Samstag, 15. Dezember 2012

Das 15. Türchen

Willkommen zur dritten Geschichte auf meinem blog.
Diesmal hat sich meine eigene Geschichte hinter dem Türchen versteckt.
Ich wünsche Euch viel Vergnügen beim Lesen.
Auch an dieser Stelle noch einmal den Hinweis darauf, dass es sich um eine P18slash Geschichte handelt.


Ein klitzekleines bisschen …

„Süßer die Glocken nie klingen …“
Für einen Moment halte ich die Luft an und schließe die Augen. Die Stimme kenne ich  … dass sie auch Weihnachtslieder im Repertoire hat, hätte ich mir eigentlich denken können. Warum ich bisher davon verschont geblieben bin, ist mir  dagegen vollkommen unklar. Schließlich haben wir Mitte Dezember. Seit mindestens zwei Wochen zelebrieren wir Weihnachten exzessiv.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis solche Musik den Weg auch in meine Wohnung findet. Ich sollte mich darüber wirklich nicht wundern.
Allerdings singt sie nicht allein von den Glocken und der seligen Weihnachtzeit … Nein, sie hat Unterstützung von einer mir noch bekannteren männlichen Stimme.
Auch wenn ich wieder einmal zugeben muss, dass er wirklich toll singen kann, andere Töne sind mir sehr viel lieber. Sein süßes Stöhnen, sein Keuchen … seine unterdrückten Schreie, wenn er kommt. Ja, das ist die Musik, die mir gefällt.
Dabei klingen die Glocken ja auch irgendwie … und zwar nicht nur in der Weihnachtszeit.

Ich werfe die Tür ins Schloss, stelle meine Tasche in den Flur und schlüpfe aus meinen dicken  Schuhen, die bereits eine kleine Pfütze auf dem Boden hinterlassen haben. Es ist eiskalt draußen. Ein paar Tage lang hat es wie verrückt geschneit. Edwin hat wie ein kleines Kind am Fenster gehangen und jede Schneeflocke persönlich willkommen geheißen. Meine Freude war da deutlich geringer ausgefallen, vor allem als ich das erste Mal mein Auto von dem ganzen weißen Mist befreien musste.
„Ist doch nur ein klitzekleines bisschen Schnee“, hat er lachend gesagt, während ich vor mich hin gemeckert habe.
Seit gestern ist es einfach nur noch frostig. Die Straßen sind furchtbar glatt. Ich bin mit dem Auto kaum nach Hause gekommen. 

Nach Hause … ich kann mich an die Veränderungen noch nicht wirklich gewöhnen. Also die Weihnachtsveränderung, die meine Wohnung durchmachen musste.
An den Rest habe ich mich schon lange gewöhnt. Wobei, das trifft es nicht wirklich. Ich musste mich nicht daran gewöhnen, ich liebe es. Ich liebe diesen verrückten Kerl … ich kann nicht genug von ihm bekommen. Manchmal frage ich mich, wie ich die ganze Zeit überhaupt ohne ihn leben konnte. Habe ich das überhaupt? Also gelebt? Habe ich nicht viel mehr nur existiert in einer Art luftleeren Raums … bis dieser verrückte Kerl in mein Leben gestolpert ist oder ich in seines …
Ich werde pathetisch und das ist so ganz und gar nicht meine Art. Es sind Augenblicke, wie diese, in denen mir das alles so unreal erscheint. Nicht nur wegen der ganzen  Weihnachtsdeko, die wir zusammen gekauft haben. 

Ich habe versucht, mich zu weigern. Ich habe es ernsthaft versucht. Aber wenn Edwin sich etwas in den Kopf setzt, dann zieht er es auch durch. Auf Verluste kann er da keine Rücksicht nehmen. Selbst als ich behauptet hatte, dass ich wegen des ganzen Kitsches meine Würde verlöre, hat er nur gelacht und mir einen Kuss aufgedrückt. 

