Montag, 26. Oktober 2015

Die Arme ausbreiten und fliegen

Zum Start in die Woche möchte ich euch mein neues Baby vorstellen.
Ich hoffe, das ebook erscheint noch in dieser Woche.
Zum ersten Mal habe ich so etwas wie ein Jugendbuch geschrieben. Zumindest ist mein Protagonist Marvin erst 17 Jahre.

Eigentlich dachte Marvin, es wird der Sommer seines Lebens ... aber dann ändert sich alles, denn ein schlimmes Gerücht, das ausgerechnet das Mädchen betrifft, mit dem er zum ersten Mal Sex hatte, stellt sich als Wahrheit heraus. Dieser Wahrheit muss er sich nun stellen. Dabei erfährt er nicht nur wie wichtig Freundschaften sind, sondern auch, dass das Leben viel mehr für ihn bereithält und man sich manchmal einfach nur trauen muss.

In dieser Geschichte geht es um HIV. Ein Thema, von dem ich irgendwie nicht loskomme.
Ein paar Mal habe ich schon darüber nachgedacht, wieso das so ist und immer wieder komme ich zu der Erkenntnis, dass manche Dinge einen wohl durch das ganze Leben begleiten.
Ich erinnere mich noch genau, dass ich schon am Anfang meines ersten Studiums in Halle/Saale versucht habe, mich in dieser Richtung zu engagieren. Damals, Anfang der 90-ziger Jahre sah das Thema HIV/Aids noch anders aus. Die ersten Medikamente kamen auf, aber noch immer überwog die Wahrscheinlichkeit, dass man ziemlich zeitnah daran sterben wird. Obwohl es für mich wahrscheinlich niemals einen Grund gab, mich in dieser Richtung zu betätigen ... hetero, nicht infiziert und eigentlich nicht mal mit Homosexuellen bewusst befreundet, bin in zur Aidshilfe Halle gegangen und wollte mitarbeiten, aufklären, mich irgendwie kümmern.
Die Zeit dort gehört zu den nicht wirklich angenehmen Erfahrungen und das lag weniger an der Krankheit als an den Leuten. Mein Enthusiasmus und der Wille mitzuhelfen und aktiv zu sein, haben mich einige Monate durchhalten lassen, ehe ich aufgab. Vermutlich habe ich mich noch nie so ausgegrenzt gefühlt, aber auch das ist eine Erfahrung, die man quasi für sein Leben mitnimmt. Mittlerweile bin ich dank einiger wirklich netter Leute mit den Aidshilfen im Allgemeinen ausgesöhnt. Okay, da war bisher niemand von Halle dabei...
Es ist schon irgendwie seltsam, welche Fügungen es so im Leben gibt. Meine Geschichten sind sicherlich keine Wegweiser oder Richtlinien, wie man mit HIV umgehen sollte. Trotzdem habe ich das Gefühl, endlich dort zu sein, wo ich schon vor vielen Jahren hinwollte. Vielleicht bin ich in vierlei Hinsicht zu tolerant, aber ich bin immer noch der Überzeugung, dass HIV und Aids uns alle angeht. Und sei es nur, dass wir uns im Umgang damit üben, besser verstehen und endlich begreifen, wie wenig Gefahr von einem HIV-positiven Menschen ausgeht. HIV sollte wirklich nicht das erste Ausschlusskriterium sein, um jemanden nicht kennenlernen zu wollen. Ich denke, da gibt es wirklich bessere, vor allem charakterliche Merkmale.
Auch heute arbeite ich in keiner Aidshilfe mit. Ich wohne vermutlich ein bisschen ungünstig dafür und vielleicht sitzt der Schock auch immer noch tief. Aber hin und wieder überfällt  mich ein Plot zu diesem Thema und den verfolge ich dann mit großer Begeisterung.
Ich hoffe, ich kann euch auf Marvins Reise mitnehmen. Sie ist nicht einfach, aber wie immer gibt es ein schönes Happy End.
In der Hoffnung, dass ich sogar ein paar jüngere Leser mit dieser Geschichte erreiche, gibt es diesmal nur minimalen expliziten Sex. Das war beinahe so etwas wie eine Herausforderung, aber auch nicht wirklich schwierig. Ich habe schließlich genügend andere Projekte, in denen ich mich quasi wieder austoben kann. Der NaNoWriMo steht ja schon direkt vor der Tür und in diesem Jahr möchte ich die Herausforderung gern wieder annehmen.
Das wunderschöne Cover ist von Caro Sodar.
Sobald das Buch seinen Weg zu Amazon gefunden hat, werde ich euch natürlich davon in Kenntnis setzen.
Ach ja, wie bei den meisten meiner Schreibprojekte habe ich auch wieder mit Musik geschrieben. Diesmal lief Amy Winehouse ständig im Hintergrund, auch wenn ich nicht genau weiß, wieso ausgerechnet sie für mich so gut zu dieser Story gepasst hat. 


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