Freitag, 25. September 2015

Sweet Friday

Ich wundere mich besser nicht darüber wie schnell die Tage vergehen. Im Moment hat mich mal wieder eine Geschichte extrem gefangen genommen, da habe ich nicht einmal meinen Kuchen rechtzeitig fertig bekommen.
Es ist schon seltsam. Wochenlang schreibe ich überall ein bisschen herum und dann passiert es doch: Eine Idee fordert meine ganze Aufmerksamkeit und lässt alles andere in den Hintergrund verschwinden. Ich freue mich, bin gespannt und aufgeregt. Es ist ein bisschen fremd für mich, aber ich hoffe, dass ich es trotzdem einigermaßen gut hinbekomme.
Wie immer wird es kein sehr langes Buch, sondern eher eine kleine Novelle. Das Thema ist mir auf eine seltsame Art und Weise ans Herz gewachsen. Ich kann nicht einmal genau beschreiben woran es liegt. Vermutlich, weil ich mich schon als Jugendliche damit beschäftigt habe, ich aber damals nicht genug Mut hatte, es richtig anzugehen.
Mit dem Schreiben öffnen sich für mich Wege, die es mir leicht machen, sie zu beschreiten. Das ist es, was ich einigermaßen gut kann und was mir natürlich auch unheimlich viel Spaß macht.
Es dauert nicht mehr lange, dann erzähle ich ein bisschen mehr, aber dieser Freitag gehört schließlich Max und seinen Kuchen.
Im Moment denke ich, dass es doch nur noch zwei oder drei Kapitel werden. Mal gucken, was passiert und wie sich meine kleine Dramaqueen so anstellt.

Heute habe ich einen kleinen Tod für euch.
Den besten, den es vermutlich gibt: Death by Chocolate
(jedenfalls eine Version davon)
Nach dem Rezept könnt er gern fragen, ich poste es hier nicht ausführlich.
Es wird natürlich wieder bunt ... was sonst :-))))

Polka Dots im Schokokuchen:
Zuerst brauchen wir ein paar Regenbogenbällchen (Cakepops)

Die Bällchen kommen in den leckeren Schokoladenteig. Leider sind sie bei mir nach oben getrieben, also nicht im Teig versunken (warum auch immer) Ich war auch ein bisschen sparsam mit den Bällchen. Meine Männer hats gefreut, sie haben die übrigen gleich weggenascht:
Zwei Schichten haben ich gebacken, die ich dann übereinandergestapelt habe. Den unteren Boden musste ich dafür gerade schneiden und habe ich mich gleich mal über den tollen Anblick gefreut:
Und nun kommt der Tod. Eine Mischung aus Kuvertüre, Sahne, Butter und Puderzucker ... Sagt nichts ... ich schweige auch *lach*
Am Ende sieht sie dann so aus:
und aufgeschnitten so (ich habe den oberen Boden auch noch mal geteilt, weil er ziemlich hoch war, da waren auch überhaupt keine Punkte zu sehen)
Wie immer nicht perfekt, aber mit viel Liebe und Spaß!
An dieser Stelle wünsche ich euch ein schönes, erholsames und abenteuerliches Wochenende und viel Spaß mit dem neuen Minikapitel.

Achtung: P16 slash!


Mamorkuchen

6.
Drei Tage. Drei verdammte Tage war es her, als Bijan fluchtartig die Wohnung verlassen hatte. Max wartete jede verdammte Stunde, jede verfickte Minute darauf, dass es klingelte, dass sie sich im Hausflur begegneten oder sich Bijan irgendwie bemerkbar machte. Natürlich hätte er nach oben gehen und die Dinge selbst in die Hand nehmen können. Er traute sich jedoch nicht. Dabei war ihm nicht einmal klar, ob er sich grundsätzlich davor fürchtete, Bijan gegenüberzutreten oder ob es eher die Ablehnung sein könnte. Möglicherweise war das alles nur ein kleines Spiel gewesen. Oder hatte er sogar nur geträumt? War es ein dermaßen lebhafter Traum gewesen, dass er ihn für real gehalten hatte? Allmählich glaubte Max, durchzudrehen. 

