Freitag, 9. Dezember 2011

Quer durchs Alphabet ins Glück

Wie versprochen kommt sogleich das neunte Türchen und damit bin ich wieder im Zeitplan .... Ich hoffe, diesmal bleibt es auch so ...


Letztendlich ist es Frank, der mich einfach in die Wohnung schiebt und die Tür hinter uns schließt. Erst als ich die Wand in meinem Rücken und seinen Lippen auf meinem Mund spüre, erwache ich aus meinem tranceähnlichen Zustand. Aber da ist es schon zu spät. Sämtliche Wut und der Frust sind wie wegespült, als seine Zunge sanft um Einlass bittet. Ich kann gar nicht anders. Ich lege meine Arme um seinen Hals und ziehe ihn noch ein Stück näher an mich heran, öffne gleichzeitig meine Lippen. Seufzend lasse ich mich von ihm gefangen nehmen, genieße das Kribbeln, das seine Berührungen auslösen. Sein Unterleib reibt sich erregend an mir. Die enge Hose kann nicht verbergen, dass er heiß auf mich ist. Lächelnd nehme ich es zur Kenntnis und fühle, wie auch meine Erregung wächst.
Neben seinem verführerischen Küssen und seinem wunderbaren Duft nehme ich noch einen weiteren Geruch wahr. Es riecht nach Essen … nach leckerem chinesischem Essen. Unwillkürlich fängt mein Magen an zu knurren. Dabei war ich mir bis vor ein paar Minuten noch sicher, dass ich gar keinen Hunger mehr haben würde. Aber nun meldet er sich lautstark und Frank sieht mich erstaunt an.
„Wenn es noch ein paar Minuten länger gedauert hätte, dann wärst du vermutlich verhungert. Jedenfalls klingt es so!“, sagt er lachend und löst sich aus meiner Umarmung.
„Bis eben hatte ich gar keinen Hunger!“, erwidere ich und meine Stimme klingt irgendwie trotzig.
„Hey! Nicht sauer sein! Ich wollte wirklich nicht zu spät kommen und wenn ich deinen Magen höre, dann war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung zu warten. Also lass uns essen, bevor es auch noch kalt ist!“
Frank streift sich die Schuhe ab und zieht seine Jacke aus. Darunter trägt er … das weiße Hemd. Gebannt starre ich darauf.
„Ich dachte, es würde dir vielleicht bei deinen Erinnerungen helfen, wenn ich die gleichen Klamotten trage … außerdem liebe ich dieses Hemd … und die Hose sowieso!“, sagt er lachend und wedelt mit der Tüte vor meinen Augen.
„Küche … Anton!“
„Scheint, als wenn es wirken würde!“, murmle ich vor mich hin und frage mich, ob die rote Farbe heute noch von meinen Wangen verschwinden wird. Ich bin mir nicht so sicher und es ist irgendwie peinlich, ständig wie ein kleiner Junge rot anzulaufen.
„Steht dir unglaublich gut!“, haucht er mir von hinten ins Ohr, als ich ein zwei Teller aus dem Schrank hole.
Fragend sehe ich ihn an. Er lächelt, legt seine Hand auf meine Wange: „Das Rot … es steht dir unglaublich gut … und na ja, passt irgendwie sogar besser zu dir, als diese stürmische Art.“
Ich beiße mir auf die Unterlippe und stelle die Teller auf den Tisch.
„Ich hatte keine Ahnung, dass das Zeug so eine Wirkung auf mich haben würde und ich wusste nicht mal, dass da was in der Stolle war. Ich … bin für gewöhnlich nicht so … so draufgängerisch!“
Meine Wangen glühen und langsam sollte ich mich wohl an diesen Zustand gewöhnen.
„Es war ganz schön, du warst ziemlich heiß!“, sagt Frank und packt das Essen aus, „Aber ehrlich gesagt, gefällt mir deine jetzige Art noch viel besser … Du bist … so … so ...“
Frank sieht mich an, scheint zu überlegen und lächelt eine Augenblick später. Er öffnet eine kleine Schachtel und stellt sich dann direkt vor mich.
„Du bist so wie dieses Ingwerplätzchen hier.“ Er streift mit dem Plätzchen über meine Lippen. Der typische Ingwergeruch steigt mir in die Nase.
„Wie ein Ingwerplätzchen“, sagt er noch einmal, „Süß und auch ziemlich scharf ...“
Lachend beiße ich von dem Plätzchen ab. „Süß und scharf?“, frage ich prustend. Frank nickt.
„Eine hervorragende Mischung … Für mich die beste überhaupt!“
Ich glaube mein Herz bleibt gleich stehen, so angespannt fühle ich mich. So voller widersprüchlicher Gefühle, aber vor allem so voller Verlangen. Dieser Mann hat eine unglaubliche Wirkung auf mich … eine Wirkung, die mich sogar das Wort „süß“ akzeptieren lässt. Nicht nur akzeptieren … nein, es macht mich irgendwie glücklich, dass er mich süß findet. Das ist doch total verrückt! Ich bin nicht süß!
„Besonders scharf sind sie ja nicht!“, stelle ich kauend fest.
„Das kommt dir nur so vor!“, erwidert er lachend und beißt auch von dem Plätzchen ab. „Die Schärfe kommt er später … nach dem Essen!“ Damit schiebt er mich zum Tisch und zündet sogar die Kerze an, die dort steht.
„Das Gesteck kenne ich doch!“, meint er grinsend.
„Wirklich?“, feixe ich und spüre, wie die Anspannung sich doch langsam zu lösen scheint. Franks lockere Art färbt allmählich auf mich ab.
„Ich erinnere mich, dass der Heißkleber bei diesem Zapfen ganz besonders heiß auf meiner Haut war …“ Frank zeigt auf einen der Tannenzapfen, die zwischen ein paar kleine Holzstücken steht. Drumherum sind Tannenzweige und auf einem längeren Stück Holz  ist eine Kerze angebracht. Bruno hat es letzte Woche gebastelt und mir geschenkt.
„Ja, dieser Zapfen kam mir von Anfang an so gemein vor!“, brumme ich. Frank lacht auf und schüttelt den Kopf. „So viele Zufälle kann es gar nicht geben … das ist schon fast eine kosmische Fügung, oder wie siehst du das?“
„Hmm, ich hatte schon immer das Gefühl, dass alles im Universum vorbestimmt ist!“ , sage ich mit mystischer Stimme.
„Wir sollten bei AstroTV anfangen... Da suchen sie solche Naturtalente wie uns!“, lacht er und fängt an zu essen.
„Ja, das wäre meine zweite Berufswahl geworden. Aber zum Glück hat es mit dem Buchladen geklappt!“
„Wow, ich wollte schon immer mal jemanden kennen, der eine Buchladen besitzt.“
„Suchtbefriedigung der ganz besonderen Art?“, frage ich und kann mir ein Grinsen nicht verkneifen.
„Ja … mir scheint, da könnte sich mehr als eine Sucht befriedigen lassen. Das sind spannende Aussichten!“ 

