlich männlich. Ist deine eigenen Sexualität ein Grund, dass du überwiegend den schwulen Markt abdeckst oder liegt es an Jack?

Gregor: Jack ist nicht schwul, Genau genommen ist es immer noch seine größte Leidenschaft, so viele Frauen wie möglich ins Bett zu bekommen. Dabei ist er zwei Jahre älter und sollte langsam endlich zur Ruhe kommen. Scheint jedoch, als wenn er sämtliches Testosteron abbekommen hat, sodass ich … also ich bin da echt ruhig, war auch noch nie der große Stecher. Aber ja, im Gegensatz zu ihm bevorzuge ich Männer.

Karo: Dann ist bisher kein Traummann in Sicht?

Gregor: Nein, da ist weit und breit nichts am Horizont zu entdecken. Joshi und ich führen aber ein wirklich gutes und ruhiges Leben. Schwängelbells ist dazu die perfekte versaute Ablenkung. Zuerst dachte ich, ich würde nur solange weitermachen, bis ich meinen Bruder überzeugt habe, mittlerweile liebe ich den kleinen Shop und die Arbeit. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich davon ziemlich gut leben kann. Eine Tatsache, die ich meinem Bruder natürlich immer wieder gern unter die Nase reibe.
Ich brauche keinen Mann um glücklich zu sein und fühle mich für die Jagd nach irgendwelchen Sexdates zu alt. 
 
Karo: Das ist natürlich Unsinn! Du bist ein absolut attraktiver Mann im besten Alter.

Gregor: Danke für das Kompliment, aber ich vermisse im Moment tatsächlich nichts.

Karo: Okay, wenden wir uns der Weihnachtszeit zu. Stehen Plätzchenbacken, Glühweintrinken und Weihnachtsmarktbesuche auch deinem Adventsplan?

Gregor: Beim Glühwein bin ich inzwischen vorsichtig geworden. Man weiß ja nie, wohin das führt. Aber ich treffe mich mit meinem Bruder mindestens einmal in der Adventszeit zu einem Weihnachtsmarktbesuch. Es ist natürlich auch meine Hauptgeschäftszeit, sodass dann ziemlich viel Stress bei uns herrscht.
Plätzchen backe ich auch … für Joshi. Ich habe da so ein Rezept für Hundeplätzchen, auf das Joshi total abfährt. Ansonsten warte ich auf die Kiste mit selbstgebackenen Plätzchen von meiner Mutter. Die reichen bis in den Januar hinein.

Karo: Echter Weihnachtsbaum oder Plastiktanne? Bunte oder einfarbige Dekoration? Und vor allem klassisch oder das eigenen Sortiment?

Gregor: Ich hole einen echten Baum direkt aus dem Wald. Man kann sich am zweiten Adventswochenende beim Förster in meinem Ort melden und mit ihm in den Wald gehen. Das ist gewissermaßen zu meiner Tradition geworden, seitdem ich hier lebe. Ich liebe den Duft und dieses besonderer Gefühl, das so ein echter Baum vermittelt. Am Ende landet er im Übrigen in meinem Kamin.
Wie gesagt, ich bin ziemlich zurückhaltend. Daran hat auch Schwängelbells nichts geändert. Ich habe also überwiegend klassische Dekoration, bunt aber nicht grell. Trotzdem hängt aber auch in jedem Jahr mindestens ein Teil des aktuellen Sortiments, meist versteckt, am Baum.

Karo: Und der Adventskranz?

Gregor: Ich verzichte auf Peniskerzen, falls deine Frage darauf hinauslaufen sollte.

Karo: Was ist mit den Tassen?

Gregor: Ich habe tatsächlich zwei Rentiertassen im Schrank. Die kommen aber nur zum Einsatz, wenn mein Bruder mich besucht. Und halt... eine Tasse benutze ich das ganze Jahr über im Büro.

Karo: Wie verbringst du die Weihnachtstage? Kuschelig oder lieber ein großes Fest mit Familie und Freunden?

Gregor: Am liebsten allein mit Joshi. Der Versand geht bis zum 23.12. und am 27.12. überprüfe ich schon wieder die eingehenden Bestellungen. Das ist echt stressig. Deshalb möchte ich eigentlich nur ein bisschen Ruhe, ein paar lange Spaziergänge mit dem Hund, einen heißen Kakao vor dem Kamin und die Lichter des Weihnachtsbaumes. Leider funktioniert das nicht, denn mein Bruder erwartet, dass wir mindestens am zweiten Feiertag in einen Club gehen. Unsere Eltern laden am ersten Feiertag zum großen „Fressen“ ein, was natürlich toll ist, aber auch verdammt anstrengend. Da bleibt nur noch Heiligabend, aber auch nur, wenn Jack sich nicht langweilt.

Karo: Wäre für so einen gemütlichen Abend mit Kamin und Weihnachtsbaum nicht ein Mann toll?

Gregor: Eigentlich nicht. Ich bin wirklich zufrieden, aber ich sehe an deinem Blick, dass du mir nicht glaubst. Natürlich wäre es toll, sich zu verlieben, aber mal ehrlich, so ein passender Mann wächst nicht auf den Bäumen. Ich bin auch nicht unbedingt ein sprühendes Feuerwerk, sondern liebe dieses ruhige Leben.

Karo: Du bist ein gutaussehender Mann mit einem herrlich schrägen Job. Du solltest wirklich nicht allein sein.

Gregor: Bitte Karo, hör auf damit. (er lacht grimmig) Du klingst wie mein Bruder, der mir zu jedem Feiertag einen Callboy schenken will. Es ist nicht so, dass ich vollkommen abstinent lebe, aber es muss eben passen und niemand kann Liebe erzwingen.

