Freitag, 23. Oktober 2015

Sweet Friday

Zum vorerst letzten Mal öffne ich für euch diese Kategorie, ein letztes Mal habe ich die bunten Farben herausgeholt und die Kamera gezückt.
Ich bin kein Backprofi und irgendwas geht immer schief. Dafür habe ich aber eine sehr liebevolle Familie, die mich immer brav lobt und alles auffuttert *gg*
Eigentlich war ich mir nicht sicher, was zum Schluss ich backen soll. Es gibt noch so viele Rezepte, die ich ausprobieren könnte, aber irgendwie habe ich mich dann doch für den Tipp meiner Freundin und Schwester im Geiste entschieden.
Am liebsten würde ich euch heute ganz viel zu meinem neuen Buch verraten, aber das passt ja leider nicht an diese Stelle. Ich erwähne jedoch, dass ich es in dieser Woche fertig geschrieben habe und dass auch schon der erste Korrekturgang fast beendet ist.
In einer Woche zwei Geschichten fertig zu bekommen ist, ist schon ein tolles Gefühl. Witzig sind die Dimensionen, während das Buchprojekt knapp 65.000 Wörter aufweist, hat mein "Marmorkuchen" gerade mal knapp 15.000. Wobei ich mit dem Buch deutlich später angefangen habe.
Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, diese kleine Geschichte zu schreiben. Ich freue mich, dass ihr mich begleitet habt und hoffe, Max und Bijan haben euch gefallen.
Mal abwarten, ob oder was ich mit der Geschichte mache. Sie bleibt auf jeden Fall hier, aber vielleicht bearbeite ich sie noch mal ordentlich und lade sie auch auf die bekannten Portale.
Starten wir ein letztes Mal bunt und süß ins Wochenende.
Hier kommt mein Regenbogengugelhupf

Dieser Kuchen ist wirklich mächtig. Ich habe die 1 1/2 fache Menge des Rezeptes genommen. Da ist ganz schön was zusammengekommen. Eine Schüssel voll Schokoladenteig:
Dazu noch heller Teig, den ich wieder eingefärbt habe:
Dann habe ich zuerst eine Schicht vom dunklen Teig in die Form gefüllt und den bunten darauf verteilt:

 Zum Schluss noch den restlichen Schokoteig drauf und ab in den Ofen. Fertig gebacken sah er dann so aus:
Dekoriert mit lilafarbenen Zuckerguß, blauem Glitter und bronzefarbenen Streuseln sieht er nun so aus. Ich finde ihn ziemlich hübsch, den Geschmackstest muss er erst heute Nachmittag bestehen.
Und damit kommen wir nun zum kleinen Epilog meiner Geschichte.
Viel Vergügen beim Lesen und ein wunderschönes, buntes Herbstwochenende.

Achtung P16slash!


 Marmorkuchen

Epilog

„Der Kuchen wird auch nicht schneller fertig, wenn du alle zwei Minuten nachsiehst.“ Max zog Bijan vom Herd weg, drückte ihm einen Kuss auf die Lippen und schmiegte sich an seinen Freund.
„Wieso bin ich so nervös und du nicht?“ Starke Arme umschlangen ihn und drückten ihn so fest, dass er Angst hatte, keine Luft mehr zu bekommen. Natürlich war er aufgeregt. Seit zwei Tagen machte er kein Auge zu. Im Grunde war er sogar dankbar, dass Bijan ihm nicht schon eher vom Besuch der Familie erzählt hatte. 

Noch immer hatte er das Gefühl, dass zwischen ihnen alles irgendwie überstürzt ablief. Es war noch keine drei Monate her, als Bijan vor seiner Tür stand und nach zwei Eiern fragte. Nun verbrachten sie die meiste Zeit zusammen. Max konnte sich gar nicht mehr erinnern, wann er das letzte Mal in seinem Bett allein geschlafen hatte. Im Grunde war seine Wohnung nur noch ein Alibi. Selbst die meisten Klamotten befanden sich schon in Bijans Schrank, die Zahnbürste stand im Wasserglas neben der seines Freundes. Er kannte sich mittlerweile bestens in der Küche aus, denn Bijan war ganz versessen auf seine Backkreationen. Endlich konnte sich Max so richtig austoben, ohne sich fragen zu müssen, wer das alles aufessen sollte.Gekocht wurde zusammen, wobei es ihm sehr gefiel, wenn Bijan Rezepte aus der Heimat seiner Eltern ausprobierte.