Muss ich erwähnen, dass ich schon wieder rot werde? Spannende Aussichten! Ja, das alles hier ist spannend und irgendwie auch unwirklich. Wir sitzen hier und essen, reden albernes Zeug … und es fühlt sich so gut an. So richtig … so als wenn es genau so sein sollte … als wenn er schon immer hier in meine Küche gehört hätte … in meine Wohnung … und in mein …
„Ist immer wieder schön, deine Gedanken lesen zu können!“, lacht er und schiebt seinen leeren Teller von sich weg.
„Du kannst meine Gedanken lesen?“, frage ich und sehe ihn herausfordernd an.
„Klar, das ist nicht besonders schwierig … du lieferst sie mir geradezu auf einem Silbertablett!“
„Quatsch!“, murmle ich und stelle frustriert fest, dass mir ziemlich heiß unter seinem Blick wird. Frank erhebt sich, zieht mich anschließend auch von meinem Stuhl.
„Du weißt doch … Ingwerplätzchen … nach süß kommt scharf … und wir sind schon die ganze Zeit scharf aufeinander!“ Gierig legt er seine Lippen auf meine. Heiß dringt seine Zunge in meinen Mund. Ich erwidere seine stürmische Art, lasse mich in den Kuss fallen. Verdammt, ich bin wirklich scharf auf ihn. Meine Hände legen sich auf seinen Hintern. Das Leder fühlt sich weich und unglaublich gut an. Seufzend presse ich mich dichter an ihn, fühle seine Hände, die sich unter mein Shirt schieben und meine Haut regelrecht zu verbrennen scheinen. Ungestüm packt er mich, hebt mich ein Stück hoch. Hart spüre ich seine Erregung an meinem Bauch. Sein Mund fährt über mein Kinn, saugt sich an meinem Hals fest. Keuchend werfe ich meinen Kopf in den Nacken, biete ihm mehr Platz an.
„Viel besser als ein Ingwerplätzchen“, nuschelt er gegen meinen Hals, „viel süßer und vor allem … viel schärfer!“

