Donnerstag, 12. Dezember 2013

Das zwölfte Türchen

Erneut begrüße ich euch auf meinem Blog und erneut biete ich einer anderen Autorin den Platz an.
Heute begrüße ich Nirtak Siebenundsiebzig auf meinem blog.
Hallo, hallo!
Bisher habe ich mich im GZSZ-Fandom getummelt und über Lenny und Carsten geschrieben und eine eigene "Lesenovela" erfunden, in der ich schwule Jugendliche verkuppelt habe. Meine Jungs dort werden immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben, aber es war nach drei Jahren Zeit, diese ziehen zu lassen und sich ganz frei zu bewegen. (Micha und Joey durftet ihr im letzten Kalender kennenlernen.)
Leider war das nicht ganz so einfach, wie ich es dachte und so habe ich ein halbes Jahr Pause hinter mir, in dem irgendwie einfach gar nix ging … und dann kam der Kalender Das hier ist also mein Debut auf dem freien Parkett und ich bin echt ziemlich aufgeregt. Viel Spaß mit Moritz und Jonas
Eure Katrin

Morgen geht es bei Jannis Plastargias weiter



Liebe geht durch den Magen 
oder 
wer nicht hören kann, muss fühlen
 von Nirtak Siebenundsiebzig

So ein Jahr verging aber auch wirklich wie im Flug und nun stand Moritz wieder hier auf dem Weihnachtsmarkt wie in jedem Jahr und baute den Stand auf. Seinem Vater gehörte eine kleine Konditorei und zur Weihnachtszeit verkauften sie an ihrem Stand Gebäck und seit letztem Jahr auch immer mehr Pralinen und Schokoladenleckereien, die Moritz kreierte. Er hatte da alle Freiheiten und sein Vater freute sich über die Erweiterung des Sortiments, was auch den Kunden sehr gut gefiel. Mit seinen 22 Jahren fühlte sich Moritz zwar noch lange nicht bereit, den Laden ganz zu übernehmen, aber das stand sowieso noch nicht zur Debatte. So wie es zur Zeit lief, gefiel es ihm wirklich gut und er war frei, immer mal wieder zu Chocolatier-Seminaren nach Belgien zu fahren und sich fortzubilden.
Die erste halbe Stunde auf dem Markt war immer wieder aufregend. Jeder Kunde, der am Stand vorbei lief, ohne etwas zu kaufen, verursachte ein unangenehmes Gefühl. Ob sich der Stand dieses Jahr lohnen würde oder verschwendete er nur seine Zeit?
Ein paar Stunden später war das Bauchgrummeln schon lange verflogen. Er hatte schon viele Gebäcktütchen verkauft und die Marzipansterne aus seiner Schokoladenecke liefen so gut, dass er spätestens übermorgen welche nachproduzieren musste. Gerade war es ruhig am Stand und er gönnte sich einen schnellen Schluck Kaffee, als er laute Stimmen hörte. Die drei Jugendlichen, die über den Markt und direkt auf seinen Stand zu liefen, waren laut und ihre Artikulation unterirdisch … oh Himmel, waren die drei schon stramm und das am frühen Nachmittag. Moritz strich sich die blonden Locken aus der Stirn und streckte sich auf seine vollen 1,90 m. Er hoffte, trotz seines eher schlacksigen Körperbaus wenigstens etwas bedrohlich zu wirkten und versuchte sich zeitgleich an einem bösen Funkeln aus seinen tiefblauen Augen. Betrunkene auf dem Weihnachtsmarkt waren leider keine Seltenheit und die Hemmschwelle bei manchen von denen war so weit herunter gefahren, dass diese sich gern mal über die Theke hinweg bedienten, vor allem, wenn es sich wie hier um drei junge Männer handelte, die wahrscheinlich voreinander besonders cool sein wollten. Tatsächlich schien sein böser Blick zu wirken und der Junge in der Mitte packte seine beiden Kumpanen an den Schultern und stoppte sie. Das ausgelassene Lallen verstummte und die drei schauten einander an. Es dauerte eine Schrecksekunde und dann begann der linke von ihnen wild mit den Händen durch die Luft zu wirbeln. Sein Gesicht hatte er dabei wütend verzogen. Der junge Mann in der Mitte gestikulierte eben so heftig und schweigend zurück.
OH VERDAMMT!
Moritz wurde feuerrot. Die drei jungen Männer waren nicht betrunken, die drei waren gehörlos und er hatte sich soeben mit Anlauf in den Fettnapf „behindertenfeindlich“ geworfen und darin gesuhlt. Und das ihm, wo er doch als schwuler Mann tagtäglich mit Vorurteilen bis hin zu Diskriminierung leben musste und sich deshalb immer Toleranz schwor.
Verdammt, verdammt, verdammt! Hoffentlich konnte er das irgendwie wieder gut machen.
Schüchtern lächelte er dem rechten jungen Mann zu, der sich an der Diskussion seiner Freunde – wahrscheinlich a la „Bei dem fiesen Sack kauf ich nicht, schau nur wie der uns anguckt“ – nicht beteiligte und nun vorsichtig zurück lächelte. Der Gehörlose ließ seine beiden Begleiter stehen, trat an den Stand heran, ließ seinen Blick über die Auslage schweifen und musterte die Pralinen interessiert. Der Typ sah wirklich süß aus, bemerkte Moritz. Die kastanienbraunen Haare fielen ihm in die Stirn und die dunklen Augen wirkten ernst. Moritz schätze diesen auf ungefähr 18 oder 19 Jahre alt und gut einen Kopf kleiner als sich selbst. Die beiden Freunde hatten ihre Diskussion begraben und waren inzwischen auch an die Theke getreten. Moritz ließ ihnen Zeit, sich umzuschauen, bediente schnell eine Frau, die eine Tüte Kokosmakronen haben wollte und lächelte nervös, als der Dunkelhaarige zu ihm auf sah. Wow, diese Augen … dunkel wie Zartbitterschokolade. „Drrrrreeeeeeeeeiiiii“, hörte er plötzlich die tiefe, laute Stimme seines Gegenübers. Zur Verdeutlichung hielt dieser drei Finger in die Höhe und zeigte dann auf die