Also bin ich vor zwei Wochen brav mit ihm in so ein Geschäft gefahren, in dem man diesen ganzen Kram in tausendfacher Ausführung kaufen kann. Vielleicht hätte ich schon stutzig werden sollen, als er sich anstatt eines Einkaufskörbchens … so ein kleines, mit zwei Henkeln zum Tragen dran,  die große Ausführung zum Hinterherziehen geschnappt hat. Dabei hat er zu Hause noch behauptet, dass meine Wohnung nur ein ganz klitzekleines bisschen weihnachtlich dekoriert werden sollte. Er könnte sich sonst nicht wohlfühlen …
Ich will, dass er sich bei mir wohlfühlt. So wie ich mich bei ihm auch, trotz der pausbäckigen Engel, des regenbogenfarbigen Kronleuchters und all der anderen Sachen. 

Von diesem klitzekleinen bisschen schien allerdings keine Rede mehr zu sein, als Edwin die ersten Schritte ins Innere des Ladens gemacht hatte. Ich konnte die Veränderung, die in ihm vorging, regelrecht spüren. Es war nicht nur der unheimliche Glanz in seinen Augen, es war der Weihnachtsvirus, der in diesem Moment in ihm ausbrach und aus meinem Edwin einen Weihnachtself machte.

Am Ende dachte ich schon, dieser eine Korb würde nicht reichen. Aber als er bis über den Rand hinaus gefüllt war, ich mich vorsichtig weigerte, den fünften Weihnachtself einzupacken, auch wenn man ihn auf die Kante des Bücherregals setzen konnte und er dabei bestimmt ganz bezaubernd aussehen würde, hat Edwin aufgegeben und mir erlaubt, das schwere Ding zur Kasse zu ziehen. Über den Preis, den ich dort bezahlen durfte, schweige ich lieber, denn der bringt mein Blut immer noch zum Überkochen. 

Jetzt bin ich auf jeden Fall stolzer Besitzer einer ganzen Rentierherde, die sich an meinen Fenstern, auf meinen Regalen und auch noch als Abtreter vor meiner Tür tummeln. Ich habe ein paar Weihnachtsmänner, einen Adventskranz mit dunkelvioletten Kerzen und silbrig glitzernden Kugeln und einen Mistelzweig. Der, wie ich finde, die einzig sinnvolle Dekoration ist. Denn wenn Edwin mal wieder zu viel erzählt, mich mit seiner Schlagermusik in den Wahnsinn treibt oder einfach so, weil sich sein Mund so gut anfühlt, dann deute ich auf den Mistelzweig. Aus diesem Grund hängt er auch über meinem Sofa. Edwins Protest wegen des teueren Stoffes und der Flecken, die da möglicherweise nie wieder herausgehen, wenn man sich aus Versehen auf so eine matschige Beere setzt, habe ich mit der gleichen Methode im Keim erstickt …. Ich habe ihn geküsst … Und mehr gibt es dazu  nicht zu sagen, denn es ist mein Sofa und mein Geld und wenn es sein muss, kaufe ich mir nach Weihnachten ein neues. 

Es riecht auch sehr weihnachtlich bei uns in der Wohnung. Das liegt nicht nur an den drei verschiedenen Weihnachtsteesorten, die ich, als absoluter Kaffeetrinker, nun mein eigen nenne, sondern an den mit Nelken dekorierten Apfelsinen, die überall herumliegen.
Edwin kam voller Freude vor drei Tagen hier an. In der einen Hand so einen Wassereimer voller Orangen, in der anderen einen Vorratsbeutel Nelken.
„Wir basteln uns heute einen wunderbaren Weihnachtsduft“, sagte er enthusiastisch, während ich gequält von meinen Unterlagen aufschaute. Ich hatte mir Arbeit mit nach Hause genommen. Die Zeit vor Weihnachten ist alles andere als stressfrei.
„Was machen wir?“, habe ich gähnend gefragt und mir die Augen gerieben. Die Zahlen auf dem Blatt vor mir verschwammen bereits.
„Wir schnitzen hier in diese Orangen schöne Muster und dekorieren sie mit den Nelken. Das duftet fantastisch.“
„Hm“, war alles, was mir dazu einfiel. Einen Moment hatte ich gehofft, dass wir er bedeutet und ich meine Arbeit zu Ende bringen kann. Aber wie ich auf so einen Gedanken kam, kann ich mir im Nachhinein auch nicht mehr erklären. Edwin hat kurzerhand meine Unterlagen geschlossen. Natürlich, als Beamter ticken die Uhren ein wenig anders … 

Noch ehe ich mich versah, lagen eine Menge Apfelsinen auf dem Tisch, es roch nach Nelken und damit ziemlich ekelhaft nach Zahnarzt … Aber das schien ihm ja nichts auszumachen.
Wir haben also im Schein des Adventskranzes Muster geschnitten und das Ganze mit Nelken gespickt. Meine kunstvoll mit Penissen dekorierte Orange musste allerdings zugunsten einer mit großen und kleinen Herzen weichen. Manchmal kann er so spießig sein!

