Samstag, 23. April 2016

Zum Welttag des Buches

Überraschung! Wie in jedem Jahr trifft es mich einigermaßen unvorbereitet und doch soll dieser Tag auf meinem Blog nicht in Vergessenheit geraten.
"Ich schenk dir eine Geschichte" ist der Untertitel dieses besonderen Tages, an denen eine Menge blogger, Buchhändler und Autoren den Spaß an Büchern, Geschichten und allgemein am Lesen wieder in das Bewusstsein der Menschen bringen wollen. Eine Aufgabe, die ich goßartig und wichtig finde.

Ich kann mir ein Leben ohne Bücher, egal ob gedruckt oder digital gar nicht vorstellen. Ohne meinen Reader gehe ich kaum aus dem Haus und über den monatlichen "Verzehr" von Büchern will ich weder eine Statistik führen, noch mir Gedanken machen.
Obwohl mich oft eine latente Müdigkeit plagt, schaffe ich es problemlos eine ganze Nacht durchzulesen, wenn mich ein Buch fesselt. Ich gehöre zu denen, die schnell zum Ende kommen wollen, sich dann ärgern, dass es SO schnell zu Ende gegangen ist und dann anfangen mehr oder weniger quer zu lesen. Ich liebe es, mir besondere Stellen herauszusuchen und sie wieder und wieder zu lesen.

Es gibt Bücher, die mich beeindrucken. Es gibt welche, die meine Seele berühren und einige, die dafür sorgen, dass ich mein eigenes "Talent" in Frage stelle.

Ich lese und schreibe gern und freue mich, dass so viele Leute an meinen Geschichte Anteil nehmen.
Hin und wieder stoße ich jedoch für mich selbst an Grenzen. So habe ich in der letzten Woche eine Kurzgeschichte geschrieben, die mich emotional aufgewühlt hat. Ich glaube, sie ist ziemlich gut geworden, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich für eine Anthologie geeignet ist.
Zum ersten Mal frage ich mich, wie viel eigene Erfahrung in so einer Geschichte sein sollte. Sie ist ja schließlich nicht autobiographisch, sondern eigentlich eher zur Unterhaltung gedacht. Ich hätte auch niemals vermutet, dass ich das Bedürfnis haben würde, so ein persönliches Thema zu verarbeiten. Es fühlt sich nicht falsch an. Ich mag auch, was ich geschrieben habe, aber ich frage mich, ob es wirklich nötig ist, den Lesern eine Geschichte dieser Art vorzusetzen...

Natürlich fließen in jede meiner Geschichten auch persönliche Erfahrungen ein. Tobi als Floorballtrainier hat ein sehr reales Vorbild. Von Kadir brauche ich wohl gar nicht erst anzufangen. Das Indianerfest, das Julian in der Kita feiert, ist inspiriert durch eine Menge Bilder aus Kitazeiten meiner Söhne. Die Walpurgisfeier, auf der Janosch endlich seinem Teufel näher kommt, ist ebenfalls Teil meines Erfahrungsschatzes (nicht mit dem Teufel)

Als Autor findet man viele inspirierende Dinge, wenn man sein Umfeld beobachtet. All die lustigen Sprüche über Autoren und deren Bedürfnis, verschiedene reale Erlebnisse oder Menschen in ihren Geschichten zu verarbeiten, entsprechen durchaus der Wirklichkeit.
Manchmal ist es genau die Szene, die noch gefehlt hat. Manchmal der Aufhänger für ein ganzes Buch und hin und wieder schreibt man sich auf diese Art einfach frei.
Ich weiß, dass es nicht nur schöne und fluffige Geschichten geben kann, aber ehrlich gesagt, lese ich die anderen selbst gar nicht gern. Weshalb will ich so etwas überhaupt den Lesern zumuten? Nur weil ich diese Art auch irgendwie beherrsche?
Ein paar Tage Zeit bis zum offiziellen Abgabetermin habe ich noch ...

Aber davon abgesehen, ist heute ja ein wunderbarer Feiertag.
Schnappt euch ein Buch und genießt eine Geschichte, ganz so, wie ihr es mögt: lustig, traurig, voller Fantasie und Magie, voller Liebe oder Erotik.

Lasst uns diese wunderbare Symbiose feiern, wie sie nur zwischen Lesern und Autoren besteht! 

Und für alle, die nur wenig Zeit haben oder vielleicht einen kleinen Happen zwischen zwei großen Büchern suchen: 


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