Dienstag, 2. August 2016

Gartenglück

Es ist erst knapp ein halbes Jahr her, seit ich mehr oder weniger über Nacht zu einem Gartenbesitzer wurde. Schon jetzt habe ich das Gefühl, dass ich ihn nicht mehr missen möchte und genieße jede Minute, die ich in meiner kleinen grüne Oase verbringen kann.
Zugegebenermaßen funktioniert die Sache mit dem Schreiben an der frischen Luft bisher noch nicht so gut, aber das liegt vermutlich daran, dass es einfach noch so verdammt viel zu tun gibt. Im Grunde ist es eine Mischung aus Baustelle und wilder grüner Hölle, mit Blumen, Obst und Gemüse.
Es ist echt ein tolles Gefühl, die ersten Zucchini, Gurken, Tomaten und Bohnen zu ernten und dabei zuzusehen, wie die beiden Kürbisse wachsen. Ich mag die vielen Blumen in meinem Garten und natürlich auch den Kitsch, den ich hier und da hingestellt habe. Ich quietsche sogar ein bisschen, wenn die Solarlampen abends angehen.
Am meisten genieße ich jedoch die Ruhe. Einfach abschalten und die Natur genießen. Es ist toll in der Erde zu buddeln. Ich liebe es dabei zu helfen, dass unser winziges Holzhäuschen bald bewohnbar ist.

Manchmal sitze ich einfach auch nur abends auf der Hollywoodschaukel und sehe in den Himmel. Ich höre den Vögeln zu, genieße das Rauschen des Windes und den wunderbaren Duft nach frischem Gras.
Gerade in den letzten Tagen konnte ich spüren, wie ich zur Ruhe komme und neue Kraft schöpfe. Eigentlich habe ich mich nie als "Gartenmensch" gesehen und vermutlich werde ich auch nie lernen, wie all die schönen Blumen und Büsche und Gewächse heißen, die mein Leben so viel bunter machen. Ich sehe mich auch nicht, aus Kräutern Teemischungen herstellen oder bei Vollmond den Garten umgraben. Manche Dinge werden mir wohl ein ewiges Rätsel bleiben und ich schätze, mein Garten wird auch immer diesen wilden Touch haben.
Möglicherweise ist es genau der Abstand, den ich schon eine ganze Weile gesucht habe.  Es gibt so viele Dinge, die in meinem Kopf durcheinander gehen und so viele Erlebnisse, für die ich offensichtlich den richtigen Blickwinkel verloren habe.
Im Garten zu sitzen, erdet mich und sorgt dafür, dass auch die Ideen wieder besser fließen. Im Grunde ist es doch genau das, was ich wollte: Geschichten erzählen und die Leser unterhalten. Natürlich kann ich auch nicht leugnen, dass diese wunderbar entspannende Ruhe nicht alles ist, was ich brauche. Ich vermute, ich werde diesen Teil, der sich unter die Leute mischen will, der Hektik und Aufregung braucht und verrückte Dinge erleben will, nicht für ewig einsperren. Es gibt schließlich so einige Versuchungen, denen ich mit Sicherheit früher oder später erliegen werde.
Irgendwann am Anfang des Jahres hatte ich geschrieben, dass 2016 das Jahr der zweiten Teile wird. Das scheint tatsächlich zu stimmen. Ich habe endlich die ersten Kapitel von Daniels Geschichte geschrieben (Teil zwei zu "positiv verliebt") und Jo und Danny sind ebenfalls in Arbeit ( Teil zwei zu "Wenn es Liebe ist").
Es sieht also gar nicht schlecht aus, dass es bald wieder etwas Neues von mir gibt.
Mit Sicherheit gebe ich der Schreiberei im Garten auch noch eine weitere Chance. Spätestens im nächsten Jahr werde ich mir eine gemütliche Schreibecke einrichten. Man braucht schließlich immer neue Herausforderungen.


1 Kommentar:

  1. Hallo Karo,

    ich weiß ganz genau was du meinst. Es ist ein tolles Gefühl im Garten zu wühlen und dann zu sehen, wie er es dir dankt, wenn alles blüht und summt. Ich wünsche dir ganz viel Freude mit deinen Garten.

    LG Piccolo

    PS: Ich freue mich jetzt schon unheimlich auf Daniels Geschichte.

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