Samstag, 26. März 2016

Osterspaß Teil 2

Ich hoffe, euch hat das erste Kapitel meiner kleinen Geschichte gefallen.
Hier kommt schon der zweite Teil, natürlich auch mit einem neuen, ebenso einfachen Hinweis.

Vielen Dank für die vielen Kommentare. Natürlich habt ihr alle Recht gehabt. Gesucht war der "WhiskyTeufel"
Gewonnen hat: 
 Piccolo
Herzlichen Glückwunsch!
(bitte schick mir deine Adresse per mail an:kath74@gmx.de)

 Und schon geht es weiter:

Ein Nerd im Osternest
2.
Aufgeregt schaue ich nun schon zum dritten Mal auf den Zettel mit der Adresse. Ich kann sie längst auswendig, aber es beruhigt mich den Namen immer wieder und wieder zu lesen und mir die Straße ins Gedächtnis zu rufen. Mike Neumann... Ich versuche mir ein Bild vorzustellen, aber irgendwie habe ich so gar keine Idee, wie ein Mann aussehen soll, der so ein Geschenk verdient hat. 

Einen Moment habe ich darüber nachgedacht, den Wunsch des Kunden nicht zu erfüllen. Vermutlich würde er es gar nicht mitbekommen, wenn ich die Flasche Whisky anständig und passend eingepackt hätte. Ich glaube kaum, dass dieser Mann, zu dessen Wohnung ich unterwegs bin, ihm ein Bild oder ähnliches von dem Geschenk schicken würde. Immerhin handelt es sich um einen Exfreund... Letztendlich war es mein schlechtes Gewissen, das mich dazu gebracht hat, dieses Ungeheuer zu kreieren. Ich habe tatsächlich sämtliche Abstufungen von Pink und Lila verwendet. Große und kleine Schleifen, Tüll und Organza, Glitterspray und Luftballons in verschiedenen Grüntönen. Vermutlich wird der Whisky in der Flasche schlecht... 

Es hat in meinen Fingern gekribbelt, so gern hätte ich den Inhalt der Karte gelesen. Allerdings gebietet es die Diskretion, das nicht zu tun. Trotzdem schlägt mir das Herz bis zum Hals, als ich eine Parklücke finde und mein Auto zum Stehen kommt. Ich atme tief durch und betrachte durch die Frontscheibe das Haus, in dem der Empfänger wohnt. Es ist eine ziemlich edle Gegend, mit großen und verdammt modernen Häusern. Riesige Fensterfronten bieten bestimmt einen fantastischen Blick über die Stadt. Ich war noch nicht sehr oftin diesem Teil der Stadt, die Wohnanlage kenne ich nur aus der Zeitung. Sie war eine der teuersten Investitionen in den letzten Jahren. Der Architekt hat sogar irgendeinen Preis dafür gewonnen. 

Noch einmal sehe ich zur Seite. Auch wenn ich mich um eine gewisse Harmonie bei der Anordnung bemüht habe, zucken meine Lider und ein leises entsetztes Stöhnen entkommt meiner Kehle. Weshalb habe ich mich nur darauf eingelassen?

Darauf habe ich leider keine zufriedenstellende Antwort, einmal abgesehen davon, dass mich diese grauen Augen den ganzen Tag verfolgt haben. Ich hatte sogar das Gefühl, er würde mit beim Anfertigen der Verpackung über die Schulter sehen. Ständig liefen mir Schauer über den Rücken und meine Fantasie hat vollkommen verrückt gespielt. Vermutlich sollte ich mir mal wieder einen Fick gönnen. Offensichtlich ist das Defizit so groß, dass mein Körper mit aller Macht Signale sendet.
Entschlossen öffne ich die Autotür, hole vom Beifahrersitz das Ungetüm und mache mich auf den Weg. In Gedanken wiederhole ich die Hausnummer und den Namen noch einige Male, bis ich mit zittrigem Finger auf die entsprechende Klingel drücke. Es dauert eine ganze Weile, ehe sich eine männliche Stimme meldet. 

