Mittwoch, 4. Juni 2014

Karo liest...

Eine Lesung ist eine aufregende Sache. Man weiß nie, wie die Stimmung ist, ob Leute kommen oder man am Ende vielleicht sogar allein sitzt. Trotzdem gebe ich zu, dass ich gern lese und mich sehr über die Einladung nach Greifswald ihm Rahmen der "Tage der Akzeptanz" gefreut habe, die ich obendrein mit einem Kurzurlaub verbunden habe.
Ich war verdammt aufgeregt, denn es war meine erste Lesung, die ich ganz allein bestreiten sollte und so habe ich meine Umwelt schon einige Zeit vorher mit meiner Nervosität verrückt gemacht, die Stellen im Buch immer wieder gelesen, geändert, die Zeit kontrolliert und mich mehr als einmal gefragt, wieso mich niemand von einer Zusage abgehalten hat.
Mit einem "Du schaffst das schon"  und meinem Bruder im Gepäck habe ich mich schließlich auf den Weg in die Brasserie "Hermann" gemacht. Der Raum verbreitete schon beim Betreten ein gutes Gefühl, irgendwie kuschelig mit den roten Wänden und den alten Kinostühlen. Als eine Art Motivationshilfe habe ich mir die Lesung von Ralf König vor Augen gehalten, bei der leider nur sehr wenige Menschen anwesend waren. Ich dachte mir also, wenn auch nur drei oder vier Leute zu meiner Lesung kommmen, dann ist das ja im Vergleich... mein Kopf war wirklich voller wirrer Gedanken...
Das ist er irgendwie immer noch, denn es fällt mir schwer, das Geschehen in Worte zu fassen. Die Lesung war toll! Es waren sehr viel mehr als vier oder fünf Leute anwesend. Der Vorstand des Aktionsbündnisses Queer in Greifswald war sehr sympathisch und es gab obendrein einige Gesichter, über deren Anwesenheit ich mich ganz besonders gefreut habe.
Die Zeit verging für mich wie im Flug. Ich hatte nicht eine Sekunde lang das Gefühl, dasss ich den Text kürzen müsste oder schneller zum Ende kommen sollte. Ganz im Gegenteil... es wurde geklatscht und gelacht und die Stimmung war einfach großartig.
Ich danke dem Aktionsbündnis für die Einladung, den Schwestern Francine und Irulan vom Orden der Schwestern der perpetuellen Indulgenz für das großartige Feedback und allen Zuhörern für diesen schönen Nachmittag.


Die Buttons habe ich von den Schwestern bekommen und nachdem sie zuerst mein Shirt geziert haben, gefallen sie mir nun an meiner Regenbogentasche auch sehr gut!


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