Montag, 28. März 2016

Osterspaß Teil 4

Heute bin ich ein bisschen spät dran. Manchmal spielt die Muse verrückt und dann kommen auch noch ungeplante Dinge dazwischen und hauen den ohnehin schon knappen Zeitplan komplett durcheinander.
Immerhin ist Ostermontag noch nicht vorbei, ich bin also quasi noch im Zeitlimit. Mit dem Schreiblimit sieht es jedoch ganz anders aus, deshalb gibt es morgen noch ein weiteres Kapitel.
Gestern war es anscheinend nicht ganz so einfach. Trotzdem haben die meisten von euch dann doch noch Henry und Noah aus "Milchschaum" erkannt. Das war schließlich ebenfalls eine Ostergeschichte.
Der Osterhase hat folgende Gewinnerin ermittelt:

Kathrin Heinzmann
Herzlichen Glückwunsch
(bitte schick mir deine Adresse per mail an: kath74@gmx.de)  

Und nun geht es weiter mit Fred und seiner etwas chaotischen Osterzeit.
Viel Vergnügen!

 Ein Nerd im Osternest
4.
Wenn es einen Preis für die Dramaqueen des Jahres gibt, dann bekomme ich ihn wohl. Noch immer kann ich nicht fassen, dass ich wie ein verschreckter Osterhase die Flucht ergriffen habe. 
Ich bin weggelaufen! 
Das ist … Scham flutet jede einzelne Zelle meines Körpers. Ich versuche nicht daran zu denken, aber immer wieder spielt sich die gleiche Szene in meinem Kopf ab. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, was mich dazu gebracht hat, abzuhauen. Der Kuss war großartig. Der Blick, mit dem mich Holger ansehen hat, war zum Dahinschmelzen. Für eine Sekunde hatte ich das Gefühl, alles wäre perfekt, aber dann rasten wie in einem Schnelldurchlauf die Bilder und Sequenzen der letzten Tage durch meinen Kopf und haben mich regelrecht in Panik versetzt. 

Obwohl ich mich keineswegs für eine Memme halte, hatte ich doch den Eindruck, dass ich nicht unbeschadet aus dieser Sache herauskommen werde. Bin ich ja auch nicht. Ich leide, ich verbrenne vor Scham und ich habe bereits Unmengen an Eis in mich hineingelöffelt. Das Osterwochenende habe ich mich in meiner Wohnung verschanzt, um bei jedem Klingeln meines Smartphones verschreckt zusammenzuzucken. Dabei waren es harmlose Anrufe, ein paar Freunde und meine Eltern, die meine Entschuldigung, dass ich mich krank fühle, problemlos akzeptiert haben. Vermutlich hätten sich andere Eltern mehr Sorgen gemacht, aber das ist okay. Das Eis hat mich auch ganz wunderbar über diese Tatsache hinweggetröstet. 

Zum Glück vergeht die Zeit, auch wenn man mit Nichtstun oder albernen Vorsichhingrübeln beschäftigt ist. Nach zwei Tagen, vier Litern Eis und diversen Sportberichten im Internet, inklusive der Wiederholung der gesamten Floorballweltmeisterschaft, fühle ich mich heute einigermaßen bereit, den Alltag wieder willkommen zu heißen. 

Nach den Feiertagen ist natürlich kaum etwas los. Die Zeit der Geschenke ist vorbei, dafür habe ich allerdings tatsächlich einige Anfragen für Auftritte bekommen. Das Bild von Holger, mir und dem Frosch, das ich heute morgen in der Zeitung entdeckt habe, lässt mich leise aufstöhnen. Das war wirklich knapp. Ich betrachte es eine ganze Weile. Holger sieht wirklich verdammt gut aus, während ich geradezu lächerlich neben ihm wirke. 

Um mich abzulenken, beginne ich die Osterdekoration abzubauen. Die Verpackungsmaterialien, auf denen sich Eier und Häschen tummeln, räume ich ebenfalls wieder in die entsprechenden Kisten und lege den Schwerpunkt der Deko stattdessen auf den Frühling. 

