Sonntag, 27. März 2016

Osterspaß Teil 3

Ich wünsche Euch einen schönen und sonnigen Ostersonntag! 

Ich muss gestehen, dass ich es ein bisschen verdrängt habe, dass es in diesem Fall zwei passende Geschichten gibt. Meine Gedanken beim Schreiben waren bei Kadir aus "Arabische Nächte", aber Medhi aus "Bauch-(Traum)Tänzer" hätte tatsächlich auch gepasst.
Wie gut, dass meine dritte Bauchtänzergeschichte noch nicht online ist :-)))
Aus diesem Grund sind auch alle Kommentare in den Lostopf gewandert.
Der Osterhase hat folgende Gewinnerin ermittelt:

Nadine 
(Wandel der Zeit)
Herzlichen Glückwunsch!
(bitte schick mir deine Adresse per Mail an kath74@gmx.de)

Und nun geht es mit dem dritten Teil meiner kleinen Geschichte weiter. Diesmal gibt es nur eine mögliche Antwort und ich bin gespannt, ob ihr die Geschichte erkennt.

Ein Nerd im Osternest
 
3.
Pünktlich erscheine ich am Samstag zu meinem Auftritt in der Gärtnerei. Die letzten zwei Tage habe ich irgendwie hinter mich gebracht. Dabei schwebe ich in einem seltsamen Zustand zwischen Wut und Resignation. 

Der Tag nach der heißen und alkoholreichen Nacht mit Mike war wie zu erwarten, sehr von Kopfschmerzen und einem schlechten Gewissen geprägt. Es wurde noch schlimmer, als dieser Kerl, dessen Namen ich immer noch nicht weiß, am späten Nachmittag tatsächlich noch mal in meinem Geschäft aufgetaucht ist. Er hat sich erkundigt, ob alles funktioniert hat und ich bin knallrot geworden. Der Blick, den er mir darauf hin zugeworfen hat, verursacht auch jetzt noch eine unangenehme Gänsehaut. Ohne ein weiteres Wort ist er gegangen. 

Es sollte mir egal sein, aber aus irgendeinem Grund habe ich ein schlechtes Gewissen. Dabei hat er doch genau das beabsichtigt. Der Arsch hat mich schließlich zu einem promisken Kerl geschickt und … und ich hatte nicht die Kraft mich dagegen zu wehren. Ich wollte es letztendlich auch gar nicht und bin niemanden Rechenschaft schuldig. 

Mike hat mir echt gut getan. Er war amüsant, sexy und hemmungslos. Wir hatten eine geile Nacht und der Morgen war, einmal abgesehen von den Kopfschmerzen, nicht peinlich, sondern … angenehm und entspannt. Noch nie habe ich so einen hervorragenden Kaffee getrunken. 
Alles gut … kein Grund, weiter darüber nachzudenken. Und doch verfolgt mich dieser verdammte Blick und immer wieder meldet sich eine winzige Stimme, die behauptet, dass da vielleicht etwas anders für mich drin gewesen wäre. 

Ich richte die bunte Ballonmütze, die ebenso zu meinem Outfit gehört, wie die Latzhose mit den großen Flicken und die Umhängetasche mit dem lustigen Gesicht darauf, in der sich die Modellierballons befinden.
Es ist das erste mal, dass ich hier für einen Auftritt gebucht wurde, obwohl ich weiß, dass die Gärtnerei in jedem Jahr ein Osterfest macht. Sie verstecken bunte Eier auf dem ganzen Gelände, es gibt Grillwürstchen und einen Osterhasen. In diesem Jahr nun auch einen Ballonkünstler. Es ist eine besondere Veranstaltung, denn die Gärtnerei hat zusammen mit einigen anderen Unternehmen in der Umgebung eine Spendenaktion zugunsten krebskranker Kinder ins Leben gerufen. Heute wird der Scheck überreicht. Die Presse wird ebenfalls anwesend sein. Es soll nicht selbstsüchtig klingen, aber natürlich kann ich auch jede Art von Publicity gebrauchen. Ein paar mehr Aufträge wären durchaus nicht schlecht. Aber natürlich finde ich die Aktion großartig. Deshalb trete ich heute auch ohne Gage auf. Das Geld ist in den Spendentopf gewandert.