Karo: Vielleicht nicht erzwingen, aber … wir werden sehen... (leise nuschelnd) Ich bedanke mich auf jeden Fall dafür, dass wir den Mann hinter Schwängelbells.com ein bisschen kennenlernen durften. Und natürlich ein besonders herzliches Dankeschön dafür, dass du für meine Leser zwei Gewinnpäckchen geschnürt hast. Das ist echt großartig.

Gregor: Du machst doch schon seit Jahren unbezahlte Promotion für mich. Das ist toll, also gebe ich dir gern etwas davon zurück.

Karo: Super und wer weiß, vielleicht liest ja hier auch ein Mann mit, dessen Interesse dieses Interview geweckt hat.

Gregor: Du weißt doch selbst, wie selten so etwas funktioniert.

Karo: Manchmal erwischt es einen ganz unerwartet … Aber ich will dich damit auch wirklich nicht nerven. Ich bin echt froh, dass du mir ein wenig deiner Zeit gewidmet hast. Vielen Dank.

***
Pssst: Morgen Kinder, wirds was geben.... Schaut unbedingt vorbei!



Freitag, 22. Dezember 2017

Das 22. Türchen

Hier kommt das letzte Kapitel meiner keinen Geschichte.
Ein Happy End mit ein paar offenen Fragen ...  Ich weiß, da geht noch so viel mehr. Vielleicht kommt sogar noch was, aber im Moment fühlt es sich auch nicht schlecht an, an dieser Stelle ein "Ende" darunter zu setzen.

Ich danke Euch fürs Lesen und für eure Kommentare und hoffe, ich konnte euch mit der kleinen Idee ein bisschen unterhalten.

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Das 21. Türchen

Noch drei Tage!
Schon lustig, wenn man dann ganz kurzfristig die letzten Tage noch einmal umplant und na ja, auch wenn ich es mir vielleicht von Anfang an ein bisschen anders hätte überlegen sollen ... Ach, ich glaube und hoffe, dass es euch trotzdem gefallen wird.
Cliffhanger sind fies und in der Vorweihnachtszeit soll man schließlich nicht gemein sein, deshalb geht es schon heute weiter mit Noah.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Das 20. Türchen

Ich hatte es bereits vermutet, dass ich mit vier Kapiteln für die kleine Bloggeschichte nicht hinkomme.
Im Moment sieht es so aus, als würden es sechs werden. Deshalb geht es jetzt recht zeitnah weiter.
Trotzdem bleibt es nur eine kleine Idee, auch wenn ich gerade selbst das Gefühl habe, dass man da durchaus  mehr daraus machen könnte. Na ja, das kann man vermutlich immer *lach*
Viel Vergnügen mit Teil vier!

Dienstag, 19. Dezember 2017

Das 19. Türchen

Sitala Helki öffnet das heutige Türchen. Sie hat ebenfalls ein weihnachtliches Interview im Gepäck.
Ich wünsche euch viel Vergnügen mit Sitala und Jaron!


  1. Erzähl uns etwas über dich. Hi. Ich bin Jaron Ranke, zweiunddreißig Jahre alt und befasse mich beruflich mit dem Leben nach dem Tod. Nein, ich bin kein Medium oder anderer esoterischer Quatsch, sondern Bestatter. Ich übe diesen Beruf gerne aus, denn Tote lügen nicht und können einen nicht verletzen.
  2. Auf was freut du dich am meisten, wenn der Winter naht? Oder kannst du der kalten Jahreszeit nur wenig abgewinnen? Gegen Kälte hab ich nichts. Schließlich verbringe ich recht viel Zeit in kalten Räumen. Und ich liebe den Winter. Vor allem, wenn es frisch geschneit hat, die Sonne scheint und es bei jedem Schritt unter den Schuhen knirscht. Es ist glatt, gibt mehr Unfalltote und daher mehr Arbeit für mich.
    *lach* Entschuldigung, ich vergesse manchmal, dass nicht jeder an meinen Sarkasmus gewöhnt ist.
  3. Stehen Plätzchenbacken, Glühweintrinken und Weihnachtsmarktbesuche auf deinem Adventsplan? Verrätst du uns dein Lieblingsplätzchenrezept?Oh, oh. Plätzchenbacken … Ich wollte meinen Freund überraschen und hatte alles vorbereitet. Da er nie ein richtiges Weihnachtsfest erlebt hat, dachte ich, ich zeige ihm, wie es bei mir damals in der Kindheit war; angefangen mit gemeinsamem Plätzchenbacken. Zwar hab ich so etwas noch nie gemacht, weil mir dieser Weihnachtszirkus eigentlich nicht viel gibt, aber ich fand die Vorstellung doch irgendwie romantisch. Luisa, meine beste Freundin, schrieb mir ein idiotensicheres Rezept auf. Vermutlich wird sie diese Bezeichnung nun überdenken. Obwohl – das Rezept an sich war tatsächlich einfach. Unsere Ausführung dagegen etwas unkonventionell.
    Das Ende vom Lied war, dass der Teig hauptsächlich auf dem Fußboden, in unseren Haaren und sonstwo verteilt war. Ganze vier Plätzchen haben es auf das Backbleck geschafft. Und die haben wir dann noch vergessen, rechtzeitig aus dem Ofen zu holen, weil wir zu intensiv damit beschäftigt waren, uns gegenseitig vom Teig zu säubern …
    Gegen Glühwein habe ich nichts, aber Weihnachtsmärkte sind nichts für mich. Zu viele Menschen auf zu engem Raum. Mein Lieblingsplätzchenrezept – außer unserer eigenen Variante – ist: bei Mama nach einem Adventsbesuch welche zu stibitzen.
  4. Gibt es Dinge oder ein bestimmtes Ritual, auf das du in der Vorweihnachtszeit nicht verzichten möchtest?Grundsätzlich finde ich das ganze Weihnachtstamtam reichlich übertrieben. Allerdings mag ich die gemeinsame Zeit mit der Familie, wenn man das Gefühl hat, es kehrt endlich wieder Ruhe ein. Und ich kann mir gut vorstellen, dass wir die Aktion mit den Plätzchen nächstes Jahr wiederholen werden ...
  5. Echter Weihnachtsbaum oder Plastiktanne? Bunte oder einfarbige Dekoration?Ich persönlich bin nicht so der Deko-Mensch. Doch der Geruch von echter Tanne gehört zu dieser Zeit auf jeden Fall dazu. Im Zuge meiner Idee, Pete Weihnachten nahezubringen, habe ich gemeinsam mit unserem Freund Ingo Petes Haus ein wenig … verschönert. *lach* Ich hatte dessen Drang, es mit der Weihnachtsdekoration zu übertreiben, dummerweise verdrängt. Nun ist alles schön bunt und schrill. Zum Glück hatte ich einen Topf Glühwein aufgesetzt und dazu noch ›handfeste‹ Argumente, die meinen Freund letztendlich milde gestimmt haben.
  6. Wie verbringst du die Weihnachtstage? Kuschelig oder lieber ein großes Fest mit Familie und Freunden? Bisher war es immer im Kreise meiner Familie, also meine Eltern und mein Bruder mit Frau und Tochter. Dieses Jahr habe ich geplant, Heiligabend gemütlich mit Pete zu verbringen. Wir werden ganz klassisch Kartoffelsalat und Würstchen essen. Da wir beide recht unbegabt sind, was Kochen anbelangt, ist es praktisch, dass man das fertig kaufen kann. Dann kuscheln wir uns aufs Sofa, ich werde Weihnachtsmusik auflegen, mir Petes Genörgel darüber anhören und ihn dann wieder mit Glühwein abfüllen, bis er die Stimmung genießt.
Das Buch findet ihr Hier



