Sonntag, 21. Oktober 2012

Buch zum Sonntag

Der Herbst ist die Jahreszeit, in der man es sich gemütlich auf dem Sofa machen kann, eine kuschelige Decke bis ans Kinn gezogen, einen leckeren Tee, Kakao oder Cappuccino dazu... und natürlich ein gutes Buch. Während der Wind die Blätter von den Bäumen fegt, steckt man seine Nase zwischen die Seiten, lässt sich gefangen nehmen von spannenden Geschichten, großen Liebesromanzen oder lustigen Begebenheiten.
Als kleiner Schreiberling sollte man auch ab und zu ein Buch zur Hand nehmen. Ich gebe zu, dass ich selten dafür Zeit habe, aber es gibt Bücher, auf die freue ich mich ganz besonders und die lassen mich auch eine lange Zeit nicht mehr los. Damit meine ich nicht, dass ich daran lange lese … denn wenn ich einmal anfange, dann kann ich meistens nicht mehr aufhören, dann vergesse ich entweder die Welt um mich herum, oder erledige die Dinge mit dem Buch in der Hand.
„Ich soll dir bei den Hausaufgaben helfen? Moment, ich lese nur noch den Absatz fertig....“
„Du willst Abendbrot? Mist, jetzt habe ich Butter auf die Seite geschmiert!“
„Einen Kuss? Ach wenn wir uns doch nur so küssen würden, wie die beiden im Buch!“
„Schlafen? Geh nur schon vor, ich komme gleich hinterher!“
Gleich bedeutet dann, wenn ich die letzten 200 Seiten gelesen habe … also irgendwann mitten in der Nacht bzw. am sehr frühen Morgen. Wie ich dann den nächsten Tag überlebe, ist mir immer wieder schleierhaft. Deshalb … und weil ich im Moment lieber schreibe als lese … gönne ich mir nur selten ein Buch. Trotzdem möchte ich euch hier und heute eines vorstellen. Ich weiß, ich bin spät dran. Die meisten haben es wohl inzwischen schon selbst gelesen, aber wer weiß, vielleicht ist der eine oder andere noch unentschlossen.

„Koch zum Frühstück“ von Rona Cole ist genau das richtige für diese Zeit der Herbststürme, Nebel- und Regentage. Ach, was sage ich? Es ist auch perfekt für Sommerhitze, Winterwetter und von Frühlingsgefühlen spreche ich gar nicht erst. Sollte man über Bücher von „Kollegen“ schreiben? Vielleicht nicht, aber das hier ist auch keine Rezension im klassischen Sinne. Ich werde auch mit Sicherheit nicht jede Woche ein Buch vorstellen und mich mit Inhalt und Schreibstil auseinandersetzen. Dafür fehlt mir sowohl die Kraft als auch die Lust. Außerdem  habe ich im Moment auch genug eigene Ideen im Kopf, die irgendwie aufgeschrieben werden wollen.
Ich würde mich als Genussleser bezeichnen. Ein Buch ist für mich gut, wenn ich am Ende dieses „Sattgefühl“ habe. Die Protagonisten sind angekommen, das Ende ist schlüssig und man möchte trotz allem noch nicht loslassen … Also blättert man noch einmal durch, genießt einzelne Stellen ein zweites, drittes, viertes Mal … und fängt irgendwann einfach noch mal von vorn zu lesen an.
Das Buch hat mir genau dieses Gefühl vermittelt. Stella war der pure Zucker, David und Flo zusammen so heiß, dass die Seiten ja nahezu in Flammen gestanden haben. Natürlich mochte ich den Sex, aber vor allem die Szenen, in denen die drei schon längst wie eine Familie agierten und es sich einfach nicht eingestehen wollten.
Zugegebenermaßen kriegt man beim Lesen ziemlich großen Hunger. Egal ob auf altes Brot mit Tomaten, Cordon bleu oder Apple Crumble (diesen Nachtisch habe ich vor kurzen tatsächlich auf einer Speisekarte entdeckt … ich glaube, ich habe den ganzen Abend gegrinst).
Wie immer schafft es Rona, das man leidet, sich ein Tränchen aus den Augen wischt, dann wieder lacht, die Luft anhält … und sich vollkommen verwirrt fragt, wieso es sich die beiden so schwer machen. Dabei sieht man als Leser doch ganz klar, dass sie zusammengehören!
Am Anfang fühlte es sich für mich merkwürdig an, dass beide in Beziehungen steckten. Aber da man die Partner nicht wirklich kennenlernt, sie gar keine wirkliche Rolle spielen, ist es auch kein großer Verlust. Man kann da durchaus geteilter Meinung sein, was das "Fremdgehen" betrifft, aber auch das reale Leben hält oft Überraschungen für einen bereit, mit denen man nicht rechnet und die einen dazu bringen, sein Leben zu überdenken. Liebe ist dabei wohl der beste Grund überhaupt. 
In Anbetracht der ständigen Diskussionen über Adoption und Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, ist dieses Buch dann auch noch politisch aktuell. Wobei ich nicht weiß, ob das so beabsichtigt war. Aber was es deutlich zeigt … Es gibt nicht nur diese bekloppten Frauen (Entschuldigung Frau Reiche, aber mir fällt da keine bessere Bezeichnung für Sie und ihre Gleichgesinnten ein), die glauben, dass sie einen von Natur aus alleinigen Anspruch auf Familie hätten. Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass es keine Rolle spielt, ob ein Kind Mutter und Vater, zwei Väter, zwei Mütter oder sogar alles zusammen hat … Liebe und Zuwendung ist das Einzige, was zählt und was eine Familie ausmacht.
In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen Sonntag und viel Vergnügen beim Lesen!