Noch ist nicht viel los. Die Gärtnerei öffnet erst in einer halben Stunde.
„Hallo, ich bin Noah, der Chef hier. Du bist vermutlich Fred, unser Ballonstar.“ Ein großgewachsener Mann mit unglaublich grünen Augen streckt mir seine Hand entgegen.
„Freut mich“, sage ich schlicht und grinse ihn an.
„Und mich erst. Ich finde es echt faszinierend, was man aus Luftballons zaubern kann.“
„Ich auch“, gebe ich lachend zu, ziehe einen aus meiner Tasche, pumpe ihn auf und verwandle ihn in eine kleine Blume, die ich Noah überreiche.
„Super.“ Er schenkt mir strahlendes Lächeln. 
In diesem Moment kommt ein weiterer Mann auf uns zu. Er begrüßt mich ebenfalls und stellt sich als Henry vor. Dabei legt er einen Arm um Noah. Okay, damit hätten wir die Besitzverhältnisse wohl geklärt. Wobei von mir da wirklich keine Gefahr ausgeht. Die Nacht mit Mike hängt mir noch viel zu sehr nach. Eigentlich bin ich auch gar nicht der Typ für schnellen und unbedeutenden Sex. Leider scheint es jedoch auch keinen passenden Mann für mich zu geben. 

Die beiden zeigen mir das Gelände. Es gibt sogar keine kleine Bühne, auf der nicht nur die Übergabe stattfinden soll, sondern auch ein Programm von und für die Kinder aufgeführt wird. Es wird also ein bunter und lustiger Tag. 

Allmählich breitet sich die Vorfreude in mir aus. Ich mag Kinder, finde es immer wieder faszinierend mit welcher Begeisterung sie sich über meine Ballonfiguren freuen. Das ist es, was mich unheimlich motiviert. Würde es zum Leben auch nur annährend reichen, hätte ich den Laden schon längst nicht mehr. Aber leider hält mich beides gerade so über Wasser. Es ist schon ein bisschen ironisch, dass es Leute wie Mike gibt, deren einzige Sorge es anscheinend ist, den nächsten Kerl ins Bett zu bekommen und eben … Ich schüttle die Gedanken weg. Sie haben hier und heute wirklich nichts zu suchen. Stattdessen konzentriere ich mich auf die Umgebung. 

Genau in diesem Moment öffnen sich die Tore. Eine Schar Kinder stürmt die Gärtnerei. Sie werden vom Osterhasen empfangen. Lautes Lachen und Musik erfüllt die Luft. Ich suche mir einen strategisch günstigen Platz und beginne damit, einen Marienkäfer zu formen.

Es dauert nicht lange, bis ich die Aufmerksamkeit einiger Kinder eingefangen habe. Jetzt verschwinden wirklich alle störenden Gedanken. Ich konzentriere mich vollkommen auf die Kleinen und auf die Ballons. Ein unheimlich gutes Gefühl flutet meinen Körper und lässt mich leicht und ausgelassen werden. Ich albere mit den Kindern herum, erzähle ihnen lustige Geschichten, während ich dazu immer mehr Tiere, Blumen, Herzen und Schwerter herstelle. Die Stimmung ist wunderbar fröhlich. Sogar die Sonne hat ein Einsehen und schenkt uns einen strahlendblauen Himmel. 

Allerdings verdunkelt er sich ganz plötzlich, als ich einen Mann in der Menge entdecke, mit dem ich hier nun wirklich nicht gerechnet hätte. Die Figur, die sich der kleine Junge vor mir gewünscht hat, platzt in dem Moment, als sich unsere Blicke treffen. Er scheint nicht weniger erstaunt als ich zu sein, hat sich allerdings deutlich schneller unter Kontrolle. Ich begreife echt nicht, wie andere das schaffen. Ich starre ihn stattdessen an, mein Gesicht glüht und mein Herz rast davon. Das Kind vor mir beginnt zu jammern, sodass ich mich aus der Lethargie befreie und mit zittrigen Fingern einen neuen Luftballon forme. 

Ich drehe mich bewusst in die andere Richtung und versuche die Anwesenheit zu ignorieren. Eigentlich habe ich erwartet, dass er es ebenso handhaben würde, aber es dauert nur den Bruchteil eines Augenblicks, bis er direkt vor mir steht.
„Was für ein Zufall“, sagt er grinsend.
„Ähm, ja...“, nuschle ich verschämt.
„Lustige Spiele mit Gummis gehört also zu Ihren Spezialitäten?“ Seine arrogante Stimme lässt mich ärgerlich aufblicken. Auch wenn ich es nicht verhindern kann, dass meine Wangen brennen, finde ich, dass das hier nicht der richtige Ort für diese Art von Zweideutigkeiten ist. 

