Freitag, 30. Dezember 2011

Quer durchs Alphabet ins Glück

Es ist vollbracht! Das letzte Türchen meines ersten Kalenders ist fertig ... und ich bin es auch. Irgendwie konnte ich kein Ende finden und ich weiß, dass längst noch nicht alle Fragen beantwortet sind. Ich hoffe trotzdem, dass ihr mit dem Ende zufrieden sein werdet.
Ich danke euch allen, dass ihr hier so fleißig kommentiert und dass ihr mir die kleinen Pausen nachgesehen habt. So ein Kalender ist wirklich eine aufwendige Sache, aber auch unglaublich spannend. Es hat mir auf jeden Fall viel Spaß gemacht.
Das heutige Kapitel ist "etwas" länger geworden...  viel Vergnügen!


Ich bin ihm nicht hinterhergerannt. Ich habe einfach nur da gestanden. Er ist zwischen den Weihnachtsbäumen verschwunden, ohne sich noch einmal umzudrehen. Mein Brustkorb hat sich so sehr zusammengezogen, dass ich dachte, mein Herz würde zerquetscht werden. Auch jetzt ist das Gefühl noch nicht wirklich besser. Mein ganzer Körper schmerzt, das Atmen tut weh, die Gedanken kreisen so wild in meinem Kopf herum, dass mir schwindlig ist.
„Papa, weinst du?“, hat Bruno gefragt.
„Quatsch!“, habe ich geantwortet und mir verstohlen die blöden Tränen aus dem Gesicht gewischt. „Das liegt nur an dem kalten Wind.“
Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass mir tatsächlich Tränen übers Gesicht gelaufen sind. Anscheinend hat Bruno mir nicht so richtig geglaubt, denn seine kleine Hand schob sich augenblicklich in meine. Sie war so warm und weich und für einen Moment fühlte es sich wirklich nach Trost an.
„Frank ist wohl schon weg.“, stellte Bruno fest und sah sich um. Ich nickte nur.
„Schade, aber Mama und ich haben den allerschönsten Baum gefunden. Komm mit, wir zeigen ihn dir. Los schnell, nicht dass ihn noch jemand Anderes wegschnappt!“
Brunos Begeisterung riss mich aus meiner Lethargie, ebenso Jenny, die meine freie Hand ergriff.
„Du bist ein sturer Esel!“, hat sie neben mir gebrummt. Ich konnte sie nicht einmal ansehen. Ich … konnte einfach überhaupt nichts.
Der Baum war wirklich schön. Wir ließen ihn einpacken, verstauten ihm irgendwie im Auto und brachten ihn in Jennys Wohnung. Dann konnte ich endlich nach Hause. 

Und jetzt liege ich hier … in meinem Bett. Ich bin todmüde, aber ich komme nicht zur Ruhe. Morgen ist Heilig Abend. Der Laden ist bis 13 Uhr geöffnet, am Nachmittag bin ich mit Micha bei Jenny. Kaffeetrinken, Bescherung, Fondue, nach Hause. Irgendwie werde ich das alles schon überstehen, obwohl ich mich am liebsten einfach nur verkriechen möchte. Eigentlich freue ich mich immer auf die Weihnachtstage, erst Recht, seitdem Bruno da ist. Weihnachten mit dem eigenen Kind zu feiern, dass ist unglaublich … vor allem, weil es das war, an dem ich am meisten damals zu knabbern hatte. Schwul sein und keine eigenen Kinder haben … Und dann geschieht eben doch das kleine Wunder und ich bin Papa … und … verdammt, ich heule schon wieder! Wütend presse ich mein Gesicht ins Kissen.
Schlaf! Wo bleibt der scheiß Schlaf, wenn man ihn braucht?