Die süßen Glocken haben aufgehört zu klingen, aber das hält ja Edwin nicht vom Singen ab. Ein merkwürdig kribbliges Gefühl macht sich in meiner Brust breit, als ich die Tür zum Wohnzimmer öffne. Ich bin verrückt nach diesem Mann … Es gibt Tage, da kann ich es gar nicht erwarten, bei ihm zu sein. 

Ich war noch nie so aufgeregt, wie in dem Moment, als ich ihm den Schlüssel für meine Wohnung gegeben habe. Eigentlich wollte ich es nur so ganz nebenbei tun … so, als wenn es nichts anderes ist  als eine Erleichterung  … als eine logische Konsequenz unseres Zusammenlebens … Aber mein Herz fing auf einmal an, wie verrückt zu schlagen, meine Knie waren zittrig … ich war richtig nervös. Und Edwin, er hat sich nicht nur auf den Schlüssel gestürzt, sondern auch auf mich. Ich kann nicht behaupten, dass es der beste Sex war, denn der Sex mit Edwin ist … ist immer phänomenal … und das ist auch etwas, was ich mir nicht erklären kann. Ich war mir so sicher, dass es nichts Besseres gibt als den Sex mit einem Fremden. Als die Tatsache, dass man sich in erster Linie um seine eigene Befriedigung kümmert, der fremde Körper so etwas wie ein Mittel zum Zweck ist. Jeder nimmt, was er braucht. Man ist frei von Rücksichtnahme, Verantwortung … von all diesen Dingen eben. Aber das hat seinen Reiz vollkommen verloren,  seitdem ich  Edwin kenne … seit ich weiß, wie geil Kuscheln sein kann oder Knutschen auf dem Sofa … wie erregend es ist, mich nach dem Aufwachen an ihn zu pressen, seine Wärme zu spüren, sein leises Seufzen zu hören und zu wissen, dass es mir gilt. 

Schon allein der Gedanke daran  macht mich so geil, dass ich am liebsten auf der Stelle über ihn herfallen möchte. Ich kenne auch keinen Grund, warum ich das nicht machen sollte. Er ist hier, in meiner Wohnung und es wird höchste Zeit, ihm zu zeigen, wie süß seine Glocken klingen können. Mit einem süffisanten Grinsen reiße ich die Tür auf und erstarre. Meine Augen brauchen einen Moment, um zu begreifen, dass Edwin auf dem Sofa sitzt und … und strickt … Vermutlich ist es Stricken … ich kenne mich damit nicht so aus, aber vor ihm kullert ein leuchtendrotes Wollknäuel über den Boden, in jeder Hand hat er eine Nadel, die er in einem raschen Tempo bewegt und zwischen den Nadeln hängen bereits einige Zentimeter … von was auch immer.
„Was machst du da?“, frage ich entgeistert.
„Nach was sieht es denn aus?“, erwidert er grinsend.
„Keine Ahnung … Es passt irgendwie nicht zu dem, was ich mir in Gedanken gerade vorgestellt hatte“, gebe ich geknickt zu.
Edwin sieht mich eine Weile nachdenklich an, dann legt das Wollzeug zur Seite, erhebt sich und kommt auf mich zu. 

