Dienstag, 9. Oktober 2012

Liebe Leser!


Heute ist der weltweite Tag der Post. Wann habe ich eigentlich den letzten richtigen Brief geschrieben? So mit Briefpapier und Füller ...  Postkarten und Geburtstagskarten schreibe ich gern und oft, aber Briefe?
Dabei hat mir erst vor ein paar Wochen meine beste Freundin gestanden,  nachdem ich ihren Geburtstag vergessen und deshalb ganz reumütig über skype einen Gruß nach New Orleans geschickt habe, dass sie sich immer sehr über Post freut ... Da habe ich mich sehr geschämt, allerdings trotzdem nicht zu Füller und Papier gegriffen ... schäme ich mich gleich noch einmal.
Wenn ich es mir überlege, dann muss ich gestehen, dass ich es auch toll finde, wenn ich Post in meinem Briefkasten finde. Also richtige Post, keine Rechnungen, Mahnungen oder diesen ganzen Werbemüll. Wenn ich den Briefkasten aufschließe, bin ich ... und das ist eigentlich albern, jedes Mal wieder voller Erwartung.
In 99 % der Fälle werde ich natürlich enttäuscht.
Im Sommer besteht die Chance auf eine Postkarte, zum Geburtstag bekomme ich die eine oder andere Karte ... dann vielleicht noch Ostern und Weihnachten.
Ein Brief oder eine Karte ist eben etwas ganz Besonderes. Ich bastle ja gern Karten selbst ... allerdings frage ich mich in unserer schnelllebigen Zeit, ob derjenige, für den ich mir dann so viel Zeit genommen habe, das auch zu schätzen weiß. Ob ihm bewusst ist, dass ich das Papier ausgesucht und es in Form gebracht habe, dass ich den Stempelabdruck selbst coloriert und vielleicht sogar etwas ganz Neues ausprobiert habe. Jede Karte ist eben sehr persönlich. Ich sehe die Person vor mir, denke im Grunde die ganze Zeit an sie.
Natürlich ist es einfacher das Telefon zur Hand zu nehmen, oder alternativ über skype zu kommunizieren.  Er/ sie kann dir antworten, dir Rat geben und auf die allgemeine Floskel "Ich hoffe, es geht dir gut!" gleich mit einem "Ja, alles bestens" oder "Scheiße, geht es mir schlecht" antworten. Soforthilfe kann natürlich in einem Brief nicht geleistet werden.
Emails sind ja auch Briefe. Ein Emailaccount ist auch ein Briefkasten, in den ich jeden Tag hineinschaue... mit dem gleichen Gefühl und meist mit der gleichen Enttäuschung.
Wenn ich ein wenig  zurück denke ... Was habe ich früher für Briefe geschrieben! Haufenweise! Ich hatte ein paar echte Brieffreunde und wir haben bestimmt jede Woche einen Brief geschrieben. Die Briefe habe ich alle noch ... ein paar Liebesbriefe befinden sich auch in der Erinnerungskiste. 
Einmal im Jahr nehme ich mir allerdings schon Zeit für einen Brief. Mein Weihnachtsbrief. Gut, er ist nicht hangeschrieben, sondern meist getippt. Nur die persönlichen Grüße kommen dann noch von Hand darunter. Er ist zu einer guten Tradition geworden, um all den Freunden und Verwandten, die man selten im Jahr sieht, einen kleinen Einblick in unser Leben zu gewähren, ihnen zum Jahresende zu erzählen, was sich bei uns getan hat, wie wir leben und vielleicht auch, was im neuen Jahr ansteht.
Bis zum Weihnachtsbrief ist es nicht mehr lange hin. Unglaublich, wie schnell ein Jahr vergeht.
Ich wünsche Euch einen schönen Tag und eine schöne Woche!
Vielleicht greift man ja doch mal wieder zu Stift und Papier!
 Eure

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