Montag, 18. Dezember 2017

Das 18. Türchen


Auf geht es in die letzte Woche des Kalenders. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht.
In zwei Wochen ist das Jahr bereits um. Ein Jahr mit einigen wirklich unglaublich schönen Highlights.
Heute habe ich für euch noch einen kleinen Bericht über meine gestrige Lesung.
Mein letzter "großer" Auftritt in diesem Jahr war in jeder Hinsicht ganz besonders.
Die Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V. hat zu einem gemütlichen Aventsnachmittag eingeladen und ich durfte mit einem kleinen Märchen die weihnachtliche Stimmung untermalen. Natürlich war ich unglaublich aufgeregt, denn die Geschichte ist schließlich ganz neu und abgesehen von meinen Testlesern und meiner Korrekturhilfe hat sie vorher noch niemand zu Gesicht bekommen. Ich war mir nicht sicher, ob es funktionieren würde.

Der Strudelhof, in dem die Lesung stattfand, ist ein gemütliches kleines Kafffeehaus mit einem ganz besonderen Charme. Die Atmosphäre hat sofort dafür gesorgt, dass ich mich wohlfühle und neben der Aufregung machte sich auch Freude in mir breit.
Auf den Tischen lagen, neben Texten für Weihnachtslieder auch kleine Geschenke der Aidshilfe und am Ende ist noch ein weißer Teddy bei mir eingezogen. Jetzt sind die süßen Bärchen zu dritt.
Zuerst haben wir gemeinsam ein Weihnachtslied gesungen, dann habe ich ein Stück gelesen. Danach wurden wir mit leckerem Strudel verwöhnt, es gab den zweiten Teil meines Märchens und zum Abschluss ein weiteres Lied. Ich bin nun wirklich kein Sänger, aber ich fand es schön und witzig.


Gestern Vormittag habe ich euch davon erzählt, dass ich bisher nur wenig Weihnachtsstimmung erlebt habe, aber dieser Nachmittag war so ein richtiger gemütlicher Aventssonntag. Da war es sogar egal, dass es in gewisser Weise Arbeit für mich war.
Ich hoffe, die Zuhörer hatten ebenso viel Spaß wie ich und konnten ein bisschen schwulen weihnachtlichen Märchenzauber genießen.
Ganz besonders gefreut habe ich mich, dass mein Mann und ein Freund dabei waren.
Ein herzliches Dankeschön an die Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V. und den Strudelhof. Es war mir ein echtes Vergnügen.

Jetzt habe ich die ganze Zeit von dem Märchen erzählt, nun will ich euch auch nicht länger auf die Folter spannen.
"Traumprinz und Märchenkönig" ist heute auf Amazon erschienen.
Es ist nur eine kleine Geschichte mit knapp 11.000 Wörtern, was wohl ungefähr 50 Taschenbuchseiten entspricht. Deshalb wird es auch bei einem ebook bleiben, auch wenn ich das Cover so schön finde, dass ich es mir gern ins Regal stellen möchte. Na, vielleicht ziehe ich mir ein kleines Bild davon *gg*
Klappentext:
Eigentlich will Henri nur seiner besten Freundin Katja einen Gefallen tun, indem er für sie die Rolle des Schneewittchens auf dem Weihnachtsmarkt übernimmt. Immerhin besteht seine einzige Aufgabe darin, mit einem roten Apfel in der Hand, schlafend in einem gläsernen Sarg zu liegen. Allerdings hat er nicht bedacht, dass Philipp, in den Henri schon eine Weile verliebt ist, den Märchenkönig spielt.
Doch plötzlich scheint es, als würde sich Henri in einem echten Märchen befinden und er kann nicht erkennen, ob es nur ein Traum oder Realität ist ...

