Freitag, 20. März 2015

Sweet Friday


Heute geht es nicht um Muffins oder Plätzchen, sondern um eine niedliche, aber auch wichtige Geschichte.
Ich konnte einfach nicht anders und musste mir das Buch "Keine Angst in Andersum" von Olivia Jones kaufen.
Schon lange spiele ich selbst mit einer Idee für ein Kinderbuch, eigentlich eher für ein Märchen. Vor einiger Zeit wurde ich zudem von ein paar Jungs im Schwimmbad für ein Jugendbuch inspiriert, aber noch gibt es nichts Konkretes, sondern nur ein paar lose Ideen und Gedankengänge.
Deshalb war ich schon begeistert, noch ehe ich das Buch überhaupt gelesen habe. Ich finde es so unglaublich wichtig, dass man auch kleine Kinder auf den richtigen oder nein, auf einen vorurteilsfreien Weg schickt. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit Spaß, mit dem, was sie begreifen und beobachten können. Denn unsere Gesellschaft ist in einem Wandel. Auch wenn noch längst nicht alles so ist, wie es idealerweise sein sollte, aber es gibt immer mehr homosexuelle Paare, die Kinder aufziehen. Und das ist richtig und gut.
Vielleicht bin ich wirklich mit überschwänglicher Begeisterung an das Buch herangegangen, ich konnte es jedenfalls nicht mehr weglegen. Okay, die Geschichte ist kurz und für Kinder, aber sie macht auch mir als Erwachsene richtig Spaß, denn sie verändert auf angenehme und spielerische Weise die Sicht der Dinge. Ja, was wäre denn, wenn die überwiegende Anzahl der Männer "Frauenberufe" ausüben und in Kleidern und Röcken herumlaufen würde? Wenn Männer nur Männer lieben und Frauen andere Frauen? Und dann pfeift die Bauarbeiterin dem süßen Kindergärtner hinterher und eine Liebe entsteht, die nicht sein darf, weil sie nicht normal ist. Und es sind die Kinder, die dagegen rebellieren, weil sie die Dinge sehr viel einfacher sehen und viel weniger Berührungsängste haben. Und am Ende ist das, was man für normal hält nur ein Teil der Möglichkeiten, die unsere Welt für uns bereithält.
Ich denke dabei ja auch immer wieder gern an das schwule Pinguinpaar, das jahrelang nur Ersatzeier bekam und dann ein richtiges Ei ausgebrütet hat. Die beiden Väter haben sich ganz vorbildlich um ihr Küken gekümmert.
Und so zieht Olivia Jones einen Bogen, der über Homosexualität hinausgeht, sondern auch Dinge beleuchtet, die wir schon längst als gegeben ansehen. Frauen in Hosen, Namen und deren unterschiedliche Bedeutung. Nicht jede Andrea ist zwangsläufig ein Mädchen. Die Tierwelt, die auch einige Besonderheiten bereithält. Aber eben auch die Tatsache, dass es noch viel zu viele Länder gibt, in denen Homosexualität bestraft wird.
Und das alles auf eine sehr charmante Art und Weise, mit Liebe zum Detail und vor allem mit Liebe... denn das ist es, was wir brauchen: Liebe und Verständnis.
Am meisten hat mir der Aufhänger des Buches gefallen. Nicht, weil er besonders raffiniert ist, sondern weil ich selbst vor einiger Zeit eine Diskussion darüber hatte, die mich auch heute nicht so wirklich loslässt. Darf man "schwul" wirklich als Schimpfwort der Jugendsprache abtun? Kann man sich wirklich einfach zurücklehnen und sagen, dass es nun mal zur Jugendkultur gehört und wir früher ja auch Wörter benutzt haben, bei denen unseren Eltern die Haare zu Berge standen. Geil wird da immer wieder gern verwendet oder auch cool. Natürlich kann ich mich an eine Zeit erinnern, wo alles geil war, aber dieses Wort ist doch kein Synonym für eine Bevölkerungsgruppe. Krass und Fett gibt es auch und bei letzterem fühle ich mich tatsächlich auch nicht besonders wohl. Aber all diese Wörter sind trotzdem irgendwie positiv verhaftet. Wenn etwas schwul ist, dann geht die Intension eindeutig in eine andere Richtung und das macht für mich auch den Zusammenhang. Denn niemand sagt zu einer positiven, geilen, echt krassen Sache: Boah ist das hetero!
Egal, wie man es dreht und wendet, dieses Schimpfwort geht unter die Gürtellinie und jeder junge Mann, der gewissermaßen dabei ist, sich zu erkennen oder zu finden, wird damit zu kämpfen haben. Denn wenn der Deutschtest, den man gerade mit einer fünf zurückbekommen hat, voll schwul ist, welchen Stellenwert hat man dann selbst, wenn man erkennt, dass man eben auch voll schwul ist.
Okay, es ist ja ein süßer Freitag und so soll es auch bleiben.
Ich kann euch dieses wirklich schöne Buch nur ans Herz legen. Egal ob ihr Kinder habt oder nicht, es lohnt sich auf jeden Fall!
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

1 Kommentar:

  1. Mit dem Buch liebäugel ich auch schon... Werd ich später meiner Tochter sicherlich vorlesen

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