Samstag, 30. April 2016

Bloggeburtstag Tag 6


Für die letzten beiden Tage meiner Geburtstagswoche hatte ich ursprünglich etwas anderes geplant. Aber wer bin ich, dass meine Pläne funktionieren? Genau, sowas passiert mir nur höchst selten und schon gar nicht über einen längeren Zeitraum.

Heute ist Walpurgisnacht. An dieser Stelle sollte eigentlich eine kleine Geschichte erscheinen, aber am Ende war die Zeit doch knapper, als gehofft. Vielleicht erscheint sie irgendwann demnächst, jetzt tummelt sich der Anfang zwischen all den anderen angefangenen Ideen auf meinem Laptop.
Da liegt schon eine Menge Material herum, aber ich bin mir sicher, dass für jede Geschichte der richtige Zeitpunkt irgendwann kommt.

Das, was stattdessen hier erscheint, hat irgendwie auch etwas Hexiges ... vielleicht sogar Teuflisches: Ich dachte mir, ich schreib auch mal etwas zum Thema:
Rezensionen, Reviews und Kommentare
In letzter Zeit kocht das Thema an allen Ecken und Enden hoch. Wir alle haben den Eindruck, dass es wirklich immer weniger Feedback gibt, sowohl im Kauf- als auch im Onlinebereich. Natürlich mache ich mir als Autorin ebenfalls Gedanken darüber, aber ... und hier kommt vermutlich die Hexe in mir hoch ... sie sind sie ein wenig anders, als das, was ich meist dazu gelesen habe.

Grundsätzlich geht es mir natürlich wie jedem Autor/Schriftsteller/Schreiberling. Feedback ist die Luft zum Leben. Eine Geschichte oder ein Buch zu schreiben und es zu veröffentlichen ist immer wieder eine große und aufregende Angelegenheit. Diese Aufregung löst sich erst dann ein wenig, wenn die ersten Rückmeldungen der Leser kommen. Im Idealfall verwandelt sie sich in Euphorie, über die andere Alternative will ich lieber nicht nachdenken.

Eure Kommentare sind ein Teil  meiner Kreativität und Motivation. So wie jeder andere auch, freue ich mich über Sterne, Herzen, Daumen oder was es da noch gibt. Ich bin dankbar für jede Wortmeldung und natürlich muss ich auch mit Kritik leben. Nicht jedem kann jede Geschichte gefallen. Dann heißt es eben: "Aufstehen, Krone richten und weiterschreiben! (manchmal auch einen Schnaps trinken, ein bisschen Trost suchen oder auch mal bitterlich heulen)

Was mir allerdings wirklich gar nicht gefällt, sind diese ganze Vorschriften wie und in welcher Form ein Feedback geschrieben werden sollte.
Ehrlich gesagt, finde ich es sogar richtig furchtbar, dass irgendjemand festlegen will, wie so eine Meinung geschrieben werden sollte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese "Richtlinien und Hinweise", im Idealfall noch von Autoren als Hilfe verfasst, genau dazu führen, dass immer weniger Leser sich trauen, ein paar Worte zu schreiben.
Ich bekomme so oft Rückmeldungen per Chat oder email, in denen mir Leser schreiben, wie gut ihnen ein Buch gefallen hat, aber sie sich nicht gut genug schreibend fühlen, um das auch bei Amazon oder in anderen Portalen zu veröffentlichen. Das finde ich wirklich traurig und deshalb sage ich an dieser Stelle ganz deutlich: Für mich gibt es nur eine Regel und die besagt, dass man Anstand bewahren und nicht übergriffig werden sollte.

