Montag, 19. März 2012

Meine Eindrücke von der LBM




Meine Tage auf der Messe waren anstrengend, inspirierend, aufregend, unterhaltsam, lustig, stressig, ein bisschen chaotisch, gemütlich und … hatte ich anstrengend schon erwähnt?
Anstrengend war vor allem das Stehen. Den ganzen Tag auf den Beinen sein, der ständige Messelärm und abends noch halbwegs konzentriert zu lesen, das fand ich schon nicht ganz einfach. So mittendrin fühlte es sich eigentlich gar nicht so anstrengend an, mal abgesehen von den Füßen vielleicht. Aber als ich gestern bei mir vor der Tür den Schlüssel aus dem Zündschloss meines Autos gezogen habe, war es irgendwie, als wenn ich mich auch gleich mit ausgeschaltet hätte. Ich konnte richtig fühlen, wie sich mein Körper in den Stand-by- Betrieb herunter fuhr. Nur mit letzter Mühe habe ich mich noch meiner Familie widmen können, dann bin ich auch schon auf dem Sofa eingeschlafen. Na gut, „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ hatte ich auch schon gefühlte hundert Mal gesehen. Da waren meine Bestrebungen, wach zu bleiben nicht besonders groß.
Inspirierend: Ich glaube, ich habe so viel Input bekommen, dass ich noch Tage brauchen werde, um das alles zu verarbeiten. Schon allein die vielen Cosplayer, die ich gesehen habe, mit ihren tollen und beeindruckenden Kostümen. Auch wenn ich davon überhaupt keine Ahnung habe, allein die Leute anzugucken, war schon klasse.
Besonders inspirierend waren natürlich die Gespräche. Sowohl die mit meinen geschätzten Kolleginnen, als auch mit Messebesuchern und natürlich mit den „Fans“. Und damit ist der Übergang von inspirierend zu aufregend nahezu fließend. Wenn jemand vor mir stand, mich angrinste und meinte, er kennt meine Geschichten oder ich soll ein Buch signieren, dann war ich so aufgeregt, wie ein Kind an Weihnachten und Geburtstag gleichzeitig. Es will einfach noch nicht in meinen Kopf!
Besonders aufregend waren natürlich auch die beiden Lesungen in der RosaLinde, aber Dank der liebevollen Betreuung habe ich mich so wohl dort gefühlt. Ich muss es ja gestehen, aus Büchern vorzulesen macht richtig viel Spaß (wenn man sich nicht gerade verliest oder die Seiten überblättert, die man eigentlich gerade lesen wollte und dann den Faden ein wenig verliert!) Trotzdem schlägt mir das Herz am Anfang bis zum Hals und erst während des Lesens werde ich ruhiger, kann mich mehr auf den Text konzentrieren, den Personen meinen Stimme wirklich leihen (obwohl es ja immer Männer sind und meine Stimme nun wirklich nichts männliches hat) Zu wissen, dass die Autorin von „Verdammte Seele“ Patricia Jankowski im Publikum sitzt, die man im Übrigen erst fünf Minuten vorher kennen gelernt hat, lässt die Aufregung auch nicht gerade sinken. Vor allem, wenn man nicht so viel Zeit hatte, sich mit dem Buch zu beschäftigen und einem gleich mal der Name des Hauptprotagonisten entfällt. Am Ende hat ihr das, was ich gelesen habe, aber gut gefallen und wir haben uns noch eine ganze Weile unterhalten. Überhaupt ist es toll, wenn man hinterher zu hören bekommt, dass es den Leuten gefallen hat, dass sie neugierig sind, wie es weiter geht oder wenn sie an den entsprechenden Stellen anfangen zu lachen. Dafür lohnt sich die ganze Aufregung!
Unterhalten habe ich mich mit vielen Leuten und natürlich stand auch die Frage an, wie man als Heterofrau dazu kommt, schwule Geschichten zu schreiben. Die Beantwortung macht immer wieder Spaß! Eine Art kleines Interview habe ich auch gegeben, in dem ich über meine Inspiration, über meine Geschichten und auch über zukünftige Projekte plaudern durfte. Besonders viel habe ich mich mit Arin Moon unterhalten. Es ist immer wieder spannend, dass man zu Leuten, die man vorher noch nie gesehen hat, so einen guten Draht aufbauen kann. Wir sind immer wieder zusammen losgezogen und haben die verschiedenen Messehallen unsicher gemacht und auch Helmut Karasek entdeckt.
Lustig war es eigentlich die ganze Zeit… wenn wir todmüde waren, haben wir gelacht und wenn es gerade stressig war, weil Michaela zum gefühlten einhundertsten Mal an die frische Luft musste (das ist gerade ein Insider, ich weiß), dann haben wir auch gelacht. Und Mels Geschichten über explodierende Apparaturen und ihre Hoffnung den „Stein der Weisen“ herstellen zu können, waren auch sehr lustig. Vor allem am frühen Morgen, wenn der Körper eigentlich laut schrie, dass er sofort wieder ins Bett will… da hat das Lachen, diese böse Stimme einfach übertönt! Ach und für mich das lustigste Erlebnis war folgendes. Zwei junge Mädchen kommen grinsend in unseren Stand. Ich war mir nicht ganz sicher, aber ich dachte, die eine kennst du und ich hatte auch eine Vermutung, wer es sein könnte. Aber ich bin ja schüchtern, also habe ich nichts gesagt. Dann fragt sie, ob sie ein Bild von mir und Mel machen kann. Wir stellen uns also zusammen hin und lächeln ins Handy … zehn Minuten später kriege ich eine SMS, dass ich auf Facebook zu sehen bin. Da war ich mir ganz sicher, wer da vor mir stand und zur Strafe musste sie sich auch von mir fotografieren lassen … stimmts Patricia?
Über den Stressfaktor brauche ich wohl nichts zu schreiben. Aber was ich wirklich erstaunlich fand war die Tatsache, dass es mich mehr gestresst hat, am Stand zu stehen und die Massen vorbeilaufen zu sehen, als selbst Teil der Masse zu sein. Im Strom mitzulaufen war schon anstrengend, vor allem am Samstag. Aber sozusagen von außen darauf zu gucken… das hat mich echt gestresst. Da war ich über jede Art der Ablenkung dankbar.
Ohne ein wenig Chaos geht es gar nicht. Wobei sich das Chaos wirklich in ganz geringen Grenzen hielt. Ein Navi, dass dauernd verrückt spielte und obwohl ich an der richtigen Kreuzung abgebogen bin, hinterher meinte, es müsste die Route neu berechnen… das meinte, ich soll mich rechts halten, obwohl es nur geradeaus ging… Da war kein rechts und es sah auch nicht so aus, als wenn da hätte jemals nach rechts fahren können. Aber ich bin irgendwie doch immer da hingekommen, wo ich hinwollte.
Kommen wir zum gemütlichen Teil! Zusammen zu frühstücken, abends noch ein wenig zu erzählen oder vor der RosaLinde mit einem Kaffee zu sitzen und die herrlichen Frühlingsluft zu genießen, das fand ich richtig, richtig, gemütlich. Das rote Sofa, auf dem ich vorlesen durfte, war auch sehr gemütlich. Da hätten wir glatt noch länger lesen können. Mein Bett war auch gemütlich, obwohl das wahrscheinlich egal gewesen wäre. Sobald der Körper zugedeckt war, wollte er nur noch schlafen, jedenfalls irgendwie.
Ihr seht also, meine zwei Tage waren tatsächlich anstrengend, inspirierend, aufregend, unterhaltsam, lustig, stressig, ein bisschen chaotisch und gemütlich. Ich habe sie auf jeden Fall sehr genossen und neben all den Eindrücken nehme ich für mich ganz persönlich noch etwas mit: Im nächsten Jahr will ich auch so ein tolles Plakat mit Cover und meinem Namen drauf und darunter soll mein Buch liegen!