Die üblichen Mechanismen helfen mir über den Tag. Es ist wie nicht anders zu erwarten, gerammelt voll. Ich weiß nicht was mit den Leuten los ist. Weihnachten ist doch nun wirklich jedes Jahr, aber manche scheinen davon immer wieder überrascht zu werden. Ich finde, ein Buch ist ein schönes Geschenk und hat es nicht verdient, als Notlösung herhalten zu müssen. Aber das kann mir auf der anderen Seite egal sein. Die Kasse klingelt, die ec- Karten glühen und Micha und ich haben alle Hände voll zu tun. Das hält ihn mir auch vom Leib, denn ich merke natürlich seine Blicke. Ich weiß, dass ich schlimm aussehe. Mein Spiegelbild zeigte mir heute Morgen einen grauenhaften Anblick und ich schätze, durch den Stress hier wird er nicht wirklich besser.
Punkt 13 Uhr schließe ich das Geschäft zu und lehne mich an die Tür. Geschafft! Nur noch den Nachmittag und Abend überstehen … nur noch die restlichen Feiertage überstehen … nur noch ein wenig warten, dann muss doch der Schmerz vergehen …

„Du bist ein Idiot! Hat dir das schon mal jemand gesagt?“, schnauzt mich Micha völlig überraschend an. Ich sage nichts dazu, stoße mich von der Tür ab und gehe an ihm vorbei nach hinten. Weit komme ich nicht, denn Micha packt mich am Arm.
„Was ist nur mit dir los? Du bist bis über beide Ohren verliebt und stehst dir selbst im Weg. Warum? Die Sache mit David ist schon ewig her. Komm endlich darüber hinweg!“
„Lass mich in Ruhe!“, brumme ich und versuche mich aus seinem Griff zu befreien. Micha lässt nicht los, zwingt mich, ihn anzusehen. Wieso hat das damals eigentlich nicht mit uns geklappt? Ich habe mich immer so wohl bei ihm gefühlt …
Wir scheinen uns auch ohne Worte gut zu verstehen, denn plötzlich liege ich in Michas Armen.
„Du weißt genau, dass das mit uns nicht funktioniert hat. Wir sind kein Paar, wir sind Freunde … und das ist so viel mehr wert.“
„Warum ist das alles so kompliziert?“, flüstere ich erstickt und vergrabe mein Gesicht an seiner Schulter.
„Weil du kompliziert bist …“
Mein Kopf schnellt nach oben. Ich starre ihn entsetzt an. Er nickt und seine Mundwinkel zucken leicht. „Schau mich nicht so an. Natürlich bist du kompliziert. Du bist der komplizierteste Mensch, den ich kenne, weil … weil man permanent Angst haben muss, dass du wegläufst, weil du so verrückte Dinge tust, wie … wie ein Kind mit deiner besten Freundin zu zeugen … und auf der anderen Seite bist du so übervorsichtig, dass du dir die wirklich guten Chancen auf ein wenig Glück entgehen lassen willst. Das liegt nicht nur an David, das war auch schon bei uns so. Du brauchst jemand, der auf dich aufpasst, der dich … führt …“
„Na, danke!“, motze ich, obwohl ich weiß, dass Micha Recht hat. Ich … mag es, wenn mein Partner dominanter ist, wenn ich die Kontrolle abgeben kann, wenn ich mich fallen lassen kann … Gegen die Bilder in meinem Kopf kann ich gar nichts machen. Bilder von einem Mann, der mich festhält, dessen Muskeln sich so wunderbar bei jedem Stoß in mich bewegen … Ich kann es fühlen … ich kann ihn noch immer fühlen … wie er mich an den Rand des Wahnsinns treibt und noch ein Stück darüber hinaus. Ich beiße mir auf die Lippe und schüttle energisch den Kopf.
„Lass mich einfach in Ruhe!“, sage ich leise und entziehe mich endgültig seinem Griff. Micha stöhnt theatralisch auf.