Tannenbäume aus Nougat. Moritz nickte und packte drei Pralinen in ein Tütchen. Der Dunkelhaarige gestikulierte mit seinen Freunden und bestellte noch von zwei anderen Sorten jeweils drei Pralinen. Moritz kassierte und nahm dann für jeden der drei eine Praline aus der Auslage. „Zum Probieren“, sagte er langsam und überdeutlich und hoffte, dass die Jungs das ‚und als Entschuldigung‘ aus seinem Gesicht lesen konnten. „Daaaankeee“, lächelte der Dunkelhaarige ihn an und bewegte dabei seine Hand in einer raschen Bewegung vom Kinn weg. Die anderen beiden imitierten die Geste, bevor sie sich umdrehten und gingen. Moritz sah, dass die drei sich an einem etwas entfernten Stand Getränke kaufen und dort an einem Stehtisch blieben, um die Pralinen auszupacken und zu probieren. Der Dunkelhaarige bemerkte seinen Blick quer über den Platz und lächelte. Er formte mit Daumen und Zeigefinger ein O und streckte die drei anderen Finger in die Höhe. Eine Geste, die Moritz von Filmen über Taucher kannte. Da bedeutete sie so etwas wie ‚gut‘, weshalb er lächelte und ‚danke‘ gebärdete, wie er es grade gesehen hatte. Leider lenkte ihn dann eine Gruppe Kunden ab und als er wieder aufsah, waren die drei Gehörlosen verschwunden.
Die Tage vergingen und Moritz hatte es schon fast abgeschrieben, den süßen Typen noch einmal wieder zu sehen. Dabei hatte er doch noch am Abend nach ihrem Treffen eine lange Zeit im Internet verbracht und sich ein paar Gebärden beigebracht – Youtube sei dank. Als an diesem Nachmittag gerade mal nichts los war, drehte er der Theke den Rücken zu und gönne sich einen Schluck Kaffee und eine Bissen in sein mitgebrachtes Brot. Ein Klopfen auf die Theke schreckte ihn auf. Er drehte sich um und sah in fröhlich blitzende Augen. „Hey“, lächelte er und gebärdete umständlich ‚guten Tag‘. Der Gehörlose hob anerkennend eine Augenbraue und wählte mit seiner tiefen monotonen Stimme zwei Nougat- und zwei Krokantpralinen aus. Moritz reichte sie ihm und legte beide Hände gegeneinander. „Bitte“, sagte er dabei deutlich. „Danke“, grinste sein Gegenüber und führte dazu die passende Gebärde aus.
Es dauerte wieder einige Tage, bis der Dunkelhaarige erneut bei ihm am Stand auftauchte. Moritz schien es, als würde dieser einen Moment abpassen, wenn es bei ihm leer war, aber vielleicht war da auch der Wunsch größer als die Realität, denn inzwischen beflügelte der Gehörlose einige seiner Tagträume. Diesmal begrüßte er den jungen Mann nicht nur mit der ‚guten Tag‘-Gebärde, sondern formte auch ‚dein –Name – wie‘ mit den Händen. Der Gehörlose lächelte anerkennend, deshalb fuhr Moritz tapfer fort und buchstabierte ‚Ich – M-O-R-I-T-Z“. „Mooorisssss“, sagt der Gehörlose und lachte, zeigte auf sich und sagt „Massssssssss“ „Du heißt nicht wirklich Max?!“, runzelte Moritz die Stirn. Der junge Mann lachte und schüttelte den Kopf. Sein Lachen klang ebenso wie seine Sprache anders als bei hörenden Menschen, etwas lauter und eher wie das eines kleinen Jungen – glucksender, aber auch irgendwie unverfälschter. Moritz musste grinsen. „Jonaaaasss“, zeigte der Gehörlose auf sich. „Freut mich, dich kennenzulernen, Jonas“, lächelte Moritz und deutete eine Verbeugung an.
Die Adventszeit schritt stetig voran und Jonas kam inzwischen beinahe jeden Nachmittag zum Stand und blieb eine Weile. Manchmal ließ Moritz ihn eine neue Kreation testen, wobei schnell klar war, dass dunkle Schokolade so gar nicht Jonas‘ Fall war und dieser dafür ein großer Fan von allen Sorten Nüssen war. Meist versuchten sie, sich ein bisschen zu unterhalten, was bei dem Gedränge auf dem Markt und vor seinem Stand meist nicht gut möglich war. Für ein Gespräch mit Jonas brauchte man eben Ruhe und Blickkontakt.
Als er an diesem Morgen Pralinen-Nachschub produzierte, kam ihm eine Idee. Am Nachmittag wartete er nervös auf Jonas. Als dieser angeschlendert kam, reichte er ihm aufgeregt die für ihn kreierte Praline – ein Herz mit Nougat gefüllt und Krokant bestreut. Jonas biss hinein und strahlte. Mit seinen Fingern formte er die ihm inzwischen altbekannte Gebärde für ‚gut‘. Na, da war seine eigentliche Botschaft ja mal so gar nicht angekommen. Moritz seufzte, dann musste er wohl deutlicher werden. Er streckte Zeige- und Mittelfinger in die Höhe und machte eine Halbkreisbewegung von Jonas zu sich. ‚Wir beide‘ bedeutete das und er fügte ‚morgen – essen – gehen‘ hinzu. Jonas hob fragend die Augenbrauen. Hatte er sich undeutlich ausgedrückt und vielleicht das Falsche gebärdet?
„Wieso essen?“, fragte Jonas. Moritz ging sein kläglicher Gebärden–Wortschatz aus. War das denn so schwer zu verstehen?
„Naja ... ich dachte ... ich hatte gehofft ... dass du ständig hier bist, heißt nicht nur, dass du an Schokolade interessiert bist, sondern vielleicht … auch an mir“ Jonas schaute ihn noch immer mit großen Augen an und Moritz wusste nicht, ob dieser irgendetwas von dem verstanden hatte, was er da so gestammelt hatte. Jonas‘ Blick wanderte zu der angebissenen Herzpraline, zurück zu Moritz, wieder auf die Praline und dann stahl sich ein Lächeln auf Jonas‘ Gesicht. „Jaaaaa“, sagte er laut und nickte heftig. „Ja – essen gehen?“, fragte Moritz. Jonas nickte. „Ja – interessiert?“, fügte Moritz vorsichtig hinzu. Jonas wurde ein bisschen rot, doch er nickte erneut.

