Freitag, 9. Oktober 2015

Sweet Friday

Heute gibt es Geburtstagskuchen! Da ich am Anfang der Woche ohnehin backen musste, habe ich das gleich mit dem Freitag verbunden.
Diesmal war ich nicht auf das Internet angewiesen, denn ich habe den Familienlieblingskuchen ein wenig modifiziert. Eigentlich ist es ein wirlich schneller Streuselkuchen, der für unerwarteten Besuch besonders gut geeignet ist. Allerdings ist er auch sehr gehaltvoll, deshalb ist es gut, dass es bei mir nur selten unerwarteten Besuch gibt.

Heute ist so ein Freitag, an dem irgendwie alles ein bisschen schwerfälliger geht. Meine Gedanken schweifen ständig ab, ich lasse mich nur zu gern ablenken und beschäftige mich mit den Problemen anderer Leute. Natürlich habe ich mittlerweile das Wort dafür gelernt: Prokrastination... Hach, es klingt so herrlich und allein darüber nachzudenken ...
Okay, man merkt es vermutlich und das, wo ich eigentlich keine Zeit dafür habe.

Hier kommt mein 
farbenfroher und verdammt leckerer Streuselkuchen:

Der Teig ist schon auf dem Blech und nun müssen die Streusel bunt gefärbt werden. Das ist verdammt anstrengend:
bunte Streusel sorgen dafür, das sich schnell in zeitintensiv verwandelt, aber irgendwann waren alle Farben eingeknetet:
dann habe ich sie auf dem Teig verteilt und wie immer ein bisschen vor Begeisterung gequietscht:
Ab in den Ofen und bloß nicht verbrennen lassen. Zum Schluss kommt dann noch Sahne über den heißen Kuchen:
und aufgeschnitten sah er so aus. Kam auch recht gut zum Geburtstag an. Mittlerweile halten mich vermutlich alle für verrückt:
An dieser Stelle kommt wie immer mein Wunsch für ein schönes, erholsames oder feierfreudiges und aufregendes Wochenende.
Die nächsten zwei Wochen werde ich euch noch mit bunten Kreationen und einem winzigen Kapitel "Marmorkuchen" überraschen, dann ist die Geschichte zu Ende und die Rubrik wird sich ein bisschen erholen, bis ich eine neue Idee habe. Vermutlich nicht mehr in diesem Jahr.
Aber nun wünsche ich euch erst einmal viel Spaß mit dem achten Kapitel.

