Freitag, 21. August 2015

Sweet Friday

Es gab schon eine ganze Weile keinen süßen Freitag mehr. Deshalb gibt es heute und in den nächsten Wochen die doppelte Dröhnung. Neben Bildern von meinen Backexperimenten, die natürlich allesamt irgendwie bunt sein werden, gibt es eine kleine Geschichte.
Einfach nur was zur Unterhaltung, für gute Laune und vielleicht für einen süßen Start ins Wochenende. Manchmal springt mich irgendwo ein einziger Satz an, der sich dann in meinem Kopf festsetzt und plötzlich entsteht eine Geschichte drumherum. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wohin sie genau führen wird, die Länge kann ich auch nicht abschätzen, aber ich hoffe, ihr habt Lust ein bisschen mit mir zu experimentieren.
Mein heutiger Kuchen ist sozusagen ein Kuchen im Kuchen. Als ich die Bilder dazu zum ersten Mal im Internet gesehen haben, war ich sofort verzaubert. Zugeben, es ist ein Haufen Aufwand, aber manchmal lohnt es sich auch mal, ein bisschen mehr Zeit zu investieren. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.
Regenbogenbunten Teig ordentlich durcheinander in eine Form füllen und backen:
Kurz quietschen, weil der Kuchen soooo toll bunt ist und Herzen ausstechen:
Die Herzen in den Tiefkühlschrank stellen und derweil den zweiten Teig vorbereiten. Diesmal ganz schlicht. Den Boden der Form mit Teig bedecken, die Herzen vorsichtig in die Mitte stellen (verkehrt herum) und mit dem restlichen Teig bedecken. Ab in den Ofen und dann:
vor Aufregunge nicht nachdenken. Das Fondant einfärben und irgendwie über den Kuchen schlingen... Habt ihr den Fehler schon bemerkt? *Seufz* An dieser Stelle gebe ich zu, dass ich keine Bäckerin bin. Obendrein bin ich furchtbar ungeduldig und vergesslich und überhaupt...
Der Schock war mittelschwer, als ich den Kuchen angeschnitten habe. Die Herzen! Ich wollte den Kuchen doch umdrehen, bevor ich ihn mit dem Fondant belege! Na ja, ich denke, das Prinzip ist klar und hübsch sieht er doch trotzdem aus. Die erste Kostprobe war allerdings irgendwie seltsam. Fondant ist echt nicht so richtig lecker. Vermutlich funktioniert es nur mit irgendeiner Art von Buttercreme darunter.
Also habe ich beherzt (sorry für das Wortspiel) nach dem großen Messer gegriffen und die obere Schicht abgeschnitten. An den Rändern konnte ich das süße Zuckerzeug abzupfen.

Jetzt konnte ich den Kuchen umdrehen und die Herzen waren richtig herum. Ich habe ihn mit bunter Glasur überzogen und finde, so sieht er auch hübsch aus. Schmeckt auf jeden Fall besser!

Und hier kommt das erste Kapitel einer kleinen Geschichte mit dem Namen "Marmorkuchen". Im Moment ist sie als reine bloggeschichte vorgesehen. Vielleicht stelle ich sie zu einem späteren Zeitpunkt auf fanfiktion und bookrix, aber das habe ich noch nicht entschieden. Ich würde mich also freuen, wenn ihr mir hier einen kleinen Kommentar hinterlasst.

Achtung! P16slash

Karo Stein
Marmorkuchen 

1.
„Voller Hingabe sank er auf die Knie, den prächtigen Schwanz direkt vor seinem Gesicht. Er leckte über die Spitze, formte seinen Lippen zu einem engen Ring und ließ das harte Fleisch in seinen Mund gleiten. Nachdem er die Eichel eine Weile mit der Zunge gereizt hatte, entspannte er seine Kehle und nahm die gesamte Länge auf ...“ Grummelnd legte Max seinen Ebookreader auf den Tisch und schloss die Augen. „Kehle entspannen ...“ Als wenn das so einfach ginge! 