Vielleicht habt ihr ja Lust auf eine kleine märchenhafte Geschichte.
***
Vielen Dank für die vielen Kommentare zum geknickten Eisbuch. Ich hoffe sehr, dass sich diesmal die Gewinnerin meldet:

Markus und Tobi würden gern bei 
Sabine 
einziehen. 
Herzlichen Glückwunsch!
Bitte schick deine Adresse an kath74@gmx.de



Sonntag, 17. Dezember 2017

Das 17. Türchen



Eigentlich wollte ich euch heute ein paar Bilder von meinen Regenbogenplätzchen zeigen, aber verdammt. Ich war gestern dermaßen müde, dass ich keine Lust zum Backen hatte.

Wenn ich nicht gerade wie verrückt schreibe, lese ich weihnachtliche Geschichten.
Ich habe keine Ahnung, weshalb meine Muse gerade jetzt so dermaßen aktiv ist, aber ich verbringe so viel Zeit vor dem Laptop, wie schon eine ganze Weile nicht mehr. Dafür bekomme ich wirklich kaum etwas von der Vorweihnachtszeit mit.
Zum Ausgleich lese ich. Ich weiß, es gibt etliche schöne Weihnachts-bzw. Wintergeschichten, aber ich bleibe immer wieder bei diesen drei Büchern hängen. Ich könnte stets von vorn anfangen, lache, leide und genieße jede Zeile. Ich schwelge in der Winterlandschaft und den drei Bären mit ihren so unterschiedlichen Bedürfnissen. Ehrlich, diese Geschichten können gar nicht zu zuckrig sein, denn sie sind einfach nur fantastisch. Ich kann nicht einmal sagen, welche Geschichte ich am besten finde, denn ich liebe sie alle drei.
Solltet ihr einen gemütlichen Sonntag auf der Couch planen, anstatt zu meiner märchenhaften Lesung nach Magdeburg zu eilen, dann kann ich euch diese Bücher nur wärmstens ans Herz legen.






Und an dieser Stelle kommt jetzt doch noch ein kleiner Jammerpost: 

Das ist der dritte und letzte Versuch, das geknickte Eisbuch unter die Leute zu bringen. Diesmal lose ich nicht nach, sondern gebe euch eine neue Chance mit einem Kommentar unter diesem Post Markus und Tobi ein Zuhause zu geben. Ansonsten wandern sie tatsächlich ins Altpapier, denn ich kann sie so nicht verkaufen. Ich bin gespannt, ob es diesmal gelingt, aber ich glaube jetzt mal ganz märchenhaft daran, dass alle guten Dinge drei sind.

Und hier ist der Gewinner des USB-Sticks mit dem Flammenerbe: 

Felis
Herzlichen Glückwunsch!
Bitte schick deine Adresse an kath74@gmx.de 


Samstag, 16. Dezember 2017

Das 16. Türchen

Heute hat sich wieder ein Protagonist den Fragen des kleinen Weihnachtsinterviews gestellt.
Diesmal durfte ich sie stellen und habe mir dafür einen ganz besonderen Gesprächspartner ausgesucht.
Ich hoffe, ihr habt Spaß mit Mathis aus dem "Flammenerbe".

Auch ich habe einen Gewinn passend zum Interview.
Ihr könnt einen USB-Stick mit Flammenerbe 1 und 2 gewinnen.
Wie immer reicht ein Kommentar unter dem Post, um in den Lostopf zu hüpfen.

Viel Glück und viel Spaß mit dem Interview!

