Samstag, 21. Dezember 2013

Türchen Nr. 21

Noch einmal stelle ich meinen Blog zur Verfügung. Diesmal ist es sogar eine schriftstellerische Premiere, die obendrein noch mit einem Lebkuchenrezept daher kommt.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und vielleicht sogar beim Nachbacken der Lebkuchen. Wir sehen uns am 24.12. erneut hier und dann gibt es auch wirklich eine Geschichte von mir.
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Heute bin ich hier hinter dem Adventskalendertürchen mit meinem Erstling vertreten. Zu verdanken habt ihr es allein Karo, der ich für ihren blogübergreifenden Adventskalender ein Lebkuchenrezept versprochen hatte. Nun gibts dazu auch eine kleine Geschichte. Ich hoffe, sie gefällt. 
Vielen vielen Dank an Karo, die mir Mut zugesprochen hat, es zu versuchen und auch noch die riesige Aufgabe wahr genommen hat, Korrektur zu lesen.
Viel Spaß.
Zwackl

P.s Die Lebkuchen müssen nicht liegen sind gleich lecker :D


Lebkuchenherzen

500 gr Buchweizenmehl VK
3-4 Eßl Amaranthmehl oder Kastanienmehl
100 gr gemahlene Mandeln
120 gr Rohrzucker
3 Eier (zimmerwarm)
120 gr geschmolzene Butter
250 gr Honig
3 Tel Lebkuchengewürz
1 1/2 Tel Potasche
1 Priese Salz

Füllung
200 gr Marzipan
200 gr Hiffenmark (Hagebuttenkonfitüre)
1 Eßl Rum
alles zu einer homogenen Masse verrühren in einen Gefrierbeutel füllen und unten einen Ecke abschneiden (einmal Spritzbeutel )
Kleber: ein mit einer Gabel geschlagenes Eiweiß

Eier , Zucker und Butter Schaumigrühren
Honig verflüssigen, unterrühren, restliche Zutaten hinzugeben Teig kneten.
Ist anfangs eher weich und klebrig, man glaubt,  den kann man nicht ausstechen
Den Teig mindestens 3 stunden kühl ruhen lassen (gerne auch über Nacht)
Ausrollen 2- 3 mm dick und kleine Herzen ausstechen.
Mit Eiweiß bestreichen und Füllung aufspritzen, Deckel auflegen und andrücken
bei 180 °C (keine Umluft) 10 -15 min Backen
Hinterher alle Herzen mit Dunklen Schokoguß überziehen 

und weiter geht es mit der Geschichte



Der angenehme Duft von Tanne, Orangen und Nelken kitzelte in seiner Nase, beim Eintreten in den Aufenthaltsraumes des Jugendzentrums. Hier fand die jährliche Weihnachtsfeier für die Kids statt, die zu Hause nicht wirklich ein Weihnachtsfest erwarten durften. Die Betreuer und freiwilligen Helfer bemühten sich immer, eine schöne Feier zu veranstalten.

Schwer bepackt mit Dosen und Tüten trat Greg in die Küche.
„Hallo Angelika. Schau mal, ich habe hier wieder Plätzchen und was Neues habe ich auch mit gebracht. Gefüllte Lebkuchenherzen nach einem Spezialrezept von Tante Helga. Für jedes Kind habe ich noch eine Süßigkeitentüte gepackt.“

„Du bist der Beste. Da werden sich die Kinder aber freuen.“ strahlte Angelika.

Greg stellte seine süße Last ab und rieb sich die schmerzenden Hände.
„Tun dir wieder die Knochen weh?“
„Ach es geht schon, du weißt doch, dass mir das nasskalte total nachgeht. Es war schon schlimmer. Die Feierlichkeiten und die gute Aussicht heute werden mich genügend ablenken.“ Mit einem verschmitzten Lächeln hauchte er ihr einen kleinen Kuss auf die Wange und drehte sich um. Er trat durch die Tür in den Aufenthaltsraum.
„Hallo allerseits. Ich hoffe wir haben heute ein schönes Fest.“