Dienstag, 9. Oktober 2012

Liebe Leser!


Heute ist der weltweite Tag der Post. Wann habe ich eigentlich den letzten richtigen Brief geschrieben? So mit Briefpapier und Füller ...  Postkarten und Geburtstagskarten schreibe ich gern und oft, aber Briefe?
Dabei hat mir erst vor ein paar Wochen meine beste Freundin gestanden,  nachdem ich ihren Geburtstag vergessen und deshalb ganz reumütig über skype einen Gruß nach New Orleans geschickt habe, dass sie sich immer sehr über Post freut ... Da habe ich mich sehr geschämt, allerdings trotzdem nicht zu Füller und Papier gegriffen ... schäme ich mich gleich noch einmal.
Wenn ich es mir überlege, dann muss ich gestehen, dass ich es auch toll finde, wenn ich Post in meinem Briefkasten finde. Also richtige Post, keine Rechnungen, Mahnungen oder diesen ganzen Werbemüll. Wenn ich den Briefkasten aufschließe, bin ich ... und das ist eigentlich albern, jedes Mal wieder voller Erwartung.
In 99 % der Fälle werde ich natürlich enttäuscht.
Im Sommer besteht die Chance auf eine Postkarte, zum Geburtstag bekomme ich die eine oder andere Karte ... dann vielleicht noch Ostern und Weihnachten.
Ein Brief oder eine Karte ist eben etwas ganz Besonderes. Ich bastle ja gern Karten selbst ... allerdings frage ich mich in unserer schnelllebigen Zeit, ob derjenige, für den ich mir dann so viel Zeit genommen habe, das auch zu schätzen weiß. Ob ihm bewusst ist, dass ich das Papier ausgesucht und es in Form gebracht habe, dass ich den Stempelabdruck selbst coloriert und vielleicht sogar etwas ganz Neues ausprobiert habe. Jede Karte ist eben sehr persönlich. Ich sehe die Person vor mir, denke im Grunde die ganze Zeit an sie.
Natürlich ist es einfacher das Telefon zur Hand zu nehmen, oder alternativ über skype zu kommunizieren.  Er/ sie kann dir antworten, dir Rat geben und auf die allgemeine Floskel "Ich hoffe, es geht dir gut!" gleich mit einem "Ja, alles bestens" oder "Scheiße, geht es mir schlecht" antworten. Soforthilfe kann natürlich in einem Brief nicht geleistet werden.
Emails sind ja auch Briefe. Ein Emailaccount ist auch ein Briefkasten, in den ich jeden Tag hineinschaue... mit dem gleichen Gefühl und meist mit der gleichen Enttäuschung.
Wenn ich ein wenig  zurück denke ... Was habe ich früher für Briefe geschrieben! Haufenweise! Ich hatte ein paar echte Brieffreunde und wir haben bestimmt jede Woche einen Brief geschrieben. Die Briefe habe ich alle noch ... ein paar Liebesbriefe befinden sich auch in der Erinnerungskiste. 
Einmal im Jahr nehme ich mir allerdings schon Zeit für einen Brief. Mein Weihnachtsbrief. Gut, er ist nicht hangeschrieben, sondern meist getippt. Nur die persönlichen Grüße kommen dann noch von Hand darunter. Er ist zu einer guten Tradition geworden, um all den Freunden und Verwandten, die man selten im Jahr sieht, einen kleinen Einblick in unser Leben zu gewähren, ihnen zum Jahresende zu erzählen, was sich bei uns getan hat, wie wir leben und vielleicht auch, was im neuen Jahr ansteht.
Bis zum Weihnachtsbrief ist es nicht mehr lange hin. Unglaublich, wie schnell ein Jahr vergeht.
Ich wünsche Euch einen schönen Tag und eine schöne Woche!
Vielleicht greift man ja doch mal wieder zu Stift und Papier!
 Eure