„Bloß weil du kompliziert bist, heißt es nicht, dass du nicht liebenswert bist. Das bist du … und ich beneide jeden Mann, der mit dir zusammen ist … Und ich bin eifersüchtig, dass Frank dein Herz im Sturm erobert hat … und es macht mich wütend, dass du auf diese besondere Chance einfach so verzichten willst. Es gibt nun mal keine Garantien … nicht dafür!“
„Du bist eifersüchtig? Warum?“, frage ich verdutzt.
„Ach Anton. Denkst du, ich hätte mir nicht gewünscht, dass das mit uns klappt? Dass ich die Kraft gehabt hätte, all das zu sein, was du brauchst? Aber die habe ich nicht … ich bin nicht das, was du suchst … und David war es auch nicht. Das wusste ich von Anfang an und wenn du ehrlich bist, wusstest du es auch.“
„Und du denkst … Frank ist es?“ Eigentlich sollte die Frage ironisch klingen, aber ich komme mir eher hilflos vor. Mit zitternden Händen warte ich auf eine Antwort, aber Micha bleibt stumm.
Ungeduldig sehe ich ihn an. Er steht einfach nur da und lächelt. Womöglich ist in seinem Gesichtsausdruck so viel mehr Antwort, als es Worte überhaupt ausdrücken könnten. Mein Puls rast, mein Gesicht wird kochendheiß …
Ich weiß nicht, wie lange wir einfach nur dastehen und uns ansehen. Ein Ruck geht durch meinen Körper, ich stürze mich in seine Arme und Micha fängt mich auf.
„Du wirst jetzt zu ihm fahren und mit ihm reden.“, flüstert er mir ins Ohr und haucht einen kleinen Kuss darauf.
„Was? Jetzt? Aber es ist Heilig Abend. Sollte ich nicht lieber bis nach Weihnachten warten?“, frage ich und kann mir die Antwort selbst geben. Ich würde es gar nicht so lange aushalten.
„Vielleicht will er mich nach gestern gar nicht mehr!“, wende ich leise ein.
„Gestern? Was ist denn gestern passiert?“
Ich erzähle ihm in kurzen Zügen von unserem Treffen beim Weihnachtsbaumkauf. Micha schüttelt ungläubig den Kopf. „Deshalb siehst du heute so scheiße aus. Ich hatte mich schon ein wenig gewundert ...“, sagt er nach einer Weile lachend. Aber mir ist gar nicht nach Lachen. Was, wenn er nach der gestrigen Aktion die Nase voll von mir hat?
„Du wirst das Risiko eingehen müssen. Wenn er dir die Tür vor der Nase zuschlägt, hast du genau zwei Möglichkeiten … entweder du fängst mal richtig an zu kämpfen oder du lässt ihn für immer in Ruhe. Aber dann will ich dich auch lächeln sehen … dann musst du zu dieser Entscheidung stehen!“
Ich nicke, obwohl ich mir nicht sicher bin, warum ich das mache. Ich verstehe nicht wirklich viel von dem, was Micha da sagt.
„Gut, so wie du guckst, hast du keine Ahnung, wovon ich rede. Das macht in diesem Moment aber gar nichts. Du wirst dich jetzt anziehen und zu ihm fahren.“
„Ich stinke ...“, jammere ich. Micha kommt näher, riecht an mir und grinst.
„Ich wette, er wird voll drauf abfahren!“, grunzt er.
„Idiot!“, maule ich leise.
Micha zuckt mit den Schultern und schiebt mich zur Tür. „Ich mache hier noch ein wenig Ordnung. Wir sehen uns nachher bei Jenny.“
Noch ehe ich mich versehe, habe ich meine Jacke an und stehe draußen in der Kälte. Ich ziehe die Schultern hoch und gehe langsam Richtung Auto. Was für eine bescheuerte Idee! Vielleicht ist er gar nicht zu Hause oder er hat viel zu tun. Es ist schließlich Heilig Abend und da haben die meisten viele Vorbereitungen. Vielleicht kommt seine Familie oder er … Ich habe gar keine Ahnung, wie viel Familie er überhaupt hat … Ich weiß doch im Grunde gar nichts von ihm. Ich … ich sollte nach Hause fahren. Ja, das sollte ich wirklich.