Manchmal erschien es Max, als wären sie beide mitten in einen Hurrikan geraten. Sie wirbelten gemeinsam mit mehr als einhundert Stundenkilometern herum. Alles erschien ihm wie im Zeitraffer. Eigentlich war es großartig und absolut perfekt, aber gleichzeitig machte es ihm eine unglaubliche Angst. Was, wenn es doch zu schnell ging? Wenn Bijan plötzlich erkannte, dass er nicht der richtige Mann war? Oder wenn er seine Unerfahrenheit nur ausnutzte und ihn demnächst eiskalt abservieren würde? Aber dann gäbe es sicherlich dieses heutige Treffen nicht. 

Die Gedanken schwirrten in seinem Kopf herum und die Panik schnürte ihm die Kehle zu. Wurde nicht immer behauptet, dass eine dermaßen große und heiße Flamme auch ebenso schnell verglühte? Wenn Bijan erst erkennen würde, wie unzulänglich er war, dann würde er das heiß brennende Feuer in Max vermutlich sogar persönlich löschen. 

Es war dumm! Offenbar produzierte sein Gehirn heute nur Müll. Tief in seinem Inneren wusste Max genau, dass Bijan ebenso für ihn empfand wie umgekehrt. Sie liebten sich und es gab keine Vorschrift, die besagte, wie schnell oder langsam so etwas passieren durfte. Er brauchte nur ein bisschen mehr Vertrauen. 

„Ich bin wieder zu schnell, oder?“, riss Bijan ihn aus seinen konfusen Gedanken.
„Ein bisschen“, gab Max zu, hob den Kopf und lächelte ihn an.
„Das liegt wohl in meiner Familie“, sagte er seufzend und hauchte Max einen Kuss auf die Nasenspitze. „Vermutlich kann ich froh sein, wenn du nach diesem Nachmittag nicht sofort verschwindest. Vielleicht sollte ich dich irgendwie an mich ketten, damit ich eine Chance habe, dich hinterher von mir zu überzeugen.“
Max sah seinen Freund erstaunt an. Dieser schien es wirklich ernst zu meinen, sodass er heftig den Kopf schüttelte.„Vielleicht ist es auch umgekehrt. Was, wenn sie mich nicht mögen und du erkennst, dass ich überhaupt nicht zu dir passe.“
Weiter kam er nicht, denn sein Mund wurde so heftig von Bijans Lippen verschlossen, dass es ein wenig schmerzte.
„Niemals“ 

In Max Bauch wurde es wunderbar heiß, denn Bijans Stimme klang ehrlich und unglaublich sehnsüchtig. Seine Lippen wurden auf süße Weise malträtiert und hätte der Küchenwecker nicht ausgerechnet in diesem Moment zu läuten begonnen, hätten sie alles um sich herum wohl vergessen. Immer wieder verspürte er so eine unheimliche Gier. Auch Bijan erging es meist nicht anders, sodass sie nach solchen Kussattacken für gewöhnlich nackt im Bett oder auf dem Sofa landeten. Heute wurde Max jedoch unsanft zur Seite geschoben und Bijan stürzte zum Ofen, um mit einem Holzstäbchen dutzende Löcher in den Marmorkuchen zu stechen.

„Hör auf unser Essen zu zerstören“, rief Max entsetzt. Er nahm die Topflappen und holte den Kuchen heraus. Immerhin schien er gelungen zu sein. Das war zumindest ein wenig beruhigend. Gemeinsam deckten sie den Tisch, kochten Kaffee und bedeckten ihr Backwerk mit Puderzucker. Auf Bijans dunklen Armen landete auch eine Menge von dem süßen weißen Zeug. Fasziniert betrachtete Max es. Überhaupt konnte er den anderen stundenlang ansehen. Es war so ein krasser und gleichzeitig erregender Unterschied. Die Haut schimmerte dunkel und samtig. Sie fühlte sich weich an, obwohl die harten Muskeln darunter deutlich zu spüren waren. Max schloss für einen Moment die Augen, konnte sich nicht gegen die Bilder in seinem Kopf wehren, aber die Angst vor den unbekannten Leuten, die ihn gleich begutachten würden, war stärker als sein Kopfkino. Er wischte den Zucker einfach nur von Bijans Arm, wenngleich er ihn am liebsten abgeleckt hätte.
Sie waren kaum mit allem fertig, als es auch schon an der Tür klingelte.