Danach surfe ich ein bisschen im Internet auf der Suche nach neuen Ideen, sowohl für die Ballons als auch was Geschenkeverpackungen betrifft. An meinem Lieblingsonlinehändler komme ich natürlich nicht vorbei. Die Chance, dass ich dort ohne Bestellung verschwinde, ist meist gering und auch heute habe ich bereits nach wenigen Minuten die ersten Artikel in den Warenkorb gesteckt. Seufzend stütze ich meinen Kopf mit dem linken Arm ab, während ich rechts mit der Maus durch das Angebot klicke. Ich kann es nicht verhindern, dass immer wieder diese verdammten Augen erscheinen und meine Lippen zu kribbeln beginnen. Es ist wohl kaum zu leugnen, dass ich mich ein bisschen in diesen bescheuerten Typ verknallt habe. Vermutlich schon, als er zum ersten Mal in meinem Laden stand. Jetzt habe ich ein gebrochenes Herz und muss mich fragen, ob ich nicht selbst Schuld daran bin. Was mich prompt wieder zum meinen Davonlaufen bringt. 

Grummelnd schließe ich die Augen. „So ein Mist“, nuschle ich vor mich hin.
„Ja, das war so richtig doof“, bekomme ich zur Antwort. Ich schüttle den Kopf, weil ich jetzt sogar schon anfange, Holgers Stimme zu hören.
„Herr Schmelzer?“ Das klingt doch nach Frau Schulze. Verwirrt öffne ich die Augen. Es dauert eine Weile, bis ich das Bild vor mir als Realität akzeptiere. „Sind Sie wirklich eingeschlafen?“, erkundigt sich die alte Dame und grinst mich verschmitzt an.
„Ich … bin mir nicht so sicher“, erwidere ich mit krächzender Stimme.
„Sie sehen auch ein bisschen blass aus. Hoffentlich werden Sie nicht krank. Erkältungen gehen ja wieder um.“

„Oma“, mischt sich nun auch Holger ein. Ich starre ihn mit offenem Mund an, während er es diesmal ist, der ein klein bisschen rot wird.
„Das geht so schnell mit diesen Viren“, sagt sie und sieht mich mitfühlend an.
„Ich glaube, ich habe mir wirklich einen Virus eingefangen“, murmle ich und kann noch immer nicht begreifen, was hier vorsich geht.
„Siehst du?“ Sie wendet sich an Holger, der tatsächlich zerknirscht wirkt. „Da hilft nur Ruhe und Pfefferminztee.“
„Ich nehme Eis und schicke die verdammten Viren in den Kältetod.“
In diesem Moment treffen sich unsere Blicke. Fragend sieht mich Holger an, aber ich schüttle nur den Kopf. Ich will nicht mit ihm reden, ich will vor allem nicht, dass er hier ist.

„Was kann ich denn für Sie tun?“, erkundige ich mich stattdessen bei Frau Schulze, so gefasst wie möglich.
„Mein Enkel braucht ...“ Sie deutet auf Holger und mir entgleisen endgültig die Gesichtszüge.
„Das ist ihr Enkel?“, falle ich ihr ins Wort und kralle mich an meinem Tisch fest, weil ich das Gefühl habe jeden Moment vom Stuhl zu fallen.
„Aber das habe ich doch vorhin schon gesagt.“ Sie mustert mich kritisch. Vermutlich überlegt sie, ob sie meine Stirn befühlen soll, denn mir wird gerade sichtbar heiß.
„Ich habe Ihnen doch schon vor Ostern von Holger erzählt. Der junge Mann mit der Computerfirma...“
„Der Nerd?“, frage ich fassungslos und starre Holger an, der sich nun wieder gefangen hat und sich  prächtig zu amüsieren scheint. Schon wieder … und auf meine Kosten. Das macht mich echt wütend.

„Wie kommst du darauf, dass ich ein Nerd bin?“
„Ich sollte es wohl in Idiot revidieren.“
„Ja, das passt sehr viel besser“, gibt er zu und schenkt mir ein Lächeln, dass die Aufruhr in meinem Körper noch zusätzlich erhöht. Ich weiß nicht, was ich dazu noch sagen soll und ich habe das Gefühl, dass mir immer noch ein wichtiges Puzzelteil fehlt. 