„Greg, Greg, Greg“ lachend stürzten sich eine ganze Meute der Kinds auf Greg.  Kleine Hände umarmten ihn, hier und da bekam er einen Knuff oder auch einen kleinen Kuss von einem der Kinder. Lachend wehrte er die Kinder ab.
„Langsam, langsam ihr bringt den alten Mann ja noch zu Fall. Nun mal runter von mir.“
„Spielst du was mit uns? Au ja spielst du Twister mit uns? „
„ Seid mir nicht böse aber Twister kann ich mit euch nur im Sommer spielen. Wollen wir nicht lieber Montagsmaler spielen? Da können wir auch 2 Gruppen bilden und es können auch die kleinen mitmachen“
„Oh ja und Leo muss auch mitmachen“ krakelte Tobi.
Der kleine Junge  strahlte seinen großen Bruder an.
„ Na gut ich spiele mit. Dann wollen wir mal. Wer holt die Tafel und die Kreide? Angelika kannst du uns eine Schüssel mit Zettelchen und begriffen machen?“
„Ja ich komme gleich.“
„Spielst du auch mit, Angelika und Rolf auch? „ fragte die kleine Annika ganz lieb.
Angelika wuschelte der kleinen durch die blonden Löckchen. „Ja wir spielen auch mit.“

Unter großem Gelächter einigte sie sich darauf, dass Greg und Angelika die eine Gruppe und Leo und Ralf die andere Gruppe unterstützen sollten.

Bald waren alle Vorbereitungen getroffen und das Spiel begann. Leo's Gruppe war als erstes dran.
Während die Kleinen ganz aufgeregt versuchten, den Begriff zu erraten, den Leo auf die kleine Tafel malte. drifteten Gregs Gedanken ab.
 Was für ein Kerl. Die breiten Schultern dazu die schmale Hüfte und lange schlanke Beine.  Blonde strubbelige Haare , Augen so Blau wie die stürmische See. Immer ein Lächeln auf den Lippen und gute Laune versprühend.
Angelika stupste ihn leicht an und flüsterte. „Nicht sabbern! Du bist gleich dran“
„Oh ...Danke ich war völlig in Gedanken“
„Ich weiß auch wo du mit deinen Gedanken warst. Er ist schon eine Augenweide, der gute Leo. Aber nun hop hop und aufs Spiel konzentriert. Du bist dran“
Greg zog einen Zettel aus der Schüssel und las Eichhörnchenschwanz.
Eine leichte Röte überzog sein Gesicht.
So ein Mist jetzt habe ich schon bei solchen einfachen Begriffen erotische Gedanken.
Im nächsten Moment erschienen auf seiner Stirn einige Unmutsfalten und Greg erschien grimmig wie eh und je. Komischerweise ließen die Kinder sich nicht von seinem Gesichtsausdruck abschrecken. Mit geübten Strichen erschien auf der Tafel ein Eichhörnchen und er kringelte auch noch den buschigen Schwanz an.
Als er sich wieder neben Annika setze, beugte sich diese zu ihm hinüber. „Hast du gemerkt wie Leos Blick die ganze Zeit auf dir geklebt hat?“
„So ein Unsinn! Mich beachtet er sicher nicht. Wer will schon so einen wie mich? Ich kann wenig unternehmen, die meisten Menschen meinen, ich wäre ein unfreundlicher grober Mensch und überhaupt schau mich  an und dann ihn. Ich bin zwar nicht dick, aber so toll sehe ich nicht aus.“
„Jetzt stell dein Licht nicht unter den Scheffel. Du bist süß und eigentlich auch nur ein kleiner Grantelhuber mit einem großen Herzen“
„Ey nicht tuscheln“ Annika kletterte Greg auf den Schoß und kuschelte sich an. „Ob wir gewinnen können?“
„Gewinnen ist doch nicht so wichtig, Hauptsache wir haben Spaß. Und den haben wir“ schon fing Greg an die kleine Maus durch zu kitzeln. Den begehrlichen Blick von Leo bemerkte er nicht. Angelika allerdings schon.

Nachdem sie die Runde fertig gespielt hatten, wechselten alle zum großen festlich geschmückten Tisch. „ Kommt alle an den Tisch Kaffee und Kakao ist fertig.“, holte Angelika noch die Letzten aus ihren Spielecken an den Tisch.