Kommentare:

  1. Na dann ran an die Tasten ;-)

    LG
    Martina

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  2. Na Du? Einen schönen Bericht hast Du da geschrieben; so sehe ich es auch!
    Der Stressfaktor, man glaubt es kaum, war auf jedenfall vorhanden. Wenn jemand meint, an einem Stand zu stehen und nur zu lächeln, ist einfach, der irrt gewaltig! Denn man muss zu jeder Zeit voll da sein, um zu präsentieren, wohinter man steht!
    Was Du über den besonderen Draht schreibst ... (nickt lächelnd)
    Plakat/Cover/Namen ... ich hoffe für Dich, dass Du ohne Stress Deinen Koffer packen kannst, um mit Deiner Fantasie auf Reisen zu gehen...ich bin sicher, Du wirst erfolgreich ankommen!
    LG AM

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  3. Ja was soll ich sagen es sind nur 7 Tage da stand doch echt hier Muse ist weg und heute hat sie die kraft Und Muse ein (ich hoffe mehr )Buch zu schreiben lol Aber mit hilfe und nachfragen von uns allen ist das auch bald fertig freu mich drauf lol Selbst wen Du über 1000 Seiten schreibst werde ich das lesen lol Ich hoffe auch das du hier nicht oft bist und schreibst weil du ja Bücher schreiben möchtes lol Alles liebe bruder holger lol

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