„Guten Tag, meine Name ist Fred Schmelzer. Ich komme von Kreativ- Ihre Geschenk wirkungsvoll verpackt und habe ein Geschenk für Sie.“
Eine gefühlte Ewigkeit passiert gar nichts. Obwohl ich mich gegen die Tür stemme, bleibt sie verschlossen.
Hören Sie“, rufe ich lauter. „Ich habe hier ein Geschenk.“
Ich wusste gar nicht, dass Sie auch einen Lieferservice haben.“
Was?“, erkundige ich mich verwirrt. „Bitte, ich würde Ihnen jetzt wirklich gern das Präsent übergeben.“
Von wem ist es denn?“
Ähm...“ Genau in diesem Moment wird mir bewusst, dass ich den Mann gar nicht nach einem Namen gefragt habe. Ich war so abgelenkt von seiner Wirkung auf mich, von diesem ungeheuerlichen Wunsch und von der peinlichen Sache mit dem Luftballon, dass ich mich beim besten Willen nicht erinnern kann.
Schon gut, ich ahne es irgendwie“, sagt er plötzlich und kurz darauf ertönt das Geräusch, das die Tür öffnet. 
 
Erleichtert atme ich durch und gehe nach oben in den zweiten Stock. Die Vorstellung, dass ich diesem Mike Neumann gleich dieses Monster überreichen muss, ist mir ziemlich unangenehm. Vor allem, weil es auch im Inneren des Hauses total edel aussieht. Ich komme mir so fehl am Platz vor, dass ich mir wünsche, mich augenblicklich in Luft aufzulösen. 
 
Als ich die entsprechende Etage erreicht habe, sehe ich einen Mann, der lässig gegen den Türrahmen lehnt. Allerdings kann er seine Verwunderung nicht verbergen, als er mich beziehungsweise das, was ich in der Hand halte, erblickt. Für eine Sekunde weiten sich seine Augen vor Schreck, dann hat er sich jedoch wieder unter Kontrolle. Ich mustere ihn unauffällig als ich näher gehe. Er ist ebenso attraktiv wie sein Expartner. Sie haben zusammen bestimmt ein atemberaubendes Bild abgegeben. Das ist der Moment, in dem ich mir noch mehr wünsche, einfach zu verschwinden. 
 
Das ist ja bezaubernd“, sagt er ironisch, als ich vor ihm stehe und krampfhaft nach Worten suche.
Ja, also... ähm... das ist für Sie.“ Ich strecke den Arm aus und er nimmt es mir prompt ab.
Meine Güte, der Whisky erstickt ja unter all den Schleifen.“
Vermutlich“, nuschle ich und spüre, wie die Hitze mein Gesicht in einen Feuerball verwandelt.
Dabei habe ich gehört, dass die Verpackungen in diesem Geschäft so hervorragend und geschmackvoll sein sollen. Das kann ich gerade nicht bestätigen.“ Er grinst mich breit an, während mein Herz in die Hose rutscht. Genau so eine Reaktion habe ich erwartet und wenn er diesen Mist herumerzählt...

Für gewöhnlich sind sie nicht so aufwendig“, erwidere ich resigniert und versuche es mit einem eher schiefen Grinsen.
Aufwendig“ wiederholt er lachend. „Ja, so könnte man es auch bezeichnen.“ Er fischt die Karte hervor, drückt mir die Flasche erneut in die Hand und öffnet den Umschlag. Eigentlich hatte ich gehofft, sofort gehen zu können, aber der Typ scheint mein Unwohlsein sichtlich zu genießen.
Verdammter Mistkerl“, knurrt er und verschränkt die Arme vor der Brust. Unsicher sehe ich ihn an und bemerke ein seltsames Flackern in den dunklen Augen.
Eigentlich sollte ich das Geschenk gar nicht entgegennehmen, aber das ist mein Lieblingswhisky und nach dieser Karte brauche ich dringend einen Schluck davon.“

Erleichtert strecke ich den Arm erneut aus. Die Aussicht, endlich von hier abhauen zu können, beflügelt mich. Leider scheint er es wirklich nicht eilig zu haben. 
 
Also ...“, sagt er und zieht jeden Buchstaben dabei seltsam in die Länge. „Als Überbringer einer solchen Nachricht schulden Sie mir mindestens ein Glas Whisky, Fred Schmelzer.“
Ich … glaube nicht, dass ich Ihnen irgendetwas schulde.“ Allmählich erlange ich meine Fassung wieder und versuche mich nicht nicht von seinem Blick einschüchtern zu lassen. 
 