„Und was hattest du dir denn gerade vorgestellt“, haucht er lasziv, bevor er seinen Mund auf meinen presst.
„Das kommt dem schon sehr viel näher“, nuschle ich und schlinge meine Arme um seinen Körper.
Meine Zunge schiebt sich genüsslich in seinen Mund, während meine ziemlich kalten Hände einen Weg unter sein Shirt suchen. Edwin zuckt zurück, als ich meine Finger über seinen nackten Rücken gleiten lassen. Er ist so wunderbar warm!
„Du bist kalt“, jammert er, erträgt es aber tapfer. Eine Gänsehaut rinnt ihm über den Körper, als ich seine Seiten entlang fahre.
„Hab dich vermisst“, sage ich gefühlsduselig und presse ihn dichter an mich.
„Das spüre ich“, flüstert Edwin. Er klingt amüsiert. Im Grunde hat er Recht … ich komme mir manchmal selbst idiotisch vor. Aber Edwin fängt mich auf. Ich kann dieses Gefühl, zum ersten Mal wirklich verliebt zu sein, ausleben … und es gefällt mir unglaublich. Ich bin süchtig danach. Nach ihm, nach seinem Körper … Ein bisschen ist es wie in diesem nervigen Lied, das dauernd im Radio läuft, wo der Kerl sich wünscht, seine Freundin wäre so klein, dass er sie in der Jackentasche mit sich herumschleppen könnte. Ja, manchmal …
Weiter komme ich gerade nicht, denn mein Gehirn stellt seine Arbeit ein. Edwin hat meine Hose geöffnet und damit den Schalter sozusagen und im übertragenen Sinne umgelegt. Seufzend werfe ich den Kopf in den Nacken, während er anfängt, mich mit einer Hand zu reiben und mir mit der anderen die Hose über den Hintern zieht. 

Ich mag es, wenn er so stürmisch ist, wenn er von einer auf die andere Sekunde sich von mir einfangen lässt und dabei trotzdem die Initiative übernimmt. Verdammt, ich bin so scharf auf ihn.
Edwin dreht uns um, schiebt mich Richtung Sofa. Wir küssen uns, lassen unsere Zungen andeuten, wonach der Rest des Körpers sich sehnt. So gut, so verdammt gut … So …
„Scheiße“, rufe ich laut und verziehe mein Gesicht. Ich bin auf den Stricknadeln gelandet. Sie versuchen sich in meinen Rücken zu bohren. Erschrocken springt Edwin hoch und gibt mir Platz um mich aus meiner misslichen Lage zu befreien.
„Zum Glück habe ich die dicken Nadeln genommen. Die sind nicht so spitz“, sagt er und grinst mich an.
„Da bin ich aber dankbar“, brumme ich. Das ist eine ziemlich mickrige Entschuldigung dafür, dass ich fast aufgespießt worden bin.
„Wieso liegen die Dinger überhaupt hier herum?“, maule ich und ignoriere seine Bemühungen, sich auf meinen Schoß zu setzen.
„Ich stricke“, antwortet Edwin und ignoriert seinerseits meine ablehnende Haltung. Stattdessen streift er sich seine Hose mitsamt der Unterhose herunter und nimmt schamlos auf mir Platz. Stöhnend schließe ich die Augen, lasse mich vorsichtig gegen die Lehne des Sofas sinken. Nicht, dass da noch mehr gefährliches Zeug lauert … 

Auch ohne die Augen zu öffnen, weiß ich, dass mein Kopf direkt unter dem Mistelzweig ist.
„Warum strickst du und wieso kannst du so etwas überhaupt?“, nuschle ich, streichle seine Beine und spitze dann die Lippen. Ich finde, ich habe diesen Kuss verdient.
Tatsächlich beugt sich Edwin vor. Er gluckst leise und drückt mir einen viel zu kleinen Kuss auf den Mund.
„Habe ich von meiner Mutter gelernt. Das macht Spaß, außerdem hat mir meine Arbeitskollegin gestern ihren schicken selbstgestrickten Loopschal gezeigt und  …“
„Das geht natürlich nicht, dass sie so etwas hat und du nicht“, brumme ich und fange an zu grinsen. Edwin stupst mir in die Seite. Jetzt öffne ich doch die Augen und werde von zwei funkelnden braunen Augen gefangen genommen. Ich mag seine Augen. Ich mag dieses helle Braun mit den kleinen Sprenkeln darin. Fast wie ein Bernstein.
„Nein, das geht nicht“, sagt er und verzieht beleidigt das Gesicht. Jetzt fange ich doch an zu lachen, schiebe das Strickzeug vom Sofa. Edwins Protest ersticke ich mit einem Kuss, während ich ihn in die Waagerechte befördere und mich zwischen seine Beine lege. 

