Dienstag, 29. März 2016

Osterspaß Teil 5

Ich schaffe es nur äußerst selten, die geplante Anzahl an Kapiteln einzuhalten. Weshalb sollte es bei dieser kleinen Geschichte anders sein? Damit verlängere ich Ostern um einen weiteren Tag und natürlich auch die kleine Gewinnaktion.
Diesmal ist es ... hm, eigentlich ganz leicht, aber möglicherweise auch nicht, weil es nur einen einzigen Hinweis ziemlich am Ende gibt. Deshalb habe ich hier noch einen weiteren Tipp: In der gesuchten Geschichte regnet es unglaublich viel.
Bevor ihr einen letzten Einblick in Freds Leben bekommt, gibt es hier noch die Auflösung des gestrigen Kapitels. Die gesuchte Geschichte war "Willst du ein Eis?"
Gewonnen hat:

SaSiVa
Herzlichen Glückwunsch 
(schick mir deine Adresse bitte per mail an: kath74@gmx.de)

Viel Spaß mit dem kleinen Epilog: 

Ein Nerd im Osternest
 
5.
Eigentlich sollten wir reden. Irgendwie tun wir das auch ... Unsere Körper sind in einem intensiven Gespräch. 
Wir erkunden und schmecken uns, tasten, fühlen, kitzeln. Holgers Stöhnen motiviert mich, die Gänsehaut, die unter meinen Fingern entsteht, erregt mich. 
Blicke, die sich ineinander verhaken, Lippen, die sich sanft berühren, gieriger werden und den anderen am liebsten verschlingen möchten. 
Das Blut rauscht in meinen Ohren, mein Kopf ist voller watteweicher Gedanken. 
Immer wieder tauche ich daraus auf, bin mir sicher, dass wir aufhören sollten und doch kann ich mich selbst nicht dazu animieren, vernünftig zu sein. Es ist ein Rausch, ein wahnsinnig tolles Gefühl ... Es ist gleichzeitig so viel mehr als das. 

Atemlos halten wir inne, sehen uns an, lächeln, seufzen, reiben die Nasen aneinander.
Irgendwie schaffen wir es ins Wohnzimmer, fallen auf ein weiches Sofa und versinken augenblicklich wieder in unendlichen Berührungen und Küssen. 

Störenden Klamotten fliegen durch den Raum. Noch nie war mein Bedürfnis nackte Haut zu fühlen, größer als in diesem Moment. Ich brenne und die Hitze lässt mich ungeduldig werden. Holger lacht leise und sorgt dafür, dass wir beide in schwindelerregender Geschwindigkeit nackt sind. Als das letzte Stück Stoff verschwunden ist, halten wir inne und betrachten uns staunend.

Der Sturm legt sich augenblicklich und weicht einer unfassbaren Ruhe. Es kommt mir vor, als würde die Zeit plötzlich viel langsamer vergehen. Sekunden, die sich wie Minuten anfühlen und doch immer noch zu schnell sind. Ich möchte jede Einzelheit seines Körpers in Bildern abspeichern, kann nicht glauben, dass es wirklich geschieht. 

Wir haben es nicht mehr eilig, sondern genießen die Nähe, berauschen uns am Duft, reiben uns dem Höhepunkt entgegen. Holger beißt mir verspielt in den Hals. Ich streiche über seinen Rücken, spüre die festen Muskeln unter der samtigweichen Haut. Wir spielen, treiben uns voran und halten uns gleichzeitig auf einem Level, auf dem wir noch eine Ewigkeit dahingleiten könnten.
Ich habe das Gefühl mich aufzulösen, in tausende kleine Splitter zu zerspringen und gleichzeitig wieder zusammengesetzt zu werden. Die Umgebung versinkt, während wir durch ein gemeinsames Universum schweben, höher steigen und dann wieder ins Bodenlose fallen. 
Wir lachen und stöhnen und knutschen, bis wir in Flammen stehen, jede Zelle explodiert und es keinen Weg zurück gibt. 
Keuchend halten wir uns fest. Unsere Haut ist nassgeschwitzt und klebrig. 

