Freitag, 2. Oktober 2015

Sweet Friday

Ach ja, schon wieder Freitag :-) Die Wochen vergehen einfach viel zu schnell.
Die letzten drei Monate sind angebrochen und ich habe das Gefühl, ich hätte so viel mehr schaffen müssen. Offene Baustellen, wohin ich blicke.
Die Auswahl, die ich getroffen habe, überdenke ich immer wieder, aber noch erscheint es mir die beste Lösung. Ich hoffe einfach mal, dass die Leser auch noch im nächsten Jahr Geschichten von mir haben wollen. Es ist also nicht so, dass ich mir über die Haltbarkeit Gedanken machen müsste. Es ist wohl eher diese innere Stimme, die mir immer wieder suggeriert, dass ich doch viel mehr, viel besser, viel intensiver, viel ... niemals genug irgendwie. Okay, ich gebe es an dieser Stelle zu, das heutige Kapitel, inklusive Musik und Keksen könnte .... eventuell ein bisschen abgefärbt haben. Aber ich schwöre, nur theretisch und nur beim Schreiben.
Als ich mich im world wide web auf die Suche nach bunten Kuchen begeben habe, habe ich diesmal etwas gefunden, das ein bisschen verrückt ist. Aber verrückt ist lustig und immerhin ist Freitag, passt also alles irgendwie.
Die englische Bezeichnung für die Kekse ist: Unicorn poop cookies.
Klingt eigentlich ein bisschen ekelig, aber wir wissen alle, dass Einhörner Regenbögen pupsen, da passt dieser Keks dann irgendwie auch.
(Rezept notfalls erfragen, die Bilder nicht zu intensiv mustern, nicht, dass sie ihre psychedelische Wirkung ausbreiten)

Kekse, direkt vom Einhorn: 

Heute zeige ich euch mal, wie wenig Farbe man zum einfärben des Teiges braucht. Es ist wirklich eine vergleichsweise winzige Menge:
und hier das Ergebnis. Es war ganz schön anstrengend:
nach einer Runde im Kühlschrank, habe ich von jeder Farbe ein Stück abgeschnitten und zu einer Rolle geformt:
Die Rollen werden nun miteinander verdreht und weiter gerollt:
durchschneiden und schmaler rollen, bis man ungefähr einen Durchmesser von einem Zentimeter hat und dann eindrehen, bis man ein ganzes Blech Einhornpups fertig ist:
Ab in den Ofen und neugierig warten: Geschmackstest von meinem Mann (die Kekse waren noch heiß): Sehr köstlich! Die Jungs haben heute morgen gekostet und fanden sie ebenfalls lecker. Wie gut, dass meine Männer alles mitmachen.

Mit diesen bunten Keksen wünsche ich euch ein schönes Wochenende. Genießt den Feiertag und macht euch gemütlich Sonntag. Zumindest hier ist wunderbares Wetter angesagt, sodass ich hoffentlich endlich mal zu einem intensiven Herbstspaziergang komme. Ansonsten wartet noch meine Nähmaschine auf mich, mit der ich an meinem Weihnachtsgewinnspiel arbeite:

Hier gehts zum neuen Kapitel:
Achtung: P16slash!

Marmorkuchen

7.
Max wusste nicht wie er sich verhalten sollte. Der Kuss war verführerisch und er hatte sich doch die ganze Zeit danach gesehnt. Auf der anderen Seite war er sauer und wollte auf gar keinen Fall, dass Bijan dachte, er hätte er ihn vermisst.

„Ich habe die ganze Zeit an dich gedacht.“
Zärtlich strich die fremde Zunge über seinen Mund. Mit aller Kraft presste er die Lippen zusammen. Er würde nicht noch einmal auf die verlockende Stimme hereinfallen. Zur Unterstützung verschränkte Max die Arme vor der Brust und gab sich alle Mühe nicht zu reagieren. Tatsächlich gab Bijan auf . Es fiel ihm schwer ein Wimmern zu unterdrücken, als sich der Mund von seinem löste.
„Tut mir leid“, sagte Bijan. Das Lächeln, dass er Max dabei schenkte, sorgte dafür, dass seine Beine weich wie Pudding wurden.

„Du wolltest doch“, sagte er und räusperte sich. Die Zunge schien am Gaumen zu kleben und sein Kehle war so trocken, als wenn er seit Tagen nichts mehr getrunken hätte. „Du … also … du hast es doch versprochen. Für den Kuchen und überhaupt ….“ Max ärgerte sich darüber, dass er so furchtbar unsicher klang. Wäre ein selbstbewusster Abgang, vielleicht noch mit einem erhobenen Mittelfinger nicht besser und eindrucksvoller gewesen? So kam er sich wie ein kleiner Junge vor, dem man den Lolli geklaut hatte. Bei dem Vergleich öffneten sich Bilder in seinem Kopf, die seltsam verstörend, aber auch verdammt heiß waren. Der Lolli war … 

„Hab einen Moment Geduld, dann erkläre ich es dir“, sagte Bijan und die Fantasie zerplatze wie eine Seifenblase. Automatisch nickte Max, wagte aber nicht, dem anderen in die Augen zu sehen. Bijan lachte und zog ihn erneut näher. Dieser verdammte Tresen zwischen ihnen! Max wollte sich so gern dicht an die beeindruckende Brust pressen, aber das Holz zwischen ihnen war unnachgiebig. 

