Freitag, 16. Oktober 2015

Sweet Friday

Der vorletzte süße Freitag, bevor sich die Rubrik in eine Pause zurückzieht und die kleinen Geschichte "Marmorkuchen" beendet ist.
Ich hoffe, ich konnte euch sowohl mit den bunten Kuchen als auch mit der Minigeschichte ein wenig den Start ins Wochenende versüßen. Mir hat es auf jeden Fall viel Spaß gemacht. Ich mag ja auch so ein gedankenloses Drauflosschreiben. Sicherlich ist das nicht die beste, jemals von mir geschriebene Geschichte, aber ich hoffe, sie ist trotzdem unterhaltsam und vergnüglich.
Okay, mein heutiges buntes Erlebnis ist kein Kuchen im klassischen Sinne. Mögt ihr Baiser? Diese kleinen Zuckerdinger, die so wunderbar auf der Zunge schmelzen und einem ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern?
Mein erster Versuch ist zugegebenermaßen nicht perfekt gelungen, aber sie schmecken trotzdem ziemlich gut.

Regenbogenbunte Baiser
Zuerst den Eischnee steif schlagen. (Ein Schelm, wer versautes dabei denkt )

Dann wurde es ein bisschen tricky. Ich habe in die Spritztüte (auch ein hübsches Wort) mit Holzstäbchen je einen Strich mit den Farben gezogen.
Die Masse einfüllen und los geht es. Leider war es wohl nicht steif genug. Als ich darüber gejammert habe, musste ich mir von den Jungs sagen lassen, dass ich als Frau ja auch keine Ahnung davon hätte, wie man "Dinge" steif bekommt. Ich habe dazu geschwiegen und gelächelt. 
Am Anfang hat das mit der Farbe auch nicht so richtig funktioniert, aber dann wurde es besser.
  
 und fertig gebacken sehen sie so aus:
Ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende.
Allen, die auf der Frankfurter Buchmesse sind, wünsche ich viel Spaß und Erfolg. Ich freu mich auf die Messe in Berlin. Das dauert ja auch nicht mehr lange.
Hier kommt das vorletzte Kapitel "Marmorkuchen"

Achtung P16slash

9.
Sie gingen ein Stück Hand in Hand, bis Bijan vor einem Auto stehen blieb, Max losließ und einen Schlüssel aus seiner Hosentasche zog.
„Du hast einen Wagen?“, erkundigte sich Max.
„Steig ein“, sagte Bijan grinsend und deutete auf die Beifahrertür. Max zögerte nur eine Sekunde, dann lief er um das Fahrzeug herum und ließ sich auf den tiefen Sitz fallen. Er schnallte sich an und sah erwartungsvoll zu Bijan. Dieser grinste, legte eine Hand in seinen Nacken und zog ihn zu einem Kuss heran. Ihre Lippen spielten miteinander, zuerst zärtlich, dann immer gieriger … Besitzergreifend wurde Max Mund mit Bijans Zunge ausgefüllt. Er stöhnte und spürte eine unglaubliche Erregung in sich aufsteigen. Erst jetzt wurde ihm bewusst, was er beinahe gemacht hätte und Scham brachte seine Wangen zum Brennen.

„Es tut mir leid“, murmelte er gegen den Mund des Mannes, der ihm wie ein Retter vorkam und für den er so viel empfand, dass er es gar nicht begreifen konnte. „Ich wollte das nicht … ich wollte doch nur ...“

Bijan hinderte ihn am Weiterreden und vertiefte stattdessen den Kuss erneut. Max klammerte sich an dessen Schultern, wusste nicht wohin mit all der Energie, die er in sich fühlte. Am liebsten hätte er vor lauter Glück laut gelacht und gleichzeitig war da dieser Druck unter den Augenlidern … Wie falsch wäre beinahe alles gelaufen. Aber würde es jetzt besser werden? Bijan hatte doch bisher noch gar nichts gesagt. Zumindest nichts, was Max irgendeine Sicherheit versprach. Vielleicht würde er ihn einfach nur nach Hause fahren, erneut eine dumme Floskel sagen und ihn wieder zurücklassen. Vollkommen verunsichert und allein … Der Magen zog sich schmerzhaft zusammen und in seiner Brust wurde es eng. Trotzdem traute er sich nicht nachzufragen. 

