Mittwoch, 6. Juli 2016

Internationaler Tag des Kusses

Heute ist der internationale Tag des Kusses.
Ich finde es ja immer wieder spannend, was es alles für verrückte Feiertage gibt. Allerdings gefällt mir so ein Kuss-Tag, denn das ist etwas, was ich durchaus selbst mit Leidenschaft betreibe.
In diesem Fall kam mir jedoch sogar eine kleine Blogidee. Da ich mich momentan im Urlaub befinde, lasse ich euch eine kleine "Kuss-Serie" hier. Heute geht es mit der ersten Minigeschichte los, eine weitere folgt am Freitag und dann am nächsten Dienstag (nicht, dass ihr mich in meiner kleinen Auszeit vergesst *lach*)
Ich hoffe, ihr habt Spaß mit den Geschichten.
(da mir diese Aktion mal wieder recht spontan eingefallen ist, sind die Texte unkorrigiert)
Die hübschen Bilder dazu hat Caro Sodar für mich gestaltet. Sie ist echt ein Cover-Engel.
Los gehts:

Begrüßungskuss

Unsicher schaue ich mich um, aber auf den ersten Blick kann ich ihn zum Glück nirgendwo zwischen den Leuten entdecken.
Wir treffen uns im Sommer häufig am See, um ein bisschen zu feiern. Thomas und Steffen stehen am Grill und kümmern sich darum, dass die Steaks und Würstchen, die jeder selbst mitbringt, braun werden. Der Wind weht den Duft von Fleisch zu mir herüber und sorgt dafür, dass mein Magen zu knurren beginnt. Ich nehme einen letzten Schluck aus der Bierflasche und schlendere zu dem beachtlichen Getränkevorrat. Mein Blick schweift über die Leute. Die meisten kenne ich von der Uni, aber nur wenige davon würde ich als Freunde bezeichnen. Wir sind ein lockerer Haufen, haben aber immer viel Spaß hier am Wasser.
Ihn sehe ich noch nicht, dabei habe ich fest damit gerechnet, dass er heute ebenfalls erscheint. Ich presse für einen Moment die Augen zusammen, um das flattrige Gefühl in meinem Bauch loszuwerden. Wieso musste ich mich ausgerechnet in den heißesten Kerl verlieben? Nicht nur das ... ich konnte ja auch nicht nein sagen, als er mich vor ein paar Tagen im Club in den Darkroom verschleppt hat. Die ganze Zeit habe ich mir eingeredet, dass es nur um Befriedigung geht, schneller Sex, ein bisschen Spaß … leider sieht mein verdammtes Herz die Sache ganz anders. Ich kriege diesen Kerl einfach nicht aus meinem Kopf. Das ist so unglaublich idiotisch und ärgerlich.
Ich stelle die leere Flasche in den Kasten, zögere einen Moment und verzichte schließlich auf ein weiteres Bier, obwohl ich mich am liebsten rettungslos besaufen möchte.
Unruhe macht sich in mir breit. Er ist noch immer nicht da. Ich sollte froh sein, aber irgendwie bin ich auch neugierig auf eine Reaktion. Ich erwarte, dass er mich ignoriert. Das würde vielleicht mein Herz beruhigen und die verdammten Gefühle verschwinden wieder. Leider waren sie schon vor dem Sex da … Es war einfach ein bescheuerter Fehler. Ich hätte ihn einfach weiterhin aus der Ferne beobachten können, ein bisschen von ihm träumen, ein klein wenig leiden und dann darauf hoffen, dass es wieder vergeht. Ihn zu berühren und in mir zu spüren, hat die Sache nur unnötig verstärkt und eine irrsinnige Hoffnung geweckt.
Als ich erneut die Umgegend scanne, entdecke ich ihn.
„Marcel“, flüstere ich keuchend und kann mich von seinem Anblick nicht losreißen. Es ist so ungerecht, dass ein einzelner Mann dermaßen sexy aussieht. Viel zu perfekt und damit auch viel zu egoistisch und selbstverliebt. Er dreht eine Runde, begrüßt jeden persönlich. Küsschen rechts und links für die Frauen. Die coolen Kerle begrüßen sich mit Handschlag und einer kurzen, männlichen Umarmung. Ein strahlendes Lächeln, eine kurze Unterhaltung. Er weiß, wie man sich in Szene setzt. Die leicht gebräunte Haut schimmert in Schein der untergehenden Sonne. Das Muskelshirt betont seinen perfekt geformten Oberkörper. Die Shorts hängen lässig auf den Hüftknochen. Ich will ihn nicht dermaßen auffällig anstarren, aber ich kann mich auch nicht ablenken. In diesem Moment wünschte ich mir, eines der Mädchen zu sein. Ich würde alles für einen Kuss geben. Leider gehöre ich auch nicht zu den megacoolen Typen. Ich bin … der schwule Kerl, der irgendwie dabei ist, aber nicht wirklich dazugehört. Ein bisschen zu schwul, nicht genug, um ständig mit Frauen abzuhängen, aber eben auch nicht … Seufzend drehe ich mich weg. Diese Selbstgeißelung muss aufhören. Am besten, ich versuche es am Wochenende mit einem anderen Kerl im Darkroom. Es kann ja nicht so schwer sein, ihn mir aus dem Gehirn ficken zu lassen.
Mein Herz beginnt schneller zu pumpen, je näher er kommt. Vielleicht wäre ein weiteres Bier doch keine schlechte Idee gewesen. Immerhin hätte ich mich an der Flasche gewissermaßen festhalten können.