Mein Auto sieht das anscheinend anders. Zehn Minuten später stehe ich vor seinem Haus. Meine Beine zittern. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schaffe auszusteigen.
Das Haus ist wirklich schön … und es hat diese tolle Badewanne … Ich hätte wirklich zuerst duschen sollen … Ja, und das Schlafzimmer, mit dem kleinen Balkon und dem Ausblick in den Garten und den angrenzenden Wald … das warme Bett … Gott, ich stinke viel zu sehr … er wird die Tür gleich wieder zumachen, weil mein Geruch ihm die Luft zum Atmen nimmt …
Ich kann einfach keinen klaren Gedanken fassen. Hier zu sitzen, macht es allerdings auch nicht besser. Ganz im Gegenteil, ich werde wohl durchdrehen, wenn ich noch länger im Auto bleibe oder alternativ festfrieren. Beides keine schönen Aussichten und die Zeit läuft … Ich sollte wirklich …
Vor der Haustür denke ich nicht lange nach und drücke einfach auf die Klingel. Ich warte, klingle erneut und warte wieder. Es dauert eine Ewigkeit, bis sich die Tür öffnet und eine weitere, bis Frank erkennt, wer da vor der Tür steht. Für einen Moment habe ich den Eindruck, dass er sie tatsächlich wieder schließen will, dann öffnet er sie allerdings noch ein Stück mehr und tritt zur Seite. Ich fasse das als Einladung auf und trete ein. Wir haben immer noch kein Wort geredet … Er schließt die Tür wieder.
„Hallo Frank!“ Meine Stimme krächzt und klingt scheußlich. Jetzt fängt mein Herz doch an, zu rasen. Da er mich hereingelassen hat, kann ich auch meine Jacke ausziehen. Mir ist total heiß, mein Gesicht brennt und ich muss irgendetwas tun. Ein wenig Zeit schinden, in der mir noch etwas wirklich gutes einfällt, um ihn von mir zu überzeugen.
„Hallo Anton!“, erwidert er tonlos. Frank verschränkt die Arme vor der Brust und meine Hoffnungen sinken ins bodenlose. Was hatte ich denn erwartet? Das er mich gleich in seine Arme schließt? Michas Worte kommen mir wieder in den Sinn … Hat er nicht irgendetwas von Kämpfen gesagt?
„Ich wollte das gestern nicht ...“, holpere ich los, verstumme dann, weil ich gar nicht weiß, was ich überhaupt sagen soll.
Frank schweigt noch immer, sieht mich einfach nur an. Ich erwidere seinen Blick. Er sieht müde aus … müde und …
„Scheiße!“, rufe ich aus, stürze auf ihn zu und schlinge meinen Arme um seinen Hals.
„Ich bin ein Idiot!“, seufze ich gegen seinen Hals. Natürlich reagiert er nicht. Seine Arme drücken sich gegen meinen Brustkorb, aber er schiebt mich auch nicht weg. Ich werte das vorsichtig als ein gutes Zeichen und küsse mich an seinem Hals entlang. Er ist kratzig, aber ich lasse mich nicht beirren … Meinen Lippen kennen nur ein Ziel.
„Es tut mir leid!“, flüstere ich zwischen den Küssen. „Es tut mir so unendlich leid ...“ Er riecht so gut, seine Haut schmeckt so gut. Wie konnte ich nur die ganze Zeit darauf verzichten? Meine Hände kraulen seinen Nacken … Wenn er doch nur die Arme nicht mehr verschränken würde. Aber Frank steht immer noch unbeweglich da, nur sein Atem geht schneller.
Direkt vor seinen Lippen halte ich einen Augenblick inne.
„Verzeih mir. Ich will doch mit dir zusammen sein … Ich habe nur … Ich bin kompliziert.“, hauche ich und lege meine Lippen auf seine. Sanft schmuse ich darüber, versuche ihn zum mitmachen zu animieren …
Allmählich kriecht Panik in mir hoch. Frank rührt sich nicht. Ich sollte vielleicht aufhören, mich umdrehen und gehen. Es war falsch herzukommen. Es war falsch anzunehmen, dass ich …
„Gott, Anton! Du machst mich vollkommen verrückt!“, stößt er auf einmal aus. Seine Arme packen mich, pressen mich so fest an ihn, dass mir die Luft wegbleibt. Stürmisch dringt seine Zunge in meinen Mund ein … so stürmisch, dass mir die Sinne schwinden. Seine Zunge ist überall in meinem Mund, erkundet jeden Winkel. Frank stöhnt genüsslich, reibt sich an mir. Ich spüre seine Erregung an meinem Bauch und fange an, zu lächeln.