„Lauf nicht weg, Max“, bat er eindringlich und stupste ihre Nasen zusammen. „Ich verspreche dir, dass ich alles erklären kann. Trotzdem tut es mir furchtbar leid. Ich hätte...“
„Du hättest dich doch kurz melden können“, nuschelte Max und erneut kroch Ärger in ihm hoch. Nicht allein auf Bijan, sondern eher auf sich selbst. Seine Stimme klang sehnsüchtig und verletzt. Er wollte das nicht so deutlich zeigen und schon gar nicht hier in der Öffentlichkeit.

„Sollen wir hier verdursten?“, rief eine fremde Stimme.
„Sucht euch einen anderen Ort zum Ficken“, drang ein weiterer Kommentar in Max Ohren.
„Einen Moment“, antwortete Bijan und löste sich von Max. Diesmal konnte er das kleine Seufzen nicht unterdrücken. Offensichtlich bliebt es nicht unbemerkt, denn als er aufblickte trafen seine Augen auf ein strahlendes Lächeln. Max bildete sich sogar ein, eine Spur Gier darin zu erkennen. Hoffnung machte sich in ihm breit. Er kletterte auf den Barhocker, stützte die Arme auf dem Tresen ab und legte den Kopf in die Hände.
„Geh und mach deinen Job“, sagte er großzügig. Bijan lachte und Max Herz begann wild zu klopfen. Es dauerte nicht lange, da stand eine Cola vor ihm.
Fragend sah er auf. Glaubte Bijan etwa, dass Max kein Bier vertrug? 

„Wir brauchen einen klaren Kopf“, erklärte dieser, als wenn er seine Unsicherheit erkannt hätte. Max hinterfragte die Aussage besser nicht, aber bezweifelte, dass Cola hilfreich sein würde. In seinem Kopf ging seit Tagen alles durcheinander. Vermutlich wäre ein Schluck Alkohol eher angemessen, um dieses Chaos zu beseitigen. Trotzdem trank er in großen Zügen. Das eiskalte Zuckerzeug hatte zumindest den Vorteil, dass es ihn von innen eine wenig abkühlte. 

Allmählich beruhigte sich Max und sah sich um. Es war mittlerweile erstaunlich voll. Ein lautes Stimmengewirr, unterlegt mit tiefem Lachen und einer seltsamen psychedelischen Musik. Er war sich nicht sicher, ob das die richtige Bezeichnung dafür war, aber es erschien ihm auf jeden Fall, als würde man allein von der Musik irgendwie high werden. Die Bilder an den Wänden passten ebenfalls zu diesem Eindruck. Groß und unheimlich bunt und so seltsam von Licht angestrahlt, dass man das Gefühl bekam, sie würden einen jeden Moment verschlucken. 

Neben ihm rauchte jemand. Natürlich zog der Qualm genau in seine Richtung. Max hatte in seinem ganzen Leben noch keine Zigarette angerührt und war sich sicher, dass es auch niemals dazu kommen würde. Er fand den Geruch widerlich, Hoffentlich rauchte Bijan nicht, aber das hätte er beim Küssen doch bestimmt gemerkt. Er schüttelte sich. 

Wieso durfte der Kerl überhaupt hier rauchen? Es gab doch Vorschriften und Gesetze. Da ging er zum ersten Mal allein aus und landete in einer Raucherbar. Immerhin hatte der Weg ihn zu Bijan geführt, aber das war auch nur ein kleiner Trost. Wenn er genau darüber nachdachte, sah es jetzt so aus, als würde er dem Mann hinterher laufen. Dabei war es wirklich nur ein Zufall. Das war alles schon irgendwie seltsam. 

Der süßliche Geruch des Rauchs sorgte dafür, dass ihm schwindelig wurde. Außerdem hatte er das Gefühl, dass die Frischluft immer weniger wurde und ihn eine dicke Wolke regelrecht einhüllte. Die Klamotten würde er bestimmt alle waschen müssen.

Ihm wurde flau im Bauch, sodass er sich lieber darauf beschränkte, Bijan bei der Arbeit zuzusehen. Irgendwie ließ sich der erste Eindruck, den er von dem anderen Mann hatte, nicht mit dem Job und schon gar nicht mit dieser Bar vereinbaren. Im Grunde wusste er so gut wie gar nichts über ihn und das sollten sie vielleicht als erstes ändern, bevor …

Max schloss die Augen und seine Fantasie begann diesen Moment gnadenlos zu nutzen. Vielleicht spielte die Musik auch eine Rolle, oder die anderen Geräusche, der seltsam, süßliche Duft. Er sollte den Typ mal fragen, was das für eine Zigarettensorte ist, die er da raucht. Max konnte nichts dagegen machen, dass er Dinge sah, die er sich so sehr wünschte, dass sein Körper regelrecht in Flammen stand. Er wollte nackt sein, wollte endlich einen anderen Mann berühren, an fremder Haut riechen und mit der Zunge verborgene Stellen erkunden. Er wollte einen Schwanz … Nicht irgendeinen, sondern den von Bijan. Aufregung machte sich in ihm breit und die Musik sorgte dafür, dass sich in seinem Kopf alles zu drehen begann. Ein bisschen schlecht wurde ihm auch. Die Cola, von der er erneut trank, konnte das unangenehme Kratzen im Hals nicht vertreiben. Irgendwie erschien ihm plötzlich alles so viel lauter und er konnte einzelne Stimmen so deutlich hören, als wenn diese Kerle direkt in seinem Kopf wären.