„Hallo Marcel“, sage ich schließlich, als er vor mir steht und strecke ihm die Hand entgegen. Was als möglichst neutrale Geste gedacht ist, entpuppt sich nun als Fehler. Denn er zieht mich zu sich heran und sorgt dafür, dass ich das Gleichgewicht verliere und unsanft gegen seine Brust pralle. Sein leises Lachen jagt mir eine Gänsehaut über den Körper.
„Schön, dich so nah zu haben, Jonas“, flüstert er viel zu dicht an meinem Ohr.
„Ich .. ähm, das war nicht mit Absicht“, erwidere ich verwirrt, löse unsere noch immer verschränkten Finger und versuche, Abstand zwischen uns zu bringen.
„Schade“, raunt er, umschließt mit seinen Händen mein Gesicht und zwingt mich, ihn anzusehen. Meine Beine werden ganz weich, als ich in den blauen Augen meines Gegenübers versinke. Ich schlucke schwer, während das Blut in einem Höllentempo durch meinen Körper rauscht.
Sein Gesicht kommt näher und ich halte die Luft an. Die erste Berührung unsere Lippen ist wie ein elektrischer Schlag, der sämtliche Nerven entzündet. Ich kann nichts dagegen machen, dass meiner Kehle ein sehnsüchtiges Wimmern entkommt. Erneut berührt er meinen Mund. Diesmal mit mehr Nachdruck. Winzige Küsse, die ich kaum erwidern kann. Ein sanftes Zupfen an meiner Unterlippe, Zähne, die die sensible Haut reizen, eine Zunge, die entschuldigend darüber fährt. Ich halte still, bin unfähig mich zu bewegen, habe Angst den Augenblick zu zerstören.
„Darauf habe ich die ganze Woche gewartet“, sagt Marcel leise und reißt mich aus meiner Starre. Seine Hände verschwinden von meinem Gesicht und legen sich stattdessen besitzergreifend auf meinen Hintern. Er zieht mich dicht zu sich heran. Noch immer habe ich das Gefühl, in einem Traum gefangen zu sein und fürchte mich davor, jeden Moment zu erwachen. Das kann einfach nicht sein ... niemals würde Marcel mich küssen, schon gar nicht hier am See, vor all den Leuten.
„Was tust du?“, erkundige ich mich schließlich mit rauer Stimme.
„Ich locke dich und hoffe, dass du irgendwann reagierst und mich nicht auflaufen lässt.“
Noch ehe die Worte mein matschiges Gehirn erreicht haben, platziert er weitere federleichte Küsse auf meinen Mund.
„Auflaufen?“, murmle ich und begreife überhaupt nicht, was hier mit mir geschieht.
Eine Hand wandert von meinem Arsch, über den Rücken bis hinauf zu meinem Nacken. Die Finger greifen nach meinen Haaren. Heftige Schauer laufen über meine Körper.
„Zuerst machst du mich mit deinen Blicken verrückt, dann schaffe ich es endlich, dich abzuschleppen, aber du verschwindest danach wortlos. Ich hatte echt Sorge, ob du heute überhaupt hier auftauchst. Aber zum Glück bist du da.“
„Ja“, sage ich vollkommen sprachlos.
„Und jetzt halte ich dich fest, damit du mir nicht erneut entkommst.“
„Du hältst mich fest?“
„Natürlich.“ Die Hand an meinem Hintern packt zu und entlockt mir ein Keuchen.
Ich schließe für einen Moment die Augen, atme tief durch und setze alles auf eine Karte. Stürmisch schlinge ich meine Arme um seinen Hals und presse meinen Mund auf seinen. Marcel reagiert mit einem Seufzen, das nicht nur meinen Schwanz hart werden lässt, sondern mein Herz zum Stolpern bringt. Seine Zunge bittet um Einlass und die Welt beginnt sich schneller zu drehen.
Es ist verrückt … perfekt … atemberaubend …
„Na endlich“, höre ich eine Stimme neben uns. „Hast du den Kleinen doch noch eingefangen? Dann hat dein Leiden ja nun ein Ende.“
Marcel löst sich knurrend von mir und wirft dem Kerl neben uns einen grimmigen Blick zu. Dieser haut ihm lachend auf die Schulter.
„Leiden?“, erkundige ich mich fassungslos.
„Nicht mehr wichtig“, erwidert er und auf seinen Wangen erscheint tatsächlich ein Hauch Rot. Unglaublich!
Marcel greift nach meiner Hand und zieht mich hinter sich her. Abseits der Gruppe, lässt er sich ins Gras fallen. Ich setze mich neben ihn und starre ihn neugierig an.
„Genau dieser Blick“, sagt er schmunzelnd. „Damit hast du dich in mein Herz geschmuggelt. Ich dachte, es wird besser, wenn wir ficken … aber, damit hast du mich erst recht süchtig gemacht. Ich will mehr von deinem Körper, mehr von diesem unglaublichen Lauten und ich will vor allem … mehr von dir.“
„Das ist...“, sage ich und weiß nicht weiter, denn mein Kopf ist vollkommen leer.
„Bescheuert, ich weiß“, behauptet Marcel und rupft frustriert ein paar Grashalme heraus.
„Wunderbar“, rufe ich und werfe mich grinsend auf ihn. Erneut finden sich unsere Lippen. Noch nie war ein Kuss so voller süßer Versprechungen und gleichzeitig dermaßen erregend, dass ich mir sicher bin, jeden Moment zu explodieren.