„Ich bin ein Ballonkünstler“, erwidere ich. Obwohl ich mich bemühe, seinen Tonfall zu treffen, gelingt es mir natürlich nicht. Ich gehe an ihm vorbei, verfolgt von einer Schar Kinder, die mir ihre Wünsche alle gleichzeitig entgegenrufen. Tief durchatmend versuche ich mich zur Ruhe zu zwingen. Ich konzentriere mich wieder auf das Modellieren. Für eine Weile scheint es sogar zu funktionieren, obwohl ich mit den Augen die Umgebung immer wieder scanne und auf diese Weise versuche, den Abstand zwischen uns so groß wie möglich zu halten. Allerdings bin ich auch neugierig und frage mich, was er auf einen Kinderfest verloren hat. Bisher habe ich den Eindruck, dass er allein hier ist. Er scheint jedoch Noah und Henry ziemlich gut zu kennen, denn die meiste Zeit verbringt er bei den beiden. 

Während der Aufführung einer Kindergartengruppe auf der Bühne habe ich Zeit, ein bisschen durchzuatmen und mir etwas zu Trinken zu besorgen. Mein Hals ist schon ganz rau vom vielen Erzählen. Essen wäre auch keine schlechte Idee. Die Schlange ist zum Glück nicht besonders lang. Ich kontrolliere beim Warten meine Tasche. Der Inhalt hat bereits deutlich abgenommen, aber ich denke, ich werde die nächsten Stunden noch gut damit zurecht kommen. 

Mit einem Bratwürstchen und einem Becher Cola bewaffnet suche ich mir ein ruhiges Plätzchen. Die Eingangsstufen des Wohnhauses erscheinen mir hervorragend geeignet. Sie liegen wunderbar in der Sonne und sind gleichzeitig ein wenig von den Blicken der Leute geschützt. Ich mache es mir bequem, ziehe die Mütze vom Kopf, strecke die Beine aus und lasse es mir schmecken. 

„Kannst du für mich auch was Schönes aus so einem überdimensionalen Kondom basteln?“ Ein Schatten legt sich über mich und die dunkle Stimme verursacht augenblicklich eine Gänsehaut.
„Was soll das?“, fahre ich ihn an. „Hattest du noch nicht genug Spaß? Such dir doch bitte einen anderen Idioten. Es laufen doch bestimmt genug herum.“
„Sicher, aber im Moment finde ich keinen anderen, der auf so faszinierende Art mit Luftballons umgehen kann.“ 

Grimmig sehe ich ihn. Ich erwarte den Spott auch in seinen Augen, aber der Blick, mit dem er mich betrachtet, bringt mein Blut seltsam in Wallung. Wieso sieht dieser Scheißkerl nur so verdammt gut aus? Noch immer habe ich keine Ahnung, wie er heißt und eigentlich sollte es mich auch nicht interessieren. 

Ich antworte darauf nicht, denn mir fehlen die Worte und ich bin total verwirrt. Was hat dieser Mann nur ansich, dass ich mich so irrational benehme?
„Also? Bekomme ich jetzt auch einen Luftballon?“
Ich schließe die Augen. Der Appetit ist mir vergangen, sodass ich lediglich einen großen Schluck Cola trinke und mich dann erhebe. Ich entsorge die Überreste meines Würstchens im Mülleimer und stürze mich ohne einen weiteren Kommentar zurück ins Getümmel. Zumindest ist das mein Plan, wenn mich der Typ nicht am Arm packen würde. 

„Ich meine es ernst. Kannst du dich dazu herablassen, eine Figur für mich zu formen?“
„Natürlich“, murmle ich schließlich.
„Sehr gut... Ich muss nämlich...“
„Holger, da bist du ja. Wir haben dich schon überall gesucht.“ Noah kommt auf uns zugestürmt, ehe er seinen Satz beenden konnte. Immerhin habe ich jetzt einen Namen, der mir seltsam bekannt vorkommt.
„Es geht gleich los. Ich bin so verdammt aufgeregt.“ Er hüpft tatsächlich von einem Bein auf das andere. „Ich kann noch immer nicht glauben, dass du das machst. Echt, das ist so geil.“
„Ich bin eben ein echt großartiger Kerl“, erwidert er lachend. 

Ein Würggeräusch entkommt meiner Kehle. Immerhin scheint es Noah nicht gehört zu haben. Dieser Holger allerdings schon, denn mich trifft erneut so ein Blick mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich zucke einigermaßen lässig mit den Schultern und frage mich, ob Noah weiß, was für ein Arschloch dieser Kerl in Wahrheit ist.

„Ich freue mich so über dein Engagement, also lauf nicht wieder weg.“ Noah eilt davon, während wir beide stumm nebeneinander stehen bleiben. Zum Glück umringen mich erneut einige Kinder, sodass ich mich nicht weiter mit ihm unterhalten muss.
„Vergiss meine Luftballonfigur nicht“, ruft er und geht in Richtung Bühne. „Ist echt wichtig.“
„Wichtig“, knurre ich leise. Ich fertige einige Schwerter und Hündchen an, dann wird die Aufmerksamkeit wieder auf die Bühne gelenkt. 

