Donnerstag, 16. April 2015

Ich liebe Lesungen

Je näher der Termin für die Lesung beim Quedlinburger Bücherfrühling rückte, umso nervöser wurde ich. Obwohl ich schon ein paar Mal vor Publikum gelesen habe, finde ich es immer wieder aufregend. Es ist schließlich immer wieder neu und im Grunde weiß man nicht, worauf man sich einlässt bzw. wie der Abend verlaufen wird.
Ich konnte nicht abschätzen, ob die Werbung in der Zeitung etwas hinsichtlich der Zuhörerzahlen bewirken würde. Der Quedlinburger Bücherfrühling ist immerhin eine Veranstaltung, die ein gewisses Prestige besitzt, aber ich bin ja doch eine eher unbekannte Autorin. Dass ich in diesem Rahmen lesen durfte, finde ich noch immer unglaublich und großartig. 
Ja, ich war aufgeregt. Ein Heimspiel und dann noch als Newcomer-Autorin angekündigt, das waren zwei gute Gründe, um ein wenig Herzrasen und ein flaues Gefühl im Bauch zu bekommen.
Aber trotzdem überwog von Anfang an die unbändige Freude. Ich mag es, vorzulesen und auch diesmal hat es sich wieder bestätigt. Ich hätte am liebsten noch viel mehr davon.
Es macht so unbändigen Spaß, dass ich mich jedes Mal frage, wieso ich im Vorfeld beinahe vor Aufregung Amok laufe. (Tatsächlich habe ich, als ich vor der Lesung noch mal zur Toilette gegangen bin, darüber nachgedacht, mich in der Kabine einzuschließen und nicht wieder rauszukommen *lach*)
Ich versuche mir immer einzureden, dass es egal ist, wie viele Leute im Publikum sitzen. Das stimmt insoweit, dass ich auch vor einem einzigen Interessierten lesen würde, ich auch schon viel Spaß vor drei Leuten hatte und natürlich auch weiß, dass Lesungen nicht gerade die Knallerveranstaltungen sind.
Trotzdem erfüllte es mich mit Stolz und Freude, als sich die meisten der Stühle im Saal füllten. Ich schätze, es waren zwischen 20 und 25 Leute da, darunter auch meine Mutter, meine Tante und meine Cousine... alle drei in der ersten Reihe. Das hat meinen Puls noch mal zusätzlich in die Höhe getrieben.
Da saß ich nun, allein auf der Bühne, mit einer Leselampe, einem Mikrophon und zwei Strahlern, die auf mich gerichtet waren. Der Rest des Saals lag im Dunkeln und wenn ich nach vorn gesehen habe, konnte ich nicht wirklich viel erkennen.
Kaum hatte ich auf meinem Stuhl platzgenommen, fiel auch die Aufregung ab. Zugeben, manchmal fehlten mir die Worte und das, wo ich in Gedanken meinen freien Text so gut geübt hatte. Ich möchte immer so viel sagen, so viel erklären, aber eine Lesung hat nun mal das Ziel aus Büchern zu lesen. Und das ist es, worauf es am Ende ankommt.
Ich glaube, den Enthusiasmus kann ich ohnehin nicht verbergen.
Gelesen habe ich zwei Geschichten aus den Liebesschlössern. Die Omis, die ihre Enkel verkuppeln, brachten mir viele Lacher ein. Die Scheidungstorte für Kai kam ebenfalls gut an, als einheimischer kennt man den Begriff Mutschekiepchen schließlich.
Nach einer kurzen Pause habe ich dann noch eine Stelle aus dem WhiskyTeufel gelesen. Kevins erste Verkostung, die nicht nur mit dem süßen Plüschwolf endete, sondern ihn auch zu einem kleinen Gespräch mit der Kloschüssel zwang.
Und dann war die Zeit auch schon um. Knapp zwei Stunden Programm und niemand ist vor Langeweile vom Stuhl gekippt. Am Ende gab es noch ein paar lustige Gespräche und dann... Anstatt Nervosität hatte mich nun Euphorie voll im Griff.
Was soll ich sagen? Ich liebe Lesungen...


Kommentare:

  1. Freu mich so für dich aber auch für alle die da waren !
    Die haben gemerkt was für ein Juwel da wohn in der Stadt !

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  2. Herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Lesung!

    LG Piccolo

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  3. Hallo ;-)

    es freut mich, dass du soviel Spaß auf der Bühne hast!
    (Ich wäre glaub ich nicht wieder aus der Toilettenkabine hervorgekommen ~.^)
    Auch ich wäre sehr gerne dabei gewesen und beneide alle die an der Lesung teilnehmen konnten! Den WhiskyTeufel habe ich mir bisher noch für den Urlaub "aufgehoben" aber ein gutes Buch sollte man genießen können ;-)

    Liebe Grüße
    Sonja K.

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