Freitag, 28. August 2015

Sweet Friday

Hier kommt der zweite Teil meiner kleinen Geschichte "Mamorkuchen". Ich hoffe, ich konnte euch mit dem ersten Kapitel ein bisschen neugierig auf meinen süßen Max machen.
Obendrein, mehr oder weniger passend zum Kapitel gibt es heute wieder etwas zum Naschen.
Diesmal nicht regenbogenbunt, sondern ... dem Original nachempfunden, auch wenn ich künstlerisch wirklich nicht besonders talentiert bin. Dafür hatte ich ziemlich viel Spaß beim Dekorieren.

Diese Farben habe ich benötigt: 
 vor dem Backen:

nach dem Dekorieren:

Ich muss ja gestehen, es war irgendwie ein seltsames Gefühl, den weißen Zuckerguß zu verteilen.
Die Plätzchen haben auf jeden Fall geschmeckt. Ich hoffe, demjenigen, der demnächst eine kleine Post bekommt, wird es ebenso ergehen.
Und nun gibt es noch ein bisschen was zum Schmökern. Viel Spaß mit dem zweiten Teil und ein wunderschönes, süßes Wochenende.

Achtung P16slash


 Mamorkuchen

2.
Die Sache mit dem Kuchen erwies sich ebenfalls als Reinfall. Dabei hatte sich Max so viel Mühe gegeben, den Teig naturgetreu zu formen. Die Hefe war wunderbar aufgegangen und der Penis sah gebacken sehr ansprechend aus. Als er versuchte daran zu saugen und ihn quasi in einem Stück hinterzuschlucken, war es allerdings vorbei mit dem köstlichen Gebäck. Seine Speicheldrüsen sorgten dafür, dass sich der Penis in seinem Mund mehr oder weniger auflöste. Einige Krümel versuchten abzuwandern, sodass er einen Hustenanfall bekam und befürchtete, zu ersticken. Tränen liefen Max übers Gesicht, sein Hals brannte und Wut machte sich flammend heiß in seinem Bauch breit. Er warf die Reste des Peniskuchens auf den Tisch, spülte den Mund mit Wasser und trommelte anschließend ungeduldig auf der Arbeitsplatte herum. Es musste doch eine Lösung für sein Problem geben. Es gab immer eine Lösung. Max wollte nicht der einzige schwule Mann auf der Welt sein, der unfähig war, einen Schwanz zu schlucken. Er konnte doch nicht bereits an dieser Stelle scheitern!
Vielleicht sollte er die Sache doch anders angehen. Er brauchte Hilfe. Selbst der beste Ersatz konnte mit Sicherheit niemals als das Original heranreichen. 

Es gab ja Männer, die dermaßen gelenkig waren, dass sie sich selbst oral befriedigen konnten. Leider gehörte Max nicht in diese Kategorie. Er hatte es versucht, nachdem er sich ein paar solcher Videosequenzen angesehen hatte, war aber froh, das seine Wirbelsäule unbeschadet dabei geblieben war und er nicht den Notarzt rufen musste. Die Tatsache, dass er gern backte und nicht gern Sport trieb, hatte auf seinem Körper Spuren hinterlassen. Er war nicht dick, aber aus seinen Rippen konnte auch niemand Klavier spielen. 

Das kratzige Gefühl in seinem Hals, das der Kuchen verursacht hatte, war mittlerweile abgeklungen und auch der Hustenreiz hatte sich gelegt. Max trank vorsichtshalber noch einen Schluck Wasser, dann ging er hinüber in seinen Wohnraum und öffnete den Schrank, in dem er die Dildos sorgsam aufbewahrte. Er nahm den kleinsten heraus. Ein hellblaues Gummiding, dass nur entfernt an einen Penis erinnerte. Max fragte sich, ob er sich bei der anderen Sache auch so ungeschickt anstellen würde. Vielleicht war er gar nicht geeignet für diese Art von Sex ... möglicherweise für gar keine Art. Dabei richtete sich sein Glied nur von der Vorstellung auf, wie sich das Teil wohl in seinem … Nein, er wollte nicht darüber nachdenken. Es galt, zuerst das eine Problem zu beseitigen, ehe er vermutlich feststellen musste, dass er auch für die andere Sache zu ungeschickt war. 

Er wackelte mit dem Gummiteil herum, schwenkte es wie ein Schwert in der Luft und murmelte dabei Sätze wie „Du schaffst das! Alle können es! Stell dich nicht so an!“ 

Die Idee sich einen Lehrer zu suchen, breitete sich immer weiter in seinem Kopf aus, infizierte jede Zelle und ließ ihn euphorisch werden. Jemand, der ihm live und in Farbe zeigen konnte, wie die Sache mit dem Blasen und Schlucken ging. Ein Profi musste her … Die Frage war nur, woher er so einen Mann nehmen sollte. 

Die erste Begeisterung verlor sich und Max warf sich resigniert auf sein Bett. Sollte er sich in der Nähe des Bahnhofs nach einem Prostituierten umsehen? Vielleicht einen Escort aus dem Internet bestellen? Würde er sich dabei nicht total lächerlich machen? Er hatte doch diese ganz genaue Vorstellung gehabt, wollte strahlend und siegessicher in den Club gehen, sich von einem attraktiven Mann ansprechen lassen und ihm mit seinen Fähigkeiten im Darkroom beeindrucken. Fähigkeiten dieser Art besaß er offensichtlich nicht und somit sanken auch die Chancen, dass sich der Rest seines Traumes erfüllte. Im Grunde wusste er nicht einmal, ob er mit seinem Äußeren überhaupt jemanden vom Hocker reißen würde. 