Ich öffne meine Tasche und die rosafarbenen Ballons, aus denen ich für gewöhnlich Schweinchen machen, fallen mir ins Auge. Wenn dieser Kerl eine Figur will, dann soll er auch eine bekommen. Irgendetwas setzt in diesem Moment in mir aus. Ich vergesse die Umgebung, die Kinder, den Osterhasen... Alles, woran ich denken kann, ist ein kleines bisschen Rache für … für seine unheimliche Wirkung auf mich.

Immerhin funktioniert mein Verstand doch noch soweit, dass ich mir erneut eine ruhige Ecke suche, um den Ballon zu formen. Ein stattlicher Penis mit prächtigen Eiern, auf denen ich mit Edding noch ein paar Haare andeutet. Es gelingt mir sogar, die Eichel zu formen... Und dann fällt mir auch wieder ein, wieso mir sein Name so bekannt vorkam. Natürlich, Frau Schulze hat mir von ihrem Enkel Holger, dem Computernerd erzählt. Schon erstaunlich, dass dieser Name doch noch so oft vorkommt.
Von mir selbst beeindruckt betrachte ich den Riesenschwanz und eine gewisse fiese Freude überfällt mich. Die verändert sich allerdings schlagartig, als ich meinen Namen durch die Lautsprecher schallen höre. 

„Fred, der Luftballonkünstler...“ Ich halte die Luft an und starre in Richtung Bühne. Dort stehen Noah und Holger, umringt von einigen weiteren Personen, die ich nicht kenne.
„Vielleicht könnt ihr ihn mit einem kleinen Applaus nach vorn locken“, ruft Holger enthusiastisch und tatsächlich beginnen die Kinder und Erwachsenen zu klatschen. Ich begreife gar nicht, was vor sich geht. Immerhin verstecke ich den Schwanzballon hinter meinem Rücken und gehe langsam los.
„Es ist echt ein großartiges Geschenk“, sagt Noah. Alle meine Sinne sind auf die Bühne gerichtet, wo Holger nun wieder zum Mikrofon greift und sich kurz räuspert. 

„Ich freue mich auch, dass ich bei eurer großartigen Aktion noch mitmachen kann. Es ist so wichtig, dass den Kindern, die unter den Folgen dieser furchtbaren Krankheit leiden, ein bisschen der Alltag verschönert wird. Dass ich einen Teil dazu beitragen kann, macht mich glücklich und bedeutet mir unheimlich viel.“

Ich bleibe stehen und starre Holger an. Er sieht so absolut perfekt aus, dass ich einen kleinen Stich im Herzen spüre. Vielleicht wären wir uns unter anderen Umständen sogar näher gekommen oder möglicherweise hätten wir … hätten wir … Ich verbiete mir, den Gedanken zu Ende zu bringen. Da vorn seht ein ausgesprochenes Arschloch. Deshalb winke ich auch kurz mit dem Ballonschwanz, als er in meine Richtung guckt. Für einen Moment bringt ihn das sichtlich aus der Fassung, was mir ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubert. 

„Ähm“, sagt er viel weniger eloquent und räuspert sich. „Also, da wir hier heute so einen wunderbaren Ballonkünstler unter uns haben, dachte ich mir ...“ Das ist der Moment, in dem mir sämtliche Farbe aus dem Gesicht weicht. Ich bin mir sicher, dass die Welt aufgehört hat, sich zu drehen und sich jeden Moment ein Krater auftut, in den ich auf Nimmerwiedersehen stütze.
„Ich sehe hier so viele schöne Figuren und bin ganz gespannt, was Fred für mich … beziehungsweise für den Scheck gezaubert hat. So ein Papier sieht ja immer furchtbar langweilig aus, aber ich wette der Fred macht da ein echtes Geschenkehighlight draus.“

Genau, mit einem Riesenpimmel.... Hilfe! Ich presse das Gummi hinter meinem Rücken fest zusammen, um es auf dem Weg zur Bühne zum platzen zu bringen. Natürlich habe ich keine langen Fingernägel und der sonst so empfindliche Ballon macht in diesem Moment keinen Anstalten, kaputt zu gehen. Ich schwitze und mein Herz rast so schnell, dass mir schwindelig wird. Kurz bevor ich die ersten Reihen mit Zuschauern erreicht habe, gibt es einen Knall und ein Raunen geht durch die Massen. 

