Freitag, 4. September 2015

Sweet Friday

Ein herzliches Willkommen zum heutigen Freitag.
Kurz vor dem Wochenende habe ich wieder einen süßen Kuchen (obwohl mein Sohn meinte, er hätte durchaus süßer sein können) und ein weiteres Kapitel zuckerhaltigen Lesestoffs.
Laut Plan (also quasi vollkommen bedeutungslos) endet diese Aktion und damit auch die Geschichte am 30. Oktober. Das sind, einschließlich heute noch neun Kapitel inklusive Kuchen.
Sollte jemand das ein oder andere Rezept haben wollen, ohne dabei im Internet googlen zu müssen, dann schreibt mich ruhig an. Ich habe darauf verzichtet, da ich ja keinen Backblog betreibe, aber trotzdem gern zeigen möchte, was mit ein bisschen Farbe alles möglich ist :-)))
Ich wünsche Euch viel Spaß mit dem dritten Kapitel von "Marmorkuchen" und beim Anschauen der leckeren Regenbogen-Bisquitrolle mit einer Quark-Sahne-Füllung.

Den Teig einfärben und in Streifen aufs Backblech spritzen (man sieht, dass ich nicht besonders begabt dafür bin)
 nach dem Backen mithilfe eines Geschirrtuchs einrollen, auskühlen lassen und dann mit dem Quark bestreichen:
anschließend wieder zusammenrollen und schon ist die Bisquitrolle fertig:
und weil ich schrecklich neugierig bin, musste ich natürlich gleich ein Stück abschneiden und kosten:




Achtung: P16slash!