Bijan löste den Kuss, streichelte sein Gesicht und sah ihn lange an. Max fühlte sich unwohl unter dem eindringlichen Blick und senkte die Augen. Er spürte Lippen auf seiner Stirn und hörte ein leises Seufzen. Leider wusste er nicht, ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen war. 

Dann unterbrach Bijan die Verbindung endgültig, schnappte nach seinem Gurt und ließ gleichzeitig den Motor an. Max lehnte sich zurück und schloss die Augen. Sein Herz klopfte wie verrückt und sein Puls raste. Ihm war heiß und gleichzeitig hatte er eine Gänsehaut am ganzen Körper. Aus irgendeinem bescheuerten Grund knurrte sein Magen und schwindlig war ihm auch noch ein bisschen. Er hörte Bijan leise lachen, spürte, wie sich das Auto in Bewegung setzte und fragte sich, wie es wohl nun weitergehen würde.

„Habe ich mich eigentlich schon dafür entschuldigt, dass ich mich nicht gemeldet habe?“, fragte Bijan nach einer Weile.
„Nein“, erwiderte Max und sah vorsichtig zu dem anderen Mann hinüber.
„Tut mir echt leid.“ Er rieb kurz und kräftig über Max Oberschenkel. „Das hatte ich wirklich nicht beabsichtigt.“
„Hm.“ Mehr fiel Max dazu nicht ein. Es klang nicht wirklich so, als wenn er ihn vermisst hätte. Offensichtlich war es wohl eher ziemlich leicht gewesen, ihn einfach zu vergessen.
„Du glaubst mir nicht, oder?“
Max zuckte mit den Schultern. Was sollte er denn denken? Vielleicht waren drei Tage nicht besonders lang, aber für ihm war es eine Ewigkeit. Noch nie war er so hoffnungsvoll und gleichzeitig dermaßen enttäuscht gewesen. Vermutlich konnte Bijan nicht einmal annähernd nachvollziehen, wie es sich angefühlt hatte. Wie auch? 

„Eigentlich war es ganz anders geplant. Meine Schwester war übrigens sehr beeindruckt von deinem Kuchen. Sie will mehr davon.“
„Das war doch nur ein einfacher Marmorkuchen. Hast du ihr etwa verraten, dass du ihn nicht allein gebacken hast?“
„Sie hat leider keine zwei Minuten gebraucht, um es aus mir herauszukitzeln. Sie ist da sehr … sehr erfahren, was ihren kleinen Bruder anbelangt. Eigentlich hat sie auch meine anderen Brüder ziemlich gut im Griff.“
„Du hast noch mehr Geschwister?“
„Ja, wir sind eine echte Großfamilie. Drei Brüder und eine Schwester. Ich bin der Jüngste. Was ist mit dir?“
„Ich bin ein Einzelkind.“
„Hat bestimmt auch viele Vorteile. Manchmal habe ich mir echt gewünscht, allein zu sein.“ Bijan lachte und schüttelte gleichzeitig den Kopf.
„Ich wollte immer jemanden zum reden.“
„Was ist mit Freunden?“
Max zuckte mit den Schultern. Es war sicherlich nicht besonders günstig mit den Schwachstellen anzufangen. Das konnte ihn ja nur verschrecken. Er war eine Null, was soziale Kontakte betraf. Sonst wäre er doch schon längst …