Können Sie denn verantworten, dass ich mich jetzt vor Kummer allein um den Inhalt der Flasche kümmere? Haben Sie keine Sorge, dass ich mir eventuell etwas antun könnte? Wie sieht das denn aus, wenn man mich inmitten all dieser wunderbaren Schleifen und Tüllgebilde tot auffindet? Das fällt ja quasi auch auf Sie zurück.“
Ich brauche einen Moment, bis ich seine Worte begreife, einen weiteren, weil ich zwischen Wut und Belustigung schwanke. Dieser Mann sieht nicht aus, als würde er sich etwas antun... allerdings kann ich das auch nicht mit Gewissheit behaupten. Das Ganze würde wirklich keinen guten Eindruck machen. Hin und her gerissen bemerke ich zu spät, dass er ziemlich selbstgefällig grinst. Eigentlich sollte ich mich umdrehen und gehen. Ich bin schließlich nicht für ihn verantwortlich. Allerdings habe ich heute auch einen Lieferservice übernommen und dieses hässliche Ding hergestellt. Da kommt es auf einen Whisky wohl auch nicht mehr an. 
 
Also gut“, nuschle ich, während mir ganz flau im Magen wird.
Perfekt“, sagt er lachend und macht eine einladende Armbewegung. Ich folge ihm ins Innere der Wohnung, die bereits auf den ersten Blick absolut stilvoll wirkt. „Da bin ich ja dankbar, dass er mir so einen heißen Kerl geschickt hat, um den Schock zu verdauen.“
Könnten wir vielleicht auf solche Anzüglichkeiten verzichten und es irgendwie hinter uns bringen?“
Diesen guten Whisky kann man nicht irgendwie hinter sich bringen, den muss man genießen.“
Okay, aber man kann ja auch schnell und höflich distanziert genießen“, behaupte ich, was ihn erneut zum Lachen bringt.
Wir können es ja mal versuchen. Also dann, werter Herr Schmelzer, ich hoffe, es stört sie nicht, dass ich ihre wunderbar ausgefallene Verpackung nun zerstören muss, um an den edlen Tropfen zu kommen.“
Ganz und gar nicht, Herr Neumann.“ Wir grinsen uns an und irgendwie scheint er mir ziemlich nett und amüsant zu sein. 

Er geht voran und ich folge ihm. Wir landen in einer Küche, die ich maximal aus Hochglanzmagazinen kenne. Alles ist so perfekt, dass man glauben könnte, wir befinden uns in einem Ausstellungsraum. Ich bin mir nicht sicher, ob er hier schon jemals gekocht hat. 
 
Zumindest weiß er wo die Scheren sind. Es tut tatsächlich ein bisschen weh, ihn dabei zu beobachten, wie er recht lieblos den Whisky befreit. Mit zwei Gläsern, in denen sich eindeutig zu viel von der goldenen Flüssigkeit befindet, kommt er auf mich zu. 
 
Ich nehme ihm eines ab und spüre, wie die Unsicherheit wieder durch meinen Körper schießt.
Ich bin Mike“, sagt er und stößt mit mir an.
Fred“ murmle ich und setze das Glas an meine Lippen. Ein herber Geruch nach Rauch und Holz dringt mir in die Nase. Ich verziehe das Gesicht noch ehe ich den ersten Schluck hinuntergebracht habe. Es brennt in meinem Hals. Der Geschmack ist viel zu kräftig. Obendrein ist es, als würde ich durch einen brennenden Wald laufen. Ich hatte ja keine Ahnung, dass Whisky so dermaßen heftig schmecken kann. Nur mit Mühe unterdrücke ich ein Husten.
Wahnsinnig gut...“, schwärmt Mike genießerisch.
Ja“, krächze ich. In meinem Bauch findet ein Inferno statt.
Der zweite Schluck ist besser“, behauptet er grinsend, hebt sein Glas und trinkt erneut. Natürlich verzieht er keine Miene dabei. „Komm mit ins Wohnzimmer. Hier ist es so ungemütlich.“

Wortlos folge ich ihm. Allerdings ist der Raum keineswegs das, was ich unter gemütlich verstehe. Er wirkt stylisch und unterkühlt. Ein riesiges weißes Designersofa dominiert das Zimmer. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich mit meinen dunklen Jeans überhaupt darauf setzen kann, ohne Flecke zu hinterlassen. Links an der Wand hängt eine Bilderserie von einem Tänzer. Sie verleiht den Raum tatsächlich eine Art persönliche Note. Ich gehe neugierig näher. Der Mann auf den Fotos trägt ein orientalisches Kostüm und sieht atemberaubend aus. Er ist so wunderbar in der Bewegung festgehalten, dass ich regelrecht das Gefühl habe, ihn tanzen zu sehen. 
 
