Mittwoch, 20. Juli 2016

Sommerfeeling

In diesem Jahr war alles irgendwie anders. Das fing schon damit an, dass ich mich spontan gegen das Zelt und für ein kleines Ferienhaus auf Rügen entschieden habe. Kurzfristig und Rügen bedeutet ziemlich teuer und wenig Platz.
Unser Häuschen war winzig, aber okay. Bis zum Hafen waren es keine fünfzig Meter, bis zum Strand knapp zwei Kilometer, die wir allerdings nur einmal gelaufen sind. Mit dem ganzen Badezeug war meinen Männern das zu aufwenig, vor allem in Anbetracht, dass uns meistens der Regen vom Strand verscheucht hat.
Wie immer, an der Ostsee hatten wir ein wildes Wettergemisch von Sonne, Regen, Sturm, Gewitter und Hagel. Wir hatten hohe Welle und eine beinahe spiegelglatte Wasserfläche, lange Strandspaziergänge und wilde Wasserschlachten. Die Suche nach Hühnergöttern und Donnerkeilen wurde exzessiv betrieben und dabei einmal mehr festgestellt, wie oft das männliche Geschlecht sich in der Natur wiederfinden lässt. "Das sieht aus wie ein Penis", war quasi der zweithäufigste Satz des Urlaubs.
Von den Störtebeker Festspielen war icn persönlich in diesem Jahr ein bisschen enttäuscht. Eigentlich wäre es ja der vierte Teil und damit auch der letzte einer Reihe gewesen, was dem Störtebeker den Kopf gekostet hätte... leider haben sich die Macher da wohl umentschieden und eine, für mich, recht langweilige Story gebracht. Der Held ging in der Geschichte vollkommen unter, aber insgesamt war es ein schöner Abend. Die Jungs mochten es und das ist irgendwie immer noch am wichtigsten.
Rügen hat so viele schöne Aus-und Ansichten, dass ich am liebsten die ganze Zeit mit der Camera unterwegs gewesen wäre. Ich bin ja leider nicht so eine gute Fotografin, aber ich knispe trotzdem gern wild drauf los.






Wie immer verging die Zeit viel zu schnell. Am Anfang brauche ich eine Weile, bis ich mich auf "Urlaub" einlassen kann und dann ist er auch schon vorbei. An dieser Stelle seufze ich tief, auch wenn ich mich schon sehr darauf freue, endlich wieder zu schreiben.
Es freut mich, dass euch meine kleinen Kuss- Geschichten gefallen haben. Ob es da irgendwann mal mehr von der einen oder anderen Geschichte geben wird, vermag ich im Moment nicht zu sagen. Es waren recht spontane Einfälle, aber man weiß ja nie, was die Muse plötzlich bereithält.

Wieder zu Hause, wieder am Schreibtisch, wieder voller Pläne ... Auch wenn ich versucht habe, im Urlaub kaum über das Schreiben nachzudenken, so ist mir das nicht komplett gelungen. Zum Glück haben sich keine neuen Plots eingeschlichen, denn im Moment habe ich wirklich genug mit den vorhandenen Ideen zu tun. Dafür habe ich ein bisschen über die letzten Wochen nachgedacht und auch ein wenig darüber, was ich will und was ich mir wünsche. Es gab da ein paar Dinge, die für mich nicht so gut gelaufen sind. Ich "durfte" eine wirklich unangenehme Erfahrung machen, die mich ins Grübeln und zum Zweifeln gebracht hat. So sehr, dass ich sogar eine Veranstaltung abgesagt habe, auf die ich mich seit Anfang des Jahres gefreut habe. Nun wird sie im August ohne mich stattfinden, was mein Herz bluten lässt. Dafür werde ich mir zum Ausgleich an diesem Samstag etwas gönnen, was ich schon seit einigen Jahren erleben wollte. Ganz für mich allein unter vielen ... vorausgesetzt mich verlässt der Mut nicht.

Und noch etwas war in diesem Jahr anders: Eigentlich decke ich mich immer mit neuen Büchern für den Urlaub ein. Das habe ich auch getan, allerdings hatte ich dann keine Lust sie zu lesen. Stattdessen wurde es ein Re-Reading Urlaub. Meine Begleiter will ich euch natürlich nicht vorenthalten.
  • Was du mir gibst von Jeanette Grey
  • Kaktuskavalier von A.C. Lelis
  • Black-out mit Folgen von France Carol
  • [sub]optimal von A.C. Lelis
  • [Off]switch von A.C. Lelis
Wie man sieht, war es ein bisschen Lelis- lastig, aber ich verliere mich immer wieder in ihren Büchern. Im Übrigen musste ich feststellen, dass mein kleiner Sohn, der eigentlich ebenso wie sein Bruder ein Lesemuffel ist, immer wieder versucht hat, mitzulesen. Natürlich sind das nicht gerade Bücher, die ein knapp 14-jähriger mitlesen sollte, deshalb habe ich den Kindle auch immer demonstrativ ausgeschaltet. Am letzten Tag am Wasser sagte er trotzdem schnaufend: "Schon wieder Andy?"
Die neuen Bücher werde ich sicherlich auch irgendwann lesen, aber jetzt steht mir der Sinn doch eher nach schreiben.
Der Urlaub war schön, sehr in Familie und wunderbar entspannend. Trotzdem habe ich das Campingfeeling ein bisschen vermisst.




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