„Es geht los“, sagte Bijan und schmatzte noch einen schnellen Kuss auf seine Wange. Max atmete tief durch und hoffte inständig, dass er diesen Nachmittag überleben würde.
Weiter kam er jedoch mit seinen inständigen Gebeten nicht, denn er wurde mit einem großen Hallo empfangen. 

Bijans Mutter zog ihn gleich in den Arme, der Vater hatte einen Händedruck, dass er glaubte, einige Fingerknochen wären gebrochen. Die Schwester strahlte über das ganze Gesicht und die beiden Brüder klopften ihm auf den Rücken, dass er auch hier einen bleibenden Schaden erwartete. Alle redeten aufeinander ein, sodass ein lautes Stimmengewirr augenblicklich die Wohnung erfüllte. Max blieb jedoch still. Er antwortete nur, wenn er gefragt wurde und fühlte sich erneut vollkommen überrannt. 

Endlich saßen allem am Tisch. Bijan holte den Kaffee, schenkte ein und setzte sich neben ihn. Seine Hand legte sich beruhigend auf Max Oberschenkel. Max sah ihn an und ein warmes Lächeln nahm ihm ein bisschen von der Anspannung. 

„So ein hübsches Paar“, rief die Mutter. „Das du es ja nicht versaust.“ Sie drohte Bijan mit dem Zeigefinger.
„Mama“, brummelte er. Die Bemerkung seiner Mutter war ihm offensichtlich peinlich.
„Nein, wirklich Max. Mein Sohn kann manchmal schwierig sein. Er war von all meinen Kindern am anstrengsten. Hätte ich ihn zuerst bekommen, gäbe es vermutlich keine weiteren Geschwister.“
Die Familie begann einstimmig zu lachen und die Brüder rissen noch weitere Scherze auf Bijans Kosten. Allerdings gab er auch nicht klein bei, sondern feuerte ordentlich zurück. Max beobachtete das Treiben grinsend. Hin und wieder spürte er den Blick der Mutter oder des Vaters auf sich. Dann verfärbten sich seine Wangen und er starrte auf seinen Teller oder trank hastig von seinem Kaffee.
Immer wieder berührte Bijan ihn. Das tat unheimlich gut, denn leider konnte Max nicht wirklich viel zur Unterhaltung beitragen. Er war weder so schlagfertig, noch kannte er sich bei den Themen so gut aus, dass er etwas dazu hätte sagen können. Dafür fragte ihn die Mutter ein bisschen aus und Max antwortete so gut er konnte. 

„Tut mir übrigens leid, dass ich meinen Bruder so eingespannt habe. Er ist aber ein echt guter Barkeeper und war meine Rettung.“
„Schon gut“, murmlte Max, denn die Erinnerung an die Bar brachte sein Gesicht erst Recht zum Brennen.
„Er hat mir ganz schön die Hölle heiß gemacht. So energisch kenne ich mein Brüderchen gar nicht.“
„Um ein Haar hätte ich es versaut und du wärst schuld daran gewesen“, schimpfte Bijan und brachte seine Geschwister erneut zum Lachen.
„Es ist nicht zu übersehen, dass ihr bis über beide Ohren verliebt seid“, behauptete die Schwester und zwinkerte Max zu. Er lächelte beschämt, aber Bijan legte einen Arm um ihn und zog ihn an seine Schulter.
„Das sind wir“ Er hauchte einen Kuss auf Max Haare. Für einen Moment wurde es still. Die beiden Frauen seufzen theatralisch. Dann war das Thema auch schon beendet und die Sticheleien gingen erneut los. Max erfuhr in diesen wenigen Stunden so unglaublich viel über Bijan, dass sein Kopf ein wenig schwirrte. Immer wieder sah dieser ihn an und sagte beschwichtigend, dass er das Gerede ganz schnell wieder vergessen sollte und das alles gar nicht stimmte. Das Herz lief ihm regelrecht über, weil er so deutlich sehen konnte, wie sehr er geliebt wurde.