Frau Schulze beginnt zu kichern und lenkt mich damit von dem Chaos in meinem Kopf ein wenig ab. „Eigentlich sind wir hier, weil wir eine schöne Geschenkverpackung brauchen.“
„Tatsächlich?“
„Ja, Holger Mutter hat nächste Woche Geburtstag. Wir haben hier einen Gutschein für eine Kurzreise. Ich finde den Umschlag allerdings ein bisschen langweilig.“
„Das ist er in der Tat“, erwidere ich lächelnd und wende mich dann an Holger. „Hast du dich etwa nicht getraut allein herzukommen?“
„Das war eine spontane Idee“, antwortet Frau Schulze für ihn. „Wir kommen gerade vom Reisebüro. Es passiert ja so selten, dass mein Großer mit seiner Oma mal einen Bummel durch die Stadt macht, da dachte ich, ich zeige ihm mal das Geschäft, in der ich immer so wunderschöne Verpackungen bekomme.“

„Ach?“, frage ich ironisch und diesmal sind es meine Augenbrauen die bis zum Haaransatz wandern. Holger grinst mich unsicher an und erneut habe ich den Eindruck, dass seine Wangen sich verfärben. Das bringt mich Herz zum Rasen und sorgt für ein unbändiges Flattern im Bauch. Vermutlich werde ich weiteren Unmengen Eis brauchen, dazu noch mehr Floorball und vielleicht auch eine Liebesgeschichte mit einem echten Happy End, um mich von diesem Anblick zu erholen.
„Ich bin aber auch eine vergessliche alte Frau. Wir wollten doch noch die Lieblingspralinen deiner Mutter kaufen.“ Sie schüttelt den Kopf und stemmt die Arme in die Hüfte. „Ich werde langsam wirklich senil.“
„Das ist doch okay so, Oma“, wendet Holger ein.
„Nein, ist es nicht. Zum Glück ist es nicht weit. Ich gehe schnell los und du wartest hier solange.“
„Ich kann auch gehen.“ 

Es wäre mir ebenfalls lieber, wenn er die Pralinen besorgen würde. Die Aussicht allein mit ihm zurückzubleiben, sorgt dafür, dass meine Beine sich in Pudding verwandeln. Leider ist Frau Schulze nicht davon abzubringen. Sie zwinkert mir sogar zu, als sie die Tür aufzieht und eilig nach draußen geht. Versucht sie sich etwa doch als Kupplerin oder hat er ihr von unseren bisherigen Zusammentreffen erzählt? Beide Alternativen finde ich seltsam, aber sie sind bei weitem nicht so schlimm, wie die angespannte Stimmung, die sofort entsteht, als die alte Dame aus unserem Blickfeld verschwindet. 