Zwei Monate später weiß ich, dass Marcel selbst aus einem kleinen Begrüßungskuss ein erotisches Abenteuer machen kann. Der Kerl ist verrückt … verrückt nach mir und ich kann nicht genug davon bekommen.

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Am Freitag gibt es einen neuen Kuss!


Kommentare:

  1. Draußen regnet es gerade und ist recht kalt, doch bei deiner Geschichte ist man mitten drin im Sommer am See.
    Tolle Idee, ich freue mich schon auf die nächsten Geschichten.
    LG
    Martina

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  2. Wunderschöne Geschichte!

    LG Sabrina

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  3. moin karo :) vielen dank für diese knuffige geschichte zum frühstück :) so machts gleich nochmal soviel spass lg hauselfe petra

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  4. Gottchen, war das wieder eine tolle Geschichte. Danke dafür!!!!

    Alles Liebe
    Christina

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  5. Klein aber fein, trifft es hier wohl voll auf den Punkt. Sie sind süß und passen perfekt zum Sonnenschein, der seit Tagen endlich mal wieder durchblitzt. Danke und freu mich auf Freitag. Schönen Urlaub weiterhin.

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  6. Hey Karo,
    ich hoffe und deine Familie habt einen schönen Urlaub. Dankeschön für diese süße kleine Geschichte.
    LG Piccolo

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