Samstag, 28. Juni 2014

Bauch- Traumtänzer

Mit Plänen ist das ja manchmal so eine Sache ... Zuerst läuft alles super und dann passieren Dinge, die einen aus der Bahn werfen, die Kraft rauben oder einfach sofort erledigt werden müssen. Manchmal funktionieren Pläne auch nicht, weil man nicht richtig lesen kann.
Hätte ich das vor ein paar Wochen getan, also richtig gelesen, anstatt mir den Kopf über eine besonders männliche, wenig romantische oder was weiß ich, was da noch in meinem Kopf herumgeschwirrt ist ... Auf jeden Fall hätte ich dann wohl die Anzahl der Worte nicht mit der geforderten Anzahl der Anschläge verwechselt und aus einer Geschichte, die nicht mal 2000 Wörter haben sollte, eine mit gut 9000 Wörter gemacht.
Pech für die Anthologie, gut für Euch!
Mutig habe ich mir das heutige Datum als Ziel für die Veröffentlichung gesetzt und angefangen, die Geschichte noch ein bisschen zu bearbeiten ... Ich habe die Romantikkiste heimlich geöffnet und mich hier und da bedient. Leider konnte ich nicht ahnen, dass das meinem Protagonisten auch gefallen würde und er nun keine Ruhe gibt. Nichtsdestotrotz bleibt es bei einer Kurzgeschichte, die insgesamt 5 Kapitel haben wird.
Das erste Kapitel gibt es heute. Die gesamte Geschichte erscheint im Laufe der nächsten Woche als ebook.
Ich hoffe, ihr habt Spaß, denn ihr werdet einen "alten" Bekannten treffen, dessen Geschichte auch bald als Buch erscheinen wird (auch hier gab es leider eine kleine Planänderung)


Freitag, 20. Juni 2014

Mit Pilzen ....

... hat das alles, was ich heute zu berichten habe, nur insoweit zu tun, als dass es damit seinen Anfang nahm. Zwei kleine gehäkelte Fliegenpilze auf einem Stein machten sich auf einen unbekannten Weg und brachten mir im Gegenzug ebenfalls einen Pilz und ein Buch mit.
Und weil ich ja, was vermutlich niemanden überrascht, wahnsinnig gern lese, konnte ich es auch nicht lassen und musste mich sofort auf das Buch stürzen.  Dabei wollte ich zuerst nicht, denn es gibt ja noch so viel zu schreiben, aber es war ja kein dickes Buch und meine Disziplinlosigkeit wird meist nur von meinen entsprechenden Ausreden übertroffen.
Also habe ich es mir auf dem Sofa mit einer kleinen Nascherei gemütlich gemacht. Ich habe so eine hübsche und gemütliche Ecke mit Blick aus dem Fenster auf hohe Birken, die ihre Blätter wunderbar im Wind tanzen lassen. Das ist ganz angenehm, wenn man schwierige oder traurige Bücher liest und der Druck in den Augen nicht mehr zu ertragen ist. Schwups nach draußen geguckt ... Grün beruhigt schließlich die Nerven!
Kaum sitze ich, merke ich auch schon, dass irgendetwas anders ist. Es funktioniert nicht so wie sonst ... Okay, noch mal die Sitzposition korrigieren, die Nascherei anders hinstellen und ...
Der Fehler steckt im System!
Als eingefleischte, heiß und innig liebende Kindle- Leserin musste ich feststellen, dass ein Buch ... also so ein richtiges aus Papier und zum Umblättern, doch ein wenig anders zu handhaben ist. Das muss ich wohl im letzten Jahr verdrängt haben. Ich brauchte beide Hände, was das Naschen erschwerte (wobei das ja nicht unbedingt schlecht ist).
Ich wollte das Buch auch nicht so doll aufbiegen, denn es ist ja neu und irgendwie auch besonders und ich habe mich echt darüber gefreut, insbesondere über die Widmung mit Pilz...
Na ja, als ich es dann irgendwie und vor allem irgendwann geschafft habe, den Lesegenuss mit der Gaumenfreude zu verbinden, habe ich wohl nicht aufgepasst und prompt hatte mein schönes Buch einen weniger schönen Fleck auf einer Seite. Panisch drüber zu wischen, hat die Sache lediglich verschlimmert. Ist halt kein Display, den man einfach abwischen kann.
Was soll ich sagen? In manchen Dingen bin ich ein Technikfreak.
Auch meinem Wellensittich schien die Sache im Übrigen nicht geheuer. Normalerweise kommt er, sobald ich auch nur andeute, mich mit dem E-Book Reader in die besagte Ecke zu setzen, sofort an. Die Lampe an meiner Schutzhülle hat es ihm nämlich besonders angetan und er liest auch gern mal mit und sorgt für eine nicht immer angenehme Geräuschkulisse. Das Buch in meinen Händen hat er genau einmal angeflogen, dann hat er sich scheinbar beleidigt auf seinen Lieblingsfensterplatz zurückgezogen und mich argwöhnisch betrachtet.
Wobei das ja lesetechnisch eigentlich gar kein schlechter Zustand war.
Als ich nach geraumer Zeit das Buch zugeschlagen habe, hatte ich ein breites Grinsen im Gesicht und ein wohliges Gefühl im Bauch, und zwar nicht wegen der Nascherei, das habe ich tatsächlich nach dem unschönen Fleck endgültig aufgegeben.
Nun ist wohl der Zeitpunkt gekommen, Euch von an meinem Leseerlebnis teilhaben zu lassen.
"Jasper Acri- Operation 'Stilles Tal'" von Jobst Mahrenholz hat den Weg in mein Herz und mein Regal gefunden.
Ein Roman, der auf der einen Seite sehr reduziert erscheint, aber sprachlich unglaublich viel Spaß macht. Trockner Humor, skurile Situationen und eine Kriminalkomödie, die nicht besser hätte sein können. Jaspers Charme muss man einfach erliegen und auch die anderen Protagonisten, um die sich dieser kleine Thriller dreht (und ja, es war unheimlich spannend), sind wunderbar gezeichnet. Aufhören geht nicht, dieses Buch legt man vor dem Ende nicht mehr aus der Hand.
Ein echtes Lesevergnügen und eine unbedingte Buchempfehlung!
Und hier könnt ihr Euch dieses schöne Buch holen (gibt es auch als Kindle- Version, falls es euch wie mir geht)