„Ist doch nur ein klitzekleines bisschen Stricken“, murmelt er. Ich küsse seinen Hals, versenke meine Zähne in der weichen empfindlichen Haut.
„Hm, nur ein klitzekleines bisschen …“, murre ich, richte mich auf, um ihm den Pulli über den Kopf zu ziehen.
„So, wie du auch nur ein klitzekleines bisschen dekorieren wolltest?“
„Ja, genau so“, knurrt er, während er kleine Blitze mit den Augen auf mich abschießt. Ohne sie zu beachten, betrachte ich den nackten Mann unter mir, der sich da auf meinem Sofa räkelt, den Kopf auf einem dieser bedruckten Kissenbezüge, auf denen der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten durch den Winterwald fährt.
Das ist mir eindeutig zu weihnachtlich … dieser alte Kerl törnt mich ab, also schnappe ich meinen jungen Kerl, werfe ihn mir sozusagen über die Schulter und trage ihn ins Schlafzimmer. Die einzige weihnachtsfreie Zone! Da bin ich standhaft geblieben. 

Edwin meckert ein wenig rum, aber dann hat er anscheinend meinen nackten Hintern entdeckt und fängt an, an mir herumzuspielen. Das macht es nicht gerade einfach, ihn durch die Gegend zu tragen.
Aber ich halte sein Hinterteil auch gerade sehr praktisch, um mal eben hineinzubeißen.
Im Schlafzimmer setze ich ihn ab, bevor ich ihn  und mich zum Liegen bringe.
Edwin ächzt leise, dann schlingen sich seine Arme und Beine um mich. Ich spüre seine Härte, zeige ihm, wie sehr ich ihn begehre. Eine Weile lassen wir uns einfach nur treiben, genießen die Nähe und Wärme des anderen, reiben uns aneinander, küssen uns. 

„Ein klitzekleines bisschen mehr?“, fragt Edwin glucksend.
„Okay“, antworte ich ihm atemlos und deute  mit einem Finger an, wo ich am liebsten sein würde.
„Mehr“, knurrt er und vorsucht sich entgegen zu schieben.
„Wir müssen uns noch mal über deine Vorstellung von einem klitzekleinen bisschen unterhalten“, grinse ich und schiebe meinen Finger in ihn. Edwin keucht. Seine Wangen sind ganz gerötet. Er sieht so wunderschön aus, dass ich mich auch nicht länger zurückhalten kann. Nur mühevoll löse ich mich von ihm, suche die nötigen Utensilien zusammen. 

Für einen Moment halten sich unsere Blicke gefangen. Dann greift Edwin nach dem Kondom und rollt es mir über. Erneut treffen sich unsere Lippen. Seine Zunge streicht zaghaft über meinen Mund. Manchmal begreife ich die Veränderungen nicht, die in Edwin vorgehen, wenn er plötzlich so unsicher erscheint, sogar ein wenig nervös. Dabei gibt es doch gar keinen Grund dafür. Er hat mich eingefangen und wird mich bestimmt auch nicht so schnell wieder los. Jedenfalls nicht, solange er es nicht will und selbst dann …
Seine Hand fährt meinen harten Schaft entlang. Ich bin so erregt, dass es schon fast weh tut. Ich taste nach dem Gleitgel, verteile eine kleine Menge davon auf seinen Hintern, lasse meinen Finger erneut den festen Muskelring durchdringen. Edwin keucht in den Kuss, zieht mich mit sich und seine Beine dichter an den Körper. 

„Du bist so wunderschön“, raune ich ihm zu, bevor ich meine Spitze vorsichtig in ihn schiebe.
Als ich komplett in ihm bin, verharre ich einen Moment und streichle seine Wange. Er schmiegt sich in meine Handfläche, sieht mich an. Das Braun in seinen Augen ist dunkler geworden, man könnte meinen, die Sprenkel tanzen sogar…
Ich küsse seine Nase, bewege mich vorsichtig.
„Mehr“, flüstert er und drückt sich mir entgegen.
„Nur ein klitzekleines bisschen?“, frage ich, während ich mich mühsam zwinge, die Kontrolle zu behalten.
„Ja, ein klitzekleines bisschen mehr …“, keucht er, öffnet seine Augen einen kleinen Spalt  und verursacht ein unglaubliches Kribbeln in meinem Bauch.
Meine Stöße werden heftiger. Ich spüre seine Härte an meinem Bauch, und nur kurze Zeit später seine Hand, die sich zwischen uns schiebt. 