„Spürst du das?“, fragt er rau und presst sich wieder an mich. „Das machst du mit mir … So eine Wirkung hast du auf mich … seit … du eben durch diese Tür gekommen bist … seit du diese Dinge zu mir gesagt hast … Ich gebe dich nicht mehr her.“
Erleichterung macht sich in mir breit. Erleichterung und … grenzenloses Verlangen.
„Ich dich auch nicht!“, murmle ich und verschließe seinen Mund wieder.
Franks Hände schlüpfen unter meinen Pullover, legen sich so unendlich warm auf meine Haut.
„Bist du mein Weihnachtsgeschenk?“, haucht er mir ins Ohr, bevor er mit der Zunge daran entlang fährt. Ich kriege eine Gänsehaut und nicke. Meine Hände greifen nach seinem Kopf und halten ihn so, dass wir uns angucken können. Jetzt leuchten seine Augen wieder. Jetzt ist dieser schmerzvolle Gesichtsausdruck verschwunden.
„Noch viel mehr als das … wenn … wenn du mich willst.“, flüstere ich.
Franks Lächeln wird noch ein wenig breiter. Nein, das ist kein Lächeln … das ist ein lüsternes Grinsen und es fährt mir direkt in den Unterleib. Meine ohnehin schon zu enge Hose, wird noch ein Stück unbequemer. Er hebt mich hoch und trägt mich durch den Flur. Ich will protestieren, aber seine Lippen sorgen dafür, dass ich keinen Ton herausbringe, außer ein leises Keuchen.
„Weißt du was das schönste an Weihnachtsgeschenken ist? Das Auspacken!“, flüstert er sehnsüchtig, stößt eine Tür auf und wirft mich auf das Bett. Für einen Moment bin ich verwirrt. War das Schlafzimmer nicht eine Etage höher?
„Gästezimmer!“, murmelt er und macht sich an meiner Hose zu schaffen. „Ich bin … willst du auch so sehr, wie ich?“ Jetzt sieht er mich tatsächlich unsicher an und ich kann gar nicht anders, als lachen. Ich stütze mich auf meine Ellbogen ab und nicke.
„Sieht man das nicht? Aber ist das die richtige Reihenfolge?“, wende ich heiser ein. Frank hält inne. Seine Hand liegt auf meiner Scham. Sanft drückt er dagegen und entlockt mir ein erneutes Keuchen.
„Was ist schon die richtige Reihenfolge? Sag mir nur eins, denn ich will nicht schon wieder etwas falsch machen: Geht es dir zu schnell?“
Seufzend sehe ich ihn an. Habe ich jetzt etwa die Stimmung verdorben? Ich bin wirklich ein Idiot! Ich falle hier so über ihn her, ohne wirkliche Erklärungen, nur mit einem „Es tut mir leid“ auf den Lippen und hoffe, dass nun alles wieder gut ist. Dabei kann ich froh sein, dass er mir nicht gleich die Tür vor der Nase zu geschlagen hat. Ich hätte es verdient und ich … habe es doch gestern im Grunde bei ihm gemacht. Wieso scheint mir gestern so endlos lange vorbei? Und was hat sich denn so plötzlich geändert?
Nicht plötzlich … nein, im Grunde hat sich gar nichts geändert. Es fühlt sich nur so unglaublich gut an, so gut, dass ich nicht mehr verzichten möchte, dass ich mich verlieren möchte. Der Schmerz der letzten Tage ist wie ausgelöscht und die Hitze in meinem Körper ist nahezu unerträglich.
Sein Blick nimmt mich gefangen. Seine Hand liegt immer noch dort, wo er sie so aufreizend hingelegt hat. Langsam richte ich mich auf.
„Frank, ich will das hier genau so sehr wie du. Ich wollte es auch schon gestern. Ich stehe mir manchmal anscheinend selbst im Weg und ich kann nicht garantieren, dass … Ich bin nicht besonders gut in so was.“ Ich breche ab, sehe ihn zaghaft an. Vielleicht … wenn ihm das alles so richtig bewusst wird, vielleicht schmeißt er mich dann doch noch raus.
„Du bist wirklich kompliziert und stur. So unglaublich stur … Aber ich kann das auch sein, vor allem, wenn ich etwas haben will. Die Frage ist doch nur: Kannst du mir genug vertrauen, um mich nicht wieder so auflaufen zu lassen? Du hast mich verletzt … und ich hasse es, verletzt zu werden.“
Ich knabbere auf meiner Lippe herum, fühle, wie sich mein Brustkorb wieder schmerzhaft zusammenzieht.
„Das wollte ich nicht … nicht so. Ich habe mich in die Ecke gedrängt gefühlt. Ich hatte Panik, weil … weil alles so neu war und ich … Ich wollte dich nicht verletzen, denn ich will auch nicht verletzt werden.“
