Donnerstag, 4. Dezember 2014

Rund um den Weltaidstag


In diesem Jahr wurde der Weltaidstag am 1.12. bereits zum 27. Mal begannen.
27 Jahre, in denen, den mittlerweile mehr als 35 Millionen Opfern dieser unfassbaren Krankheit gedacht und in denen den mehr als 60 Millionen mit HIV infizierten Menschen Mut und Unterstützung zugesprochen wird, in denen die Erfolge beim Kampf gegen HIV und Aids gefeiert werden und gegen Diskriminierung und Stigmatisierung gekämpft wird.
Es ist das erste Mal, dass ich aktiv an diesem Tag (und darüber hinaus) beteiligt war.
Zum ersten Mal hatte ich als Autorin ein Heimspiel, sprich eine Lesung mehr oder weniger direkt vor der Haustür. Das hat mich in gewisser Weise schon nervös gemacht, auch wenn die meisten Leute, die mich kennen und die mir etwas bedeuten, längst wissen, womit ich meine Zeit verbringe. Trotzdem, eine Lesung ist immer aufregend und spannend, denn egal wie gut man sich vorbereitet, es hängt letztendlich ganz viel von der Stimmung und den Zuhörern ab. Trotz meiner Aufregung stapele ich ja eher immer lieber tief, denn ich weiß, dass Lesungen meist gar nicht so gut angenommen werden.
Wenn man das allererste Mal vor einer handvoll Leuten sitzt, von denen einige nicht mal wussten, wieso sie überhaupt da sind, dann prägt einen das wohl für alle Zeit. Jedenfalls geht es mir so, denn ich freue mich über jeden einzelen Zuhörer und würde auch für nur eine Person lesen, wenn sie es denn wollen würde. Außerdem weiß ich, dass dort, wo ich gelesen habe, Buchvorstellungen gar nicht so intensiv wahrgenommen werden und da ich ein zweckoptimistischer Mensch bin, hielt ich mir die Lesung von Ralf König vor Augen und dachte, wenn nur zwei oder drei Leute da sind, dann ist das ja in Proportion zum Bekanntheitsgrad und der Anzahl der Leute, die zu seiner Lesung da waren (an dieser Stelle entschuldige ich mich in aller Form *lach*) … Na ja, langer Rede ….der Raum war nicht voll, aber es waren genügend Zuhörer da, um sich wohlzufühlen. So eine Lesung vor Freunden ist schon irgendwie besonders, vor allem, wenn du spürst, dass sie nicht nur aus irgendeinem Pflichtgefühl kommen, sondern weil sie wirklich interessiert sind. Immerhin haben wir noch über eine Stunde diskutiert und das macht es für mich ganz besonders. An dieser Stelle danke ich noch einmal allen, die da waren und diesen Abend mit mir verbracht haben.
Der Mittwoch war für die Schülerlesungen reserviert. Zwei Mal sollte ich mein Buch jeweils einer 10. Klasse vorstellen. Nachdem ich erst mal ins falsche Haus gegangen bin und ein Lehrer so nett war, mich mitzunehmen, war ein Teil meiner Aufregung schon verschwunden. Okay, nicht ganz, denn nun galt es meiner ehemaligen Lehrerin und Nachbarin gegenüber zu treten, die bisher noch nicht wusste, wer sich hinter dem Namen Karo Stein versteckt. Das Erstaunen war deutlich, die Freude jedoch ehrlich und groß. Und dann kam auch gleich der Hammer: So viele kranke Lehrer, dazu noch 12. Klassen die betreut werden müssten und … Karo wird gleich mal ins eiskalte Wasser geworden, denn sie steht diesen Jugendlichen allein gegenüber.
Okay, die Aufregung kam mit doppelter Geschwindigkeit zurück. Ich habe also ganz brav ein bisschen was an die Tafel geschrieben (ich wusste gar nicht, dass ich so eine furchtbare Handschrift habe und Kreide an den Fingern ist echt ekelhaft) Dann kamen die Schüler rein, setzten sich... natürlich möglichst weit nach hinten, sodass die erste Reihe vor mir leer blieb. Tief durchatmen, grinsen, Panik … und anfangen... Ich arbeitete meine Punkte ab, habe ein bisschen gelesen und versucht, die Schüler zu einer Diskussion zu motiveren. Okay, letzteres ist mir nicht wirklich gelungen, vermutlich fehlen mir da ein paar pädagogische Tricks. Trotzdem, die Zeit verging wie im Flug und am Ende kamen dann doch noch ein paar zu mir und wir quatschen in kleiner Runde. „Ich lese Mangas und slash- Storys“ Das große Bekenntnis ließ mich erleichtert aufseufzen und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht.
Nach einer kleinen Pause im Sekretariat, einer Tasse Kaffee und einem kleinen Plausch mit der Sekretärin, die schon da war, als ich den heiligen Hallen mein Abi gemacht habe, ging es weiter. Diesmal mit einem Lehrer in der letzten Reihe, der die Zeit für Korrekturen nutzte. Die Klasse war schon anwesend, als ich hereinkam.
Auch hier verging die Zeit schnell und die Stimmung war angenehm. Leider hat auch diesmal die Sache mit dem Diskutieren nicht geklappt. Tatsächlich waren beide Klassen so ruhig, dass es schon beinahe unheimlich war und nein, es waren nicht alle eingeschlafen ….
Und auch hier kam ein Gespräch erst in kleiner Runde zustande. Diesmal mit der berühmten Frage, wie ich denn dazu gekommen bin, Gay Romance zu schreiben. Nun, diese Frage kann ich ja mittlerweile im Schlaf und in mehreren Versionen beantworten.
Mit etwas angeschlagenen Stimmbändern, aber irgendwie tief befriedigt habe ich das Schulgebäude verlassen und mein erster Gedanke an der frischen Luft war: Das musst du unbedingt mal wieder machen.
Am Ende dieser aufregenden Tage kann ich erneut feststellen, wie gern ich lese. Auch wenn ich vermutlich viel zu enthusiastisch oder flammend den Leuten etwas über HIV und Aids erzähle, ist es jedoch eine Erfahrung, die ich wirklich nicht missen möchte. Darüber hinaus hatte ich allerdings den Eindruck, dass die jungen Leute in diesem Bereich viel zu wenig aufgeklärt sind.
Nun heißt es für mich, wieder runter zu kommen und endlich die Weihnachtszeit einzuläuten, denn ich habe weder virtuell noch real Weihnachtsdeko verteilt und eine kleine Kalendernascherei sollte ich es ja auch noch geben. Guckt mal, ob der Nikolaus eventuell diesen blog besucht.
Ansonsten … ich hatte ja einige Anfragen wegen des blogübergreifenden Kalenders. Wie ihr bereits bemerkt haben dürftet, findet er in diesem Jahr nicht statt. Es gab ein paar nicht wirklich schöne Erfahrungen im letzten Jahr, die mich dazu bewogen haben, mir diesen Stress nicht anzutun. Aber ich muss ehrlich gestehen, ich hatte die vielen wunderbaren Leser und Rückmeldungen dabei irgendwie vergessen und von daher tut es mir unglaublich leid. Im nächsten Jahr werde ich mich wieder bemühen, blogger und Autoren zusammen zu bekommen und die Sache gelassener sehen.

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