Die Stimmung war heiter und gelöst. Alle genossen das Zusammensein.
 Mit Tannenzweigen, mit Nelken gespickten Orangen und kleinen Schokokugeln geschmückt, verbreite der Tisch eine weihnachtliche Stimmung.

Angelika stellte die Platte mit den Plätzchen auf den Tisch. Das Stimmengewirr verstummte kurz.
„Ah endlich die Plätzchen.“ Glücklich griff Tobi zu und lud sich gleich eine ganze Menge davon auf seinen Teller.
„Hey, sei nicht so gierig, kleiner Süßschnabel“ tadelte Leo seinen Bruder liebevoll, wuschelte ihm durch die Haare und stibitzte sich ein Lebkuchenherz von dessem Teller. „Ey das ist meins“

„ Du wirst deinem armen großen Bruder doch das Lebkuchenherz gönnen? „ lachte Leo und biss herzhaft in  den Lebkuchen.  Er verdrehte voller Genuss die Augen und rief laut über den ganzen Tisch. „Angelika, egal wer die gebacken hat den muss ich heiraten. Die sind einfach ein Traum.“
Greg verschluckte sich fast an seinem Tee, den er grade im Begriff war, zu trinken.

„Na häng dich mal nicht so weit aus dem Fenster Leo, nicht das ich das noch war, die die Lebkuchen gebacken hat.“ lacht Angelika.
Leicht röteten sich Leos Wangen  und er  grinste Angelika verschmitzt an. „Dann habe ich mich aber ganz schön in die Nesseln gesetzt. Dein Rob wird da nicht sehr begeistert sein, wenn ich dich ihm ausspanne.“

Liebevoll tätschelte Angelika Leo's Hand.“ Er sieht dich eh nicht als Gefahr und da ich die Herzen nicht gebacken habe, besteht ja auch keine Gefahr.“
Alle griffen nun zu den Herzen und kosteten davon.
„Die sind wirklich köstlich.“
„Ich habe Hagebuttenfüllung …“
„… und ich Pflaumen“
Als sich der Trubel um die Herzen gelegt hatte, nahm Leo Angelika auf Seite. „ Wer hat denn die Lebkuchenherzen gebacken?“
„Warum willst du das wissen?“
„Ich hätte gerne das Rezept“ Angelika grinste „ Nur das Rezept oder auch den Mann?“

„Wie meinst du das? Nein, doch nicht wirklich Greg?“
„Doch Greg hat die Lebkuchen gemacht.“
„Meinst du ich bekomme ihn damit aus seinem Schneckenhaus raus ?“
Angelika lacht leise „ Da musst du ihn schon raus treiben, mit harten Geschützen. Er ist so davon überzeugt, dass keiner es länger mit ihm aushält. Findet sich unscheinbar und langweilig“
„Dabei ist er so süß. Kleine Dunkle Löckchen die sich kaum bändigen lassen, blau/grüne Augen wie die Karibische See und ein Lächeln, dass ich dahin schmelzen könnte. Selbst wenn er so grimmig guckt finde ich ihn nur niedlich.“ seufzte Leo leise.
„Versuch macht klug. Auf in den Kampf Tiger. Ich muss mich mal um die Kleinen kümmern sonst sind die Süßigkeitentüten geräubert, bevor wir sie verteilen können.“
Mit energischen Schritten trat Angelika an den geschmückten Baum. „Kinder nicht klauen. Es ist für jeden eine Tüte da“

Greg beobachte die beiden aus dem Augenwinkel und versank in seine Gedankenwelt.
Hach so groß und stark und dabei so liebevoll. Wie er sich rührend um seinen kleinen Bruder kümmert. Dabei ist es nur sein Halbbruder und es trennt sie 15 Jahre. Tobi ist aber auch ein süßer Knopf. Mit seinen Eltern hat er keinen guten Griff getan. Trotzdem immer noch so lebendsfroh und optimistisch. Dabei glitt sein Blick über die große Gestalt und blieb am Hintern hängen. So knackig und lecker“ … Verträumt ging sein Blick ins Leere.

