Montag, 5. Dezember 2011

Quer durchs Alphabet ins Glück


Zum Start in die neue Woche bin ich pünktlich!
Ein großes Dankeschön an die fleißigen Kommentarschreiber. Ich freue mich riesig darüber, dass diese kleine Geschichte bei euch so gut ankommt!

Unser Kuss dauert nur einen kleinen Moment und trotzdem ist es, als wenn ich mich die ganze Zeit danach gesehnt hätte. Ein Feuerwerk scheint in meinem Kopf zu explodieren … die Gedanken rasen wild durcheinander.
„Hey!“, flüstert er gegen meine Lippen und will sich anscheinend zurückziehen … aber das will ich nicht. Ich weiß überhaupt nicht was ich will, außer … außer … Ich schiebe ihn hinter den Vorhang, weg von den ungewollten Zuschauern und presse meinen Mund nur Augenblicke später wieder auf seinen. Diesmal ist er es, der keucht, dann gibt er nach und zieht mich ganz fest in seine Arme. Seine Zunge bahnt sich einen Weg in mein Inneres und löst damit eine wahre Bilderflut aus. Auf einmal ist alles wieder da. Ich hatte ihn in der Kneipe schon eine ganze Weile beobachtet … und Lederdaddy? Das war eindeutig übertrieben von Micha... Aber er hatte eine Lederhose an und sah so geil damit aus … und die Stolle … hat wohl sämtliche Hemmungen über Bord geworfen.
„Ich kann mich wieder erinnern!“, murmele ich gegen seine Lippen und fühle wie sich die Erleichterung in mir breit macht.
„Na, das hoffe ich doch... Du kannst doch nicht den weltbesten Sex einfach so vergessen!“, erwidert er leise lachend. Gott, seine Stimme fährt mir direkt in den Unterleib.
„Wenn der weltbeste Sex von einer Haschstolle ausgelöst wird und ich allein in einer fremden Wohnung aufwache, dann schon!“, antworte ich ebenso lachend, obwohl ich das gar nicht so lustig finde. Eher beängstigend, wenn ich ehrlich sein soll.
„Haschstolle?“, fragt er und schiebt mich ein Stück von sich weg. Ich zucke unbehaglich mit den Schultern, weiß nicht, was ich dazu sagen soll.
„Das alles ist nur passiert, weil du zugedröhnt warst?“ Er klingt fassungslos. „Dann … dann war das also keine Vorsichtsmaßnahme … du hast nicht so getan, als wenn wir uns nicht kennen würden … du konntest dich tatsächlich an nichts mehr erinnern?“ Seine Stimme klingt wütend und ich … fühle mich einfach nur elend. Was soll ich dazu sagen?
„Aber du hast doch eben selbst gefragt, ob meine Erinnerungen wieder da sind?“, sage ich ein wenig verzweifelt.
„Das war ein Scherz Anton! Das war nur … weil ich gehofft hatte, dass du vielleicht an einer Fortsetzung interessiert wärst ...“ Ich verstehe überhaupt nichts. Mein Gedanken fahren Achterbahn und mir ist irgendwie schlecht. Seufzend lehne ich mich gegen die Wand und lasse mich daran herunter gleiten. Dann lege ich meinen Kopf auf meine Knie und versuche in meinem wirren Kopf Ordnung zu bringen und meinen aufgebrachten Magen wieder zu beruhigen.
„Ich wusste nicht, dass da was drin war!“, flüstere ich. „Ich habe noch nie so ein Zeug genommen.“
Auch Frank setzt sich nach einer Weile neben mir auf den Boden.
„Natürlich hatte ich den Eindruck, dass du getrunken hattest … das hatten wir schließlich alle. Aber ich hielt dich nicht für … für total besoffen oder so. Ich dachte, du weißt ziemlich genau was du tust und deine Wirkung war … kein Ahnung … du warst so … niedlich!“
„Pfft... ich bin nicht niedlich!“, brumme ich und bin froh, dass es so dunkel ist, denn meine Wangen fangen an zu glühen.
„Doch, das warst du!“ Er stupst mich an und ich hebe meinen Kopf in seine Richtung. „Du warst niedlich. Dabei stehe ich überhaupt nicht auf so … so junge Typen und auch nicht darauf, so aggressiv angemacht zu werden!“
„Junge Typen? Ich bin 32 … und ich … habe dich aggressiv angemacht?“, frage ich atemlos und womöglich geht mein Gesicht gleich in Flammen auf.
Ich spüre sein Gesicht ganz nah an meinem. „Ja, Baby, das hast du. Ich dachte du fällst gleich in der Kneipe über meinen Schwanz her … ich hatte Mühe, dich davon abzuhalten ihn aus meiner Hose zu holen.“ Beim Reden streifen seine Lippen immer wieder meinen Wange.