Seine Enge bringt mich um den Verstand. Heiß rinnt das Blut durch meine Adern, verbrennt alles auf seinem Weg. Ich kann mich kaum noch zurückhalten, erhöhe noch einmal das Tempo. Edwins Stöhnen wird lauter … Grinsend sehe ich auf ihn herab. Auch eine Sache, die neu für mich war. Er stöhnt hemmungslos und ich liebe es. Diese wunderbaren Geräusche dringen direkt in meinen Unterleib, sorgen dafür, dass ich alles um mich herum vergesse … Ich spüre, wie  seine Muskeln  zittern, stoße heftiger gegen den Widerstand zu und wenige Augenblicke später wird es warm und feucht an meinem Bauch. Edwins Atem geht schwer, seine Hände krallen sich in meine Arme.
Ich komme kurz danach, lasse mich auf ihn sinken und vergrabe meinen Kopf an seiner Schulter. Er riecht so gut, ein wenig weihnachtlich, nach Orangen und Zimt und Nelken … und nach Edwin.
Seine Finger streichen fast unmerklich meine Wirbelsäule entlang. Heiße Schauer rinnen mir dabei über den Rücken.
Nach einer Weile rolle ich mich von ihm herunter, entsorge das Kondom und mache es mir neben Edwin gemütlich.

„Deine Mutter hat vorhin angerufen“, sagt er leise, während er seine Finger mit meinen verschränkt.
„Du versaust die gute Stimmung“, murre ich.
„Aber nur ein klitzekleines bisschen“, erwidert er belustigt.
„Natürlich. Was wollte sie denn?“
„Dich an den ersten Weihnachtstag erinnern …“
„Dafür ruft sie extra hier an?“, frage ich erstaunt und sehe zu Edwin hinüber. Ich sehe meine Mutter jeden Tag und sie hat mich bestimmt auch schon tausendmal daran erinnert … immer mit diesem merkwürdigen Unterton, den ich mir nicht erklären kann.
„Sie … scheint … also ich glaube, sie wollte wohl eher mich sprechen“, bringt er leise hervor. Alarmiert setze ich mich auf und sehe ihn an. Edwin schließt die Augen, seufzt leise. 

Es ist nicht gut gelaufen … das erste Treffen. Ich habe es noch  eine ganze Weile hinausgezögert und dann … ich weiß auch nicht, was ich erwartet habe … vielleicht doch ein wenig mehr Verständnis, vielleicht sogar Vertrauen in meine Entscheidungen. Es spielte auch keine Rolle, dass mein Vater sozusagen auf meiner Seite war, es machte auch nichts, dass sogar mein Schwager keine Probleme mit mir und  Edwin hatte. Sie hat sich natürlich zusammengerissen. Sie hat sich sogar mit Edwin unterhalten … aber jedes ihrer Worte war spitz, vergiftet und vor allem verletzend. Aber letztendlich hat es mich viel weniger getroffen, als ich gedacht hatte. Ich bin nicht mehr der kleine Junge von damals … 