  1. Erzähl uns etwas über dich.
Ich heiße Mathis und meine Geschichte ist vermutlich ziemlich ungewöhnlich für die meisten Leute. Deshalb erzähle ich auch nicht oft davon. Manchmal fühlt es sich sogar so an, als hätte ich längst vergessen, dass ich aus einer anderen Welt komme und das Erbe der Flammen in mir trage. Es hat dafür gesorgt, dass ich einen Sohn bekommen habe und dazu noch einen Mann, der mir nicht nur das Leben gerettet hat, sondern mich und unseren Sohn über alles liebt. Jetzt würde er behaupten, dass das viel zu kitschig klingt. Und ich würde mich damit herausreden, dass ich eben noch längst nicht alles über seine Welt weiß. Dabei komme ich schon ziemlich gut zurecht und vermisse mein altes Leben nur sehr selten.
  1. Auf was freut du dich am meisten, wenn der Winter naht? Oder kannst du der kalten Jahreszeit nur wenig abgewinnen?
Wenn ich ehrlich bin, freue ich mich nicht besonders auf den Winter. Ich liebe den Garten im Sommer mit all den Blumen und den bunten Farben und herrlichen Düften. Wenn alles nur grau und trist aussieht, stimmt es mich irgendwie traurig. Allerdings kann ich mich noch an den ersten Schnee erinnern. Ich war so aufgeregt und es war so verdammt kalt. Mit Aiden, unserem Sohn im Schnee zu toben macht jedoch so viel Spaß, dass ich dafür auch den Winter akzeptieren kann. Wir bauen immer einen Schneemann im Garten mit einer Möhre als Nase und Steinaugen und einer Mütze. Das ist wirklich lustig. Einmal, als Aiden schon geschlafen hat, hat Justus einen Penis aus Schnee geformt. Da kribbelte es gleich ganz heftig in meinem Bauch und mir wurde furchtbar heiß. Justus hat gelacht, aber später, als wir im Schlafzimmer waren …
  1. Stehen Plätzchenbacken, Glühweintrinken und Weihnachtsmarktbesuche auch deinem Adventsplan? Verrätst du uns dein Lieblingsplätzchenrezept?
Glühwein ist nichts für mich. Auf den Weihnachtsmarkt gehe ich dagegen gern. Es ist so anders und märchenhaft. Irgendwie fühle ich mich dann plötzlich nicht mehr so fremd in dieser Welt, auch wenn es so etwas wie einen Weihnachtsmarkt bei mir gar nicht gibt. Vielleicht, wenn die Gaukler ins Dorf gekommen sind … aber als Kind durfte ich mir das Spektakel nur selten ansehen.
Plätzchen zu backen finde ich ganz wunderbar. Ich habe so etwas als Kind nie gemacht, aber mit Aiden und Justus in der Küche zu stehen, macht so viel Spaß. Wir stechen Sterne und Herzen und Tannenbäumchen aus und glasieren sie nach dem Backen bunt. Hinterher sieht die Küche ganz schlimm aus, aber das ist egal, weil es so lustig ist.
Ein Lieblingsrezept habe ich gar nicht. Die Rezepte sucht immer Justus aus.
  1. Gibt es Dinge oder ein bestimmtes Ritual, auf das du in der Vorweihnachtszeit nicht verzichten möchtest?
Auf das gemeinsame Backen möchte ich nicht verzichten. Die erste Schneeballschlacht. Und dann natürlich dieses Geheimnisvolle. Ich habe die Sache mit dem Weihnachtsmann und dem Christuskind eine ganze Weile nicht verstanden. Ehrlich gesagt, dachte ich zuerst, dass es dem Weihnachtsmann wie mir ergangen ist und er das Christuskind … also …na ja, es wäre ja möglich, dass er … Ich werde den Gesichtsausdruck von Justus niemals vergessen, als ich ihm meine Vermutung erzählt habe. Zuerst hat er mich ungläubig angestarrt und dann konnte er gar nicht mehr aufhören zu lachen. Jetzt ist daraus ein Running Gag geworden, dabei hatte ich es gar nicht so gemeint. Ich glaube, es hätte mich sogar ein bisschen erleichtert, nicht der einzige in dieser Welt zu sein.
Davon abgesehen mag ich es, wie aufgeregt Aiden ist. Jeden Morgen rennt er zum Kalender und öffnet ein Türchen. Wir haben schon einen Brief an den Weihnachtsmann geschrieben und jetzt wartet er jeden Tag gespannt auf die Antwort. Diese Vorweihnachtszeit ist wirklich zauberhaft.
  1. Echter Weihnachtsbaum oder Plastiktanne? Bunte oder einfarbige Dekoration
Noch vor dem ersten Advent bekommt der Baum im Garten seine Lichterkette und bunte Schleifen. Eine Woche vor Heiligabend fahren wir drei dann los und kaufen einen echten Baum. Ich liebe den Duft. Da Aiden im letzten Jahr auch einen Baum in seinem Zimmer haben wollte, haben wir so einen kleinen künstlichen Baum gekauft. Da ist schon alles dran und die Lichter leuchten dank der Batterien im Stamm.
Ich liebe die bunten Kugeln. Auch wenn Justus schimpft, weiß ich, dass ihm der bunte Baum auch gefällt. Wir kaufen auch immer gern auf dem Weihnachtsmarkt neue Kugeln oder basteln mit Aiden Baumschmuck.
  1. Wie verbringst du die Weihnachtstage? Kuschelig oder lieber ein großes Fest mit Familie und Freunden?
Natürlich würde ich mir wünschen, dass wir Weihnachten mit der Familie feiern könnten. Aber Justus versteht sich nicht besonders gut mit seinen Eltern und Harry und mein Vater können auch nicht oft herkommen. Also sind die Weihnachtstage bei uns eher kuschelig. Wir frühstücken im Bett, schauen Filme, gehen spazieren und essen ganz viel. Manchmal gehen wir am zweiten Weihnachtsabend in den Club, wenn wir jemanden finden, der auf Aiden aufpasst. Dann tanzen wir ganz wild und wenn wir so richtig aufgeheizt sind, zieht mich Justus in den Darkroom …


Freitag, 15. Dezember 2017

Das 15. Türchen

Freitag! Es geht weiter mit meiner Minigeschichte rund um den Weltaidstag.
Ich wünsche euch einen schönen Start in das dritte Adventswochenende!
Ich gehe heute Abend noch zu einer Weihnachtsfeier, wo ich mit meiner Tanzgruppe einen Auftritt habe. Das macht mich schon jetzt ganz aufgeregt und hibbelig.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Das 14. Türchen