„Du machst Witze!“, erwidere ich beschämt.
„Nein! Du hast auf meinem Schoß gesessen und die ganze Zeit an mir herumgespielt. Irgendwann hatte ich dann genug, habe dich geschnappt und dich in meine Wohnung verschleppt. So ein Typ hat sich uns in den Weg gestellt und wollte dich nicht gehen lassen. Aber du warst ja nicht zu bremsen. Als du nackt in meinem Bett gelegen hast …“ Er macht eine Pause und ich fühle, wie eine kribblige Erregung in mir aufsteigt … „Entschuldige den bescheuerten Ausdruck, schiebe es von mir aus auf die Jahreszeit oder auf eine merkwürdige Sentimentalität, die ich mir auch nicht erklären kann … aber als du da so in meinem Bett lagst .. du sahst aus wie ein Engel. Deine helle Haut, deine Haare, die so herrlich wirr in alle Richtungen abstanden und deine Wangen, die ganz rot waren … Nicht zuletzt deine Augen, in denen so viel Verlangen lag … Aber das war wohl kein Verlangen … das waren wohl eher die Drogen!“ Am Ende klingt er ein wenig resigniert und ich schäme mich noch viel mehr.
„Nein, das war Verlangen!“, flüstere ich und lege meinen Kopf wieder auf meine Knie. Ich kann es wieder spüren. Das unglaubliche Gefühl, als er sich vor mir ausgezogen hat. Mein ganzer Körper stand unter Strom. Ich sah wie ein Engel aus? Wohl eher Frank... Obwohl Engel wohl wirklich das falsche Wort ist … er erschien mir so stark …
„Wie alt bist du eigentlich?“, frage ich, denn Michas „Lederdaddy“ kommt mir wieder in den Sinn. „44“, antwortet er. „Zu alt, stimmts?“ Seine Stimme klingt ein wenig belustigt. Normalerweise würde ich sofort mit „Ja“ antworten, aber das hier ist etwas Anderes … Das hat sich gut angefühlt … und ich will wissen, ob das tatsächlich nur an der verdammten Stolle lag.
„Kannst du mich vielleicht noch mal küssen?“ Vorsichtig hebe ich meinen Kopf, bin mir nicht sicher, wie er reagieren wird. Aber noch ehe ich mich versehe, sind seine Lippen wieder da, schiebt sich seine Zunge zwischen meine Zähne. Ich erwidere den Kuss, lege meine Hand auf seine Wange. Sein Bart fühlt sich kratzig an, kratzig aber auch irgendwie erregend. Ich küsse wirklich nicht gern, aber an das hier könnte ich mich glatt gewöhnen. Von diesen Lippen, von dieser Zunge kann ich gerade nicht genug bekommen. Nur die Tatsache, dass sich weiß, wo wir uns befinden … dass ich höre, wie die böse Stiefmutter samt Tochter gerade in den Fluss gefallen ist … das hält mich ab, hemmungslos aufzustöhnen, mehr zu wollen. Als Frank den Kuss löst, fühle ich mich vollkommen atemlos.
„Heute hast du keinen Christstollen gegessen?“, fragt er und klingt ebenso erregt.
„Nein, nur ein paar Dominosteine … aber die habe ich im Aldi gekauft!“, erwidere ich, umschließe sein Gesicht mit meinen Händen und ziehe es wieder zu mir heran.
„Willst du nicht später zu mir kommen?“ Nervös warte ich auf seine Antwort, bin mir nicht sicher, was ich mache, wenn er nein sagt. Aber Frank sagt nicht nein, er küsst mich einfach.
„Soll ich was zu essen mitbringen?“, fragt er stattdessen. Ich nicke einfach nur und fühle mich total aufgeregt. „Wie wäre es mit chinesisch?“
„Super Idee. Ich mag chinesisches Essen!“
„Na, da haben wir ja schon die erste Gemeinsamkeit. Irgendwelche besonderen Wünsche?“
„Ente! Am liebsten mit Reis!“ Mein Magen fängt gleich an zu knurren. Die Dominosteine und die sauren Clementinen waren alles, was ich heute gegessen hatte.
„Bruno ist bis 19 Uhr bei mir … wenn du so gegen 20 Uhr …“
„Ja!“, haucht er und schon wieder landet sein Mund auf meinem. Die Titelmelodie erklingt und die Stimmen hinter dem Vorhang werden lauter. Notgedrungen lösen wir uns voneinander. Frank steht auf und reicht mir seine Hand. Dann geht das Licht an, der Vorhang wird zur Seite geschoben und eine Herde Kinder rennt uns fast über den Haufen.
„Ente und Reis“, ist das letzte, was ich von Frank höre, bevor sich Bruno in meine Arme stürzt und begeistert anfängt von dem Film zu erzählen.







Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Kath , hachja ............. ich liebe auch ente süß sauer mit reis ..............,und deine geschichten . schönen Tag noch .
    Kerstin

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  2. Hallo,
    da habe ich es doch glatt verschwitzt, dass ja dein Kalender am ersten angefangen hat! Das Gute daran war, dass ich so gleich mehrere Kapitel lesen konnte und die Geschichte gefällt mir ausnehmend gut und das Beste ist: es gibt jeden Tag Nachschub!! Danke schon mal dafür.
    Anton finde ich klasse, er ist irgendwie so nett verpeilt, ich habe förmlich darauf gewartet, dass es bei ihm endlich Klick macht und er sich erinnert. Freue mich schon sehr auf das nächste Treffen der beiden.
    lg misha

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  3. Hey,

    na hoffentlich weiß Frank auch die Adresse, wo er hinmuss. Nicht dass die Ente kalt wird *lol*
    An Franks Stelle wäre ich sicher auch erst mal etwas enttäuscht gewesen, wenn ich erfahre, dass die Leidenschaft nicht mir sondern den Drogen geschuldet ist. Nun allerdings, da Anton endlich wieder weiß, was passiert ist (zumindest rudimentär), können sie das ganze ja noch einmal nüchtern wiederholen.
    Ich mag die Geschichte sehr und freue mich schon darauf, dass es morgen bereits weiter geht.

    LG
    Martina

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  4. Endlich wurde das Geheimnis um die vergessene Nacht gelüftet.
    Man, Anton muss echt nicht mehr zu bremsen gewesen sein.
    Immerhin haben sie am Abend die Möglichkeit sich dieses Mal richtig kennen zu lernen.

    Gibt es diese Woche noch ein Kapitel zu "Verschlossene Türen"?

    LG, Piccolo

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  5. Ich mag zwar keine Ente süß sauer, aber ich hab richtig Hunger bekommen...auch auf das nächste kapitel. Ähem, so nebenbei...weiß der gute Mann denn überhaupt wo das Objekt seiner Begierde wohnt?? Sonst würde ich ihm meinen Wärmebehälter leihen...
    lg, Ppesi

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  6. Na toll ich Held - und ich wunderte mich irgendwie schon :D
    Habs falschrum gelesen .... ;)
    Kein Wunder, dass Frank erstmal enttäuscht ist ... aber sie können es ja nachholen - in "klar" :)
    Frank wird sicher die Sache mit der Familie auch nochmal erklärt bekommen ;)))

    LG Nir77tak

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