Achtung: P16slash

Marmorkuchen

8.
Fremde Hände legten sich auf Max Schultern und drückten ihn unnachgiebig nach unten. Er sank auf die Knie. Noch immer fühlte es sich in seinem Kopf an, als steckte er in einer riesigen Zuckerwattewolke. Gleichzeitig drehte sich alles, nicht so schnell, dass ihm schlecht wurde, aber doch so deutlich, dass es ihm schwer fiel, die Umgebung zu fokussieren. Allerdings wusste er genau, was gleich passieren würde.
Das Geräusch des Reißverschlusses klang unnatürlich laut in seinen Ohren. Tief in ihm mahnte eine kleine Stimme, dass es ganz falsch war. Hier und jetzt, mit dem Mann, dessen Namen er nicht einmal kannte. Max wollte sich erheben, aber seine Beine waren schwer und eine seltsame Mischung aus Neugier und Aufregung hielt ihn gefangen. Er beobachtete, wie der andere sein mächtiges Geschlecht herausholte und ihn vor seinen Augen noch weiter anschwellen ließ. Max schluckte schwer und sein Herz begann nervös zu rasen. Noch nie war er so dicht dran gewesen. Noch nie fühlte er sich gleichzeitig so weit weg.
„Was machst du denn?“, rief eine Stimme hinter ihm. Hände packten ihn und zogen ihn nach oben.
„Der Kleine ist beschäftigt“, hörte er den unbekannten Mann sagen. Die Stimme klang ein bisschen bedrohlich. Max begriff nicht was hier passierte, aber er spürte eine unheimliche Erleichterung darüber, als er Bijan erkannte.
„Ich muss doch üben“, brachte er mühsam hervor.
„Genau, er will trainieren und ich habe ihm versprochen, dass ich mich zur Verfügung stelle.“ Der Kerl lachte und wackelte mit seiner Hüfte, sodass der riesige Schwanz zu tanzen begann. Es klang gemein in seinen Ohren und sah einfach nur scheußlich aus. Max wollte am liebsten vor Scham wegrennen. Was hatte er sich nur dabei gedacht?
Allmählich schien sein Bewusstsein wieder zu tage zu treten und mit ihm die Erkenntnis, dass er hier beinahe … das er … Er riss sich von Bijan los und versuchte aus dem Raum zu kommen. Erst jetzt nahm er die eindeutigen Geräusche und den seltsamen Geruch war. Ihm wurde schlecht und Panik schnürte ihm die Luft ab.
„Komm zurück Kleiner“, rief der Typ. „Einen besseren Lehrer findest du nirgends.“ Gelächter drang in Max Ohren. Es zeigte ihm deutlich, in was für eine beschissene Lage er sich gebracht hatte. Wut stieg in ihm auf. Eigentlich war doch Bijan an allem Schuld. Er hatte ihm falsche Hoffnungen gemacht und dann … dann … Max konnte einfach keinen klaren Gedanken fassen. In seinem Kopf kullerte alles heillos durcheinander. Am schlimmsten war es, dass er nicht wusste, wo der Ausgang war und er trotz des schummrigen Lichts das Gefühl hatte, unendlich viele Augenpaare würden ihn anstarren.
Wo war Bijan? Erneut spürte er Hände auf seinen Schultern. Sie brachte ihn dazu, sich umzudrehen Mit einem Ruck wurde er gegen eine harte Brust gezogen.
„Alles deine Schuld“, murmelte Max und lehnte seinen Kopf gegen Bijans Schulter. Er bekam ein okay als Antwort, über das er in diesem Moment nicht genauer nachdenken wollte. Stattdessen klammerte er sich an den anderen Mann, auf den er eigentlich sauer sein wollte. Bijans Arme schlossen sich ebenfalls fester um seinen Körper.
Sie setzten sich irgendwie in Bewegung. Max wurde dabei rückwärts geschoben. Er passte sich den Schritten an, vertraute darauf, dass er auf eine seltsame Art und Weise in Sicherheit war. Das Licht wurde heller, die Stimmengewirr lauter. Max blinzelte, erkannte die Kneipe mit ihrem bizarren Lichtspiel, der merkwürdigen Musik und den seltsamen Bildern.
Er blickte vorsichtig über Bijans Schulter, der ihn noch immer zielstrebig und sicher durch den Raum schob. Max spürte Blicke auf sich, sah in fremde Gesichter, die ihn angrinsten und wusste nicht wie er sich verhalten sollte. Eines bemerkte er aber deutlich. Das eigenartig schwerelose Gefühl war verschwunden. Die Zuckerwatte löste sich auf. Auch wenn er noch immer nicht genau begriff wie er in diese Lage gekommen war, so erkannte er doch deutlich, dass er sich gerade richtig bescheuert benommen hatte.
„Dein erster Joint?“, erkundigte sich Bijan. Er sprach so dicht in sein Ohr, dass Max eine Gänsehaut bekam.
„Joint?“, fragte er, hob den Kopf und sah Bijan verwundert an. „Ich habe nichts geraucht.“
„Du nicht“, erwiderte er, beugte sich vor und hauchte einen Kuss auf die Nasenspitze. „Aber manchmal reicht es, den Rauch vom Nachbarn einzuatmen.“