Das heutige Türchen steht unter dem Motto "lost in space".
Ich bin ja ein recht chaotischer Schreiber. All die Autoren, die Idee für Idee abarbeiten, sich womöglich sogar so etwas wie einen Jahresveröffentlichungsplan setzen, haben tatsächlich meine volle Bewunderung.
Obwohl ich weiß, dass das bei mir nicht funktioniert, versuche ich es in jedem Jahr aufs Neue und stelle beim Blick auf den vermeintlichen Plan immer wieder fest, dass ich kaum etwas davon schaffe, dafür aber ganz viele andere Dinge gemacht habe, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie machen wollte. Ein einziges Chaos, aber irgendwie ist es wohl auch etwas, womit ich klar kommen muss. Vermutlich schafft man es auf diese Weise nicht zum supererfolgreichen Autoren, aber meistens bin ich ganz zufrieden.
Neben den Plänen gibt es auch noch die angefangenen Geschichten. Ich rede hier nicht von "Verschlossene Türen" oder "GefühlsChaos2" oder Tobis Geschichte ... sondern all die Ideen, die mich irgendwann man heimgesucht haben, unbedingt aufgeschrieben werden wollten und dann im Nirvana verschwunden sind.
Wenn ich all die angefangene Skripte tatsächlich zuende bringen würde, bräuchte ich vermutlich in den nächsten zwei Jahren keine neuen Ideen. Vielleicht sogar länger. Ganz zu schweigen von all dem, was noch zusätzlich in meinem Kopf herumkreist und ebenfalls darauf drängt aufgeschrieben zu werden.
Hin und wieder überkommt mich die Neugier und ich öffne den Ordner mit den diversen Geschichten. Es gibt einige, da weiß ich gar nicht mehr, was ich schreiben wollte. Manche umfassen kaum eine halbe Seite, andere bringen es auf stolze 20.000 Wörter oder sogar mehr. Da frage ich mich dann immer, weshalb ich nicht weitergekommen bin, denn schließlich ist es doch schon fast eine komplette Story. Hin und wieder passiert es auch, dass ich auf eine Geschichte stoße, Feuer fange und sie unbedingt fertig schreiben will. Dann lasse ich augenblicklich alles andere liegen. Ich weiß, dass diese chaotische Art zu schreiben nicht gut ist. Manchmal frustriert sie vielleicht auch die Leser, die auf eine ganz andere Story von mir warten. Das tut mir leid, aber ich kann es nicht ändern. Das habe ich nämlich auch schon versucht. Leider führt diese Art von selbstauferlebtem Zwang dazu, dass in meinem Kopf erst recht alles durcheinandergeht und ich am Ende gar nichts schreibe, sondern mich mit irgendwelchem sinnlosen Müll ablenke.
Inzwischen glaube ich fest daran, dass jede Geschichte ihre Zeit hat und dass ich das nicht erzwingen kann. Manche brauchen länger, bei anderen dauert es von der Idee bis zur Veröffentlichung nur wenige Wochen. Hin und wieder gibt es eine dringende Ablenkung, oder eine Abzweigung, die ich vorher nicht gesehen oder erkannt habe. Manchmal geht es erstaunlich straight. Und natürlich wünsche ich mir nach jedem Projekt, dass gewissermaßen perfekt lief, dass es immer so bleiben möge. Aber eigentlich mag ich auch dieses Chaos, Schreiben unter Druck, Protagonisten, die sich vordrängeln und es eilig haben, aber auch Geschichten, die lange ruhen und dann  plötzlich in aller Klarheit da sind. Eben mein ganz persönliches Chaos.
Worauf warten wir? Einmal abgesehen von den oben genannten Geschichten, wären da immer noch zwei Teile "Alles Liebe" Meine Güte, die ursprünglich kleine Valentinstagsaktion dauert jetzt schon eine Ewigkeit. Die Plots stehen schon lange und ich hoffe, dass im nächsten Jahr eine weitere Geschichte dazukommt.
Dannn gibt es so wundersame Titel wie "Weihnachten1", "Weihnachten2", "Weihnachten3", sogar zwei Dateien, die "Porno" heißen, eine Datei mit dem Namen "Einfach nur Liebe", eine Wandlergeschichte mit einem nicht ganz so häufigen Tier, tatsächlich habe ich mal eine BDSM- angehauchte Geschichte angefangen. Zum MargeritenEngel und WhiskyTeufel will sich auch noch ein dritter Teil gesellen, der quasi alles abrundet.
Es sieht alsos so aus, als wenn es auch zukünftig einige Bücher von mir geben wird. Ganz zu schweigen von all den Ideen, die ich bisher noch gar nicht kenne.
An dieser Stelle danke ich allen Lesern für die Treue und Geduld, für die wunderbare Motivation und für ihre Unterstützung. Ich liebe diesen Job und dass ich ihn ausüben kann, verdanke ich euch.  

Apropos Chaos: Am 17.12. 2017 habe ich eine kleine und gemütliche Lesung im Strudelhof in Magdeburg. Extra für diese Lesung habe ich ein weihnachtliches Märchen geschrieben. Es ist noch ganz frisch, war eigentlich nicht so richtig geplant, aber ich hoffe, es wird den Leuten gefallen. Ich werde die Geschichte in der nächsten Woche veröffentlichen. Vielleicht ist ja jemand zufällig am Sonntag in Magdeburg und hat Lust auf die Lesung und auf ein bisschen Weihnachtsstimmung. Ich würde mich auf jeden Fall riesig freuen!

***
Mia und ihre Männer haben sich sehr gefreut, dass das Interview so gut bei euch angekommen ist. 
Hier kommt der Gewinner des USB-Sticks:

Helen Thaysen 
Herzlichen Glückwunsch!
bitte schick deine Adresse an kath74@gmx. de


Mittwoch, 13. Dezember 2017

Das 13. Türchen

Die Halbzeit ist bereits überschritten und ich freue mich, dass einige diesem Kalender folgen und hoffe sehr, dass ihr Spaß damit habt.


Heute habe ich meinen Blog erneut "verliehen".
Freut euch auf Mia Grieg, die mit zwei ihrer Protagonisten ein bisschen über die Weihnachtszeit plaudert und damit eine kleine Serie von Interviews eröffnet. 
Obendrein könnt ihr auch noch die Geschichte als ebook auf einem USB-Stick gewinnen. Ich freue mich sehr, dass Mia Grieg diesen tollen Gewinn zur Verfügung gestellt hat.

Wie immer könnt ihr mit einem Kommentar an der Verlosung teilnehmen. Auf dem USB-Stick befinden sich drei Bücher. Wer über Weihnachten also noch eine große Menge Lesestoff sucht, sollte sich diesen Stick nicht entgehen lassen.
 Viel Glück!

Und nun wünsche ich euch viel Vergnügen mit dem Interview!

Heute treffen wir uns in einem gemütlichen Café mitten in der Stadt mit Gregor Heilmann, der Hauptfigur aus „Licht am Ende des Tunnels“. Er hat seinen Mann Martin zu dem Gespräch mitgebracht.