„Wolltest du mir nicht erklären, wieso du dich nicht gemeldet hast?“ Max versuchte das Thema von sich wegzulenken und es schien ihm auch zu gelingen, denn Bijan seufzte schwer.
„Genau … Auf dem Geburtstag hat mich mein Bruder gefragt, ob ich ihm in der Bar helfe. Normalerweise hat er genügend Leute, aber anscheinend sind zwei Barkeeper krank und einer hat gekündigt. Ich hasse den Job, aber er ist mein Bruder und dieses Familiending ist irgendwie alternativlos.“
„Familiending?“, erkundigte sich Max und sah ihn verwundert an.
„Warte nur, du wirst schon noch sehen, was ich meine.“
„Wie denn?“ Er begriff nicht, wovon Bijan redetet, aber es schien ihm, als wäre der Satz besonders bedeutungsvoll.
„Ich bin schon wieder zu schnell, oder?“
„Keine Ahnung.“
Sie schwiegen und erst jetzt fiel Max auf, dass das nicht der Weg nach Hause war. Bijan fuhr in die falsche Richtung.
„Wohin fahren wir?“, erkundigte er sich und versuchte auszumachen, wo sie sich genau befanden. Nachts kannte er sich noch weniger aus, als am Tage. Er hatte eine wage Vermutung, aber die würde er auf gar keinen Fall laut aussprechen. Für heute hatte er sich genug blamiert.
„Warte es ab. Ich habe dir doch versprochen, dass ich mich revanchiere und ich halte meine Versprechen.“
„Es ist mitten in der Nacht“, stellte Max unsicher fest. Eigentlich hatte er damit gerechnet, dass sie zur Wohnung fahren und vielleicht … vielleicht hätte es eine Möglichkeit gegeben … Er brummte unbestimmt vor sich hin.
„Ich hoffe, es wird dir gefallen. Eigentlich hatte ich mir das alles ganz anders vorgestellt, aber ich habe Angst, dass ich es wieder vergeige.“

Max sagte nichts dazu, auch wenn in seinem Kopf tausende Fragen wild durcheinanderpurzelten. Nicht zu wissen, wohin Bijan ihn brachte, trug nicht dazu bei, dass er sich wohler fühlte. Würde er jetzt die Strafe für seine Sorglosigkeit bekommen? Wer steigt schon einfach in ein fremdes Auto? Aber Bijan war doch … Max wollte einfach nicht, dass er fremd war. Er hatte sich auf den ersten Blick verknallt und aus irgendeinem Grund vertraute er Bijan. Vielleicht, weil er ihn vorhin gerettet hatte … 

„Ich bin gespannt“, sagte er schließlich und das traf es ziemlich gut. Er war furchtbar aufgeregt und nervös. „Wenn ich heute nicht zufällig in diese Bar gegangen wäre ...“ Max ließ den Satz offen und hoffte, dass Bijan begriff, worauf er hinaus wollte.

„Dann hätte es vermutlich noch ein paar Tage länger gedauert“, antwortete er leise und Max spürte einen heftigen Schmerz in der Brust. Er versuchte seine Enttäuschung zu verstecken und starrte erneut aus dem Fenster. Bijan legte eine Hand auf sein Bein und streichelte zärtlich darüber. „Ich arbeite den ganzen Tag und abends stehe ich hinter diesem verdammten Tresen. Eigentlich fallen mir die Augen zu. Ich wollte … ich wollte ein perfektes erstes Date für dich.“
„Wenn du so müde bist, wieso fahren wir dann nicht einfach nach Hause. Es wäre auch perfekt, wenn ich … wenn du neben mir liegen würdest. Einfach so.“
„Du bist verdammt süß.“

Max verzog das Gesicht. Das war kein Kompliment, das sich gut anhörte. Sagte man so etwas nicht eher zu kleinen Kindern? Benahm er sich etwa so ungeschickt? Natürlich! Er hatte eine Ahnung und vermutlich war das letzte wonach sich ein Kerl wie Bijan sehnte, neben einem unerfahrenen Jungen zu liegen.
„Kannst du mich bitte nach Hause bringen?“, fragte er und ein dicker Kloß machte sich in seinem Hals breit.
„Wir sind gleich da.“
Sie waren schon längst aus der Stadt herausgefahren. Bijan bog nach rechts, mitten hinein in ein kleines Wäldchen. Sie rumpelten über den unbefestigen Weg, bis der Wagen abrupt abbremste und der Motor verstummte.
„Okay, komm mit.“ 

Es war stockdunkel. Max öffnete unbehaglich die Tür und stieg aus. Für einen Moment erhellte die Lampe im Inneren des Autos die Gegend, aber er konnte kaum etwas erkennen. Bijan kam zu ihm, griff nach seiner Hand und zog ihn hinter sich her. Max stolperte den Weg entlang, bis er sich einigermaßen an die Dunkelheit gewöhnt hatte und seine Füße besser mit dem Untergrund zurecht kamen. Es dauerte nicht lange, bis sich ein hellgrauer Turm vor ihnen abzeichnete.
„Da willst du doch nicht hin?“, erkundigte sich Max und versuchte stehen zu bleiben.
„Doch“, erwiderte Bijan und lachte leise. „Genau das ist unser Ziel.“

Als sie vor dem unverschlossenen Eingang des Turms standen, hatte Bijan plötzlich eine Taschenlampe in der Hand. Ein schmaler Lichtkegel beleuchtete die Stufen, die in einem engen Kreis nach oben führten.
„Bleib dicht bei mir“, sagte Bijan und Max nickte ehrfürchtig. Sie erklommen die Treppen und standen wenig später auf deinem Plateau. 