„Oh mein Gott“, ruft Holger und fasst sich theatralisch ans Herz.
„Halb so schlimm“, rufe ich laut und lächle ihn erleichtert an. „Das kriegen wir ganz schnell hin.“ Nun, da das Übel nur noch ein zerfetztes Stück Gummi, von dessen Form nichts übrig geblieben ist, erwache ich schlagartig aus meiner Starre. Ich erklimme beschwingt die Bühne und stelle mich lachend neben Holger. 

„Verdammtes Arschloch“, raune ich ihm zu und würde ihn am liebsten von dem Podest stoßen. Stattdessen öffne ich meine Tasche und hole einen grünen Ballon heraus.
„Ihr wisst ja leider selbst, wie schnell so eine Figur manchmal kaputt geht. So ein Luftballon ist schon erstaunlich. Man kann die schönsten Motive daraus formen und dann reicht ein kleiner unbedachter Moment und alles ist zerstört.“ Während ich rede, forme ich zwei Blasen, verbinde sie miteinander, stelle einen Loop her und trenne noch weitere Blasen ab. Allmählich verwandelt sich der Ballon. Einige Kinder rufen mir bereits entgegen, dass es ein Frosch wird. Am Ende male ich mit dem Edding große Augen auf und überreiche Holger den Frosch. Die Kinder klatschen. Er lächelt mich an und bringt damit mein Herz zum Stolpern. 

Der Rest geht an mir vollkommen vorbei. Erst als Holger mich am Arm von der Bühne führt, erwache ich aus meiner Trance. Er schiebt mich durch die Leute hindurch. Hier und dort werden wir aufgehalten. Ich werde nach Aufführungen zu Kindergeburtstagen gefragt und antworte ebenso mechanisch, wie ich Visitenkarten aus meiner Tasche hole und sie verteile. 

„Na, das läuft doch richtig gut für dich“, raunt er mir ironisch zu. Ich nicke, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das die richtige Reaktion ist. All meine Sinne sind auf die Finger auf meiner Haut fokussiert. Sie verursachen ein unglaubliches Prickeln.
Holger öffnet eine Tür und schiebt mich hindurch. 

„Das war knapp“, sagt er schließlich und seufzt erleichtert.
„Du bist so ein verdammter … so verdammt beschissener Kerl. Legst du es eigentlich absichtlich darauf an, mich in solche Situationen zu bringen? Was habe ich dir getan?“ Ich schreie ihn kopflos an. Noch ehe ich jedoch einen weiteren wütenden Wortschwall auf ihn ablassen kann, zieht er mich in seine Arme. Sein Mund landet hart und ungestüm auf meinem und ich verliere mich in einem atemberaubenden Kuss. 
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Ich bin echt gespannt, ob ihr wisst, in welcher Geschichte Fred sich befindet. 
Auch heute habe ich einen Collegeblock A5 liniert für euch. 
Viel Spaß und viel Glück!
 


Kommentare:

  1. Aus große und kleine Freuden im Oktober sind es Noah und Jan, da musste ich aber schon mehr suchen.

    Frohe Ostern für Dich und deine Familie

    SaSiVa

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    1. Wieso schreibe ich Freuden, wenn es doch Wunder heißt....
      Ich werde anscheinend älter 😸

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  2. Ich tippe ja auf Noah und Henry aus Milchschaum
    Die Geschichte hatte ich gleich im Kopf nur den Titel musste ich raussuchen
    LG Sophia

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  3. *hops hops hops* daaanke .. milchschaum isses :) frohe eiersuche euch allen :)

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  4. Uiiiii, das war schwierig.....
    Ich tippe auch auf Milchschaum, bin mir aber nicht sicher 😄😄
    Schönen Sonntag!

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  5. Milchschaum,ganz eindeutig :-)

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  6. Dieses Mal ist es echt schwierig :-)
    ich glaube auch, dass "Milchschaum" gemeint ist :-)

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  7. Ich versuche es auch mal mit Milchschaum ☺
    Viele Ostergrüße
    Daniela K.

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  8. Hallo Karo,

    ich bin auch der Meinung, dass heute "Milchschaum" gesucht war.

    Na wenn dieser Holger mal nicht der Enkel von Frau Schulze ist. Ich hatte da gleich so einen Verdacht. Auf jeden Fall steht dieser Holger seinem Ex Mike in nichts nach. Ich frage mich echt, was sie mit Fred haben.

    LG Piccolo

    PS: Bitte wieder nicht in den Lostopf.

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  9. Ich würde mal Milchschaum tippen

    lg :3

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  10. Ich denke an Milchschaum.
    LG Heike

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