  1. Erzählt uns etwas über euch. Wer seid ihr? Wie lange kennt ihr euch schon? Was macht ihr so?
Gregor (schaut mürrisch, während er seinen Kaffee umrührt):
Was gibt es da schon zu erzählen?
Martin (lacht):
Wie ihr seht, ist mein Mann äußerst gesprächig. Dabei hat er als Kommissar bei der Mordkommission einen spannenden Beruf, über den es sicher immer viel zu erzählen gäbe.
Gregor:
Ich bin froh, wenn ich nicht an Leichen und den Abschaum der Gesellschaft denken muss. Auf Details bist du doch auch erst scharf, seit du als Psychologe auch manchmal für unser Dezernat arbeitest.
Martin:
Auf diese Weise haben wir bei dem einen oder anderen Fall schon zusammen gearbeitet, das stimmt. Aber im Gegensatz zu dir habe ich mich schon immer für deine Arbeit interessiert. Besonders dann, wenn die Fälle dich sehr beschäftigt haben. Auch wenn du es dir wünschtest, kannst du die Arbeit nämlich leider nicht an der Bürotür zurücklassen. Was im psychologischen Sinn auch nicht normal wäre.
Gregor:
Jetzt hör auf, mich zu analysieren. Du weißt, wie sehr ich das hasse.
Martin (lacht erneut, während er seinem Mann beruhigend über den Arm streicht
Okay, okay. Das interessiert sicher auch niemanden wirklich. Ich komme lieber zurück zu den Fragen. Über unsere Berufe haben wir schon berichtet. Ich arbeite hauptsächlich mit Kinder- und Jugendlichen zusammen. Manchmal unterstütze ich auch die Polizei, wenn sie bei Fällen Rat brauchen. Gregor und ich haben uns vor fast zehn Jahren getroffen. (Er kichert, bevor er fortfährt) Allein das ist schon ein Wunder, da mein Mann ohne Motivation von außen sehr selten das Haus verlässt, wenn es nicht dienstlich ist. Zum Glück wusste ich nicht genau, worauf ich mich einlasse, wenn ich mich in einen Polizisten verliebe. Noch dazu in einen, der verdammt gut in seinem Job ist. Geregelte Arbeitszeiten bleiben ein Traum und manchmal ist es nicht einfach, ungestörte Zeit zu zweit miteinander zu verbringen. Dummerweise hat der sture Kerl mich vom ersten Moment an fasziniert, so dass ich meine ganze Energie darauf verwendet habe, ihn von mir zu überzeugen.
Gregor (knurrend):
Sehr schmeichelhaft hört sich das Bild, das du von mir zeichnest, nicht gerade an. Außerdem fand ich dich auch gleich scharf.
Martin (mit einem breiten Grinsen im Gesicht):
Mag sein, aber von festen Partnerschaften hieltest du zunächst wenig. Aber auch ich kann stur und ausdauernd sein.
Gregor (legt seine Hand auf die seines Partners und verschränkt die Finger miteinander):
Ausdauer ist immer gut, selbst Sturheit kann es sein. Als ich Idiot mit einem Seitensprung fast unsere Ehe aufs Spiel gesetzt habe, ist mir erst bewusst geworden, wie sehr ich dich brauche. Zum Glück hast du mir am Ende doch verzeihen können und wir haben unser gemeinsames Leben wieder in die Spur gebracht. Ohne dich ist mein Leben nämlich weit weniger wert.
Martin (errötend):
Übertreib nicht, Gregor. Wir sind einfach ein gutes Team. Seit wir schneller miteinander reden, wenn uns etwas an dem anderen stört, ist alles gut. Früher war dein einziges Kommunikationsmittel der Sex. Das ist zwar körperlich befriedigend, kann die Leere im Kopf aber nicht ausfüllen.

Bevor das Gespräch noch zu einer Therapiesitzung wird, schalte ich mich wieder ein. Schließlich sind wir besonders an der Einstellung der beiden Männer zu dieser Jahreszeit interessiert.

  1. Auf was freut ihr euch am meisten, wenn der Winter naht? Oder könnt ihr der kalten Jahreszeit nur wenig abgewinnen?
Gregor und Martin unisono:
Der Sommer ist mehr unsere Jahreszeit. Im Winter verlässt man das Haus im Dunklen und kehrt im Dunklen wieder heim. Meist fehlt einfach Sonne und Licht, um aus der tristen Grundstimmung herauszukommen.

  1. Stehen Plätzchenbacken, Glühweintrinken und Weihnachtsmarktbesuche auch auf eurem Adventsplan? Verratet ihr uns ein Lieblingsplätzchenrezept?
Gregor zeigt auf seinen Mann:
Das ist wohl eher dein Thema.
Martin:
Ich liebe Weihnachten seit meiner Kindheit. Es ist schade, dass die Vorweihnachtszeit im Laufe der Jahre viel von dem Zauber verliert, den sie hatte, als man klein war. Als Junge konnte ich es kaum erwarten, dass endlich die vierte Kerze am Adventskranz angezündet wurde. Schließlich wusste ich, dass dann Heiligabend nicht lange hin war und der Weihnachtsmann endlich kam. An den habe ich ziemlich lange geglaubt, bis mir irgendwann doch seltsam vorkam, dass mein Onkel Udo immer genau dann nicht da war, wenn der Weihnachtsmann an der Tür läutete und die Geschenke brachte. Fortan war ich um eine Illusion ärmer, aber die Geschenke haben mich jedes Jahr darüber hinweggetröstet. Noch heute schmücke ich unsere Wohnung zum Ärger meines Mannes mit Lichterketten und kleinen Accessoires wie Engeln, Sternen, Elchen und kleinen Weihnachtsmännern. Sobald die Weihnachtsmärkte in der Stadt öffnen, schleppe ich Gregor dorthin. Der Glühwein ist wohl das einzige, was ihm die Besuche erträglich macht.
Gregor:
In der heutigen Zeit kann man gerade auf Weihnachtsmärkten nicht sicher vor terroristischen Anschlägen sein. Erinnerst du dich, dass wir ursprünglich genau an dem Tag hingehen wollten, als der LKW in die Menge fuhr? Manchmal ist es auch gut, wenn die Arbeit dazwischen kommt und man keine Zeit für so etwas hat.
Martin:
Das ist ein schreckliches Thema, was wir hier nicht weiter vertiefen sollten. Ich glaube, dass mein Schicksal vorbestimmt ist. Niemand kann sich vor allen Gefahren schützen, ohne den Spaß am Leben zu verlieren. Wenn in dem großen dicken Buch steht, dass ich zur falschen Zeit am falschen Ort sein soll, dann ist es so. Ich glaube aber fest an mein Glück. Lass uns lieber zurück zum Thema kommen. Meine Mutter backt die besten Plätzchen der Welt. Wir bekommen jedes Jahr eine riesige Schale. Zum Glück haben wir unterschiedliche Favoriten und kommen uns so selten in die Quere. Ich liebe die Haselnussbusserl, bei denen gemahlene Haselnüsse leicht angebraten werden, mit Eischnee und etwas Mondamin vermischt und mit einer ganzen Nuss belegt auf einer Oblate gebacken werden. Das ist so lecker! Gregor hingegen vertilgt zuerst sämtliche Schwarzweiß-Kekse, also teils mit Kakao vermischte Mürbeteigplätzchen.