„Dann sind wir da ja schon zu zweit und das ist doch schon mal ein guter Anfang. Ich meine, wenn wir uns vornehmen, den anderen nicht mit Absicht weh zu tun, dann ...“
Noch ehe Frank weiter reden kann, schlinge ich meine Arme um seinen Hals und ziehe ihn über mich. Unsere Lippen finden sich. Sanft und gleichzeitig sehnsüchtig gleitet seine Zunge in meinem Mund. Frank brummt genüsslich, als ich ihm mehr Platz zwischen meinen Beinen gebe und dabei mein Becken gegen seine Erektion presse.
Aus sanft wird schon bald leidenschaftlich. Stöhnend liege ich unter ihm, streichle über seinen Rücken und schiebe gleichzeitig den störenden Pullover nach oben. Frank gibt mich für einen Moment frei und zieht ihn sich über den Kopf. Dann schält er mich so schnell aus meinen Klamotten, dass ich gar nicht weiß, wie mir geschieht.
Nackt sehen wir uns eine ganze Weile einfach nur an. Mein Körper bebt, heiß rinnt das Blut durch meine Adern … Als Franks Blick zwischen meinen Beinen hängen bleibt, fange ich an, erwartungsvoll zu zittern. Zärtlich reibt er seine Nase an meinem Bauch. „Du riechst so gut!“, murmelt er und ich gebe einen irgendwie grunzenden Laut von mir. Belustigt sieht mich Frank an. „Ich stinke!“, erläutere ich heiser mein merkwürdiges Geräusch.
Frank schüttelt den Kopf, dann fängt er an, an mir zu riechen. Seine Nase fährt über meine Brust. Ich spüre seine Zunge an meinen harten Nippeln.
„Hier nicht!“, schnurrt er und gleitet tiefer.
Seine Nase verschwindet in meinem Bauchnabel. Ich winde mich unter ihm. Es ist eine unglaubliche erregende Mischung aus Kitzeln und prickelnder Erotik, die mich allmählich um den Verstand bringt.
„Hier auch nicht!“, seufzt er und umkreist mit seiner Zunge meinen Nabel.
Dann presst er seine Nase in meine Scham und leckt mit der Zunge über meine Eichel. Ich keuche ungehalten, presse mein Becken nach oben.
Auf einmal hat Frank es eilig. Er springt auf.
„Kondom .. wir brauchen ein Kondom.“ Seine Hektik ist süß, sein wippender Schwanz dagegen einfach nur unglaublich heiß.
„Meine Hose!“, keuche ich und kann meinen Blick gar nicht von ihm abwenden. Fahrig reicht er sie mir und ich hole das Kondom heraus. Da ist zum Glück auch gleich noch so ein kleines Päckchen Gleitgel dabei. Alles landet neben uns auf dem Bett und Frank springt mich nahezu an. Ich spreize meine Beine noch ein wenig mehr für ihn, ziehe sie an meinen Körper. Sein heißer Penis zuckt an meinem Eingang, während mein Schwanz zwischen uns eingequetscht wird. Sehnsüchtig fällt er immer wieder über meinen Mund her.
„Frank ...bitte ...“, hauche ich. Ich stehe in Flammen und ich will einfach nicht länger warten. Er richtet sich sofort auf, schnappt sich das Gleitgel und wirft mir das Kondom hin. Zeitgleich öffnen wir die Verpackungen. Frank taucht seinen Finger in die kühle Masse und streicht dann über meinen Eingang. Für einen Moment zucke ich vor der Kälte zurück, dann lasse ich ihn ein.
„Ja ...“, seufze ich, als sich schon wenige Augenblicke später ein zweiter Finger dazugesellt. Er dehnt mich … reibt mit seinen Fingern zielsicher über die richtige Stelle. Ich ächze und stöhne, spreize meine Beine noch mehr.
„Mehr?“, fragt er lüstern.
„Ja, sehr viel mehr!“, erwidere ich anrüchig. Mit letzter Konzentration rolle ich das Gummi über sein beträchtlich angeschwollenes Geschlecht.
Wir verschmelzen … langsam aber zielsicher schiebt sich Frank in mich. Der Schmerz ist süß … wie Zucker … wie Zucker und Zimt … irgendwie weihnachtlich. Lächelnd schiebe ich mich ihm entgegen. Frank hält einen Moment inne.
„Du bist so wunderschön, wenn du lächelst!“, keucht er.
„Findest du nicht, dass es auf einmal so weihnachtlich ist … so … wie Zucker und Zimt und auch ein wenig Anis … Kannst du es riechen und … schmecken?“
„Ja, wie Zucker und Zimt, weil du so unglaublich süß bist.“ Frank verschränkt seine Hände mit meinen und dann fängt er an, sich zu bewegen.