Ein Ruckeln an der Schulter brachte ihn wieder zurück in den Saal. „Hey träumst Du?“„
Verwirrt schaute Greg auf und spürte eine verräterische Hitze aufsteigen. Bestimmt bin ich rot wie eine Tomate. Wie peinlich, warum passiert mir das immer.
„Was ist?“
„ Bekomm ich das Rezept für die Lebkuchen? Die sind so lecker, ich würde gerne welche für meine Kollegen und Freundebacken. “
„Ähhhh … ja sicher. Is aber nicht ganz so schnell erklärt. Ich müsste es dir aufschreiben.

„Könntest du es mir hier noch aufschreiben, denn Übermorgen ist doch schon Weihnachten. Ich brauche die Lebkuchen zwar erst zum ersten Feiertag. Die Zeit ist einfach so knapp.“

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So ein Mistwetter. Es ist kalt und feucht. Ich mag mich nicht bewegen. Zum Glück muss ich nicht zur Arbeit und habe bis nach Neujahr Urlaub. Ich mach mir jetzt einen heißen Ingwertee und verziehe mich mit einem guten Buch auf das Sofa.

Morgen ist Heiligabend. Der wird wie jeder der letzten fünf Jahre einsam werden. Ich fahre am ersten Weihnachtstag wie immer zu meinen Eltern und treffe dort die ganze Verwandtschaft. Aber einen Partner an meiner Seite zu Heiligabend habe ich nicht mehr. Jan wollte sein Leben genießen und das konnte er nicht mit mir als Klotz am Bein. Das teilte er mir lapidar vor fünf Jahren mit. Packte seine Taschen und fuhr zum Ski fahren. Tja mit dem Rheuma kann ich halt nicht alles mitmachen. Skifahren, Surfen etc.
„Egal, ich habe ja noch die Kater, gell Barny und, Fred. Ihr beiden seid mir geblieben.“ Sanft kraulte Greg durch das Fell der beiden Maine Coon Kater.
Die Finger tun wieder weh, braucht echt kein Mensch. Wer will schon mit mir Krüppel zusammen sein. Irgendwie klappt es nie. Jan war ich zu unsportlich, Lars fand, ich würde mich mit meinen Schmerzen in den Vordergrund drängen und nur Aufmerksamkeit wollen. Egal es ist wie es ist, ich sollte dankbar sein, dass es nur weh tut und sich nicht auch noch die Gelenke verformen.
Irgendwann wird schon noch der Mann meiner Träume vorbeikommen und wenn nicht. Ich habe ja  die Kater als Gesellschaft.

Greg kuschelte sich mit einer Wolldecke aufs Sofa. Kaum lag er, sprang Fred, der rote Kater auf seinen Schoß. Liebevoll kraulte er Fred durch die Halskrause und hinterm Ohr. Der große Kater schnurrte laut und voller Wohlbehagen. Barny sprang auf die Lehne und versuchte Köpfchen zu geben. Was Greg etwas aus dem Gleichgewicht brachte. 9 Kilo Kater die einem den Kopf liebevoll in das Gesicht rammen, waren nun mal nicht zu unterschätzen.
„Barny, nicht so wild. Komm her, ich kraule ich auch.“ Der große Tigerkater ließ sich majestätisch nieder und schnurrte alsbald auch.
Greg sank langsam in sich zusammen und lag auf einmal auf dem Sofa lang. Die beiden Kater hatten sich ein Plätzchen, dicht an  ihn gekuschelt, gesucht und schnurrten, derweilen war er eingeschlafen. Unruhige Träume plagten ihn, als ein schrilles Klingeln in seien Traum vordrang und er aufwachte. Seine Türklingel wollte einfach keine Ruhe geben. Schwerfällig erhob er sich und schlurfte zur Tür. Verknautscht und noch halb im Schlaf gefangen, öffnete er die Türe.

Davor stand Leo völlig aufgelöst. Die Harre wirr unter der schwarzen Mütze hervorlugend, mit einer großen Schüssel im Arm.
„Ich brauche dringend deine Hilfe. Irgendwie wird mein Teig nicht. Ich habe mich genau an das Rezept gehalten, aber der Teig ist total matschig und lässt sich nicht ausstechen. Das Zeugs klebt total.“, sprudelte es aus dem aufgelösten jungen Mann.

