Montag, 2. Dezember 2013

Ich fühl mich Disco

Es stimmt, dieser Film macht glücklich. 

Zumindest sind mein Mann und ich singend nach Hause gegangen, denn „Ich fühl mich Disco“ von Christian Steiffen ist auch für Leute, die wie ich kein Fan von Schlagermusik sind, ein Ohrwurm. Noch geiler ist ja „Sexualverkehr“… schätze, er hat auf jeden Fall zwei Fans!
Eingebettet in diese „besondere“ Musik ist nun ein Film, der nicht unbedingt in jeder Hinsicht glücklich macht. Das erste, und ich weiß, da stehe ich sicherlich wieder relativ allein da… In nahezu jedem Film mit ausschließlich heterosexuellem Inhalt,  egal wie unlogisch bzw. unwahrscheinlich es auch anmuten mag, aber das Teenager- Liebespaar bekommt sich am Ende. Bei homosexuellen Filmen ist das ja eher eine Seltenheit. Und so sitze hier und seufze tief, denn auch wenn Radu ein Arschloch ist (O-Ton meines Mannes), so blutet trotzdem mein kleines schwules Herz, denn es gab ein paar wirklich sehr schöne Szenen zwischen Florian und Radu.
Natürlich ist das gar nicht die Hauptlinie, denn eigentlich geht es um eine Vater und Sohn Beziehung. Es ist sicherlich für Väter immer schwierig, wenn der Sohn anders ist, als er es erwartet, wenn er sich mit der Mutter mehr verbunden fühlt und es im Grunde keine Gemeinsamkeiten gibt. Der Sohn interessiert sich weder für Technik (die Mopedszene am Anfang war so köstlich, dass ich beinahe vom meinem Stuhl gerutscht bin) noch für Sport (ich konnte so mitfühlen, wie Florian oben auf dem Turm stand und nicht ins Wasser springen wollte, während sein Vater unten wie Rumpelstilzchen mit den Füßen gestampft hat). Dafür verkleidet sich Florian gern wie sein Lieblingssänger Christian Steiffen und träumt mit seiner Mutter unter der sich drehenden Discokugel. Die Mutter weiß, dass Florian „anders“ ist, während Florian noch mitten in der Selbstfindung ist.
Dann erleidet die Mutter einen Hirnschlag und fällt ins Koma. Der Puffer zwischen Vater und Sohn ist damit weg und die beiden müssen miteinander zu recht kommen. Egal, wie furchtbar man den Vater am Anfang … na ja, auch zwischendurch, finden mag, er bemüht sich und das ist wirklich köstlich mit anzusehen … denn es fühlte sich so echt an. Ich bin auch eine Mutter von zwei Söhnen und auch wenn sich im Moment nicht die Frage nach der sexuellen Ausrichtung stellt, so konnte ich trotzdem ein paar Gemeinsamkeiten feststellen. Mein Mann und die Jungs haben zwar nicht so offensichtliche Probleme miteinander, aber trotzdem haben wir uns hin und wieder während des Films angesehen und gegrinst.
Der Film besticht durch seine Schlichtheit … durch Schauspieler, die jenseits des Schönheitsideals liegen und mit denen man sich deshalb vielleicht so gut identifizieren kann. Die Schauspieler sind einfach nur liebenswert und ganz besonders Florian möchte man eigentlich die ganze Zeit nur knuddeln.
Während Vater und Sohn zusammenwachsen, müssen sie lernen, loszulassen (tatsächlich sagte mein Mann: Ich dachte, sie würde wieder aufwachen!)
Die letzte Szene macht den Film absolut rund. Vater und Sohn finden eine gemeinsame Linie und das ist großartig. Ich weiß, die erste Liebe ist immer schmerzhaft, aber trotzdem …
Ach ja … und obwohl ich zu Rosa von Praunheim ein eher …ähm gespaltenes „Verhältnis“ habe … die Videoszene war absolut genial!
Ich kann euch den Film nur empfehlen. Super gute Unterhaltung mit allem … Lachen, Seufzen und ein Tränchen konnte ich auch nicht verhindern.
Hier ist noch der Trailer für Euch:

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