Nur allmählich klären sich meine Sinne und ich nehme die Umgebung wahr.
Dieses Wohnzimmer ist das komplette Gegenteil von dem, was ich bei Mike gesehen habe. Das Sofa fühlt sich auch anders an. Der Gedanke schießt mir so plötzlich durch den Kopf, dass ich mich stöhnend unter Holger vorschiebe. Ich will diese Bilder nicht in meinem Kopf. Sie lassen das wunderbare Gefühl wie Luftballons platzen. 

„Hey“, sagt Holger leise und schlingt seine Arme um meinen Bauch. „Wo willst du denn hin?“
Ich presse die Augen fest zusammen und versuche mich auf ihn einzulassen, aber die besondere Stimmung verschwindet, ohne dass ich weiß, was ich dagegen machen kann. Ich lehne mich gegen ihn und atme tief durch. 

„Das Eis ist bestimmt geschmolzen“, nuschle ich wenig geistreich. Holger lacht und zieht mich noch fester an sich.
„Ich hoffe so sehr, das es geschmolzen ist“, flüstert er mir ins Ohr. „Ich will es so sehr, will, dass die ganzen Missverständnisse verschwinden und das wir uns eine Chance geben.“
„Hast du sie nicht gerade bekommen?“
„Das ist längst nicht genug.“
„Aha“, sage ich leise und ein seltsam flaues Gefühl macht sich in meinem Bauch breit.
„Ich will mehr“, fügt er hinzu. „Verstehst du, Fred? Ich bin nicht wie Mike oder wie die meisten andern Kerle. Ich brauche...“
„Ja?“, unterbreche ich ihn und drehe mich so, dass ich ihn ansehen kann.
„Sicherheit.“ Er grinst mich schief an und rote Flecken bilden sich auf seinen Wangen. „Ich weiß nicht, ob wir das hinkriegen, aber ich würde es gern versuchen. Nur eben … ernsthaft und richtig.“
„Ernsthaft und richtig?“, wiederhole ich und kann ein Glucksen nicht unterdrücken. „Ernsthaft ... Wenn ich mich recht erinnere hast du mich in die Höhle des Löwen geschickt, obwohl du es auch weniger dramatisch hättest haben können.“
„Ach ja und wie?“

Ich starre ihn an und schüttle amüsiert den Kopf. „Du hättest nach einem Date fragen können. Vielleicht hätten wir uns irgendwann während der Ostertage getroffen, wären Essen gegangen oder ins Kino oder vielleicht hätten wir einen Spaziergang gemacht... und wir hätten miteinander geredet und irgendwann hättest du herausgefunden, dass ich niemand bin, der durch die Gegend fickt.“
„Na ja, du hast mit Mike... weil Mike früher oder später einfach jeden kriegt“, wendet er ein.
„Er hat mich mit diesem verdammten Whisky besoffen gemacht. Aber ja, ich war natürlich nicht abgeneigt und ich hatte es auch ein bisschen nötig. Das heißt jedoch nicht, dass eine solche Prüfung wirklich nötig gewesen wäre. Was hat sie dir denn gebracht?“
„Nichts … oder vielleicht alles...“
„Es lässt sich nicht mehr rückgängig machen, aber ich bezweifle, dass das der richtige Weg war. Du wirst mir ein bisschen vertrauen müssen, denn das mache ich auch.“
„Wenn ich dafür sorge, dass du in sexueller Hinsicht keinerlei Defizite haben wirst...“

Ich schwinge die Beine über seinen Schoß, lege die Hände auf seine Wangen und bringe ihn dazu mich anzusehen.
„Hör auf, so einen Unsinn zu reden. “, sage ich eindringlich. „Vertrauen, Holger … Allmählich habe ich den Eindruck, dass du doch so ein Nerd bist, wie ich es mir vorgestellt habe. Einmal abgesehen von den Äußerlichkeiten... die sind ja durchaus okay, aber in deinem Kopf geht doch eindeutig was durcheinander.“

„Okay?“, ruft er entsetzt und beginnt mich auszukitzeln. Lachend flüchte ich vor ihm, habe allerdings nicht bedacht, wie schnell und kräftig Holger ist. Ehe ich mich versehe, hat er mich gepackt und ein Stück vom Boden hochgehoben. Ich spüre seine Härte und Erregung macht sich schlagartig auch in mir breit. 