Auch über ein paar Exfreunde wurde gelästert und am Ende waren sich alle einig, dass Max der perfekte Partner war. Spätestens jetzt leuchtete sein Kopf wie eine Tomate und er hätte sich am liebsten an Bijans breiter Brust versteckt. 

„Er ist entzückend“, sagte die Mutter.
„Lasst ihn in Ruhe. Ihr verschreckt Max noch. Wenn er nach diesem Besuch nie wieder mit mir redet, dann könnt ihr was erleben.“ Bijans Worte verschreckten die andern offenbar, denn die Mutter ergriff Max Hand und sah ihn eindringlich an.
„Wir sind manchmal vielleicht ein bisschen laut, aber wir freuen uns alle, dich in unsere Familie zu haben. Also hab keine Angst vor diesem ungehobelten Haufen. In Wahrheit sind sie alle ganz zahm.“
„Okay“, erwiderte Max und fühlte sich höchstens ein winziges bisschen besser.
Der Kuchen wurde gelobt und Bijan musste die Backstory noch einmal erzählen. Zum Glück ließ er ein paar wichtige Details aus. 

Am Ende verabschiedeten sich alle herzlich. Sogar die Brüder zogen ihn in eine heftige Umarmung. Als die Tür hinter den Gästen ins Schloss fiel, atmete Max tief durch. Er konnte sich nicht bewegen, wäre am liebsten vor Erschöpfung einfach umgefallen.

„Lebst du noch“, fragte Bijan. Zwei kräftige Arme schlangen sich von hinten um Max Bauch und ein Kopf legte sich auf seine Schulter. „Alles gut?“ Er hörte die Unsicherheit in der Stimme seines Freundes und lächelte.
„Ja, alles bestens.“
„Sie sind leider immer so anstrengend“, murmelte er entschuldigend.
„Ich glaube, ich kann mich daran gewöhnen.“
„Das ist gut.“ Bijan atmete tief durch und die Luft kitzelte Max´empfindliche Haut am Hals.

Er hatte so viele Fragen, aber im Moment wollten die Worte einfach nicht seinen Mund verlassen. Er sehnte sich nach etwas anderem. Eine unheimliche Erregung erfasste ihn, sodass er sich in Bijans Armen drehte und ihn sanft gegen die Wand drückte. Er sah seinem Freund in die Augen. Sie schimmerten dunkel und sinnlich und er fühlte, dass es Bijan ebenso der Sinn nach Nähe stand.
Ohne zu zögern, kniete er sich hin, öffnete die Hose und presste sein Gesicht gegen die verlockende Haut. Er spürte Bijans Erregung deutlich, zog die Jeans bis zu den Knien herunter und leckte sich über die Lippen. Ein leises Stöhnen ermunterte ihn, sodass er einen ersten zögerlichen Kuss auf die dunkle Spitze platzierte. Bijan wimmerte und schob sein Becken nach vorn. Lächelnd machte Max. Er konnte es noch immer nicht. Diese Sache mit dem Deep Throat … aber er wusste längst, dass es gar nicht nötig war. Max war kein Anfänger mehr und hatte sehr schnell gelernt, wie er Bijan um den Verstand blasen konnte.


Kommentare:

  1. Hi Karo,

    so ein schönes Ende für deine kleine Geschichte.
    Max und Bijan sind glücklich und total ineinander verliebt. Sogar Bijans Familie mag ihn sehr.

    Bis zur nächsten Geschichte/Kapitel von dir^^

    LG Piccolo

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  2. Auch wenn ich erst heute den letzten (eigentlich ja vorletzten) Teil gelesen habe, da ich letztes WE in Frankfurt war, hat er mir sehr gut gefallen. Aber die Krönung ist der Epilog mit der großen Familie. Ich mag sowas, da ich selbst aus einer großen Familie komme.
    Eine wunderschöne Geschichte. Danke dafür, Karo <3
    LG Brigitte

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