Seit zwei Monaten war er damit beschäftigt, all die Dinge zu lernen, die seiner Meinung nach dazu gehörten, um in der Welt der Schwulen bestehen zu können. Blasen schien eine immense Bedeutung zu haben und stand deshalb auf seiner Liste ganz weit oben. Es gab schließlich keinen Porno oder schwulen Liebesroman, bei dem ein Blowjob keine Rolle spielte. Natürlich war offenbar jeder fähig, den Würgereflex zu unterdrücken und den fremden Schwanz mal eben vollkommen problemlos zu schlucken. Max wollte das auch. Er wollte perfekt vorbereitet sein. Nur leider hatte er keine Ahnung, wie er die Sache noch angehen konnte. 

Im Internet gab es vermutlich keine Seite mehr, die er nicht schon entdeckt hatte. Sämtliche Tipps, sogar solche von angeblichen Profis und Pornostars hatte er ausprobiert, aber kaum, dass er es mit der Entspannung versuchte, hatte er schon das Gefühl, die Magensäure kletterte seine Speiseröhre hinauf und gleichzeitig drohte er zu ersticken. 

Diesen peinlichen Moment des Würgens wollte er sich und anderen auf jeden Fall ersparen. Seufzend stützte er die Ellenbogen auf den Tisch und seinen Kopf in die Hände. Er betrachtete die Buchstaben auf dem Display, die ihn zu verhöhnen schienen. Dabei hatte er doch schon alles versucht. Zuerst waren die Bananen seine Versuchsobjekte. Eine Prostituierte hatte auf ihrem blog genau gezeigt und erklärt, wie man mit einer Banane üben soll. Schritt eins bis Schritt zehn, allerdings musste er sich bereits bei Nummer sieben geschlagen geben. Gefühlte drei Kilo Bananen hatte er ungenießbar gemacht, indem er sie mit ekelhaftem Schleim besudelte. Das gelbe Obst war danach von seinem Speiseplan gestrichen. Allerdings war sich Max nach diesem Versuch sicher, dass die Anatomie von Frauen eine andere sein musste, als von Männern. Die Erkenntnis beruhigte ihn sogar für eine ganze Weile. Genau so lange wie es dauerte, bis das Paket mit dem Sexspielzeug zu ihm nach Hause geliefert wurde. Obwohl der Karton, wie vom Händler versprochen, vollkommen neutral und unauffällig aussah, begann Max´Kopf zu glühen, als der Postbote vor der Haustür stand.
Max musste nach unten laufen, um das Paket in Empfang zu nehmen. Seine Finger zitterten und die Unterschrift war als solche kaum zu erkennen. 

Die Nervosität beim Auspacken seiner zukünftigen Lernhilfen war so groß, dass er sich beim Aufschneiden der Verpackung auch gleich noch den halben Finger wegsäbelte. Okay, es war nur ein kleiner Schnitt, der schnell mit einem Pflaster versorgt war.
Die Hilfsmittel aus Silikon hatten verschiedene Größen, waren wunderbar bunt und würden sicherlich auch an andere Stelle gute Dienste leisten. So weit war Max jedoch nicht. Er hatte einen Plan und der besagte, dass er zuerst die Sache mit dem Blowjob hinbekommen musste, ehe er dazu überging, die andere entscheidende Körperöffnung für diverse Aktivitäten vorzubereiten. Er wollte nichts dem Zufall überlassen.

Leider steckte er noch immer in Phase eins, denn er vermochte keinen der Gummidödel über den ausschlaggebenden Punkt in seinem Mund zu versenken. Max fühlte sich wie ein Versager. Er würde wohl für immer eine Jungfrau und allein bleiben, weil er einfach nicht für die Praktiken geschaffen war, die offensichtlich jeder beherrschte. Jedenfalls in den Filmen und Büchern …

Verdrossen las er die Stelle wieder und wieder und hoffte, dass sich zwischen den Zeilen vielleicht ein Hinweis verbarg, wie der Typ in der Geschichte es schaffte, mal eben die Kehle zu entspannen. Aber da war natürlich nichts. Max raufte sich die blonden Haare, stand auf und ging in die Küche. Die Wohnung war winzig, aber immerhin lebte er allein hier. Seine Eltern unterstützten ihn finanziell. So musste er sich neben seiner Ausbildung zum Bürokaufmann keinen Zweitjob suchen, um über die Runden zu kommen. Natürlich waren sie nicht so selbstlos, dass sie keine Gegenleistung von ihm erwarteten. Es war eine unausgesprochene Vereinbarung, dass Max Bestleistungen erbrachte und sich einzig auf die Karriere konzentrierte. 
Wenn seine Eltern wüssten, womit er sich die Zeit vertrieb, würden sie vermutlich in Ohnmacht fallen und danach alle Zuwendungen augenblicklich streichen. 