„Kein weitere Sex vor dem ersten Date“, sagt Holger und stellt mich wieder auf die Füße. Ich schüttle grinsend den Kopf und greife nach seiner Hand, um auf jeden einzelnen Finger einen Kuss zu hauchen. Anschließend schiebe ich sie über meinen, immer noch nackten Körper bis hinunter zu meiner deutlichen Errektion. 

„Hör auf zu denken“, flüstere ich und verwickle Holger in einen Kuss, der ihn zum Beben bringt.
Wir landen auf einer großen grünen Decke und zeigen uns noch einmal, wie viel besser unsere Körper die Sache mit der Kommunikation drauf haben. Noch nie habe ich mich so behütet und geborgen dabei gefühlt, noch nie so begehrt und gleichzeitig verrucht und geil. Holger zieht die Decke über uns und sie hüllt uns ein wie ein riesiges Osternest.

Holger hält sein Versprechen. 
Ich bekomme alles und noch viel mehr, nämlich einen Ring an meinen Finger und ein gemeinsames Eheversprechen am Ostersamstag. Der Standesbeamte sorgt mit seiner Rede dafür, dass Holgers Oma hinter uns ziemlich laut schluchzt. Mir gehen seine Worte auch nah, weil sie einen Teil dessen, was wir im letzten Jahr gemeinsam erlebt haben, widerspiegeln. Ich fand den Mann schon bei den Vorbesprechungen ziemlich beeindruckend, denn er hat so eine fröhliche und optimistische Ausstrahlung. Ein bisschen verrückt vielleicht, aber die Zeremonie hat er wunderbar feierlich gestaltet. 
Selbst Mike, der unser Trauzeuge ist, kann kaum verbergen, dass er ergriffen ist. Ich mustere ihn von der Seite, während wir uns für ein gemeinsames Foto aufstellen. Er ist irgendwie aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Unser bester Freund, ganz ohne Sex, allerdings niemals ohne eine kleine Stichelei über einen verhängnisvollen Whiskyabend und einen überdimensionalen Luftballonpenis.

ENDE

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An dieser Stelle bedanke ich mich herzlich bei allen, die diese Geschichte verfolgt und kommentiert haben. Ich freue mich sehr, dass euch meine kleine Idee gefallen hat.

Auch heute gibt es noch einen Collegeblock A5. Viel Spaß beim Raten.


Kommentare:

  1. Eine sehr schöne Geschichte. Danke dafür :)
    LG Bri

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  2. Wieder einmal eine tolle, süße und witzige Geschichte. Danke dafür liebe Karo und der kleine Wink ging natürlich zu den "Regentropfen" ;)

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  3. Ein schöner Abschluss.
    Ich versuche es auch mal mit "Regentropfen"
    Viele Grüße
    Daniela K.

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  4. Guten Abend Karo,

    auch ohne den zusätzlichen Hinweis hätte ich "Regentropfen" erkannt.

    Ein wirklich schöner Epilog, der die Geschichte abgerundet hat.

    LG Piccolo

    PS: Ich möchte auch heute nicht in den Lostopf.

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  5. Ooooh, schade, schon fertig :-(
    Ich sag auch Regentropfen!
    Lg Meggy

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  6. Ich freu mich über den gestriegen Gewinn. Ich bin such für Regentropfen. Möchte aber nicht in den Lostopf, sondern freue mich für den- oder diejenigen die heute gewinnt.

    Nochmals danke für diese schöne Osterüberraschung.

    Liebe Grüße

    SaSiVa

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  7. Schade, dass es schon wieder vorbei ist 😢
    Und der Standesbeamte kann ja nur Edwin aus Regentropfen sein.

    Eine schöne Woche wünscht Kerstin

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  8. Also ohne deinen tipp am anfang wäre ich nicht auf die regentropfen gekommen

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  9. Hätte noch weiter gehen können, hat viel Spaß gemacht!
    Danke!
    Sollte "Regentropfen" gemeint sein?
    LH Heike

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  10. Hallo Karo, hab deine Story zwar erst heute gelesen, aber ich fand, sie war wirklich süße Osterüberaschung! Hätte auch nix dagegen gehabt wenn sie länger ausgefallen wäre :-) Danke ♡♡ und ich hoffe auf viele weitere Geschichten von dir! Liebe Grüße ☆☆ Bayou

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