„Was soll das alles?“ Resigniert sehe ich ihn an. Holger zuckt mit den Schultern, nimmt einen Rucksack von seiner Schulter und öffnet ihn. Zum Vorschein kommt eine Flasche Whisky, die er vor mir auf den Tisch stellt.
„Kannst du sie einpacken?“
„Bunt und kitschig?“, erkundige ich mich zähneknirschend.
„Das überlasse ich dir.“
„Brauchst du auch wieder eine Karte? Ich habe da noch ein paar wirklich scheußliche Motive zur Wahl.“
„Lieferservice.“
Ehe darauf antworten kann, schiebt er mir eine Visitenkarte zu.
„Hältst du mich für eine Nutte?“ Wütend fege ich seine Adresse vom Tisch.
„Ich halte dich für einen Mann, bei dem ich mich jedes Mal von neuem zum Idioten mache“, sagt er leise.
„Da scheinen wir ja schon zu zweit zu sein“, murmle ich und weiß nicht, ob ich lachen oder wütend schreien soll. Das ist alles so verrückt und ungerecht und … weiter komme ich mit meiner inneren Selbstgeiselung nicht, denn Holger greift nach meinem Nacken und zieht mich über den Tisch zu sich heran. Ehe ich protestieren kann, spüre ich seine Lippen. Ein sehnsüchtiges Stöhnen entkommt meinem Mund. Es ist falsch und richtig und irgendwie perfekt … und falsch... Verdammt, es ist falsch. Mühsam befreie ich mich von ihm und würde mir am liebsten mit dem Handrücken über die Lippen wischen.
„Wieso machst du das?“
Sein Blick ist so intensiv, dass ich das Gefühl habe, er kann tief in mich hineinblicken, dann knallt er mit dem Kopf auf die Tischplatte und stöhnt schmerzhaft auf.
„Das war doch überhaupt nicht geplant“, nuschelt er.
„Wie sah der Plan denn aus?“
„Ich war doch nur neugierig. Meine Oma schwärmt schon seit einer Ewigkeit von dir und diesem Geschäft hier. Sie ging mir damit schon ein bisschen auf die Nerven, also habe ich gedacht, ich schau mir die Sache mal selbst an.“
„Und dann hast du auf den ersten Blick erkannt, dass ich wie eine Schlampe behandelt werden sollte?“
Er hebt den Kopf und grinst mich schief an. „Ich habe auf den ersten Blick mein verdammtes Herz verloren. Dabei war ich mir sicher, dass mir so etwas nicht mehr passieren würde. Nicht nach Mike und dem ganzen Scheiß, den er mit mir abgezogen hat.“
„Du hast was? Aber … Ich verstehe echt überhaupt nichts.“ Dafür fühle ich mich gerade unglaublich überfordert. Mit Sicherheit habe ich mich verhört bei dieser Sache mit dem Herz, denn das ergibt doch alles gar keinen Sinn.

„Ich war so wütend auf Mike und vermutlich irgendwie auch auf jeden anderen Mann. Eigentlich wollte ich ihm nur dieses Abschiedsgeschenk bringen, aber dann sind mir die Sicherungen durchgeknallt. Letztendlich lag ich ja gar nicht so verkehrt. Niemand kann ihm widerstehen... und ich werde immer als Verlierer aus der Sache herausgehen...“
„Moment mal“, unterbreche ich seine Rede, die ich kaum begreifen kann. „Was soll das denn bedeuten? Du hast mich zu deinem sexgeilen Ex geschickt und... Was hast du denn genau erwartet?“
„Keine Ahnung“, gibt Holger zu und seufzt schwer.

„Einmal abgesehen davon, dass ich keine Problem damit habe, treu zu sein, gab es zu diesem Zeitpunkt keinen Anlass dafür. Er war geil und ich hatte tatsächlich einen Fick mal wieder nötig. Nichts hat darauf hingewiesen, dass du … also … Was genau wolltest du damit denn erreichen?“
„Ich … wollte, dass … er sollte … er hätte doch ohnehin ...“
„Was, Holger?“, schreie ich ihn kopflos an.
„Ich bin ein Idiot“, nuschelt er nun. Ein unangenehmes Schweigen breitet sich zwischen uns aus, das erst unterbrochen wird, als Frau Schulze fröhlich mit dem Pralinenkasten winkend zurück in den Laden kommt. 

„Da ist er und jetzt wird es das perfekte Geschenk für deine Mutter.“ Sie freut so sehr darüber, dass sie offenbar nicht mitbekommt, wie unangenehm und aufgeheizt die Stimmung ist. Ohne weiter darüber nachzudenken, widme ich mich der Arbeit und gebe dem Geburtstagsgeschenk eine angemessene Hülle. 

„Schau nur, Holger, wie hübsch...“ Frau Schulz klatscht begeistert in die Hände. Holger stimmt ihr zu und zückt seine Brieftasche, um zu bezahlen. Wortlos wechselt das Geld den Besitzer und dann verlassen die beiden meinen Laden. Frau Schulze verabschiedet sich wortreich, während Holger mir nur einen kurzen Blick zuwirft. Erleichtert sacke ich hinter meinem Tresen zusammen, als sie die Straße entlanggehen und aus meinem Sichtfeld verschwinden. Allerdings fällt mir im gleichen Moment auf, dass er die verfluchte Whiskyflasche vergessen hat. 