„Hallo, ähm komm erst mal rein“ Greg trat  langsam zur Seite, um seinen unvorhergesehenen Gast einzulassen.
„Wie kommst du an meine Adresse? Und wieso bist du der Ansicht, dass ich dir helfe? „
„ Annika hat sie mir gegeben und den Tipp, das du sicher noch was retten kannst.“  Eine zarte Röte überzog Leos Wangen.

Süß, wie verlegen er guckt. Jetzt soll ich ihm die Lebkuchen retten. Oh man. Das wird schwer.
„Okay, komm rein und ich gucke mir mal deinen Teig an. Aber ob ich den retten kann, weiß ich nicht. Häng dich auf und komm mit in die Küche“ Dabei zeigte Greg auf die Garderobe und ging vor in die große gemütliche Wohnküche.
„Bist du mir böse ?“,  kam es auf einmal zaghaft aus dem Flur.
„Warum soll ich böse sein?“
„Du schaust so grimmig. Ich habe das Gefühl ich bin dir total lästig.“
„ Habe ich was in der Art gesagt?“ grummelt Greg.
„Nein aber du bist so grinchig“

„ Ich habe einfach nur Schmerzen. Du hast mich vom Sofa hoch gejagt und jetzt lass es gut sein und komm her mit deinem Teig.“

Leo trat an den Tisch und öffnete seine Schüssel. Traurig schaute er auf den klebrigen Teig.
„Lass mich mal sehen“ Greg fuhr mit den Händen durch den Teig, knetete diesen ein wenig durch und formte einen Teigrolle. „Hast du dich von dem Mengen her an das Rezept gehalten? Auch alles nach Anleitung gemacht? Die Ruhezeit eingehalten? „
„ Ruhezeit?“ Leo wurde rot im Gesicht. „Ich glaube die habe ich vergessen in meinem Eifer.“
„Na siehst du, das ist doch das kleinste Problem. Wir stellen den Teig für zwei Stunden kühl auf den Balkon und dann sollte er sich verarbeiten lassen.“
„Hilft du mir dabei oder schickst du mich wieder weg?“ Leo wirkte ganz verlegen und ein bisschen schüchtern.

So süß, so habe ich ihn ja noch nie erlebt. Sonnst ist er immer der Sonnyboy mit der großen Klappe der vor guter Laune und dummen Sprüchen nur so sprüht.
„Ich lass dich nicht hängen, wir stellen den Teig jetzt auf den Balkon und setzen uns solange ins Wohnzimmer. Möchtest Du einen heißen Winterapfelsaft oder eine heiße Schokolade?“

„Ich hätte gerne einen Apfelsaft. Den kenne ich noch nicht.“
„Gut dann mach ich eben den Apfelsaft heiß. Setz dich schon auf Sofa. Die Kater einfach hoch scheuchen, wenn sie dir keinen Platz machen.“

Leo ging ins Wohnzimmer und wollte sich auf das Sofa setzen.  Doch die beiden Kater dachten gar nicht daran, das Feld zu räumen und ignorierten seine Versuche sie vom Sofa zu scheuchen.

„Greg deine Kater sind ja echt nicht hoch zu bekommen.“
„Schieb sie einfach zur Seite und setzt dich hin“
„Ähm ne, ich glaube, das ich keine gute Idee. Das sind ja Riesenviecher.“
Greg kam mit zwei dampfenden Tassen und einem Teller voller Plätzchen ins Wohnzimmer. Er stellte alles auf den Tisch.
„Fred , Barny schleicht euch.“ Die beiden Kater schauten Greg vorwurfsvoll an, gähnten und rollten sich wieder zusammen.
„Okay, wenn ihr nicht wollt, dann halt so“ Greg schubste beide Katers einfach vom Sofa. Die beiden motzten ein wenig und trollten sich dann auf den großen Sessel.
„Hier dein Apfelsaft“
„Hm der ist aber lecker, was ist denn da drinnen? Ich schmecke Zimt und Nelke.“
„Das ist eine Gewürzmischung für Apfelpunsch. Sie enthält Zimt, Nelken, Süßholz, Zitrone und Mandarine. Ich mag das auch total gerne.“
Die beiden kuschelten sich jeweils in eine Ecke des Sofas, schauten sich in die Augen und schienen jeweils in den Tiefen des anderen zu versinken. Greg zuckte zusammen, als es sich Fred auf seinem Schoß bequem machte und der Moment verstrich. Leise unterhielten die beiden sich über Gott und die Welt, übers Kochen, backen, die Kater … und kamen von eins ins Tausende. Sie merkten gar nicht wie die Zeit verstrich. Als es auf einmal Dunkel im Raum wurde, tauchten sie aus den Tiefen ihrer Unterhaltung auf.
 „Huch, es ist ja schon dunkel. Ich glaube, der Teig hat genug geruht und wir können mit dem Ausstechen anfangen. Lass uns in die Küche gehen. Ich hole eben den Teig vom Balkon.“ Schon erhob sich Greg vom Sofa.
„Ich folge dir unauffällig in die Küche.“ flachste Leo.