  1. Gibt es Dinge oder ein bestimmtes Ritual, auf das ihr in der Vorweihnachtszeit nicht verzichten möchtet?
Gregor schüttelt den Kopf, doch Martin antwortet sofort ohne weiteres Nachdenken:
Wir haben immer einen Adventskranz mit roten Kerzen. Überhaupt brennen in der Vorweihnachtszeit immer Kerzen bei uns. Auch wenn wir den Heiligabend bei meinen Eltern feiern, so haben wir doch einen eigenen Weihnachtsbaum, der traditionell bis zum 6.Januar stehen bleibt. Glühwein und Kekse gehören dazu und am Heiligabend der Besuch der Mitternachtsmesse.
Gregor:
Vor der ich mich leider meist nicht drücken kann.
Martin:
Er will nur nicht zugeben, dass er die Stimmung in der Kirche eigentlich ganz schön findet.
Gregor:
Ich kann mit diesem ganzen christlichen Zeug nicht viel anfangen. Wenn es einen Gott gäbe, würde er dann wirklich all die schrecklichen Dinge geschehen lassen, die ich jeden Tag sehen muss? (Er lenkt ein.) Über die Jahre habe ich mich jedoch so sehr daran gewöhnt, dass es mir fehlen würde. Ich mag die Lichter, die Musik und vor allem den Glanz auf euren Gesichtern. Du stehst deiner Mutter da in nichts nach, während dein Vater mit Sicherheit auch nur wegen des häuslichen Friedens mitgeht. Ich habe mich nur noch nicht getraut, ihn mal zu fragen.

  1. Echter Weihnachtsbaum oder Plastiktanne? Bunte oder einfarbige Dekoration?
Martin:
Auf jeden Fall eine echte Tanne. Meine Schwester hat seit Jahren einen Plastikbaum, weil ihr Mann allergisch auf den Tannenduft reagiert. Der sieht jedes Jahr gleich perfekt aus, doch für mich macht gerade das Schiefe und Unperfekte den Reiz aus. Wir haben oft Bäume, die etwas schief gewachsen sind. Allzu bunte Dekorationen erinnern mich immer an amerikanische Weihnachten. Ich halte es da lieber sehr traditionell, meist mit rotem Schmuck. Seit unsere Freunde Kinder haben, hängen wir mit Stolz auch die selbstgebastelten Sterne und Figuren an unseren Baum.
Gregor:
Bloß kein Lametta, das finde ich wirklich grässlich.
Martin:
Mag ich auch nicht besonders. Lieber ganz viele kleine Lichter, die den Baum erstrahlen lassen. Als ich klein war, kann ich mich sogar noch an den Weihnachtsbaum mit echten Kerzen erinnern. Aber als einmal der Teppich einen riesigen Brandfleck bekommen hat, ist meine Familie dann auch zu Lichterketten übergegangen. Heute haben wir oft kleine Kinder zu Besuch, da wäre mir das viel zu gefährlich.

  1. Wie verbringt ihr die Weihnachtstage? Kuschelig oder lieber als großes Fest mit Familie und Freunden?
Gregor:
Heiligabend verbringen wir traditionell immer bei meinen Schwiegereltern. Mein Vater ist schon lange tot und der Kontakt zu meiner Mutter und dem Rest der Familie eher sporadisch. Zum Glück hat Martins Familie mich von Anfang an ohne Vorbehalte in ihrem Kreis aufgenommen. Hier spüre ich mehr familiären Zusammenhalt als ich in meiner eigenen Familie je gespürt habe. Meine Kindheitserinnerungen an Weihnachten sind auch nicht die besten. (Er macht eine Pause, bevor er dann doch fortfährt.) An mindestens einem Feiertag muss ich meist arbeiten, doch den anderen verbringen wir am liebsten zuhause. Wenn es zeitlich klappt, laden wir Freunde zu einem gemütlichen Abend mit Raclette und Wein ein, bei dem die Kinder noch einmal beschert werden und wir das Jahr noch einmal Revue passieren lassen.
Martin:
Wenn man mit einem Polizisten zusammen ist, muss man damit leben, auch Feiertage manchmal allein verbringen zu müssen. Gerade an Weihnachten haben die Kollegen mit Kindern eher ein Anrecht auf Freizeit. Das ist auch gut so. Wir machen es uns so schön wie möglich und genießen die Zeit sehr, egal ob allein oder mit Freunden zusammen. Nur am Heiligabend würde mir etwas fehlen, wenn ich nicht mit meiner Familie zusammen sein könnte.

Vielen Dank! 
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