Er begann zu kichern, aber die eigene Stimme kam ihm fremd vor. Erneut schob sich ein Bild von einem nackten Bijan in seinen Kopf. Das Kichern verwandelte sich in ein tiefes Seufzen. Da gab es schließlich ein ziemlich großes und irgendwie unüberbrückbares Problem.

„Ich krieg keinen anständigen Blowjob hin“, sagte er laut. Er packte den Kerl mit der stinkenden Zigarette am Arm. Als dieser sich zu ihm umdrehte, kicherte Max erneut. „Ich bin zu doof für einen Blowjob“, wiederholte er und begann zu lachen.
„Bei jemanden der so süß ist wie du, kann ich mir das gar nicht vorstellen“, erwiderte der Stinketyp und blies ihm den Qualm direkt ins Gesicht. Max begann zu husten und schüttelte wild den Kopf. Eigentlich roch es gar nicht mehr so unangenehm.

„Doch, wirklich“, erwiderte er mit schriller Stimme. „Ich kann es nicht. Ich kann es einfach nicht.“ Max betonte jeden Buchstaben und nahm auch noch einen Finger unterstützend zu Hilfe, mit dem er dem Kerl im Takt gegen die Brust stupste.
„Du brauchst doch höchstens ein bisschen Übung.“
„Nein.“ Max schüttelte so energisch den Kopf, dass er beinahe vom Hocker plumpste. Er begann erneut zu kichern. „Ich habe geübt“, sagte er und versuchte ein ernstes Gesicht zu machen. „Ich habe … also zuerst mit den Bananen, dann mit den Gummidingern und der Kuchen … Kannst du dir vorstellen, dass ich einen Kuchen gebacken habe, der wie ein Schwanz aussah?“
Der Kerl schüttelte den Kopf und begann zu lachen. 

„Doch“, sagte Max eindringlich. „Ein großer Schwanz aus Teig. Aber ich habe es einfach nicht hinbekommen … Ich bin vermutlich der erste schwule Mann, der …. der ...“
Er ließ sich gegen den unbekannte Mann fallen und vergrub seinen Kopf an dessen Schulter. „Ich kann es nicht“, nuschelte er und seufzte erneut schwer. 

„Keine Sorge, Kleiner. Ich wette, ich kann dir das problemlos beibringen.“
Max richtete sich eilig auf und starrte den Typ eindringlich an. Es war nicht so leicht, den Blick zu fokussieren, aber irgendwie funktionierte es doch.
„Das würdest du tun?“, fragte er ungläubig.
„Natürlich! Es wäre mir eine Ehre.“
Eine Ehre … Max konnte sein Glück kaum fassen.
„Wann denn?“, fragte er und spürte ein aufregendes Kribbeln in seinem Bauch. Noch immer drehte sich alles ein bisschen um ihn herum und die Musik machte ihn ganz verrückt.
„Am besten gleich. Wir gehen nach hinten und beginnen sofort mit dem Unterricht.“ Der Typ grinste und Max erwiderte es. Er rutschte ungeschickt vom Barhocker und fiel gegen die Brust des Zigarettentyps.
„Aber“, sagte Max und legte einen Finger auf seine Lippen. „Bijan darf davon nichts erfahren. Es soll doch nicht merken, dass ich so ein verdammter Looser bin.“
„Wird gemacht. Ich kann schweigen wie ein Grab.“
Max begann erneut zu kichern. Der Kerl ergriff seine Hand und Max stolperte voller Hoffnung hinter ihm her.
 

Kommentare:

  1. Hallo Karo,

    und schon wieder haben wir Freitag.

    Ja, reden sollten sie wirklich, aber dafür ist die Bar der falsche Ort. Dass Bijan Max nur eine Cola gab, war schon die richtige Entscheidung. Nur leider hat anscheinend jemand genau neben Max einen Joint geraucht und jetzt ist Max high. Hoffentlich taucht Bijan bald auf und rettet Max, bevor er wirklich mit dem Typen im Darkroom verschwindet und Blowjobs übt.

    LG Piccolo

    AntwortenLöschen
  2. Huhu Karo,
    da habe ich doch tatsächlich wegen London den letzten Sweet Friday verpasst. Worauf sich dieser dumme Junge nur einlässt ... vielleicht hätte er nicht soviel von dem Rauch einatmen sollen.
    LG Brigitte

    AntwortenLöschen