Ich verbringe den Rest des Tages damit den Alkohol anzustarren, als würde er mir die richtigen Antworten geben können. Immer wieder versuche ich eine Logik in dem zu finden, was Holger mir gesagt hat. Nichts davon ergibt einen Sinn, sodass ich meinen ursprünglichen Plan hinsichtlich einer großen Menge Vanilleeis wieder in Betracht ziehe. 

Kurz vor Feierabend reißt mich die Türglocke aus meinen wirren Gedanken. Als ich aufblicke, steht Mike vor mir und grinst mich süffisant an.
„Ich dachte, ich guck mir mal dein Geschäft an“, sagt er, kommt auf mich zu und drückt mir einen Kuss auf die Wange.
„Du hast mir heute echt noch gefehlt“, nuschle ich und frage mich, was ich dem Universum getan habe, damit ich so bestraft werde.
„Da bin ich mir ganz sicher“, erwidert er lachend. „So eine Nacht vergisst schließlich niemand so schnell.“
„Angeber.“ Ich kann nichts dagegen machen, dass sich meine Mundwinkel heben und ein wenig von meiner miesen Laune verschwindet. Mike ist echt ein verrückter Kerl. 

„Oh, noch eine Flasche für mich?“, erkundigt er sich und greift nach dem Whisky. „Nein, das ist Holgers Lieblingssorte. Er war schon immer ein bisschen weichgespült und steht nicht so auf die harten Sachen.“

Ich betrachte neugierig das Etikett und stelle erstaunt fest, dass es sich wirklich um einen anderen Whisky handelt. Er wollte ja schließlich auch, dass ich sie ihm nach Hause bringe..
„Er ist schon ein bisschen verrückt, der liebe Holger“, sagt Mike und grinst mich breit an. „Ich habe die ganze Zeit darüber nachgedacht, was er mit seiner Aktion bewirken wollte.“
„Das frage ich mich auch“, stimme ich grummelnd zu.
„Im Gegensatz zu dir, kenne ich ihn allerdings ein bisschen besser. Die Antwort ist so simpel und verrückt gleichermaßen. Sie wurde mir erst bewusst, als ich das Bild von euch in der Zeitung gesehen habe.“
„Das Bild?“ Ich werde augenblicklich knallrot, auch wenn ich mir sicher bin, dass Mike nichts davon weiß, was ich ursprünglich für Holger modelliert habe.

Mike beugt sich über den Tresen, stützt den Kopf auf den Händen ab und mustert mich eindringlich.
„Ihr passt gut zusammen“, sagt er nach einer gefühlten Ewigkeit. „Du solltest dir die Chance nicht entgehen lassen. Holger ist ein toller Mann, leider kann ich ihm nicht das geben, was er braucht.“
„Vielleicht kann ich das auch nicht... einmal abgesehen, dass ich auch keine Ahnung davon habe, was es überhaupt sein soll.“
„Mach eine schöne Schleife um die Flasche und bring sie ihm.“
„Das ist bescheuert“, knurre ich und doch stelle ich in Gedanken bereits eine passende Verpackung her. 

Mike strubbelt mir durch die Haare und lenkt damit die Aufmerksamkeit wieder auf sich. „Ich verspüre ein bisschen Eifersucht, aber immerhin hatte ich dich schon vor ihm.“
„Das … klingt pervers.“
„Nein, es gibt ihm Sicherheit.“

Vollends verwirrt starre ich ihm hinterher. Sicherheit? Eine Mischung aus Wut und Trotz macht sich in mir breit. Er will Sicherheit? Ich bin so safe, wie … wie … nein, da fällt mir nichts ein. Ich fange hysterisch zu lachen an und verpacke die Flasche. Aus einem rosafarbenen Modellierballon forme ich erneut einen Schwanz und schreibe safe auf die Spitze. Das ist absolut bescheuert, aber gerade ist doch alles vollkommen verrückt und wirr. Mit dem Geschenk und der Visitenkarte bewaffnet mache ich mich auf den Weg. Die aufsteigende Nervosität unterdrücke ich, indem ich aus dem nächsten Supermarkt noch eine Packung Eis kaufe. 