Natürlich war ihm die Arbeit wichtig. Es machte ihm Spaß, er war gut und wollte tatsächlich der beste seines Jahrgangs werden. Sein Chef hatte bereits mehrfach angedeutet, dass er ihn, wenn er weiter so ehrgeizig blieb, nach der Lehre einstellen würde und das, obwohl Max doch noch im ersten Lehrjahr war. Es lief also alles zur Zufriedenheit seiner Eltern. Deshalb konnte er es sich auch erlauben, sich um die Befriedigung seiner Bedürfnisse zu kümmern. Ganz oben stand das Ausleben seiner Sexualität. Darauf wartete er schon seit über einem Jahr und das war auch der Grund, weshalb er möglichst weit weg von Zuhause eine Stelle angenommen hatte. Er war sich lange nicht sicher gewesen, weshalb er sich so anders fühlte, als die anderen Jungs. Max wollte nicht darüber nachdenken, wollte nichts tun oder gar sehen, was ihn in Schwierigkeiten bringen könnte Er war geduldig, hatte sich alles im Kopf zurecht gelegt und wusste in der Theorie genau, was er machen wollte: Sex mit einem Mann! Hart und schmutzig. Er platzte schier vor Neugier und Anspannung, wenn er daran dachte, wie er das erste Mal einen Darkroom betreten würde. Aber wie sollte er in einen schwulen Club gehen, wenn er nicht einmal die Grundfähigkeiten beherrschte? 

Max seufzte frustriert auf, nahm ein Messer aus dem Schubkasten und schnitt den Kuchen an, den er vor einer Stunde aus dem Ofen geholt hatte.
Seine Leidenschaft war das Backen. Schon seit den Kindertagen half er seiner Mutter und konnte vor allem die Vorweihnachtszeit kaum erwarten. Später probierte er komplizierte Rezepte, versuchte sich an pompösen Torten und filigranem Gebäck.
Das ganze Dorf lobte ihn für sein Geschick und war erstaunt, dass er sich am Ende doch für so einen schnöden und wenig kreativen Beruf entschieden hatte. Dabei liebte Max die Arbeit im Büro. Das Backen war nur ein Hobby, ein toller Zeitvertreib, aber Geld wollte er damit nicht verdienen.
Er hatte einen einfachen Mamorkuchen gezaubert. Schnell und wunderbar, etwas um seine angespannten Nerven zu beruhigen und dem Bedürfnis nach Zucker nachzugeben. 

Das Messer glitt leicht durch das Backwerk. Ein köstlicher Duft nach Vanille, Butter und Schokolade stieg ihm in die Nase. Er nahm das erste Stück und biss herzhaft hinein. Genüsslich verdrehte er die Augen, ging aus dem Raum und ließ sich auf sein Bett fallen. In diesem Moment machte er sich über Krümel auf dem Laken keine Gedanken, selbst die unendlich vielen mißglückten Blowjobversuche verdrängte er für den einzigartigen Geschmack. Er saugte den Duft tief ein und schluckte die ersten Bissen hinunter.
Eigentlich war es doch ganz leicht, die Kehle zu entspannen und zu atmen … Vielleicht sollte er mal einen Kuchen in Phallusform backen. Auf einem Versuch mehr oder weniger kam es schließlich nicht an.



Kommentare:

  1. Hey Karo,

    Dankeschön für diese süße Leckerei. Da bekommt man selbst richtig Lust auf Kuchen.

    Ich bin mir sicher, dass Max schon noch Erfolg haben wird. Das wird schon. Ob er wirklich so einen Kuchen backen wird!

    Ich würde mich freuen, wenn du die Geschichte auch noch auf FF.de posten würdest. Da liest es sich einfach besser.

    LG Piccolo

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  2. Hi
    Dein Kuchen sieht super aus! ...und deine Geschichte ;-) wird bestimmt genauso toll...der Anfang ist super und Max total süß!

    LG Bia

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  3. Backst du den Kuchen dann auch? Das erste Kapitel macht auf jeden Fall Lust auf mehr!

    PS: Und wo bekomme ich jetzt einen Kuchen her? :-)

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