„Wieso dürfen die hier so ein Zeug rauchen? Ist das nicht verboten?“
„Solange sich niemand darum kümmert. Hier ist es ein bisschen anders … die Leute sind …“
„Schräg?“
„Genau“, erwiderte Bijan lachend und ließ ihn los. „Komm mit hinter die Bar, damit ich dich nicht aus den Augen verliere.“
„Du musst nicht auf mich aufpassen.“ Immer deutlicher wurde ihm, in welche peinliche Lage er sich gebracht hatte. Das alles nur, weil er üben wollte, weil er sich nicht vor Bijan blamieren wollte. Dabei hatte er doch gar keine Ahnung, ob zwischen ihnen jemals etwas laufen würde. Vielleicht machte er sich die ganze Zeit etwas vor. Ganz bestimmt war es so, denn sonst wäre das alles doch gar nicht passiert.
„Ich würde mich besser fühlen, wenn du mir nicht verloren gehst“, sagte Bijan und riss ihn aus den Gedanken.
„Warum?“, fragte er und streckte das Kinn trotzig vor. Leider musste sich Max eingestehen, dass er sich dabei ziemlich albern vorkam.
„Vielleicht kann ich dich beim nächsten Mal nicht retten.“
„Vielleicht wollte ich gar nicht gerettet werden.“ Er wusste, dass er zickig klang, konnte aber nichts dagegen machen.
Bijan stellte sich dicht vor ihm. Ein Schauer lief ihm vor Aufregung über den Rücken. Dieser Mann war auf erregende Weise bedrohlich. Sein Widerstand schmolz, während er versuchte dem Blick standzuhalten.
„Dann bin ich es möglicherweise, der gerettet werden muss“, flüsterte Bijan ganz nah an seinem Gesicht. „Rette mich, Max.“
„Wie denn?“, entkam es ihm und seine Stimme quietschte dabei furchtbar.
Ein Lächeln umspielte die wunderschönen vollen Lippen. Max konnte sich nicht zurückhalten. Er presste unbeherrscht seinen Mund darauf. Mit einem leisen Stöhnen erwiderte Bijan den Kuss. Es schien, als würde er sich an Max klammern und dieses Gefühl sorgte dafür, dass die Zweifel in den Hintergrund traten. Er war sich nicht sicher, was Bijan von ihm wollte, aber er würde alles daran setzen, es herauszufinden.
Den Rest der Nacht verbrachte Max auf einem Stuhl hinter dem Tresen. Er trank Cola und beobachtete Bijan, wie er souverän die Gäste bediente, mit ihnen scherzte, laut lachte und gleichzeitig einen gewissen Abstand hielt. Hin und wieder drehte er sich zu ihm um und lächelte ihn an. Manchmal bekam er einen Kuss aufgedrückt, der so hitzig war, dass sein Körper jedes mal in Flammen stand. Dieser Mann schaffte es, dass er sich irgendwann spontan selbst entzünden würde. Sie kannten sich nicht und doch brannte Max lichterloh. Er wollte ihn, genau diesen dunklen und geheimnisvollen Mann, der keinen Kuchen backen konnte und ihn so dermaßen verwirrte.
Er konnte seinen Blick einfach nicht abwenden. Die Hose war eng und zeigte einen runden Hintern. Das Shirt betonte die ausgeprägten Rückenmuskeln. Er versuchte sich vorzustellen wie es wäre, wenn er den Körper nackt und aus der Nähe betrachten konnte. Wie sich die Haut wohl anfühlte? Das Spiel der harten Muskeln und die Pobacken … Das schwindlige Gefühl kam zurück. Er zog die Luft tief ein, aber es schien niemand in seiner Nähe zu rauchen.
„Du hast dich verknallt“, sagte Max zu sich selbst und begann leise zu lachen. „Ganz, ganz furchtbar verknallt.“
„Und du bist nicht allein damit“, antwortete Bijan, beugte sich zu ihm hinunter und fing erneut die Lippen zu einem Kuss ein. Gejohle erklang, ein paar Pfiffe und anzügliche Bemerkungen gesellten sich dazu und sorgten dafür, dass Max sich ein wenig unwohl von Bijan löste.
„Wir können gehen“, sagte dieser leise und zog Max vom Stuhl. Erst jetzt bemerkte er, dass bereits ein anderer Mann die Gäste bediente.
Max wusste nicht, wie dieser Abend enden würde, aber er war zu allem bereit.



Kommentare:

  1. Hallo Karo,
    das war quasi Rettung in letzter Not :) Nur noch zwei Sweet Friday, dann ist es vorbei. Aber die Geschichte gefällt mir.
    LG Brigitte

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  2. Liebe Karo,

    herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag!

    Puh, was für ein Glück. Da kam Bijan gerade noch einmal rechtzeitig, um Max vor einem schweren Fehler zu bewahren. Und so wie es aussieht haben sich beide ineinander verliebt. Da steht dem Happy End doch nichts mehr im Weg.

    LG Piccolo

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