Unruhig lief er zwischen Küche und Flur hin und her. Seit gestern hatte er sogar einen Müllbeutel neben der Tür deponiert. Nur für den Fall, dass er Schritte draußen hörte, stürmte er … quasi ganz zufällig nach draußen. Zwei Mal war er vergebens mit seiner Mülltüte losgeprescht. Es war wie verhext und allmählich machte sich Wut in ihm breit. Er war einem bescheuerten Schwindel erlegen und hatte sich Hoffnungen gemacht. Dabei wusste er nichts über den anderen Mann und das würde sich offensichtlich auch nicht ändern. Frustriert schnappte er die Tüte und trug sie zurück in die Küche. Dieses Theater musste aufhören. Es gab keinen Grund sich noch länger etwas vor zu machen. Bijan würde sich nicht noch einmal melden. Warum auch? Max hatte sich schließlich wie ein Anfänger angestellt. Okay, das war er schließlich auch, aber mit Sicherheit zeigten andere Männer das nicht so deutlich wie er es getan hatte. Was wäre denn gewesen, wenn er einfach mitgemacht hätte, anstatt sich wie ein Kleinkind im Bad zu verstecken? Möglicherweise wäre ein Teil seiner Träume auf diese Weise in Erfüllung gegangen. Echte Erfahrungen und ein bisschen Herzflattern. 

Max seufzte. Er war froh, dass er die Arbeitstage einigermaßen hinter sich gebracht hatte. Mit der Konzentration war es nicht weit her und sein Chef hatte ihn mehr als einmal zurechtgewiesen, sogar gefragt, ob er kein Interesse mehr daran hätte, übernommen zu werden. Max konnte ihn nur fassungslos anstarren. Seine Entschuldigung war ein einziges Gestammel, denn sein Kopf war leer, während die Panik mit eiserner Hand nach seinem Herzen griff und es in aller Seelenruhe zerquetschte. Er konnte nicht seine Karriere riskieren … 

Max schlug mit der Faust auf die Arbeitsplatte und ein Knurren entkam seiner Kehle. Es waren doch nur ein paar Küsse mit einem fremden Mann. Das durfte ihn nicht dermaßen aus der Fassung bringen.
Entschlossen ging er in den Wohnraum und warf sich aufs Bett. Er hatte wie ein Irrer aufgeräumt, das Bett frisch bezogen, kontrolliert ob Kondome und Gleitgel in ausreichender Menge vorhanden waren. Dabei sagte ihm sein Verstand, dass er es langsam angehen lassen sollte, aber sein Schwanz und das Herz sahen die Sache ein bisschen anders. Sie wollten Bijan … wollten ihn so sehr, dass es wehtat. Immer wieder gingen ihm die Worte durch den Kopf. Bijan hatte von etwas wie Liebe gesprochen, außerdem war da noch der Wunsch für den Kuchen. Jedes Worte eine einzige Lüge? Hatte dieser verdammte Kerl in dermaßen manipuliert, weil er einen Marmorkuchen wollte?

Sollte das wirklich der einzige Grund gewesen sein, dann hatte Max wohl eine erste Lektion gelernt. Er musste auf jeden Fall härter werden. Diese Emotionalität bremste ihn nur aus und das war wirklich nicht gut. 

Das Warten würde ab sofort wieder aufhören. Es gab schließlich noch eine Menge anderer Männer und diese galt es nun zu erobern. Er holte die drei Dildos aus ihren hübschen schwarzen Samttaschen, legte sie neben sich auf die Decke und betrachtete sie eine ganze Weile. Das verruchte und erregende Gefühl, das er sonst bei dem Anblick bekam, blieb aus. Selbst in seiner Hose regte sich nichts. Er nahm die kleinste Ausführung in die Hand, leckte daran. Der typische Geschmack von Gummi legte sich auf seine Zunge. Das Prickeln blieb aus. Er umschloss die Spitze mit den Lippen und kam sich auf einmal total bescheuert vor. Grummelnd warf er den unzureichenden Ersatz weg und verbarg sein Gesicht in den Händen. Er war wirklich ein furchtbarer Dummkopf. Dieses Grübeln und Probieren musste ein Ende haben. Was hatte er zu verlieren, wenn er ausgehen würde? In einen Club oder wenigstens mal in eine Bar. Er könnte ein Bier trinken und gucken was passiert. Schlimmer als das hier konnte es doch auf gar keinen Fall werden. 

Ganz überzeugt war Max nicht, aber er ging trotzdem duschen, rasierte sich gründlich und stand anschließend eine gefühlte Ewigkeit vor dem Kleiderschrank. Es lag keinesfalls an der riesigen Auswahl, denn da gab es wirklich nicht viel. Klamotten einzukaufen, gehörte nicht zu seiner Leidenschaft und er mochte es auch nicht, wenn sich allzu viel ansammelte. Je größer die Auswahl, desto schwieriger wurde es für ihn, sich zu entscheiden. 

