Montag, 15. Juli 2013

Familienangeltage

Eigentlich hatte ich mich mit meiner Familie darauf geeinigt, dass ich an zwei Angelabenden teilnehme, die ganz lieb als Familienangeltage bezeichnet werden.
In diesem Jahr war ich nun schon drei Mal dabei und vermutlich ist ein Ende noch nicht in Sicht. Schließlich haben die Ferien gerade begonnen und da nun auch mein kleiner Sohn seinen Angelschein geschafft hat, sind sie sozusagen nicht mehr zu bremsen. Das ist dann wohl der Nachteil in einer Männerwelt zu leben.
Während die „Männer“ die Angeln auswerfen, bin ich mit Camera, Buch und Handy bewaffnet.
Ich fotografiere ziemlich gern und habe noch lange nicht herausgefunden, was meine Camera alles kann. Leider muss ich zugeben, dass ich meistens nicht genau weiß, was ich mache und oft sehr erstaunt (positiv und negativ) das Ergebnis anstarre. Aber ein See und die schöne Harzlandschaft bergen einige Motive. Davon einmal abgesehen ist meine Speicherkarte sehr geduldig.
Gelesen habe ich in meinem „eigenen“ Buch. Okay, es gehört ja nicht mir allein, aber es erfüllt mich auf jeden Fall mit ganz viel Stolz, dass ich Teil einer so netten und kuscheligen Gruppe sein darf. Die Geschichten aus der Anthologie „Es duftet nach Liebe“ haben mich verzaubert, sodass die Zeit am Teich besonders schnell verging. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Projekt mit den großartigen Autoren der Kuschelgang.
Und mein Handy? Das brauche ich, um meinem Bruder zu schreiben. Denn auch wenn er nicht da ist, ist er eben doch überall mit dabei. Im letzten Jahr haben wir gemeinsam auf der Bank gesessen und den anderen beim Angeln zugesehen. Ich habe das sehr genossen und es erfüllt mich mit Wehmut, dass er so weit weg wohnt, dass jedes Treffen mit so vielen Anstrengungen verbunden ist. Aber irgendwie ist er trotzdem immer dabei.
Und dann ist so ein Angeltag auch ein bisschen Recherche, denn dieser Teich steht, wenn auch nur symbolisch, für den Ort, an dem auch ein Teil meiner neuen Geschichte stattfinden wird. Da macht das Fotografieren gleich noch mehr Spaß.
Ich wünschte nur, ich könnte auch schreiben. Aber das habe ich schon einige Male versucht und das Ergebnis war immer das gleiche. Wenn ich zwei oder drei Sätze geschaftt habe, dann war das schon viel. Ich finde einfach nicht die nötige Ruhe, um in eine Geschichte abzutauchen. Es gibt so viel zu sehen und zu reden.Ein Familienangeltag ist wahrscheinlich auch nur dann ein Familienangeltag, wenn Mama wirklich anwesend ist und nicht nur auf ihr Netbook starrt. Lesen ist dann doch etwas anderes.
Hin und wieder nehme ich auch die Angel in die Hand. Ich bin nicht gut darin. Schon beim Auswerfen landet der Haken anstatt im Wasser in meiner Jacke. Spätestens an diesem Punkt gebe ich die Angel wieder zurück, ignoriere das Grinsen meiner Kinder und schnappe mir mein Buch oder alternativ den Fotoapperat. Manchmal starre ich auch nur gedankenverloren auf das Wasser und träume von neuen oder alten Geschichten.
Am letzten Samstag haben wir den Familientag noch ausgeweitet und hatten Freunde mit. 5 Kinder und vier Erwachsene. Wir haben erzählt, gegrillt, gelacht und natürlich auch geangelt.Bei so viel Spaß könnte ich doch glatt an ein paar mehr Angelausflügen teilnehmen.
Ach ja, ein paar Fische wurden auch geangelt. Aber die waren so klein, dass sie wieder ins Wasser zurück durften. Wir essen auch viel lieber Fischstäbchen …

1 Kommentar:

  1. Mein kleines Herz schläg ganz wild wen ich dran denke das wir uns bald wieder treffen nicht zum angeln in greifswald (lach) .Wolte nur sagen schreibst immer so gut !!! deine männer würden auch angeln wen nur frösche drin wern !
    Deshalb schreib du lieber für uns zur not auch am see weiter lol

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