Wahnsinn“, nuschle ich und nehme instinktiv einen weiteren Schluck.Es wird wirklich immer besser.
Ich habe eine seiner Shows in Berlin gesehen. Absolut atemberaubend wie er seinen Körper bewegt. Leider ist er schon vergeben...“ Mike seufzt theatralisch, während ich ihn von der Seite beobachte. Sein Gesicht ist scharfkantig, aber trotzdem strahlt es eine gewisse Weichheit aus. Eine grade Nase, sanft geschwungene Lippen, ein leichter Bartschatten … Ich glaube, der Alkohol steigt mir bereits zu Kopf, denn ich frage mich, wie seine Haut sich wohl anfühlt. 
 
Tanzt du gern?“, erkundige ich und widme mich wieder den Bildern. Anstatt einer Antwort lacht er leise. Seine tiefe Stimme macht mich an und sorgt zusammen mit dem Whisky dafür, dass es noch ein bisschen heißer in meinem Bauch wird.

Hin und wieder gehe ich mal in einen Club, aber eigentlich weniger um zu tanzen.“ Er wackelt mit den Augenbrauen, geht dann zum Sofa und lässt sich darauf fallen. 
„Komm zu mir“, sagt Mike. Als gäbe es irgendwelche unsichtbaren magischen Fäden, bewege ich mich. Unbehaglich setze ich mich auf das weiche Leder und hoffe inständig, dass ich es nicht verderbe. Mike scheint da weniger Bedenken zu haben, denn er rekelt sich neben mir und lässt unsere Gläser erneut klingen. 

Automatisch nehme ich einen weiteren Schluck und stelle fest, dass der Geschmack nun wirklich deutlich angenehmer ist. Es brennt noch immer, aber die Hitze, die dabei entsteht, ist irgendwie erregend und das leichte Schwindelgefühl lässt die Anspannung aus meinem Körper weichen. Er erzählt mir irgendetwas über den Whisky, aber ich bekomme höchstens die Hälfte davon mit. Meine Sinne sind schon jetzt benebelt. Vermutlich weil ich seit dem Mittag nichts gegessen habe. Als mein Magen auch noch zur knurren beginnt, springt Mike auf und kommt wenige Augenblicke später mit einer Tüte Chips und der Flasche Whisky zurück.

Mein Kühlschrank gibt nichts her“, sagt er grinsend und stopft sich einen Handvoll von den Kartoffeldingern in den Mund. Ich mache es ihm nach, allerdings höchst genau darauf bedacht, keine Krümel auf dem Sofa zu verteilen.

Es macht mir auch nichts aus, dass Mike mir einen weiteren Whisky einschenkt. Er erzählt von irgendwelchen Partys, davon, dass er erst seit ein paar Monate in der Stadt lebt und es hier ausgesprochen langweilig findet. Ich hänge derweil meinen Gedanken nach und frage mich, wie man sich in einer solchen Wohnung überhaupt langweilen kann. Wenn mein Geschäft so viel abwerfen würde, dass ich hier leben könnte, würde ich vermutlich mehr als nur zufrieden und glücklich sein. Viel zu spät bemerke ich, dass er so verdammt nah ist. Sein Aftershave dringt in meine Nase und lässt mich leise stöhnen. 
 
Du bist echt süß“, raunt er mir zu. „Ich verstehe gar nicht, dass er dich einfach so zu mir geschickt hat.... Direkt in die Höhle des Löwen.“
Haben seine Lippen gerade meine Wange berührt? Hastig trinke ich das Glas leer. Das hätte ich lieber nicht gemacht, denn er füllt es sofort wieder auf und ich spüre schon längst die Wirkung des Alkohols. 
 