Vermutlich liegt es an dem irreführenden Begriff "Rezension" bei Amazon. Hier geht es doch in erster Linie um eine Bewertung, darum seine Meinung zu einem Produkt oder einem Buch aufzuschreiben. Sicherlich haben blogger oder echte Rezensisten einen höheren Anspruch und geben sich auch viel Mühe, ausführlich über ein Buch zu schreiben. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ein Leser seine Meinung zu einem Buch äußert.
Ich brauche keine ausführliche Inhaltsangabe. Niemand muss jeden einzelnen Charakter meiner Bücher analysieren, jede Verhaltensweise auf Glaubwürdigkeit überprüfen, recherchieren, ob der Baum, unter dem der erste Kuss stattfand, auch wirklich genau an dieser Stelle steht. Ich finde es nicht nötig, darüber einen langen Beitrag zu schreiben, wie mein Schreibstil ist oder es es nötig ist, in der "ich-Form" zu schreiben. Kein Leser muss sich darüber Gedanken machen, ob ich ein Thema größer, zu groß, intensiver oder oberflächlicher hätte behandeln sollen. Cover, Klappentext, Schwanzgröße ....

Versteht mich nicht falsch. Es ist toll, wenn ich Rezensionen lese, bei denen ich das Gefühl habe, der Leser hat länger dafür gebraucht, als ich für das ganze Buch. Natürlich ist es super, wenn es Leute gibt, die sich dermaßen lange und intensiv mit meinen Werken beschäftigen... aber ehrlich, das sollte nicht der Standard oder die Meßlatte sein.
Wir leben in einer zumeist schnelllebigen und stressigen Zeit. Wer sich Zeit zum Lesen nimmt, sollte sich nicht genötigt fühlen, hinterher einen fünfseitigen Aufsatz zu verfassen, der sowohl inhaltlich als auch schreibtechnisch den Anforderungen eines Deutschprofessors gerecht wird.
Nein, für mich geht es um ein Feedback. Ich freue mich, über ein: Das Buch hat mir gefallen oder Ich hatte ein wunderbares Lesevergnügen oder ...
Wer es schafft, mehr als fünf Sätze zu schreiben, hat meinen absoluten Respekt verdient.
Und die negative Seite? Ich persönlich lebe tatsächlich nach dem Motto: Hast du nichts Nettes zu sagen, dann schweig.
Das erwarte ich allerdings nicht von meinen Lesern. Es ist nun mal so, dass manche Geschichten nicht gefallen und vielleicht ist man so enttäuscht davon, dass man es eben loswerden möchte. Es ist schön, wenn man dabei den Respekt nicht aus den Augen verliert.
Als Autor sollte ich mit einem Das Buch ist scheiße leben lernen. Allerdings ist es in diesem Fall schon ganz angenehm, wenn da noch ein zweiter oder dritter Satz dazukommen würde. Natürlich ändert das nichts mehr an der fertigen Geschichte, aber vielleicht gibt es ja einen Anhaltspunkt für zukünftige Bücher. Auch das Schreiben ist ein stetiger Lernprozess und jede Kritik ist hilfreich, um besser zu werden.
Hm, jetzt habe ich das Gefühl, selbst eine Anleitung geschrieben zu haben.
Eigentlich möchte ich an dieser Stelle jedoch die Leser nur ermutigen, dass es niemals um eine hochqualifizierte und ausgefeilte Rezension geht, sondern um eine persönliche Meinung, um ein Gefühl, das man mit dem Autor teilen möchte, vielleicht auch um ein Dankeschön dafür, dass man für ein paar Stunden der Wirklichkeit entfliehen und ein bisschen träumen durfte.



Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Hallo Karo,
    das hast du schön gesagt. Ich verstehe, dass Autoren sich nach Feedback sehnen. Ging mir genauso. Aber in erster Linie bin ich Leser und ich gebe gerne ein Feedback, wenn mich ein Buch fasziniert hat, es mich gut unterhalten hat, es mich fesseln konnte. Wenn mich ein Buch nicht so begeistern konnte, habe ich keine Muße dazu, dies kundzutun. Für mich sind Rezensionen trotz allem nicht einfach. Sie sollen schon was aussagen und das kann ich nicht mit ein oder zwei Sätzen. Aber diese Anforderung stelle ich an mich selbst. Kritik übe ich lieber in einer PN oder sogar in einem persönlichen Gespräch, sollte sich die Gelegenheit ergeben. Ich rezensiere nicht sehr viele Bücher, da es mich zu viel Zeit kosten würde und ich oft gar nicht weiß, wie ich es in Worte fassen soll. Ich denke auch, dass man sich als Leser nicht unter Druck fühlen sollte. Eine Rezension ist eine freiwillige Sache, die jeder für sich selbst entscheiden sollte. Es ist ein zusätzlicher Lohn an den Autor, den man nicht von den Lesern "erwarten" kann. Es ist ein Bonus. Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken.
    Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende
    LG Bri