Marmorkuchen
Karo Stein
 
3.
Wenn es doch nur so leicht wie in seinen Gedanken wäre! Max rappelte sich nach dem wunderbaren Orgasmus auf, besah die Sauerei auf seinem Bauch und entschied, dass eine Dusche die einzig adäquate Möglichkeit dagegen war.
Er ging auf wackligen Beinen ins Bad, schälte sich aus den Klamotten und genoss das warme Nass, das die verräterischen Spuren beseitigte. Max hatte das Gefühl, dass auch seine Hoffnungen im Ausguss verschwanden. 
Dieser Bijan war eindeutig eine Nummer zu groß für ihn. Einmal abgesehen davon, dass er nicht wusste, ob der Mann überhaupt schwul war. Im Grunde wusste er gar nichts und das ließ ihn frustriert seufzen. Vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen, allein in die Stadt zu ziehen. Jeder Mensch brauchte doch soziale Kontakte. Freunde, die ihm halfen, mit denen er feiern konnte, anstatt die Wochenenden mit sinnlosen Blowjobversuchen und Kuchenbacken zu verbringen.
Entschlossen griff Max nach dem Handtuch und rubbelte über die Haut bis es brannte. Es wurde Zeit, dass sich etwas änderte. Er schlang das feuchte Tuch um seine Hüfte und wollte gerade den Raum verlassen, als es erneut klingelte.
Seitdem er hier wohnte, hatte es noch nicht so oft geläutet, wie an diesen einen Tag. Er sah an sich herunter und überlegte, ob er es noch schnell in ein Jogginghose schaffen würde, als derjenige vor der Tür den Knopf heftig traktierte, sodass es in Max Ohren zu summen begann.
Verwundert drückte er die Klinke herunter, denn noch nie hatte es jemand dermaßen eilig, ihn zu treffen. Der Anblick, der sich ihm bot, ließ seine Mundwinkel verdächtig zucken.
„Hast du noch zwei Eier?“, fragte Bijan und wischte sich hektisch über die Stirn. Max entdeckte Mehlreste in dem dunklen Haaren, auf den Wangen und am T-shirt seines Gegenübers. Außerdem war er von einem seltsamen Geruch umgeben. Ein bisschen verbrannt … irgendwie.
„Ähm, ich glaube schon“, sagte Max und konnte sich von der merkwürdigen Erscheinung nicht losreißen. Allerdings fiel ihm nun auf, dass Bijan ihn mindestens ebenso intensiv musterte. Max sah zwar nicht so zerstört aus, dafür war er mehr oder weniger nackt. Das Handtuch zeigte vermutlich mehr, als es versteckte. Unsicher begann er von einem auf den anderen Fuß zu treten und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Wieso brauchst du noch mehr Eier? Wolltest du nicht welche einkaufen?“
„Bin noch nicht dazugekommen“, erwiderte Bijan und sah ihn zerknirscht an. Allerdings bildete sich Max ein, auch noch etwas anderes in den dunklen Augen zu sehen. Etwas, das sein Herz automatisch schneller schlagen ließ und ihn an ein hungriges Raubtier erinnerte.
„Okay ...“, murmelte er, drehte sich um und verschwand in der Küche. Dort stützte er sich auf der Arbeitsplatte ab und atmete tief durch. Noch immer hatte er das Gefühl Bijans Augen auf seinem Körper zu spüren. Sein Schwanz zuckte und sorgte dafür, dass das Handtuch noch weniger geeignet erschien, um wieder nach draußen in den Flur zu gehen.
„Sag mal, du hast doch vorhin gesagt, dass du hin und wieder auch Kuchen backst“, rief Bijan von draußen.
„Ja, manchmal“, antwortete Max und öffnete den Kühlschrank.
„Und vermutlich verbrennen sie bei dir nicht.“
„Nein“, erwiderte Max und fing an zu grinsen. Das war wohl eine Erklärung für den seltsamen Geruch.
„Du hast nicht zufällig Zeit, mir zu helfen?“
Max stockte in der Bewegung und ein Gefühl von Panik machte sich in ihm breit.
„Tut mir leid, wenn ich einfach so reinkomme, aber es muss ja nicht das ganze Haus was von unserer Unterhaltung haben.“ Das Lächeln, mit dem Bijan ihn ansah, ließ ihn wortwörtlich dahinschmelzen. Das Herz raste wie verrückt und in seinem Kopf trudelten die Worte wild durcheinander. Bijan stand in seiner Küche und … noch nie war ein fremder Mann in Max Küche gewesen. Es kam ihm ein bisschen verboten vor, vor allem als er sich an seinen Aufzug erinnerte.
„Ich zieh mir mal was an“, sagte Max und eile fluchtartig aus der Küche.
„Schade“, hörte er Bijan glucksend sagen und sein Gesicht stand augenblicklich in Flammen. Nicht nur der Kopf, sein ganzer Körper brannte. Die Hände zitterten so sehr, dass er beim Versuch in die Hose zu steigen beinahe umfiel und anschließend seinen Kopf durch den Armausschnitt des Lieblingsshirts quetschte. Er versuchte sich zu beruhigen, atmete tief durch, richtete die Klamotten und ging zurück.
Bijan stand mit dem Rücken zu ihm, aber Max wurde schlagartig bewusst, was dieser so intensiv betrachtete: Der Peniskuchen oder zumindest die Überreste davon. Leider war er nicht so zerstört, dass man nicht erkennen konnte worum es sich handelte … Max wollte im Boden versinken, als sich Bijan langsam umdrehte und ihn breit angrinste.
„War das ein Experiment?“, erkundigte er sich und eine Reihe perlweißer Zähne blitzten Max an.
„Gewissermaßen“, antwortete er und endlich geriet Bewegung in den erstarrten Körper. Max schnappte sich das Blech und kippte den Inhalt in den Mülleimer.
„Sah doch lecker aus“, sagte Bijan und es klang, als wenn er sich kaum noch vor Lachen halten konnte.
„Wie wäre es, wenn wir uns deinem Problem widmen“, maulte Max und fühlte sich seltsam überfordert. Sie kannten sich doch gar nicht. Was, wenn die Sache mit dem Kuchen nur ein Vorwand war, wenn dieser riesige und offensichtlich starke Kerl über ihn herfallen und mit einem Messer erstechen würde. Vorsichtig linste er in Richtung des Holzblocks, der die großen und durchaus scharfen Messer enthielt. Unsicher kratzte sich Max am Kopf und versuchte seine überschäumende Fantasie unter Kontrolle zu bekommen.
„Also?“, fragte er und warf Bijan einen vorsichtigen Blick zu.
„Also“, wiederholte dieser und schien plötzlich nervös zu sein. „Meine Schwester hat Geburtstag und … sie hat mich provoziert und dann konnte ich meine Klappe nicht halten. Irgendwie dachte ich auch nicht, dass es so kompliziert sein würde. Kuchen backen klingt jetzt nicht nach einer besonderen Kunst … außer vielleicht …“ Bijan deutete auf den Mülleimer und erneut stand Max Kopf in Flammen.
„Du willst also einen Geburtstagskuchen backen“, stellte er fest und für einen Moment überkam ihm ein überlegendes Gefühl. In diesem Bereich konnte ihn so schnell niemand verunsichern.
„Genau, aber dann hatte ich nicht alle Zutaten und musste mir von dir Eier borgen und als ich endlich den Teig in der Form hatte und das ganze im Ofen war … keine Ahnung, plötzlich hat es so ekelhaft gerochen und der Kuchen war schwarz …“
Der Blick, mit dem Bijan ihn ansah, war eine Mischung aus Verwunderung und Entsetzen. Das sah so niedlich aus, dass Max ein flaues Gefühl im Magen bekam. Irgendetwas schien darin herumzukrabbeln und machte ihn ganz verrückt.
„Was … für ein Kuchen sollte es denn werden?“, fragte er und hoffte, dass das Zittern in der Stimme nicht auffiel.
„Mamorkuchen … das Rezept erschien mir am einfachsten.“ Bijan zuckte mit den Schultern und klopfte sich das Mehl vom Shirt. „War aber offensichtlich ein Irrtum. Kannst du mir helfen? Ich will nicht, dass meine Schwester recht behält und sich bestätigt fühlt. Du hast auch einen Wunsch frei.“
Die Sache mit dem Wunsch trieb Max Schweißtropfen auf die Stirn, aber er nickte und hoffte, dass Bijan nicht erkannte, in welche Richtung seine Gedanken wegdrifteten.




Kommentare:

  1. Guten Morgen Karo!

    Das hört sich doch sehr vielversprechend an. Bijan braucht Max Hilfe beim Backen und findet ihn sehr ansehnlich. Ich bin sicher, dass Bijan nichts dagegen hätte Max seinen speziellen Wunsch zu erfüllen.

    LG Piccolo

    AntwortenLöschen
  2. *lach* Max hat wirklich eine blühende Fantasie. So verzweifelt, wie Bijan aussieht, scheint er m. E. glaubwürdig. Max hilft ihm bestimmt. Was er sich dafür wünscht?
    LG Brigitte

    AntwortenLöschen