Bist du denn so gefährlich?“ Am liebsten möchte ich vor Scham im Boden versinken. Diese blöde Frage habe ich jetzt nicht wirklich gestellt...
Das bin ich … Vor allem, wenn mir die Beute direkt ins Haus geliefert wird.“ Ehe ich mich versehe, leckt er über meinen Hals. Ich bekomme eine Gänsehaut und stehe gleichzeitig in Flammen. Die wenigen noch aktiven Gehirnzellen schreien mich an, dass ich sofort verschwinden soll, der Rest meines Körpers drängt sich der geschickten Zunge von Mike entgegen. Ich nehme einen weiteren Schluck Whisky und biete Mike meinen Mund an. Wir teilen den Alkohol. Ich komme mir furchtbar verrucht vor und gleichzeitig ist es total geil. Die Gier nach Sex wird übermächtig, während mein Verstand sich in einem Strudel von Lust und Trieb verabschiedet. Ich höre mich selbst stöhnen, spüre fremde Hände, die sich an meiner Hose zu schaffen machen. 
 
Aktiv oder passiv?“, raunt mir Mike lasziv ins Ohr.
Egal“, erwidere ich mit schwerer Zunge.
Sehr gut, dann werde ich dich ordentlich reiten. Ich brauche heute einen Schwanz in meinem Arsch.“
Ich steh zur Verfügung.“
Seine Hand landet in meinen Pants und umschließt die pochende Härte. „Das spüre ich deutlich.“

Es ist ein wilder Ritt … auf einem Sofa, das vermutlich mehr kostet, als ich im Jahr verdiene. Obendrein drängen sich die Bilder des Tänzers immer wieder in mein Blickfeld. Es ist ein bisschen, als würde er sich jetzt wirklich bewegen. Eigentlich dreht sich der ganze Raum, während sämtliche Nervenenden in wilden Explosionen meinen Körper zum Zucken bringen. Zu allem Überfluss erscheinen auch immer wieder diese stahlgrauen Augen vor mir und eine seltsame Mischung aus schlechtem Gewissen und absoluter Erregung treiben mich noch zusätzlich voran. Wir kommen beinahe gleichzeitig, dann bricht Mike auf mir zusammen. 
 
Was für ein berechnendes Arschloch“, nuschelt er gegen meinen Hals. Seine Worte sorgen dafür, dass ich mich schlagartig nüchtern fühle. Das war ein verdammter Fehler, auch wenn es sich unglaublich geil angefühlt hat. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll und bleibe starr unter ihm liegen.
 
Ich bin erleichtert, als sich Mike erhebt, mir das Gummi abzieht und eine Packung Taschentücher zuwirft. Er schwankt leicht, als er in Richtung Tür geht. Kurz bevor er den Raum verlässt, dreht er sich zu mir um.  
Wenn du willst, kannst du mit ins Bett kommen. Ich habe nicht vor, dich rauszuschmeißen, aber ich muss jetzt echt schlafen.“ 
 
Ich nicke zögernd und erhebe mich ebenfalls. Es gibt keine vernünftige Lösung, denn ich bin zu betrunken, um mit dem Auto zu fahren, aber ich sollte mich wirklich nicht zu ihm ins Bett legen. Unschlüssig bleibe ich stehen. Mike ist längst verschwunden. Ich gehe zu den großen Fenstern und sehe auf die Lichter der Stadt. Ich habe keine Ahnung, wie spät es ist. Eigentlich kommt es mir vor, als wäre es höchstens eine Stunde her, als ich hier angekommen bin, aber es ist schon viel zu dunkel. Es war ein erstaunlicher Abend, viel besser als ich es erwartet hätte, auch wenn sich erneut das schlechte Gewissen meldet.
 
Der Anblick, der sich mir bietet, ist großartig, kann jedoch das ungute Gefühl in mir nicht beseitigen. Ich drehe mich um, schlüpfe in meine Pants und gehe in die Küche. Ich brauche dringend einen Schluck Wasser. Meine Kehle fühlt sich ganz trocken an. Auf der Tisch liegt die verdammte Karte. Ich zögere einen Augenblick, streiche mit den Fingern über das geschmacklose Motiv und kann mich doch nicht dazu durchringen, sie zu öffnen. 
 