Donnerstag, 19. Juni 2014

Kurzgeschichte "(Un)Glück"

 Für alle, die sich vielleicht gewundert haben, dass die Geschichte plötzlich weg war ... ich habe einige Stellen überarbeitet. Es ist nicht immer leicht, das Richtige zu tun oder die richtigen Entscheidungen zu treffen. Manchmal wird man von Geschehnissen überrascht, die man nicht erwartet hat und die einen den Boden unter den Füßen wegzieht. Ich musste darüber nachdenken, wie es für mich weitergehen soll, ob es überhaupt weitergehen kann. Bedeutet mir das Schreiben genug, um die Angriffe anderer aushalten zu können? Ich dachte zuerst, dass ich es nicht schaffen würde, aber es ist gut, ein paar echte Freunde und Kollegen zu haben, denen man vertrauen kann.
Ich liebe es, zu schreiben, ich denke mir gern Geschichten aus und ich freue mich, wenn ich Euch damit unterhalten kann.
Es gäbe so viel, was ich in diesem Zusammenhang noch sagen bzw. schreiben könnte, aber ich mache es nicht, wünsche Euch stattdessen einfach nur viel Spaß mit dieser kleinen Geschichte, die im übrigen bei Sissis erstem Wettbewerb gewonnen hat.
Das macht mich unglaublich stolz!
Mittlerweile gibt es einen zweiten Wettbewerb, ebenfalls zum Thema HIV/Aids.
Ihr könnt ihn hier finden und ich werde natürlich auch wieder mitmachen.
Allerdings muss ich mich ziemlich beeilen :-)

Ach ja ... auf meinem blog gehen alle Kommentare von Euch sofort online. Bisher hatte ich noch nicht das Pech Spam oder unseriöse Bilder geschickt zu bekommen. Ich habe noch nie einen eurer Kommentare gelöscht oder in irgendeiner Weise verändert. Wer hier etwas schreiben möchte, was den Regeln den guten Anstandes entspricht, weder grob beleidigend noch menschenverachtend, nicht rassistisch oder homophob ist, der darf sich gern und zu jedem Post von mir mitteilen.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Karo liest...

Eine Lesung ist eine aufregende Sache. Man weiß nie, wie die Stimmung ist, ob Leute kommen oder man am Ende vielleicht sogar allein sitzt. Trotzdem gebe ich zu, dass ich gern lese und mich sehr über die Einladung nach Greifswald ihm Rahmen der "Tage der Akzeptanz" gefreut habe, die ich obendrein mit einem Kurzurlaub verbunden habe.
Ich war verdammt aufgeregt, denn es war meine erste Lesung, die ich ganz allein bestreiten sollte und so habe ich meine Umwelt schon einige Zeit vorher mit meiner Nervosität verrückt gemacht, die Stellen im Buch immer wieder gelesen, geändert, die Zeit kontrolliert und mich mehr als einmal gefragt, wieso mich niemand von einer Zusage abgehalten hat.
Mit einem "Du schaffst das schon"  und meinem Bruder im Gepäck habe ich mich schließlich auf den Weg in die Brasserie "Hermann" gemacht. Der Raum verbreitete schon beim Betreten ein gutes Gefühl, irgendwie kuschelig mit den roten Wänden und den alten Kinostühlen. Als eine Art Motivationshilfe habe ich mir die Lesung von Ralf König vor Augen gehalten, bei der leider nur sehr wenige Menschen anwesend waren. Ich dachte mir also, wenn auch nur drei oder vier Leute zu meiner Lesung kommmen, dann ist das ja im Vergleich... mein Kopf war wirklich voller wirrer Gedanken...
Das ist er irgendwie immer noch, denn es fällt mir schwer, das Geschehen in Worte zu fassen. Die Lesung war toll! Es waren sehr viel mehr als vier oder fünf Leute anwesend. Der Vorstand des Aktionsbündnisses Queer in Greifswald war sehr sympathisch und es gab obendrein einige Gesichter, über deren Anwesenheit ich mich ganz besonders gefreut habe.
Die Zeit verging für mich wie im Flug. Ich hatte nicht eine Sekunde lang das Gefühl, dasss ich den Text kürzen müsste oder schneller zum Ende kommen sollte. Ganz im Gegenteil... es wurde geklatscht und gelacht und die Stimmung war einfach großartig.
Ich danke dem Aktionsbündnis für die Einladung, den Schwestern Francine und Irulan vom Orden der Schwestern der perpetuellen Indulgenz für das großartige Feedback und allen Zuhörern für diesen schönen Nachmittag.


Die Buttons habe ich von den Schwestern bekommen und nachdem sie zuerst mein Shirt geziert haben, gefallen sie mir nun an meiner Regenbogentasche auch sehr gut!