Erschöpft liegen wir nebeneinander. Ich habe meinen Kopf auf seiner Brust, lausche seinem Herzschlag. Nur durch Zufall fällt mein Blick auf die kleine Uhr an der Wand. Entsetzt springe ich auf.
„Heilig Abend“, rufe ich hektisch. Es ist schon nach 16 Uhr. Ich habe die Zeit ja vollkommen vergessen. Franks Blick ruht auf mir, als ich mich vom Bett erhebe und meine Klamotten zusammensuchen.
Plötzlich halte ich inne. „Hast du heute auch noch etwas vor?“, frage ich leise.
„Nein, Heilig Abend verbringe ich eigentlich immer allein. In meiner Familie geht es erst Morgen richtig los!“, erwidert er.
„Na, dann ändern wir das in diesem Jahr eben!“, sage ich mit fester Stimme. „Zieh dich an. Bruno wartet auf seine Geschenke!“


Kommentare:

  1. Na endlich Anton, es war schon fast zum Verzweifeln mit dir.
    Das Happy End war wirklich wie Zucker und Zimt.
    Mir hat dein Adeventskalender ausgesprochen gut gefallen.
    Ich danke dir sehr, dass du dir so viel arbeit gemacht hast.

    Ganz liebe und herzliche Grüße
    Piccolo

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  2. Das war ein sehr schönes langes Ende ♥

    Anton sieht endlich ein, dass er sich selbst im Weg steht und Frank ist zum Glück nicht nachtragend - puh

    Das ist ein schönes Weihnachtsgeschenk ;) dass jetzt alles in Ordnung ist und Bruno wird sich sicher freuen, wenn Anton Frank mitbringt.
    (und seine Laune besser ist ;) )

    Danke für den Kalender - das war eine schöne Idee und jetzt ... ja, ich weiß, ich nerv ... Hanneeeeeeeeeeeeeeesssssssssss

    LG Katrin

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  3. HI Karo!
    Vielen Danke! Ich wollte Anton gestern wirklich erschiessen, das ging gar nicht!
    Ach er ist wirklich zu ihm gefahren,dank Mischa!
    freu!!!!!
    Aber ich finde es kann nicht schluss sein, es gibt Kalender die gehen bis Silvester!*bettel*
    Wie reagiert Bruno, zieht er es wirklich durch?
    So viele Fragen!!!!!
    Lg renke

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  4. Jaaaa Anton. Endlich. :) Karo, dein Adventskalender hat mir sehr sehr sehr sehr gut gefallen ABER, ich kann Renke verstehen. Wie reagiert denn Bruno? Was sagt Jenny... und Mischa... Ne, ne. So ein kleiner Silvester-OS?!

    Bitte!
    Bitte!