Seufzend starre ich darauf, bemerke zu spät, dass Mike plötzlich hinter mir steht. Er schlingt seine Arme um meine Bauch und legt den Kopf auf meine Schulter. Erschrocken halte ich die Luft an. Es fühlt sich jedoch keineswegs schlecht an, sodass ich versuche, mich wieder zu entspannen.
Er hasst mich … zurecht. Ich kann das Fremdficken nicht lassen. Es ist nicht so, dass ich es nicht versucht hätte. Für ihn, weil er einen besseren Menschen aus mir macht. Aber am Ende kann ich der Verführung nicht widerstehen. Was glaubst du, weshalb er dich geschickt hat?“
Damit ich dir diese Flasche bringe“, antworte ich und spüre, dass das nicht der einzige Grund ist. Mir wird übel, als Mike leise in mein Ohr lacht und die Karte öffnet. 
 
Ich will den Text nicht lesen und doch starre ich auf das Papier. Die Buchstaben verschwimmen vor meinen Augen. Dieser Kerl hat das hier genau geplant. Er hat mich in die verdammten Arme seines Exfreundes getrieben und wünscht ihm auch noch viel Spaß. Wütend will ich mich von Mike losreißen, aber er hält mich fest und führt mich in sein Schlafzimmer. Ehe ich mich versehe, lande ich auf dem riesigen Bett. Mein Protest verebbt unter einem gierigen Kuss.
Was hältst du von einer zweiten Runde?“ 
 
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und auch heute liegt wieder ein Collegeblock A5 liniert im Nest. Es verstecken sich übrigens noch zwei weitere Motive im Block und ein ganz besonderes Cover auf der Rückseite :-))))
Viel Glück und viel Spaß beim Raten!




Kommentare:

  1. moin karo :)
    Bauch-(Traum) Tänzer ist, denke ich, die geschichte in der geschichte :)
    soifz .. ich freu mich immernoch an weitere kapitel :) lg petra

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  2. Hm ich hätt ja an Kadir gedacht... Arabische Nächte ... mal sehen welche Geschichte es nun wirklich ist. ;) auf jeden fall wow ...
    lg Zwackl

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  3. Alsomeine Gedanken waren auch sofort bei Arabische Nächte, schließlich ist er aus Berlin und vergeben auch

    Lg Sophia

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  4. Guten Morgen zusammen,
    Ich denke eher an Arabische Nächte.
    Aber tolle Story 💜
    Liebe Grüße Ines

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  5. Mal davon abgesehen, ob mein Gedanke an arabische nächte richtig oder falsch ist, möchte ich am liebsten immer mit so einem Kapitel aufwachen 😂 😍
    Grüße,
    Nadine ^~^

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  6. Arabische Nächte. ..das von Kadir solche Bilder existieren ist denke ich wahrscheinlicher obwohl ich zuerst an Baich (Traum) tänzer gedacht habe 😃😁

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  7. Ich tippe wie die Mehrheit auf Arabische Nächte :-)
    Mal sehen, ob es stimmt :-)
    Viele Grüße
    Daniela K.

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  8. Kadir 😍 und die arabischen Nächte...

    Mir gefällt die Geschichte sehr gut, besonders, da das spätere Pärchen noch nicht wirklich erkennbar ist

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  9. Arabische Nächte 😍

    Ich freu mich schon, wenn es morgen ein weiteres Kapitel gibt 😄

    Lg Meggy

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  10. Wahrscheinlich ist es Kadir aus Arabische Nächte, eher nicht Medhi aus Traumtänzer.

    Liebe Grüße
    SaSiVa

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  11. Hallo Karo,

    mein Tipp ist auch "Arabische Nächte". Ich möchte aber nicht mehr in den Lostopf.

    Na holla, ich war ja eh gespannt auf den ominösen Ex. Mike übertrifft diese Erwartungen um Längen. Mike und sein Ex nehmen sich echt nichts. Tja, gut für Fred würde ich sagen. Er bekommt dadurch eine Menge guten Sex.

    LG Piccolo

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  12. Hallo Karo,
    ich tippe auf "Arabische Nächte".
    LG
    Manuela F.

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  13. Arabische Nächte tippe ich mal
    LG und frohe Ostern

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