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    1. Das unterschreibe ich :-)
      LG Mimi

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    2. Ich erwarte es ja nicht, aber wenn eine Rückmeldung ein Bonus ist, muss ich ja davon ausgehen, dass all die Geschichten, die diesen Bonus nicht erhalten, schlecht beziehungsweise nicht gut genug sind, um ihn sich zu verdienen. Diese Vorstellung ist gerade ziemlich gruselig für mich.

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    3. Nein, so war das nicht gemeint. Aber als Leser schreibe ich nicht gerne, ich lese lieber. Ich verstehe schon, was du damit meinst und ich verstehe auch, dass es euch freut und motiviert. Aber ein Autor kann einfach nicht erwarten, dass die Leser Feedback geben. Ihr setzt damit die Leser unter Druck. Ein heikles Thema, ich geb es zu. Ich verstehe sowohl die Autoren als auch die Leser. Jeder hat auf seine Weise recht.
      Und ich will mitnichten behaupten, dass ein Buch schlecht ist, weil er kein bzw. weniger Feedback erhält. Bei mir ist es nur so, dass ich oft keine Zeit habe, denn eine Rezi schreibt sich nicht in fünf Minuten, zumindest bei mir. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich auch oft nicht die Gelegenheit. Am liebsten schreibe ich eine Rezi direkt nach Beendigung des Buches. Wenn ich da aber grade unterwegs bin oder im Bett liege, habe ich keine Gelegenheit. Ich fange ein neues Buch an und bin darin gefangen. Dann fehlt mir die Muße, mich hinzusetzen und das vorherige Buch zu bewerten. Zumal mir nicht immer was einfallen will. Es ist alles nicht ganz so einfach. Sorry.

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    4. Ich glaube, wir sind auch ein bisschen vom Thema abgekommen. Eigentlich ging es mir nur darum, dass ich keine vorgeschriebene Form für einen Kommentar, ein Feedback oder eine Rezension brauche. Ich finde, niemand, der gern seine Meinung zu einem Buch abgeben möchte, sollte sich solchen Zwängen unterwerfen bzw. aus diesem Grund nicht schreiben. Alles andere ist ohnehin eine persönliche Einstellung. Ich kann da nichts erzwingen und will es auch gar nicht. ich wünschte mir einfach nur manchmal, dass sich ein paar mehr Leute trauen würden.

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  3. Liebe Karo, ja dies ist ein heikles Thema auch ich habe schon mehrere Rezis verfasst auf Amazon, auch für deine Bücher, die mir immer sehr gut gefallen und ich wirklich jedes von Dir gelesen habe. Für mich kann ich sagen das ich Lust dazu brauche, also je nach Lust und Laune schreibe ich eine Rezension oder eben nicht, es hat nichts mit dem Buch zu tun. Leider habe ich in letzer Zeit ein bisschen aufgehört damit, da ich schon zwei Mal mit einem Kommentar bei Amazon blöd angemacht wurde und ich glaube das ist das grösste Problem! Ich selbst lese die Kommentare der anderen Leser auch sehr oft und was man sich da alles gefallen lassen muss, dass kann einem schon dazu bringen keine Rezis mehr zu schreiben. Sehr oft sind die Kommentar beleidigend oder man wird "verissen" weil man von einem Buch begeistert ist usw. Für mich ist das der Grund warum ich nicht mehr so viele Rezensionen verfasse bei Amazon, eigentlich würde ich es gerne tun, aber wenn ich danach ein schlechtes Gefühl habe, ist es mir das nicht wert.
    GLG Jacqueline

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