Sonntag, 20. September 2015

Lesung in Leipzig

Der Freitagabend war eine Mischung aus Euphorie und Wehmut, gespickt mit einem winzigen Tropfen Enttäuschung. Aber davon war wirklich nur eine Minispur zu entdecken.
Es wäre gelogen, zu behaupten, dass es nicht enttäuschend ist, wenn die Stühle überwiegend leer bleiben. Ich bin jedoch ein großes Mädchen und weiß wie unterschiedlich es bei Lesungen laufen kann. Da haben schon ganz andere, sehr viel bedeutendere Autoren von einer verschwindend geringen Anzahl von Zuhörern gesessen.
Es ist also vollkommen okay, auch wenn man natürlich immer mit anderen Erwartungen an so einen Abend herangeht.
Trotzdem sage und schreibe ich es immer wieder: Ich lese gern, mir machen solche Abende unglaublich viel Spaß und solange es auch nur einen gibt, der daran ein Interesse hat, wird er mich wieder zum Lesen bringen.
Auf die RosaLinde hatte ich mich ziemlich gefreut. Schließlich habe ich hier vor vier Jahren zum ersten Mal überhaupt gelesen. Das war damals noch für den FWZ-Verlag. Ich saß zusammen mit Chris P. Rolls auf dem roten Sofa und wir hatten echt viel Spaß.
Beim Schmökern in den Bücherregalen habe ich unsere Bücher entdeckt. Obwohl dieser Verlag keinem vom uns wirklich Glück gebracht hat, war es doch ein gutes Gefühl, die Bücher anzusehen. Ein bisschen Wehmut kann ich an dieser Stelle nicht leugnen, denn im Grunde ist es immer noch unfassbar, was dieser Verlag uns Autoren angetan hat
.
Die Euphorie kommt mit dem Beginn jeder Lesung. Während ich Stunden davor ein reines Nervenbündel bin, ändert sich das mehr oder weniger schlagartig wenn es losgeht.
Da wir so eine intime Gruppe waren, haben ich mich mit meiner sonst üblichen Vorrede ein wenig kürzer gehalten. Darin beantworte ich schon mal am Anfang die obligatorische Frage, warum ich als heterosexuelle Frau Geschichten mit schwulen Protagonisten schreibe. Ich dachte, in diesem kleinen Rahmen wäre das nicht nötig.  Was soll ich sagen? Am Ende wurde sie mir doch noch gestellt... 
Ich kann es nicht anders sagen, die Zeit verging wie im Flug.
Es war ein wirklich schöner und unterhaltsamer Abend.
Mit jeder Lesung erlange ich mehr Sicherheit, gewinne neue Erkenntnisse und Erfahrungen. Ich mag das. Vielleicht ist es ein bisschen verrückt, aber das ist es, was ich wirklich gern mache. Wenn ich ehrlich bin, ist mein Traum gar  nicht unbedingt ein riesiger Saal mit Zuhörern, sondern eher so eine Art Deutschlandreise, wo ich jeden Tag woanders lese, gern auch in kleinen, gemütlichen Runden .... Na ja, ein bisschen träumen ist schließlich erlaubt.
Ich danke der RosaLinde auf jeden Fall für die Mühe, für das schöne Ambiente und für den netten Abend. Wer weiß, vielleicht kriegen wir es irgendwann noch einmal hin, im Idealfall mit ein paar mehr Gästen.

Kommentare:

  1. Hallo Karo,

    es freut mich, dass die Lesung trotz des wenigen Publikums ein voller Erfolg war und viel Spaß machte. Das ist doch das Wichtigste.
    Und wie du schon sagtest, auch bei sehr viel bekannteren Personen kommt das vor.
    Ich hatte an dem Freitag ein Konzert mit Helmut Henneberg dem Fernsehgärtner vom rbb. Was soll ich sagen. Die Bänken blieben zwar nicht leer. Es kamen aber auch nicht so viele Leute, wie wir es uns gewünscht haben.
    Du siehst, auch TV bekannte Leute kann das passieren.
    Ja ja, das ewige und leidige Thema FWZ-Verlag. Ich bin darüber noch immer schockiert.
    Hast du eigentlich die Rechte an deinen 3 Geschichten zurückerhalten? Gerade um deine Weihnachtsgeschichte und "Schängelbells" aber auch alle anderen wäre es jammerschade, wenn sie auf ewig verloren bleiben würden.

    LG Piccolo

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  2. Ich weiß, dieser Post gehört nicht zum Artikel, aber ich schreib ihn jetzt trotzdem.
    Der Link zum Cursed Verlag (ganz links) stimmt nicht. Wäre schön, wenn du das ändern würdest.

    Liebe Grüße

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