„Sie hat gesagt, dass ich dich doch bitte in Ruhe lassen soll, dass es sicherlich für deine und meine Karriere besser wäre, wenn ich mich von dir trennen würde und dass sie …“
Fassungslos starre ich Edwin an. Ich bewundere seine Ruhe, während in meiner Brust gerade ein Vulkan zu toben beginnt.
„Was noch“, bringe ich kaum beherrscht hervor.
„Sie hätte da wohl jemand für dich  …“
„Scheiße“, fluche ich laut und springe aus dem Bett. Unwirsch renne ich im Zimmer auf und ab.
„Fuck, das kann sie doch nicht machen.“
Ich spüre Panik in mir Aufsteigen … Panik nicht wegen meiner Mutter, sondern weil … ich könnte ihn verlieren … ich könnte ihn wirklich verlieren.
„Es tut mir leid“, murmle ich hilflos und sehe Edwin an.
Er lächelt, steht ebenfalls auf und nimmt mich in seine Arme.
„Das muss es nicht, außer du willst …“
Noch ehe er weiterreden kann, verschließe ich seinen Mund mit meinem. Ich will weder an so etwas denken, noch darüber reden.
„Lieb dich“, nuschle ich gegen seine Lippen.
„Ein klitzekleines bisschen?“, fragt er glucksend.
„Ja … ein klitzekleines bisschen dekorieren, stricken, Sex und … und lieben“, erwidere ich.  
„Dann ist doch alles gut“, flüstert Edwin und damit scheint das Thema für ihn erledigt zu sein. Vielleicht hat er Recht … Es macht keinen Sinn sich darüber aufzuregen. Das ändert allerdings nicht daran, dass ich morgen ein ernsthaftes Wort mit ihr reden werde.
  
Ich nehme sein Gesicht zwischen meine Hände.
„Ich gehe nur mit dir dort hin … oder wir bleiben zu Hause und machen es uns hier gemütlich“, sage ich, während ich tausende kleine Küsse in seinem Gesicht platziere.
Edwin summt … vermutlich ein Weihnachtslied …  Ich weiß nicht, ob das Summen eine Antwort sein soll und wenn ja, was sie zu bedeuten hat. Aber im Moment spielt das auch gar keine Rolle. Bis Weihnachten sind es noch ein paar Tage und egal, wofür wir uns entscheiden, wir ziehen es zusammen durch … Meine Mutter hat keine Ahnung, worauf sie sich einlässt, wenn sie versucht mich zu manipulieren.
 „Oh, es schneit“, ruft Edwin entzückt, windet sich aus meinen Armen und geht zum Fenster.
„Vermutlich ein klitzekleines bisschen“, sage ich grinsend, schlinge meine Arme von hinten um ihn und lege mein Kinn auf seine Schulter. Gemeinsam betrachten wir die dicken weißen Flocken, die tanzend auf den Boden schweben. In meinem Bauch wird es ganz heiß … Ich fühle mich glücklich … natürlich nur ein klitzekleines bisschen …

ENDE

Morgen öffnet sich das Türchen bei Chris P. Rolls


Kommentare:

  1. Wow...wunderschön und so süss, ich danke Dir für diese "klitzekleine" Weihnachtsgeschichte. Wieder eine typische "Karo" Geschichte so wie ich sie Liebe. Danke
    LG Jacqui

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  2. OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOHHHHHHHHHH ♥
    Edwin ♥♥♥

    Ich bin hier fast edwinistisch aufgesprungen und habe zu tanzen angefangen :D (aber nur fast ;) ) - freu mich sehr, von den beiden zu hören und davon, dass es ihnen so gut geht - und Thomas noch immer so so so verliebt ist in seinen Traumtänzer :D

    Die Mutter ist ohne Worte und von der lass ich mir die Stimmung auch nicht verderben, so!

    LG Katrin

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  3. Thomas ist ja so ein richtiger Beziehungsmensch geworden. Er wird Edwin nicht mehr hergeben, erst recht nicht, wenn es seine Mutter so will.
    Es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass die beiden so glücklich sind.

    LG Piccolo

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  4. Oh nein, wie süß...die beiden sind. Wie sehr Thomas seinen 'Weihnachtselfen' liebt!
    Thomas' Mutter macht mich echt sauer...wie wärs denn mit Edwins Mom an Weihnachten....?
    Die würde sich sicher sehr freuen, die Beiden 'Jungs' bei sich zu haben!?

    Danke für diese liebevoll und erotische Story!

    LG,
    Carmen

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  5. Eine ganz feine Geschichte - natürlich nur ein klitzekleines bisschen Flausch. ;)

    Ich kenn' die zwei noch nicht, muss ich gestehen, aber das könnte sich ja ändern... ;)

    LG Kris

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  6. War wirklich eine zuckrige und wunderschöne Weihnachtsgeschichte. Hoffentlich sagt er seiner Mutter noch die Meinung. So ein klitzekleines bisschen.....

    LG Lilith

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