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Hey, ich nochmal … also … und dann kam der Kalender … und Moritz und Jonas haben irgendwie beschlossen, dass sie noch nicht fertig sind … also falls ihr Lust habt, gibt’s die zwei sicher bald bei FF … ein Kapitel hab ich noch auf Vorrat und dann … mal schauen


Kommentare:

  1. guten morgen

    mir hat das gefallen

    ich würde das bestimmt auf ff lesen wenn ich denn wüßte wo

    noch ne frage seit ihr sicher das der link für morgen stimmt

    lg

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  2. Eine schöne kleine Geschichte.
    Ich werde mal gleich schauen, ob ich dich bei ff.de finde.

    Ist der Link für morgen wirklich richtig?

    LG Piccolo

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  3. Süß die beiden, auch ohne Pralinen. Würd mich freuen noch mehr davon zu lesen.

    LG Rita

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  4. Ja! Bitte... wo gehts weiter, mit deiner Geschichte?

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  5. Will auch mehr...

    Vielen Dank!

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  6. Deine Geschichte gefällt mir bis jetzt sehr gut!
    ;-) du fragst doch nicht allen Ernstes, ob deine Leser Lust haben, sie zuende zu lesen...?
    lg.

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  7. Liebe Karo, ganz lieben Dank fürs Asly.

    Letztes Jahr haben die Söhne 40!!! mehr Favos nach dem Kalenderevent gehabt und ich war auf Wolke 7.

    Heute schweb ich nicht ganz so hoch, sondern flummi ein bisschen durchs Haus :D

    Hier sind die Jungs:

    http://www.fanfiktion.de/s/52a9e6a100014f5732756573/1/Liebe-geht-durch-den-Magen-oder-wer-nicht-hoeren-kann-muss-fuehlen

    und Moon ... "zu Ende" ... ja, das ist genau das Problem - wo setz ich das Ende :D - aber erstmal schauen, wozu die zwei noch so Bock haben :D
    Viiiiielen Dank für eure Kommis
    Eure Katrin

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  8. Hey, welchen Namen hast du denn bei FF.de? Als ich nach Nirtak gesucht habe, da konnte ich nichts finden.

    LG Piccolo

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    1. Morgen

      Gesucht und gefunden: nir77tak

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