„Siehst Du, der Teig lässt sich jetzt gut verarbeiten und ist nicht mehr total matschig.“
„Da habe ich ja gar nicht so viel falsch gemacht.“
„ Hast du auch die Zutaten für die Füllung dabei?“
„Füllung ? Die habe ich zu Hause vergessen, und was machen wir jetzt? So ein Mist“ Leo guckte ganz bedröppelt.
„Das ist nicht so schlimm. Ich habe noch Hiffenmark, Rum  und Marzipan für die Füllung.“ Greg holte die Zutaten aus dem Schrank und fing an die Füllung herzustellen.
„Roll schon mal den Teig aus, ich heize solange den Ofen vor.“
So fingen die beiden an, Lebkuchenherzen auszustechen und zu backen. Sie hatten dabei viel Spaß und arbeiteten Hand in Hand. Sodass das erste Blech bald gefüllt war und in den Ofen konnte.
Während die Lebkuchen buken, machten die beiden mit einem zweiten Blech weiter.
Dabei versank Greg einfach in den Anblick von Leo, welcher konzentriert Lebkuchen ausstach.

Er ist so süß, nicht nur lustig und hübsch nein, auch intelligent und man kann sich wirklich gut mit ihm unterhalten. Was denk ich nur? Süß ist eigentlich keine Bezeichnung für einen Mann. Aber irgendwie passt es zu ihm. Einerseits so viel Tiefgang in den Gesprächen und andererseits hat er so einen Spaß am Lebkuchen ausstechen.

„Hallo Erde an Greg. Du musst bitte die nächsten Lebkuchen füllen.“
„Upps da bin ich wohl in Gedanken gewesen.“ 
Weiter ging die Lebkuchenproduktion. Als sie beim letzten Blech angekommen waren, hörten sie auf einmal ein prasselndes Geräusch.
„Was ist denn das?“ Leo lief zum Fenster. Das Geräusch schien von draußen zu kommen. „Scheibenkleister! Das geht ja ein Eisregen runter. Ich muss doch noch nach Hause. Das wird eine Rutschpartie“
Greg schaute auch aus dem Fenster. „Bei dem Wetter mag ich dich nicht vor die Türe schicken. Du kannst hier übernachten, wenn du magst.“ Dabei kroch einen leichte Röte Gregs Hals hoch. „ Das Sofa ist ein Schlafsofa“
„Oh das ist lieb. Auf mich wartet zu Hause niemand“
Na ja, das Sofa wirst du dir wahrscheinlich mit Barny und Fred teilen dürfen, aber besser als noch mal vor die Tür bei dem Wetter.“
„Wobei ich mir das Sofa eigentlich lieber mit dir teilen würde, als mit deinen Kater“

Greg blieb die Luft weg. Auf den Spruch hatte er keine Antwort. Er spürte wie ihm die Röte den Hals hoch kroch und hatte das Gefühl, dass er leuchten würde wie ein Feuermelder.
Leo guckte ihn verschmitzt von der Seite an. Greg vermeinte in seinen Augen einen Hauch von Unsicherheit und eine irrwitzige Wärme zu sehen. Ganz war er sich nicht sicher, was das bedeuten sollte. Am besten nicht drauf eingehen. Der Abend war so schön. Ob Leo wirklich was von ihm wollte? Das konnte er sich so gar nicht vorstellen. Aber wünschen tat er es sich schon.

„Ich habe ja mein Bett und muss nicht auf dem Sofa schlafen. Ich hole dir mal Bettzeug.“  Somit flüchtete  er aus der Küche.