Einmal wollte sich ein Mädchen aus der Parallelklasse mit ihm verabreden, aber Max hatte abgelehnt, denn er verspürte mehr Angst als Neugier. Auch Yvonne, mit der er sich ein Büro teilte und die im zweiten Lehrjahr war, wuselte verdächtig oft um ihn herum. Das waren jedoch Frauen und Max wollte schließlich die Männerwelt erobern. 

Ein Klingeln an der Tür riss ihn aus seinen Überlegungen. Erstaunt und noch immer frustriert über den Misserfolg, ging er in den Flur und drückte die Klinke hinunter. Er erwartete keinen Besuch und kannte bisher auch kaum jemand. 

„Entschuldige wenn ich störe“, hörte Max den Fremden sagen. Staunend sah er ihn an. Er war sich sicher, dass er noch nie einen schöneren Menschen gesehen hatte. Die Haut schimmerte braun und samtig, die Haare waren nahezu schwarz und die Augen so dunkel, dass man kaum die Pupille erkennen konnte. 

„Ja?“, erkundigte er sich mit rauer Stimme. Offensichtlich hatten die Kuchenkrümel in seinem Hals doch mehr Schaden angerichtet als gedacht.
„Mein Name ist Bijan. Ich wohne ein Etage höher.“ Der Mann deutete in Richtung der Treppen und sah ihn erwartungsvoll an. Max hatte keine Ahnung, was er darauf erwidern sollte. Er starrte ihn einfach an und in seinem Kopf entstanden Bilder, die auch auf den Rest des Körpers Auswirkungen hatten. 

„Ja?“, krächzte er erneut und räusperte sich. Sein Gesicht begann zu brennen, als ihm bewusst wurde, dass sein Gegenüber jeden Moment die Beule in seiner Hose bemerken könnte. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass es in seinem Magen zu kribbeln begann, beinahe als hätten sich die Krümel in Ameisen verwandelt, die sich nun an den Wänden zu schaffen machten und mit ihren winzigen Füßen … Max verscheuchte das Bild und versuchte sich auf sein gegenüber zu konzentrieren.

„Hast du zwei Eier?“, erkundigte sich dieser. Max versuchte sich an den Namen zu erinnern. Er klang genauso exotisch, wie der Mann aussah. War es unhöflich noch einmal danach zu fragen?
War es aber nicht ebenso unangebracht, noch vor dem ersten richtigen Kennenlernen, Max´ Potenz in Frage zu stellen? Sah er etwa nicht aus, als erfreute er sich bester Gesundheit? Sollte er den Kerl vielleicht auf das hinweisen, was sich da gerade in seiner Hose regte und offensichtlich sämtliche Hirnaktivitäten einschränkte? Oder hatte der Fremde, wie auch immer das passieren konnte, mitbekommen, dass er die Sache mit dem Blasen nicht hinbekam und glaubte er deshalb, dass er keine Eier … 

„Sprichst du kein deutsch?“, fragte er jetzt und musterte ihn kritisch. Der Blick sorgte für eine Gänsehaut und verwandelte Max´Gesicht in einen Feuermelder.
„Was? Doch, natürlich!“ Max starrte der Typ an und versuchte seine amoklaufenden Gedanken unter Kontrolle zu bringen.
„Also, kannst du mir zwei Eier leihen? Ich kaufe nachher auch ein ganzes Paket im Supermarkt, aber ich … also, ich bin dabei, einen Kuchen zu backen.“
„Du backst Kuchen?“ Max verstand die Welt nicht mehr. Was ging hier vor? Hatte er ein entscheidendes Puzzleteil nicht mitbekommen?
„Was ist daran so merkwürdig?“ Der Blick von …
„Wie war dein Name?“
„Bijan“, erwiderte der Mann und zog die Augenbrauen fragend nach oben. Max bemerkte ein kleines Zucken der Mundwinkel. Anscheinend amüsierte sich Bijan über ihn. Er war bestimmt einen halben Kopf größer als Max und hatte Muskeln, die seine eigene Arme wie Spatzenbeine aussehen ließen. Max wich ein Stück zurück, schüttelte dann den Kopf und versuchte sich zu konzentrieren.

„Klar kannst du meine Eier … ähm also Eier haben. Zwei?“ Er stotterte, verhaspelte sich, spürte wie sich erneut Hitze in seinem Gesicht ausbreitete und verschwand eilig in der Küche. 

Wie er es geschafft hatte, die Eier heil in Bijans Hände zu übergeben und anschließend die Tür zu schließen, daran konnte sich Max nicht mehr erinnern. Sein Körper stand nach der winzigen Berührung in Flammen. Er ging mit wackligen Beinen zum Bett, legte sich darauf und öffnete die Hose. Die Fantasie zauberte unglaubliche Bilder in seinen Kopf.



Kommentare:

  1. Hey Karo,

    danke für das zweite Kapitel.

    Tja, da hat sich die Kuchenidee als nicht so toll herausgestellt.
    Ich finde ja so langsam, dass sich Max mit seiner fixen Idee ziemlich verrannt hat. So kann das doch nichts werden.
    Ich setze meine Hoffnung nun in Bijan.

    LG Piccolo

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  2. Huhu Karo,

    Max stellt sich schon etwas ungeschickt an. Wer sagt denn, dass alle schwulen Männer diesen (wie heißt das nochmal?) ... deep troup beherrschen. *kopfschüttel* Erzwingen lässt sich sowas eh nicht, wie ich mir denke. Und das Kuchen-Experiment musste ja in die Hose gehen *lach* Krümel einzuatmen ist sicher kein Vergnügen *schmunzel*
    Vielleicht kann Bijan ihm ja helfen.

    Ich freu mich jedenfalls auf einen weiteren Sweet Friday =D

    LG Brigitte

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