Kommentare:

  1. Oh ja, schwarf sind sie in der Tat aufeinander.
    Spätestens nach dieser Nacht weiß Anton wieder jedes Detail, was in jener Nacht passiert ist.
    Frank hatte recht, seine Klamotten haben eine Menge Erinnerungen wachgerufen.

    PS: Gibt es vor Weihnachten noch ein neues Kapitel von Hannes und Farid?

    LG, Piccolo

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  2. Wollten die Beiden sich nicht eigentlich treffen um zu reden? Aber mit Reden haben sie zur Zeit nicht viel am Hut. Naja, vielleicht hinterher, wenn sie nicht mehr ganz so abgelenkt sind *grins*. Denn Reden sollten sie noch, es steht eine Menge zwischen Ihnen und die einzige Verbindung ist Anziehung und Sex. Da Frank aber über Antons scheinbare Ablehnung beim Basteln ziemlich enttäuscht und Anton bei aller "ich will keine Beziehung mehr" Spinnerei trotzdem total nervös vor Franks Besuch war, sollte ein bißchen verbale Kommunikation ein paar Dinge klären. Denn ignorieren geht alleine schon wegen der Umstände nicht mehr und der gegenseitigen Anziehung nach zu urteilen, würde das eh nicht mehr klappen. Sie stecken schon bis zur Halskrause drin

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  3. Scharf, schärfer, am schärfsten.....
    Ein Wunder, dass die Beiden sich noch die Zeit fürs Essen genommen haben, bevor sie übereinander herfallen. Dennoch gibt es wohl noch einigen Klärungsbedarf. Frank scheint sich überhaupt keine Gedanken zu machen, wen er hier gerade flachlegt. Da würde ich schon ein wenig mehr verbale Kommunikation erwarten als Mindestes.
    Immerhin hat Anton seine Erinnerung wieder, wie schön. Auch wenn das den Peinlichkeitsfaktor erhöht, wird es wohl zumindest zur Folge haben, dass er sich zukünftig beim Verzehr suspekter Nahrungsmittel etwas zurückhält.
    Aber der Abend ist ja noch jung und ich bin gespannt, was noch so passiert.

    LG
    Martina

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  4. Erst mal Hut ab vor dir, dass du es geschafft hast, deinen Zeitplan wieder aufzuholen!!
    Was soll ich sagen? Ich mag diese Geschichte total gern und finde Frank und Anton passen einfach super zusammen, was Anton mittlerweile ja auch findet (trotz Franks "fortgeschrittenen" ALters)
    Frank finde ich vom Typ her sehr interessant. Bei der Art von Schule, an der er unterrichtet (bei dem Gespräch zwischen Anton und Waldemars Vater musste ich echt grinsen - und dann ist Anton auch noch Buchhändler!), denkt man eher anso einen Typ mit Rauschebart und Öko-Schlappen und das trifft auf ihn ja nun gar nicht zu.
    Freue mich schon auf morgen!
    lg misha

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  5. OK, habs jetzt aufgeholt - hatte vorher keine Zeit zu lesen :)
    Ja, reden wird völlig überbewertet :)
    Obwohls mich schon interessiert, wie das mit Bruno "passiert" ist ;D

    Aber vorher ... joa, geht mal Erinnerungen auffrischen ;)
    LG Nir77tak

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  6. du hat dir noch ein "hachja" verdient .
    echt tolle geschichte freue mich schon auf morgen
    lg kerstin

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