Leo folgte ihm mit sehnsüchtigen Blicken und seufzte leise „ So scheu wie ein Wildkater“
„Ich habe dir das Bettzeug schon mal auf den Stuhl gelegt.“

Das letzte Blech Lebkuchen war fertig und wurde aus dem Ofen geholt. „Mit dem Verzieren warten wir bis morgen.“
„Wie, wir müssen die Lebkuchen noch verzieren? Was für eine Arbeit.“
„Schokoguss muss noch drüber, das macht ja grade den Pfiff aus. Aber jetzt sind wir fertig und können uns noch einen Glühwein gönnen, wenn du magst. Du musst ja nicht mehr fahren. Für irgendwas ist das Wetter nun doch gut.“
„Gern, ne Tasse Glühwein und ein paar Lebkuchen dazu, einfach himmlisch“
„Geh schon mal vor und nimm den Lebkuchenteller mit, ich mach den Glühwein heiß.“
Diesmal ließ Greg seinen Blick sehnsüchtig Leo folgen. Uh, er hat so ein schönes breites Kreuz und dieser kleine knackige Hintern. Einfach herrlich. Ich würde zu gerne wissen wie er riecht und schmeckt. Er hat sicher kein Interesse an einem Krüppel, wie mir. Einmal nur geliebt um meiner selbst willen. Ich bin schon ein hoffnungsloser Tropf.

Den heißen Glühwein in zwei Tassen gefüllt, folgte Greg ins Wohnzimmer. Wo er Leo schon, von den Katern belagert auf dem Sofa vorfand. „Hier nimm der Glühwein“
„Danke“
Das Gespräch kam schon bald wieder ins fließen und sie vergaßen die Zeit. Gedanken verloren kraulte Greg Fred und dieser schnurrte laut. Leo nutzte die Gelegenheit und kraulte Fred, sodass er sanft über Gregs Hand strich. Erschrocken stoppte Greg das Gespräch und fixierte mit roten Wangen Leos Hand. Ganz zart strich Leo nach einem Blick in die grünen Augen weiter über den Handrücken. 
Was soll das, mag er mich doch. Hilfe, ich weiß gar nicht was ich machen soll.

Greg traute sich nicht, die Hand weg zu ziehen und eigentlich wollte er dies auch gar nicht. Den Moment voll auskosten, ja das würde er, denn es war seiner Ansicht nach fraglich, wann er noch einmal in diesen Genuss kommen würde. Dabei versank er völlig in den blauen Tiefen. Es schien, als ob eine Sturmflut aufziehen würde, so dunkel wurden Leos Augen. Er konnte seinen Blick nicht lösen. Dabei wurden seine Wangen mal wieder rot.

„Hey nicht so schüchtern. Ich mag dich“ flüsterte Leo und strich ihm sanft über die Wange.
Die Luft blieb ihm schier weg, seine Gefühle tanzten Tango.
„Wie kannst du mich Krüppel mögen. Ich kann nicht mit zum Surfen, Skifahren oder sonstige Sportarten ausüben. Ich bin zu nix gut, außer um langweilig Spazieren zu gehen oder auf dem Sofa zu sitzen.“, entkam es Greg ruppig.

Leo schaute erschrocken und konnte den Gefühlsausbruch kaum fassen. So viele Schmerz und Leid vermittelten die Worte.
Er würde ihn so gern vor all dem beschützen und ihn halten.

„Wer sagt denn, dass ich Ski fahre und surfe? Mir sind bei einer Partnerschaft andere Sachen wichtiger, als oberflächlicher Zeitvertreib.  Mit zum Strand wirst du ja wohl können. Auch wenn ich auf dem Brett bin, bin ich das nicht den ganzen Tag und mag Spaziergänge am Strand und tummle mich gerne im seichten Wasser, wenn die Gesellschaft stimmt. Gemütliche Abende auf dem Sofa, mit netten Gesprächen, weiß ich ebenso zu schätzen wie gute Musik oder gutes Essen. Dir hat man wohl sehr weh getan? Wenn du nur das negative sehen willst.“

„Was geht es dich an.“ Aufgewühlt wollte Greg aufspringen, aber Leo hielt seine Hand fest und zog ihn in seine Arme,
„Du bleibst hier. Lass dich überzeugen, dass ich dich wirklich mag und es mir egal ist, ob du Skifahren kannst oder Tango tanzen.“ Steif wie ein Stecken war er in der Umarmung gefangen. Langsam durchdrang ihn die Wärme, welche Leo ausstrahlte und sein Geruch umschmeichelte seine Sinne. Mit einem leisen Seufzen lies er sich gegen den Mann sinken.