Ein hellgrünes Shirt, dazu seine Lieblingsjeans … Wenigstens in den Klamotten wollte er sich wohlfühlen, auch wenn er das Gefühl hatte, dass ein Ausflug keine gute Entscheidung war. Irgendwie fühlte sich alles falsch an. Er litt und das war überhaupt das Schlimmste. Auch wenn es keinen Sinn machte, aber Max wollte so gern mit dem Fuß aufstampfen, sich am liebsten auf den Boden wälzen und am besten den ganzen Mist augenblicklich vergessen. Er hatte das Gefühl furchtbar dramatisch zu sein und fand den Schalter nicht, um es abzustellen. 

Als er sich im Spiegel betrachtete, fühlte er sich vollkommen unzulänglich. Ganz bestimmt würde sich niemand für ihn interessieren. Er grinste schief, zerzauste die Haare und nahm zu viel Parfum. Mit wild klopfendem Herzen verließ er die Wohnung, schaute sehnsüchtig nach oben und ging dann jedoch energisch die Treppen hinunter.

Ein kühler Wind empfing ihn. In Gedanken sagte er die Adresse der Bar, die er sich im Internet ausgesucht hatte, immer wieder vor und auch die Nummer des Busses, mit dem er dorthin gelangte. Kaum erreichte er die Haltestelle, kaum auch schon das Transportmittel und Max stieg ein. Seine Beine zitterten und die Hände wurden allmählich feucht. Er kauerte sich auf den Sitz und starrte aus dem Fenster. Vier Haltestellen … Mit jedem gefahrenen Meter steigerte sich seine Nervosität. Am Ende würde er es vermutlich nicht einmal mehr hinausschaffen, so angespannt war er. 

Zum ersten Mal fragte er sich, wieso er das eigentlich immer alles allein durchstehen musste. Er sah sich um, registrierte fröhliches Lachen, intensive Gespräche … nur schräg hinter ihm saß ebenfalls ein Mann allein. Das machte es nicht besser. Vielleicht hätte er doch zu Hause bleiben sollen.
Auf wackligen Beinen verließ er den Bus, lief unsicher die Straße entlang. Schon von weitem konnte er die Leuchtreklame sehen, aber er war sich nicht sicher, ob er es überhaupt schaffen würde, die Tür zu öffnen.

Seine Schritte wurden immer langsamer, bis er sich plötzlich inmitten einer Gruppe Männer befand. Offensichtlich fiel denen nicht auf, dass Max nicht dazugehörte, denn sie redeten laut miteinander und schoben ihn irgendwie mit. Plötzlich war er schneller als gedacht in der Bar. Max sah sich verwirrt um, landete irgendwie an der Theke. Noch immer schien es, als wenn er zu der Gruppe gehörte. Er hörte Gesprächsfetzen, anzügliche Bemerkungen, tiefes Lachen und in seinem Kopf begann es zu schwirren. Das war so unwirklich, dass er einen Schritt rückwärts ging und gegen einen Barhocker fiel. 

„Was willst du trinken?“, erkundigte sich eine Stimme, die ihm seltsam bekannt vorkam. Langsam drehte er seinen Kopf in die Richtung und traute seinen Augen nicht.
„Max?“, rief der Kerl und schien freudig überrascht zu sein.
„Bijan“, murmelte er und wünschte sich nichts so sehnlich wie ein Loch im Boden, in dem er verschwinden konnte.
„Wahnsinn“, sagte der fiese Kuchenschnurrer und lächelte Max strahlend an. Ehe er reagieren konnte, beugte sich Bijan nach vorn, legte eine Hand in seinen Nacken und zog ihn zu einem Kuss über die Theke.






Kommentare:

  1. Hallo Karo,

    wow, der Kuchen ist ja eine wahre Schokobombe.

    Max scheint sehr ungeduldig zu sein (ich leider auch) und hat die drei Tage förmlich auf Bijan gelauert. Leider hat ihn das so sehr abgelenkt, dass es sogar seinen Chef auffiehl.
    Ich fand es toll, dass er mal ausgegangen ist. Und Meister Zufall hat da gleich zugeschlagen, in dem es Max genau in den Club führte, in dem Bijan arbeitet.

    Hab noch einen schönen Freitag und ein tolles Wochenende! Es soll ja richtig schönes Wetter geben.

    Bis zum nächsten Freitag^^

    LG Piccolo

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  2. Hallo Karo,
    na das ist ja mal interessant. Hatte Bijan einfach keine Zeit, sich bei Max zu melden? Irgendwas muss doch dahinter stecken. Ich bin gespannt.
    LG Brigitte

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