Holger wohnt in einem kleinen Einfamilienhaus. Auf den ersten Blick erscheint es mir ein bisschen spießig und so gar nicht passend. Allerdings sind die vielen blühenden Osterglocken wirklich hübsch. Meine Beine zittern, als ich die Einfahrt entlang gehe. Noch ehe ich vor der Tür stehe, geht sie auf und Holger steht vor mir. Er sieht ein bisschen mitgenommen mit der abgewetzten grauen Jogginghose und ein Muskelshirt aus, allerdings auch ziemlich sexy. Sein Duft dringt mir in die Nase und verursacht ein höllisches Kribbeln im ganzen Körper. Ohne darüber nachzudenken, stelle ich die Geschenke auf die Stufe, schlinge meine Arme um seinen Hals und küsse ihn. Holger keucht, zieht mich dann fest an sich und erwidert die Berührung. Ich verliere mich und sämtliche Zweifel lösen sich in Wohlgefallen auf. 

„Ich habe hier eine Lieferung abzugeben“, nuschle ich gegen seinen Mund, löse mich ein Stück und deute auf den Boden.
„Safe?“, fragt er leise und mustert mich neugierig.
„Ja“, erwidere ich grinsend. „Alles abgesichert und getestet. Jetzt wäre es vielleicht an der Zeit für ein paar klärende Worte, aber eigentlich bin ich auch mit einem Löffel Eis und ein paar Küssen zufrieden.“
„Du kriegst alles“, murmelt er, schnappt nach der Flasche, dem Eis und meiner Hand, um uns ins Innere des Hauses zu bringen.
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Ich denke so ein kleiner Epilog ist durchaus noch angebracht.
Für alle, die eine Ahnung haben, welche Geschichte sich in diesem Kapitel versteckt (ich glaube, es ist wirklich einfach diesmal) gibt es wieder einen Collegeblock A5 zu gewinnen... Das Cover der gesuchten Geschichte befindet sich übrigens hinten auf dem Block!




Kommentare:

  1. Ich danke Dir herzlich für diese süße Geschichte und ein Epilog wäre wirklich prima (und auch gut) :-)

    In den Lostopf springe ich nicht mit hinein, hier dürfen gerne andere den Vortritt haben.
    LG und noch einen schönen (restlichen) Ostermontag
    El

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  2. Die Story ist wieder mal Zucker und ein Epilog wäre toll. Ich tippe mal auf "Willst du ein Eis?"

    Noch einen schönen Rest-Ostermontag

    Lg Kerstin

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  3. Hallo Karo,

    für mich kommt auch nur "Willst du ein Eis" in Frage. In den Lostopf möchte ich auch heute nicht.

    Holger ist also wirklich der Enkel von Frau Schulze, die erfolgreich gekuppelt hat. Na ja, ohne Mike hätte es aber nicht geklappt.

    LG Piccolo

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  4. Hallo Karo,
    ein Epilog wäre super.
    Die Story in der Story ist Willst du ein Eis.
    Auf den Lostopf verzichte ich da ich ja schon gewonnen hab.
    LG
    Kathrin

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  5. Heute war es etwas leichter als gestern, ich tippe auf: Willst du ein Eis?

    Ich freue mich auf den Epilog :-)

    Lg Meggy

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  6. Hallo Karo,
    ich würde sagen "Willst du ein Eis?"

    LG Manuela F.

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  7. Jaaa da muss ein Epilog her ��

    Und es ist natürlich... Willst du ein Eis?

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  8. Auf ein Epilögchen ;) ....würde ich mich auch sehr freuen!

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  9. Denn diese schöne Story verdient einen schönen Abschluss.
    Und die beiden Süßen auch! :)

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  10. "Willst du ein Eis?"
    gaaaanz eindeutig :)

    Auf einen kleinen Epilog würde ich mich auch freuen.

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  11. Ich freu mich auf ein Eis und auf den Epilog, denn mehr ist immer besser.

    Liebe Grüße

    SaSiVa

    P.S. Herzlichen Glückwunsch zu 6 Jahren bei fanfiktion.de

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  12. Hallo Karo,
    ich tippe auch auf Willst du ein Eis.
    Freue mich schon auf den Epilog.
    Viele Grüße
    Daniela K.

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