Sanft fuhren die Hände immer wieder über seinen Rücken kraulten ihn im Nacken und doch hielt die Umarmung ihn sicher und geborgen.
„Scht, entspann dich. Ich mag dich wirklich und es ist mir so was von egal, ob du nun lilafarbene Haare hast, Surfen kannst oder lieber Heino hörst. Okay, Heino wäre vielleicht ein Grund zu gehen. Aber nur der.“
Leises Schluchzen ertönte. Greg hatte sich mit dem Kopf an Leos breite Brust gekuschelt und versuchte sich dort in Sicherheit zu bringen. 
„Wirklich nur Heino? Den höre ich zum Glück nicht. Sacht wiegte Leo seinen Schatz hin und her, legte die Hand zärtlich auf Gregs Wange und schaute diesem tief in die Augen.

So blau und so liebevoll der Blick, ob er es wirklich ernst mit mir meint? Ich fühle mich bei ihm so sicher und geborgen, er riecht so gut nach Meer, Wind, Orangen und Mann.
„Darf ich dich küssen“
Ein gehauchtes „Ja“ bekam Leo als Antwort. Nun hielt ihn nichts mehr und er legte seine Lippen auf Gregs. Schmuste darüber, leckte sanft an der Unterlippe und seine Zunge fragte an, ob sie mitspielen dürfte. Ihr wurde Eintritt gewährt und die beiden versanken in einem intensiven Kuss, vergaßen dabei ihre Umgebung und schreckten erst auf, als sich Fred einfach dazwischen drängelte und vehement Köpfen gab.
„Hey du, nicht so eifersüchtig. Ich nehme dir dein Herrchen schon nicht weg“, lachte Leo und wehrte den aufdringlichen Kater ab.

Nach einiger Zeit saßen sie eng aneinander gekuschelt auf dem Sofa, immer wieder kleine Küsse austauschend.
„Feierst du Heiligabend mit mir?“, fragte Greg zaghaft. „Ich bin Heiligabend immer allein seit mich mein Exfreund verlassen hat.“ Ein Strahlen überzog Leos  Gesicht.
„Gern feiere ich mit dir Heiligabend. Ich bin ja sonst auch immer allein, seit ich zuhause rausgeflogen bin. Am ersten und zweiten Weihnachtstag kommt Tobi zu mir und wir unternehmen etwas zusammen, aber Heilligabend war immer sehr einsam. Nun sind wir beide nicht mehr allein.“
Glücklich zog Leo seinen Schatz in die Arme und überschüttete ihn mit kleinen Küssen.

Schuld sind nur die Lebkuchen. Der Gedanke geisterte noch eben Greg durch den Kopf, bevor er in ihrer Zweisamkeit versank.


 Und morgen geht es bei Elena Losian weiter!






 

Kommentare:

  1. Awww, sind die zwei süß - auch ganz ohne Lebkuchen (mag ich nämlich nicht wirklich ;) )

    Da wünscht man sich ja fast mehr von den beiden :)

    LG Katrin

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  2. So eine süße kleine Weihnachtsgeschichte.
    Danke dafür!

    LG Piccolo

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  3. Huhu!

    Aaaaaaahhhhh..... wie süß.
    Die beiden sind echt niedlich... einfach bezaubernd.

    Wozu Lebkuchen doch gut sein kann.......;D

    Danke dafür...

    Schöne Weihnachten.:)))

    Liebe Grüße....
    Lizzie

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  4. Eine süüüße Geschichte :)

    Liebe Grüße!

    (Oh, ich heiße Losian >v< nicht Loisan :))

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  5. Ein Erstlingswerk und das zu Weihnachten;-)
    Auf jedenfall ist es gelungen!
    Schöne Idee, eine symphatische Geschichte!
    lg

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