    *augenklimpernd* Sigrid

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  5. Zufall oder Absicht? Eigentlich egal, aber ich musste den Satz drei Mal lesen, bevor ich wusste, was mich so daran irritiert hat ;)
    Vielen vielen lieben Dank für diesen tollen Adentskalender! Du hast (bestimmt nicht nur) mir damit jeden Tag versüßt^^
    LG cada :)

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  6. "Wenn er dir die Nase vor der Tür zuschlägt" - Zufall oder Absicht? - Das sollte da stehen, aber der erste Teil ging beim ersten Kommi verloren - sorry!! Guten Rutsch! cada

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  7. heute hast du dir aber ein doppeltes und dreifaches "hachja " verdient ..................
    hachja , haste das wieder schön geschrieben so müssen geschichten ausgehen ..... und ich muß mich noch meinen vorrednern anschließen ......... also da sind ja noch mächtig viele fragen offen ! muß ja nicht bis silvester sein ,aber so ein paar erklärungen in form von one shots sind auch im januar noch gerne gesehen .......... ähm gelesen .
    dir und deiner familie einen guten rutsch ins neue jahr ,und vielen dank für deine tollen geschichten . lg kerstin

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  8. Ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben. Gut, dass ich erst heute wieder nachgeschaut habe, ob du wieder etwas gepostet hast und ich so 2 Kapitel auf einmal lesen konnte.
    Aber Anton hat ja Gott sei Dank die Kurve noch gekriegt und Frank ist genauso verrückt nach Anton wie der nach ihm.
    Danke für diese tolle Geschichte!

    Ich wünsche dir ein frohes, glückliches und rundherum gutes neues Jahr.

    Ganz liebe Grüße
    misha

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  9. Der schönste Adventskalender, den ich je hatte!!
    Den lese ich noch oft!
    Schätze ich werd ihn speichern müssen, oder?
    Einen guten Rutsch ins neue Jahr, wünsch ich Dir und Deiner Familie!
    Und ein gesundes, neues Jahr voller guter Ideen!

    GLG
    killercat6565, kittycat(ff.net)

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  10. Na also, Anton, geht doch!
    Danke Karo, für das schöne Happy End. Ich wünsch dir einen guten Rutsch und freu mich auf viele neue Geschichten im nächsten Jahr! LG Red

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  11. Liebe kath, vielen Dank für diese tolle Geschichte. Die Idee mit dem Adventskalender und dem Alphabet war wirklich super. lg und einen guten Rutsch ankka

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  12. So, jetzt ist mein Kommi wech *muckel*

    Hej Kath,

    also ein 2. Mal :) verdient ist verdient!

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Adventskalender, den ich mir leider erst heute zu Gemüte führen konnte .. aber besser spät usw usf ;)

    Danke für deine tolle Arbeit und LiebGruß Ina

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  13. Hey kath,

    wie gut, dass Anton doch noch die Kurve bekommen hat und den Schritt auf Frank zugegangen ist. Auch wenn es den Anstoss seines Freundes gebraucht hat. Aber jetzt scheint er voll hinter der Beziehung zu stehen, wenn er Frank selbst an Heiligabend mitnehmen will. Gute Entscheidung!
    Schade, dass der Adventskalender nur 24 Türen hat und wir die beiden schon in ihre glückliche Zukunft entlassen müssen. Diese Kombination mit Bruno, Jenny und Micha im Anschluss hätte auch Potential für mehr gehabt.
    Danke für die süßen Überraschungen!

    LG
    Martina

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  14. Hey Karo, ich wünsche dir und deiner Familie ein schönes neues Jahr.
    Mir kam gerade in den Sinn, falls du die Zucker in diesem Jahr weiterführen willst, dass es dort vielleicht ein Wiedersehen mit Anton und Frank könnte.

    Ganz liebe Grüße,
    Piccolo

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  15. Grrr... das ist jetzt der 3. Versuch einen Kommentar loszuwerden, diese blöde Computer!

    Erst hechel ich Tag für Tag dem nächsten Kapitel hinterher und dann vergesse ich fast die beiden letzten *fassungslos den Kopf schüttel*. Aber immerhin hab ich jetzt alle Beide auf einen Streich und muss Anton nicht den Kopf abreißen. Dass der aber auch immer erst einen Tritt in den Allerwertesten braucht, um in die Pötte zu kommen, ist wirklich schlimm. Bloß gut, dass Frank so geduldig mit ihm ist. Wahrscheinlich wird er dafür sorgen, dass Antons Hintern in den nächsten Jahren ständig Blau und Grün ist, damit der nicht wieder auf so dusselige Ideen kommt. Auf andere hören kann er wenigstens!
    Vielen Dank für die ganze Mühe. Du hast mir den Advent sehr versüßt!
    LG
    Lindwurm

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