Freitag, 20. Juni 2014

Mit Pilzen ....

... hat das alles, was ich heute zu berichten habe, nur insoweit zu tun, als dass es damit seinen Anfang nahm. Zwei kleine gehäkelte Fliegenpilze auf einem Stein machten sich auf einen unbekannten Weg und brachten mir im Gegenzug ebenfalls einen Pilz und ein Buch mit.
Und weil ich ja, was vermutlich niemanden überrascht, wahnsinnig gern lese, konnte ich es auch nicht lassen und musste mich sofort auf das Buch stürzen.  Dabei wollte ich zuerst nicht, denn es gibt ja noch so viel zu schreiben, aber es war ja kein dickes Buch und meine Disziplinlosigkeit wird meist nur von meinen entsprechenden Ausreden übertroffen.
Also habe ich es mir auf dem Sofa mit einer kleinen Nascherei gemütlich gemacht. Ich habe so eine hübsche und gemütliche Ecke mit Blick aus dem Fenster auf hohe Birken, die ihre Blätter wunderbar im Wind tanzen lassen. Das ist ganz angenehm, wenn man schwierige oder traurige Bücher liest und der Druck in den Augen nicht mehr zu ertragen ist. Schwups nach draußen geguckt ... Grün beruhigt schließlich die Nerven!
Kaum sitze ich, merke ich auch schon, dass irgendetwas anders ist. Es funktioniert nicht so wie sonst ... Okay, noch mal die Sitzposition korrigieren, die Nascherei anders hinstellen und ...
Der Fehler steckt im System!
Als eingefleischte, heiß und innig liebende Kindle- Leserin musste ich feststellen, dass ein Buch ... also so ein richtiges aus Papier und zum Umblättern, doch ein wenig anders zu handhaben ist. Das muss ich wohl im letzten Jahr verdrängt haben. Ich brauchte beide Hände, was das Naschen erschwerte (wobei das ja nicht unbedingt schlecht ist).
Ich wollte das Buch auch nicht so doll aufbiegen, denn es ist ja neu und irgendwie auch besonders und ich habe mich echt darüber gefreut, insbesondere über die Widmung mit Pilz...
Na ja, als ich es dann irgendwie und vor allem irgendwann geschafft habe, den Lesegenuss mit der Gaumenfreude zu verbinden, habe ich wohl nicht aufgepasst und prompt hatte mein schönes Buch einen weniger schönen Fleck auf einer Seite. Panisch drüber zu wischen, hat die Sache lediglich verschlimmert. Ist halt kein Display, den man einfach abwischen kann.
Was soll ich sagen? In manchen Dingen bin ich ein Technikfreak.
Auch meinem Wellensittich schien die Sache im Übrigen nicht geheuer. Normalerweise kommt er, sobald ich auch nur andeute, mich mit dem E-Book Reader in die besagte Ecke zu setzen, sofort an. Die Lampe an meiner Schutzhülle hat es ihm nämlich besonders angetan und er liest auch gern mal mit und sorgt für eine nicht immer angenehme Geräuschkulisse. Das Buch in meinen Händen hat er genau einmal angeflogen, dann hat er sich scheinbar beleidigt auf seinen Lieblingsfensterplatz zurückgezogen und mich argwöhnisch betrachtet.
Wobei das ja lesetechnisch eigentlich gar kein schlechter Zustand war.
Als ich nach geraumer Zeit das Buch zugeschlagen habe, hatte ich ein breites Grinsen im Gesicht und ein wohliges Gefühl im Bauch, und zwar nicht wegen der Nascherei, das habe ich tatsächlich nach dem unschönen Fleck endgültig aufgegeben.
Nun ist wohl der Zeitpunkt gekommen, Euch von an meinem Leseerlebnis teilhaben zu lassen.
"Jasper Acri- Operation 'Stilles Tal'" von Jobst Mahrenholz hat den Weg in mein Herz und mein Regal gefunden.
Ein Roman, der auf der einen Seite sehr reduziert erscheint, aber sprachlich unglaublich viel Spaß macht. Trockner Humor, skurile Situationen und eine Kriminalkomödie, die nicht besser hätte sein können. Jaspers Charme muss man einfach erliegen und auch die anderen Protagonisten, um die sich dieser kleine Thriller dreht (und ja, es war unheimlich spannend), sind wunderbar gezeichnet. Aufhören geht nicht, dieses Buch legt man vor dem Ende nicht mehr aus der Hand.
Ein echtes Lesevergnügen und eine unbedingte Buchempfehlung!
Und hier könnt ihr Euch dieses schöne Buch holen (gibt es auch als Kindle- Version, falls es euch wie mir geht)

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