Der Ausblick war atemberaubend. Die Lichter der Stadt im Hintergrund und die tiefschwarzen Bäume direkt unter ihnen verbanden sich zu einem Bild, wie Max es noch nie vorher gesehen hatte. Bijan zog ihn zu einer kleinen Bank und dort direkt auf seinen Schoß. Starke Arme umfassten seinen Körpermitte und sorgten dafür, dass er sich gegen den anderen Körper lehnte. Über ihnen war ein Meer von Sternen zu sehen. Es war ganz still und es war vor allem unheimlich romantisch. „Eigentlich wollte ich hier oben mit dir ein richtiges Picknick machen. Ich kann nämlich sehr viel besser kochen, als backen und ich wollte … Max, es tut mir wirklich leid, dass ich ...“

„Schon gut“, erwiderte er, drehte den Kopf zur Seite und gab Bijan einen sanften Kuss. Es war doch noch nicht lange her, als er sich vorgenommen hatte, zu allem bereit zu sein. Und das hier war schon jetzt besser, als alles, was er bisher erlebt hatte. 

Sie küssten sich zärtlich und passend zu dieser besonderen Stimmung. Irgendwann drehte er sich auf Bijans Schoß um und schlang die Arme um dessen Hals. Sie vertiefen die Berührungen. Warme Hände streichelten Max Rücken und sorgte für wunderbare Schauer auf der Haut. Er seufzte und saugte gleichzeitig die fremde Zunge tief in den Mund. Bijan stöhnte verhalten und sorgte dafür, dass Max mutiger wurde. Er presste seinen harten Schritt gegen dessen Bauch, rieb seine Erregung dagegen und erntete zwei Hände, die seinen Hintern fest umschlossen und ihn noch näher heranzogen. 

In diesem Moment gab es nur sie beide und Max genoss die überwältigenden Gefühle, die durch seinen Körper jagten. Er wollte Bijan ewig küssen, sehnte sich nach mehr und wusste gleichzeitig, dass sie noch genügend Zeit hatten. 

„Ich weiß, es ist vielleicht ein bisschen übereilt“, flüsterte Bijan und sorgte dafür, dass sie sich in die Augen sahen. „Könntest du dir vorstellen, dass wir … also dass du und ich … wir beide ...“
Max fing an zu grinsen. Stotterte dieser große und erfahrene Mann wirklich vor Nervosität? In seinem Bauch wurde es ganz heiß und noch ehe Bijan weiterreden konnte, hauchte er ein „Ja“ gegen seine Lippen.
„Wirklich? Ich meine es ernst, fest und exklusiv und mit allem drum und dran?“
„Ja“, sagte Max ernst und nickte bekräftigend. Er war sich nicht sicher, ob es für so eine Vereinbarung nicht zu früh war. Sie kannten sich doch wirklich kaum, aber er würde sich diese Chance nicht entgehen lassen.
„Wenn du den nächsten Schwanzkuchen backst, kriege ich aber ein Stück ab.“
„Der war doch zum üben“, murmelte er und verbarg das Gesicht an der Bijans Schulter.
„Üben kannst du hier“, flüsterte dieser aufreizend und legte Max Hand auf die beachtliche Beule in der Hose. „So oft du willst und genau in dem Tempo, mit dem du dich wohlfühlst.“
„Okay“, flüsterte er und spürte mit den Fingern die Größe nach. Max war furchtbar aufgeregt und gleichzeitig wusste er tief in seinem Inneren, dass dieser Mann für ihn bestimmt war.
Er schmiegte sich an ihn und fühlte sich so wunderbar, dass er sich wünschte, sie könnten für immer hier oben auf diesem Turm bleiben.




1 Kommentar:

  1. Hallo Karo,

    dieses süße Kapitel versüßt den grauen und regnerischen Tag.
    Bijans Idee mit dem Turm und den Sternen fand ich sehr romantisch. Max ist total hin und weg.

    LG Piccolo

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